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Deutschlands schönste Frau – ein Alptraummärchen

deutschlands-schoenste-frauEs war mal ein Modemacher, der entwarf elegante Abendkleider, in denen alle Frauen ganz wunderschön aussahen, er war auch nett und witzig und kommentierte bei einer Fernsehshow, bei der Frauen Kleider einkaufen mussten, immer so liebevoll-giftig, dass alle Frauen, die diese Sendung gesehen haben, ihn wirklich mochten. Er war nie richtig böse und man merkte ihm an, er litt mit, wenn sich die Frauen Kleidung kauften, die ihnen nicht stand. Der Modemacher hatte immer eine ziemlich gute Hand zu sehen, was den Frauen richtig stand und wurde deswegen auch sehr berühmt. Bald wollten alle Frauen ihn kennen und alle Medienmacher wollten ihn in ihrer Show. Er moderierte Umstylings oder Shows, in denen mehr oder weniger berühmte Frauen Kleider einkaufen mussten.

Eines Tages kam man auf die Idee, ihm eine ganze Abendshow zu geben. Die Show sollte darum gehen, dass alle Frauen schön sind und dass es nicht darauf ankommt, die perfekten Masse zu haben oder faltenlos zu sein. Die Show wurde von vielen Produkten unterstützt, vor allem von einer Kosmetikfirma, die auch allen Frauen erzählte, wie schön sie eigentlich seien (um sie mit ihren anderen Produkten, wie der Deomarke Axe, wieder fertig zu machen) Und Guido, so heißt der Modeschöpfer, sollte das den Frauen vermittleln, weil der so nett ist und alle ihn gern haben. Dann sind die auch nicht böse, wenn sie dann doch rausfliegen. Soweit klang das alles gut.

Aber die Sendung war heimlich von einer bösen Fee RTLLA verzaubert worden. Denn die Fee hatte Angst, dass eine Sendung, in der alle nett sind und sich mögen, niemand sehen will. Deswegen musste viel Drama her und viel Gemeinheit, denn das gucken die Menschen viel lieber. Angeblich. So ging es gar nicht darum, dass alle Frauen irgendwie schön sind – nein. Im Gegenteil. Die Frauen, die mitmachten, waren alle bösartig und gehässig und waren darauf bedacht, dass nur Frauen weiterkamen, die auch dem gängigen Schönheitsideal entsprachen. Der Endpreis war auf einmal ein Shooting mit einer Wäschefirma und da war allen klar, dass das sicher keine Frau wird machen dürfen, die nicht dem Ideal entspricht. Zu runde, zu alte, zu wilde Frauen wurden deswegen aussortiert. Und auch der nette Guido war gar nicht mehr nett, sondern sehr bösartig und spielte den ganzen bösen Zauber der bösen Fee bereitwilig mit, denn sie hatte ihn gut dafür bezahlt. Schön war gar nichts mehr an der Sendung. Es wurde getrennt in unter 30 und über 30 und die unter 30 durften tolle Sachen machen und die über 30 dabei zugucken und heulen.

Die Sendung entwickelte sich wie das Märchen Cinderella, nur dass am Schluss die böse Schwester mit dem Prinzen davonfährt und alle Aschenputtels weinend in der Ecke sitzt. Und der Prinz ein Modeschöpfer ist, der fiese Kommentare zu den Kleidern abgibt…Gewonnen hat übrigens eine Frau, die aussieht wie Sylvie Meis und die ein ganz trauriges Schicksal hat. Hatte, jetzt ist sie auf der Sonnenseite, Wäschemodel und darf sich öffentlich ausziehen. Ein Happy End 2015.

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Der dicke Junge im Blondinenbonbonladen

Foto: RTL

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Nach dem Feminismus gestern jetzt das Gegenteil. Heute ist die letzte Folge des Bachelors. Das Sixpack aus Düsseldorf Oliver Sanne vergibt seine letzte Rose an eine von zwei Blondinen, die sich so ähnlich sind, dass die Vergabe eigentlich nur sie selbst interessiert und vielleicht den Bachelor, wenn überhaupt. In den letzten Staffeln standen sich im Finale wenigstens zwei Gegensätze gegenüber, zwei Prinzipien: Sexbombe versus Kumpeltyp. Bis jetzt hat immer die Sexbombe gewonnen, gehalten hat es nie. (Ob die Sendung jemals darauf ausgerichtet war, dass da was halten soll, lassen wir mal offen). Ich muss gestehen, ich hab die Sendung gern gesehen – vor allem dank der Twittercommunity mit ihren vielen lustigen Tweets dazu. Ich weigere mich, die Frage zu erörtern, ob der Bachelor frauenfeindlich ist, denn die Frauen, die da mitmachen, kennen das Format und wissen genau, worauf sie sich einlassen. Die ganze Situation mit der Auswahl aus 22 Models ist so konstruiert, dass ich sie nicht auf den Alltag übertragen will und den Bogen zur Stellung der Frau in der Gesellschaft schlagen. Es ist ein TV Märchen meist ohne Happy End. Es ist einfach eine Tünche Glamour auf sehr normalen Existenzen.

Oliver Sanne kam mir die ganze Sendung über so vor wie ein kleiner dicker Junge, dem man den Schlüssel für den Bonbonladen überlassen hat und der sich nun da austobt. Und das ist in zweierlei Hinsicht wahr – zum einen war Oliver Sanne nicht immer so schön, und er macht den Eindruck, er kann das immer noch nicht so recht fassen und nimmt mit, was er kriegen kann an medialem Ruhm und an der Bewunderung der Frauen. Er ist nicht so ausgebufft, wie es der Glatzenbachelor vor ihm war, er erzählt mit Begeisterung, er suche wahre Werte, pickt aber dann nur die wasserstoffgebleichten Playboybunnies raus, egal welchen Charakter die haben. Das macht ihn auf der einen Seite unsympathisch bei vielen Zuschauerinnen, ich finde so viel ehrliche (schwanzgesteuerte) Wahl irgendwie erfrischend.

Klar ist, das Playboybunny Sarah wird im nächsten Dschungelcamp zu sehen sein, Oliver Sanne wird beim Promiboxen mitmachen und ab jetzt werden die beiden einen festen Platz haben im Promi-Olymp der Republik. Wie die beiden anderen Finalistinnen abschneiden, keine Ahnung. Das kommt jetzt auf ein geschicktes Management an, Promidinner und Promishoppinqueen ist sicherlich drin, Dschungelcamp womöglich auch und jede Menge Galas und die Bambi-Verleihung.

Vom Unterhaltungsfaktor ist der “Bachelor” ziemlich weit vorne, aber ich denke, es wäre schlau, das nächste Mal einen Mann auszusuchen, der einen Hauch mehr zu sagen hat, ein paar Facetten mehr bieten kann als einfach nur schön und Mr. Germany zu sein und der für etwas mehr Drama sorgt. Und man sollte dem ganzen Liebesrummel mehr Raum geben, da geht noch was an Drama-Inszenierung. Ich fand die kurzen 1 Stunden Folgen definitiv einen Fehler. Zu kurz.

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Promi-Entsorgung im Altstar-Container

Ab Freitag startet auf SAT1 die neue Staffel Promi-Big-Brother, es gab genau drei Promis, die ich zweifelsfrei einem Gesicht zuordnen kann, Claudia Effenberg, Bachelor Paul Janke und der Wendler. Der Titel “Promi Big Brother” ist also bestenfalls euphemistisch, eher völlig übertrieben. Wer setzt sich schon freiwillig in so einen Container? Die, die dringend wieder ins Rampenlicht (zumindest in die dritte Reihe vom Rampenlicht) wollen ud die, die hoffen, mit sowas ins Rampenlicht zu rücken. Ich weiß nicht, ob vom Markenaufbau her sowas zu empfehlen ist. Aber wie will man es sonst schaffen, wenn man eigentlich gar nichts kann? Da bleibt nicht viel.

Es ist immerhin erstaunlich, dass sowas überhaupt noch funktioniert, denn richtigen Stars derzeit entstehen auf YouTube, völlig unbeobachtet von den Massenmedien, die bald keine Masse mehr haben, wenn sie so weitermachen. Eigentlich haben diese Formate keine Berechtigung mehr. Dschungelcamp ist eine Ausnahme, die haben auch Zietlow, der Promi Big Brother Cindy aus Marzahn, die genau einen Witz auf Lager hat. Und der Dschungel ist deshalb so gut, weil die Caster dort einen richtig tollen Job machen und Charaktere platzieren, mit den der Zuschauer aus ganzem Herzen mitleidet oder die er aus ganzem Herzen hasst. Larissa Marolt, Georgina Fleur, Joey Heindle. Wer gar nichts gebracht hat, war der Wendler, der jetzt eins der großen Zugpferde von Big Brother ist. Was eigentlich schon alles über das Format aussagt.

Obwohl, einige Kandidaten versprechen doch ein wenig Fun: Claudia Effenberg kann sich ja mit dem ehemaligen Teppichluder Janina unterhalten und  wird bestimmt lustige Anekdoten zum Besten geben, wie das ist, wenn der Mann einen mit einer stadtbekannten Münchner Thaitranse betrügt. Da wird es noch irgendwie halbwegs lustig, vor allem, wenn genügen Prosecco da ist. Vielleicht kommt die großbusige Ela auch endlich bei einem Bachelor zum Zuge, in ihrer Staffel ist sie ja böse abgeblitzt. Und Paul Janke sieht eh besser aus als der Glatzkopf vom letzten Mal. Wird es ihr helfen, auf alle roten Teppiche der Republik zu kommen? Wahrscheinlich ist der Container aber eher die Endstation.

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Alles Fake im deutschen Fernsehen?

Rosen für die große Liebe? Doch im deutschen TV findet man meist nur Gefaktes Foto:RTK

Rosen für die große Liebe? Doch im deutschen TV findet man meist nur Gefaktes

In Amerika haben sie bei Live-Shows eine 5sekündige Verzögerung bei der Übertragung, damit, falls mal wieder wem ein Busen aus der Bluse hüpft, schnell reagieren zu können und den Menschen vor dem Bildschirm dieses traumatische Erlebnis zu ersparen. In Deutschland dagegen wird die Zensurschere gleich viel früher angesetzt. Es wird getrickst und gescriptet, es wird sich totgecastet, damit eines am Ende garantiert nicht herauskommt: etwas Echtes.

Bei der “Bachelorette” wird aufgeschrien “alles Fake” und so ist es ja auch. Dieses Format ist von vorne bis hinten durchinszeniert, jeder spielt die Rolle, die ihm zugedacht ist. Auch wenn man das irgendwann nur noch besoffen durchhält. Auch die Bauern und ihre Liebsten bei “Bauer sucht Frau” sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Da wird schon mal ein Hof angemietet oder eine Dame, da hat wer einen anderen Beruf oder sogar schon Weib und Kind im echten Leben. Das Liebeswerben, die “Ideen” der Bauern, mit Picknick auf dem zum Herz umgeformten Misthaufen sind auf dem Mist der TV-Treibenden gewachsen. Damit wird das Ergebnis zwar unglaublich öde, aber es ist wenigstens handlebar für die TV-Redakteure und ihre Vorgesetzten, die sich vor Überraschungen fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser. Es könnte ja zu Entgleisungen kommen, da könnten die Zuschauer wegbleiben, oder – noch viel schlimmer – die Werbetreibenden, die sich eine möglichst berechenbare Umgebung für ihre Produktplatzierung wünschen. Deswegen muss alles so schick und glänzend und zuckergussübergossen wie möglich sein. Das Problem ist aber, dass, wenn negative Überraschungen ausbleiben, auch positive ausbleiben. Dass irgendwann ein Kandidat ganz unvorhergesehene Starqualitäten aufweist und die Zuschauer wirklich fesselt. Dass ein Format, eine Talkshow echte Emotionen zutage fördert. Dass ein Bachelor und eine Bachelorette mit all ihren gelackten Prinzen und Prinzessinnen tatsächlich die wahre Liebe findet (ja, sie auch nur sucht) glaubt mittlerweile kein Mensch mehr.

Und die Öffentlich-Rechtlichen? Ja, da wird auch auf Teufel komm raus beschissen, um sich bei seinen Gönnern in Politik und Wirtschaft einzuschleimen. Da kommt ein Beckenbauer von Platz 36 bei den beliebtesten Deutschen schnell auf Rang 9. Äh, ja gut, sicher. Auch hier wird alles dem Proporz angepasst und dem bescheuerten Glauben, dass Zuschauer lieber kuratiertes wahres Leben haben wollen. Nein. wollen sie nicht. Authentisch ist wesentlich besser, weil spannender als gescriptete Kackscheisse. Wie heisst es? “Das Leben schreibt die spannenendsten Geschichten”. Eben. Aber damit tut sich Deutschland schwer. Auch im Printbereich werden, wie eine Freundin von mir in ihrer Doktorarbeit herausfand, signifikant öfter mit hübschen Symbolbildern verziert und nicht mit den realen Protagonisten. In England ist ein Bericht zu “Love in Gambia” tatsächlich mit Muttis aus Birmingham bebildert, die sich schwarze Lover anglen, in Deutschland mit einem weißen Model in romantischer Umarmung mit einem schwarzen Model. Ich weiß, wie ichs lieber hätte. Echte Menschen, echte -emotionen, echtes Leben. Das ist so viel spannender als poliertes Drehbuch.

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Blackmail im TV – warum hat das noch keiner umgesetzt?

Es ist mir unbegreiflich – haben Endemol, Tresor TV, RTL, SAT1 total geschlafen? Diese Show wäre fieser als das Dschungelcamp, unterhaltsamer als der “Bachelor” oder “Joko und Klaas” und könnte Leute leichter in den Wahnsinn treiben als jede Enthüllungstalkshow oder “Bauer sucht Frau” und an alle niedrigen Instinkte appellieren. Mit anderen Worten, die Quoten wären unermesslich. Der Skandal – und damit die Presse – und damit wieder die Quoten – unglaublich. Der Spiegel würde bestimmt etwas total hippes und postmodern Ironisches finden, die Bild würde darüber keifen und genauso begeistert mitmachen. Die Sendung wäre bald Kult.

Es geht um Blackmail, eine Showidee von Monty Python aus den 70er Jahren. Die Idee ist bestechend einfach: das TV zeigt Ausschnitte aus kompromittierendem Material und die Leute müssen anrufen, um die völlige Veröffentlichung zu verhindern. Dazu kommt ein prominenter Gast mit Tüte über dem Kopf, die Zuschauer dürfen abstimmen, ob dessen pikante Details veröffentlicht werden oder nicht.

Erpressungsmaterial lässt sich ja leicht finden, im Internet oder von Exfreunden eingesandt. Oder aus veröffentlichten Polizeiberichten etc. Wäre vielleicht sogar hilfreich, um momentan den Jugendlichen zu erklären, warum es keine so gute Idee ist, Saufbilder ins Internet zu stellen.

Eine Moderatorin wie Sonja Zietlau kündigt die Beiträge launig mit lustiger Stimme an: “Hallo an Dennis aus Halle, du hast morgen ein Bewerbungsgespräch, nicht? Wenn du nicht willst, dass dein künftiger Arbeitgeber diese Bilder (zeigt auf verpixelte Großleinwand) sieht, ruf uns an – 50 Euro und der Job ist gerettet…”

Dazwischen dürfen Promis vergangene Sünden beichten und werden mit weiterem Belastungsmaterial konfrontiert.

Politiker dürfen ihre “Parteifreunde” mit fiesem Material aus der Konkurrenz um den begehrten Posten hauen…im Sinne der Transparenz ja sogar eine moralisch “hochwertige” Aktion.

Monty Python war da echt prophetisch. Und bei RTL druckt gerade ein Redakteur diesen Blogartikel aus…

Habt ihr auch noch geniale Ideen zu TV-Formaten, die es eigentlich geben müsste? Schreibt’s in die Kommentare.

 

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21. Juli 2014 · 11:48 vormittags

Der Schleimbeutel – eine Bachelorstaffel in 5 Minuten

Walulis sieht fern – und er sieht ziemlich genau hin. (hier z.B Landwirt sucht Liebe)  Hier eine wunderbare Persiflage auf den Bachelor – “der Schleimbeutel”.  Eigentlich kann man sich nach diesen 5 Minuten die Sendung sparen, (aber ich guck gerne weiterhin)

Man kann sie ja kreativ nutzen. Als Trinkspiel: Jedes Mal, wenn der aktuelle Bachelor vom Aussehen einer Kandidatin oder deren Augen schwärmt, einen Eierlikör trinken – 2 Liter einplanen pro Folge!

Oder- das machen wir gerade – schliessen Wetten ab, welche Frauen diesesmal nur dafür gecastet wurden, Futter für das kommende Dschungelcamp abzugeben (stammt beides von derselben Produktionsfirma). Meine Favoritinnen Angelina und die Ela. Bei deren Vorbau beim Kuchenbacken wundert es mich aber, wie die in der ersten Sendung mit dem Gesicht zuerst gegen eine Glasscheibe donnern konnte…

PS: RTL wir haben heute im Büro beschlossen, wir wollen einen Bachelor wie den Typen aus Australien sehen!

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30. Januar 2014 · 8:25 nachmittags

Warum sind Frauen die Opfer im Dschungelcamp?

maroltIch muss gestehen, ich hab mich sehr amüsiert über Larissa, die Sendezeitkönigin des Dschungels. Es hat mir gestern imponiert, dass sie beim Gruppendruck nicht einknickt, sondern ihr Ding durchzieht. Und die Geschichte mit der Vogelspinne, der Oma und dem Hausknecht war eine der Komischten, die ich je gehört habe. Irgendwie mag ich die – das kann daran liegen, dass ich als Bayerin eine größere Affinität zu den Ösis habe und außerdem immer mehr auf der Seite der Außenseiter und Durchgeknallten stehe.

Aber wirklich zum Nachdenken gebracht hat mich ein Tweet meiner Freundin Elle, die konstatierte, dass es sie nerven würde, dass immer Frauen, bevorzugt jung, hübsch und ehrgeizig, das Mobbing-Opfer der Fernsehcommunity und ihrer Mitcampinsassen werden würden. Da hat sie einfach recht, Caroline Beil, Giulia Siegel, Sarah Knappik, Georgina Fleur, irgendwie hat das ein Muster. Und eigentlich kann man sogar den Küblböck in diese Reihe setzen.

Es gibt eine Dramaturgie, mit immer dem gleichen Personal: diverse Schnarchnasen zum Auffüllen, die Stimme der Vernunft (Jochen Bendel oder Olivia Jones), den nölenden Alten (Helmut Berger, Winnfried Glatzeder), der vom ehemaligen Ruhm zehrt, den Testosteronhengst, der während des Staffel zum Würstchen schrumpft (Wendler, Silva Gonzales, Jay), die willige Sexbiene (Melanie Müller, Fiona Erdmann, Indira, Micaela) – und das Opfer. Immer gibt es zwei junge Frauen. die das Potential für diese Rolle haben, wer zuerst zickt, wird es. Ich glaube nicht, dass die Serie gescriptet ist, aber bei 24 Stunden Aufzeichnungen kann man von jedem und jeder die Szenen aussuchen, die zur Rolle passen. Wenn du 23, 5 Stunden schläfst und eine halbe Stunde rumnervst, dass das Essen schlecht ist – was wird dann wohl gezeigt? Eben. Keine Frage, itv Studios, die die Serie für RTL produzieren, verstehen ihr Handwerk perfekt. Hut ab vor dem Casting.

Trotzdem: Ich halte es für bedenklich, die Nation auf ein Opfer zu hetzen, sie Prüfung um Prüfung machen zu lassen. Wobei sich dieses Mal das Opfer sich super hält – aber wie es in ihr drinnen aussieht, weiß ich nicht. Und ich weiß nicht, warum es immer die Frau sein muss, die als Opfer ausersehen wird. Es wird Zeit für eine neue Dramaturgie. Vielleicht mal nur Männer in den Dschungel? Hätte was…

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