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Neues heißes Eisen im Bahnhofsviertel

20131206-173554.jpgDie Jungs vom IMA haben ein neues Eisen im Feuer: Das Maxie Eisen in der Münchner Strasse 18 im Bahnhofsviertel.  Ein sehr cooler Neuzugang im Stile eines amerikanischen Deli. Deswegen mischen sich auch jüdische Spezialitäten in die Karte. Matzo Ball Soup, Kreplach, Pastrami Sandwich. Ein guter Mix im Multikulti des Bahnhofsviertels. (Auch wenn mich dessen Ur-Einwohner nun schelten werden, sehen sie jedes coolere, schickere Lokal doch als weiteren Beleg der Gentriinfizierung)

20131206-173603.jpgDie Küche ist offen, das schafft Vertrauen. Ich habs heute nur gesehen und wollte euch mitteilen, dass es existiert, testen gehe ich ein andermal. Es ist noch so neu, dass die Speisekarten erst heute geliefert wurden und auf der Webseite noch nichts zu sehen ist. Aber ich bin ziemlich sicher, das kann was. “Gute Zutaten, frisch auf den Punkt gekocht, ein gemeinsames Essen, ein Lokal zum Treffen und Wohlfühlen”. So das Konzept. Fein.

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Bloggerrelations: macht es einfach

Als Bloggerin habe ich keinen Redaktionsplan, ich muss nicht jede Woche so und so viele Seiten füllen. Ich schreibe, was ich Lust hab, wann ich darauf Lust habe. Ich blogge nicht monothematisch, ich will keiner Firma verpflichtet sein, ich entdecke meine Themen selbst. Mein Blog hat keinen bekannten Namen. Und jetzt fängt das Problem an.

Ich stelle eine Anfrage. Zu einem Produkt, einem Bild, einem Sachverhalt. So wie ich das auch früher als Redakteurin getan habe. (wobei es oft immens mühsam ist, den Ansprechpartner zu finden, ich habe auch noch nie eine Webseite mit einem eigenen Bloggeransprechpartner gefunden) Ich erkläre brav, wie viele Zugriffe mein Blog hat etc. Einige Firmen, vor allem kleinere – reagieren ganz wunderbar und sind hilfsbereit, senden mir das angefragte Material ( zu meist Fotos oder Rezensionsexemplare) postwendend zu. Andere Firmen – meist die Großen, die mir bei der tz die Bude eingerannt haben – reagieren gar nicht. Das ist frustrierend für mich als Blogger, aber auch verständlich (leider) – die großen Firmen sind an den großen Bloggern interessiert. Oder an vielversprechenden Newbies. Nicht an multithematischen Gemischtwarenläden mit 500 Besuchern pro Tag wie dem Meinen. Dabei hab ich das Gefühl, als Bloggerin, die zudem über 3.300 Follower auf Twitter hat, mehr Impact zu haben als damals in der Tageszeitung.

Oder Presseabteilungen bieten mir gnädig an, mich in ihren Presseverteiler aufzunehmen. Das will ich aber nicht. Ich will nicht dauernd zugeballert werden mit vielen Pressesachen, von denen gerade die eine – eben die Angefragte – für mich interessant wäre.

Dabei könnte alles so einfach sein: warum bieten Firmen nicht einen Presse/Blogger “Raum“ an auf ihrer Webseite,  der freigegebenes Material enthält und auf den Blogger und Journalisten zugreifen können? Gibt es kaum. Dabei wäre der (vielleicht mit einem kleinen Einloggprozess) ideal für alle Beteiligten: Wir müssten uns nicht mühsam herumschlagen, die Firmen müssten nicht mühsam alles verschicken. Wenn es um Angst geht, was mit dem Material angestellt wird: jemand, der illegal Bildmaterial braucht, findet das überall. Und auf die Bitte, einen Link zum Artikel zuzusenden, habe ich auch noch nie mit “nein” reagiert. Im Gegenteil, es freut mich, wenn sich eine Firma für meinen Artikel interessiert.

Meine Erfahrungen helfen mir bei meiner täglichen Arbeit: Als PRlerin, die auch Bloggerelations betreibt, nehme ich jede Bloggeranfrage ernst. Das sollten alle anderen auch tun. ( Ich bin gelernte Redakteurin, hab mein Volontariat bei der tz gemacht. Ich bin seit langen Jahren PRlerin, und ich bin auch Bloggerin)

Der Beitrag nimmt an der Blogparade von Mike Schnoor zum Theme Bloggerelations teil: http://mikeschnoor.com/2013/10/23/aufruf-zur-blogparade-blogger-relations/

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Einmal um die Welt in 80.000 Kalorien

Dim Sum zum Durchprobieren

Dim Sum zum Durchprobieren

Mein Motto beim Reisen: Du bist erst in einem Land gewesen, wenn du in dessen Supermärkten gestöbert hast. wenn du dessen nationale Spezialitäten probiert hast, an dessen Street Food Ständen völlig unbekanntes Zeug gegessen hast. Nichts macht mich irrer, als ein Urlaub in einem abgeschotten Clubcamp, in dem hauptsächlich internnationales Essen angeboten wird. Das kann dann gut sein, wie es will, es macht mir keinen sonderlichen Spaß. Ich hab schon mal in Kairo einen halben Aufstand bei der Reiseleitung hingelegt, die uns partout in eine Touristenfalle auf dem Nil mit Schnitzel und Pommes schleppen wollte. Weil es zu gefährlich wäre sonst mit der Hygiene. Wir haben dann im Nichttouristenteil der Stadt gegessen und waren die Einzigen ohne Durchfall – weil die in der Touristenkaschemme den Salat mit Nilwasser gewaschen haben. So viel dazu.

petit2Und wer keinen Spaß am Essen hat, mit dem macht es mir keinen Spaß zu verreisen. die “ich nehme im Urlaub ab”-Fraktion oder “für mich nur Salat”. Das ist doch Verschwendung, das kann man daheim machen, aber nicht da, wo tausend neue Geschmacksrichtugen auf einen warten, die man womöglich nicht kennt. Wenn ich reise, bringe ich nach Möglichkeit Rezepte, Gewürze und Ideen mit, die ich dann hier in meine Küche integriere. Meist versuche ich mir auch noch ein wenig Ferienstimmung zu konservieren, indem ich Essen mitnehme. Arrancini aus Sizilien, Tortenstücke aus Wien, Croissants aus Paris. Für eine kleine Verlängerung des Urlaubs daheim.

Was hab ich schon für tolle Sachen kennengelernt auf Reisen: Kichererbsenpfannkuchen in Nizza, Fischsuppe in Biarritz, Scones in England (das war neu in den 90ern), thailändische Nudelsuppen, Pasta mit Pistazien in Sizilien oder Jasmineis oder oder… und deswegen werde jetzt schwerpunktmäßig das Essen aller Destinationen vorstellen, zu denen ich reise. Ein sehr verfressener Reiseblog also. Tipps sind immer willkommen!

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Das perfekte Schnitzel in Wien

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Der perfekte Schnitzel von Plachutta an der Oper – im Hintergrund der Tischsegen der Nerds, das Essen wird fotografiert

Vorab: wir haben es gefunden. Wir waren im Schnitzelhimmel. Wunderbar. Das Traurige daran: nach diesen Wiener Schnitzeln wird es uns schwer fallen, wieder auf den Boden der deutschen Gastronomie zurückzukehren. Aber von Anfang an. Wir Auswärtsschnitzler machten uns auf den Weg nach Wien, um dort einmal gemeinsam Wiener Schnitzel zu essen. Es gibt blödere Gründe zum Verreisen. Und wir wollten “Schnitzel total”. Deswegen machten wir uns in einer kleineren Gruppe auf, am Freitag abend schon mal den Figlmüller zu testen. Der ist laut Webseite “seit 100 Jahren die Heimat des Schnitzels”. Das Figlmüllerschnitzel ist eigentlich kein Wiener Schnitzel, sondern stammt aus der Karreerose des Schweins. Dünn geklopft sieht man darunter den Teller nicht mehr. Es wird in drei Backgängen perfekt ausgebacken – und es ist wirklich gut. Sehr, sehr gut.

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Schnitzel bei Figlmüller; Foto: Michi Burch

Knusprig die Panade, frei von Fettgeschmack, das Fleisch zart und wunderbar aromatisch. Für 13,50 Euro ein Schnitzeltraum. Beide Filialen des Figlmüllers, die Originale in der Wollzeile und eine etwas jüngere ums Eck sind immer mehr als gerammelt voll. Touristen meist, aber auch Einheimische, die hier zum Schnitzelessen kommen. In der 2. Filiale gibt es übrigens auch Wiener Schnitzel vom Kalb. Jeder fotografiert ehrfürchtig die 30 cm Durchmesser Schnitzel und ißt sie genußvoll auf. Beilagen braucht dort kein Mensch, der Vogerl-Kartoffelsalat mit Kernöl ist aber sehr fein.

Aber noch einen Tick besser hat es mir am nächsten Tag bei Plachutta an der Oper geschmeckt. Auch deren Spezialität ist Schnitzel, dieses Mal das Originale, vom Kalb. Und was soll ich noch sagen? Es geht nicht mehr besser. Das Fleisch zart, saftig, nicht zu dünn, die Panade fein aufgewölbt und bis zum letzten Bissen knusprig. Wir waren alle hin und weg. Selbst wenn es in anderen Läden ein genauso gutes Schnitzel gibt, besser kann es nicht mehr werden. Das war die Perfektion. Welcher Koch auch immer Schnitzel auf die Speisekarte setzt, erst bitte einmal zu Plachutta gehen und dort probieren, wie es schmecken muss. Hier ist das originale Rezept des Plachutta zum Nachkochen daheim… Und weil die Schnitzel nicht ganz so groß sind wie die vom Figlmüller, ist auch noch ein Nachtisch drin. Ich danke unserem Guide Nick und dem Plachutta für diese Offenbarung.

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Gregors Konditorei: Tortenträume im 5. Bezirk

20131111-115212.jpgDie netten Besitzer vom Pia Mia gaben mir dann noch einen Tipp auf den Weg: die Konditorei Gregors. Danke dafür. Dieses Konditorei-Cafe ist ein Traum. Frische Zutaten, die in der Backstube vor Ort gut sichtbar frisch zubereitet werden, werden zu Kuchenträumen, die ich selten besser gegessen habe. Klassiker wie Kardinalstorte (Kaffeecreme mit Baiser auf Bisquit), Cremeschnitten, Vanillecreme zwischen Blätterteig oder Petit Fours mischen sich mit ungewöhnlichen Kreationen wie Topfencreme mit Apfelgelee auf Mandel-Karottenboden.

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Die freundliche Bedienung von Gregors Konditorei serviert leckeren Wiener Kaffee

Ich hätte mich am liebsten einmal durchprobiert, doch wir waren ja gekommen, um am Abend auf die Jagd nach dem besten Wiener Schnitzel zu gehen, da hab ich mich ein wenig zurückgehalten.

Das Wetter war gut genug, um auch noch draussen zu sitzen, feine Sache. Bestellt habe ich mir eine Kardinalstorte. Ich will nicht vollmundig sagen, dass Gergors hätte die besten Torten Wiens, dafür habe ich zuwenig probiert, aber wer dort hingeht, bekommt in jedem Fall beste Handwerkskunst und wird sicher nicht enttäuscht werden. Ich hab mir noch ein paar Kipferln und Brioche als Wegzehrung mitgenommen, dann ging es weiter mit der U-Bahn in den 1. Bezirk…

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Neben Torten und Gebäck werden auch hausgemachte Marmeladen, Pralinen und Kaffee angeboten -  liebevoll verpackt

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Dim Sum löst Sushi ab?

Frühlingsrollen sind das bekannteste Dim Sum

Frühlingsrollen sind das bekannteste Dim Sum

Gestern hab ich bei MoschMosch in Frankfurt eine kleine Tafel auf dem Tisch gesehen: Wir haben jetzt auch Dim Sum. Da war für mich der Fall klar, das wird (oder ist schon?) der nächste heiße Scheiss. Dim Sum hätten das Zeug, Sushi als Hippsternahrung abzulösen.

Was sind Dim Sum? Im Prinzip kleine Häppchen, gedämpft oder frittiert, in China werden sie zum Frühstück oder als Nachmittagsimbiss zum Tee gegessen. Es gibt Hunderte von Varianten und Formen. Gefüllt mit allem, was die chinesische Küche so zu bieten hat. Und das ist, wie wir wissen, eine ganze Menge. Auch die beliebten Frühlingsrollen sind ein Dim Sum. Dimsum 2Am bekanntesten sind Jao Zhi, eine Art chinesische Ravioli, die erst in der Pfanne angebraten und dann gedämpft werden. Bei den Dim Sum wird auf die Konsistenz viel Wert gelegt. Knusprig frittierte Hüllen umschliessen samtige Füllungen oder umgekehrt bekommen knackige Garnelen -Wolkenohrfüllungen eine weiche, gedämpfte Nudelhülle. Serviert werden die Dim sums mit unterschiedlichsten Saucen.

Ich liebe Dim Sums sehr. Bislang gab es sie aber kaum in den Restaurants. Dafür in riesiger Auswahl in Chinasupermärkten tiefgefroren. Im Markt an der Kaiserstrasse kann man locker 30 verschiedene Sorten kaufen. Und die Deutschen entdecken die Dim sums – bislang allerdings zaghaft. Das scheint sich gerade zu ändern. Ich warte jetzt gespannt, wann die ersten reinen Dim Sum-Läden die Sushiläden ablösen. Die kleinen Häppchen mit den verschiedenen Geschmäckern wären das perfekte Konzept.

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Manchmal muss es einfach ein Burger sein

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Ich hab schon mal reingebissen, bis mir eingefallen ist, dass der Burger ja für den Blog fotografiert werden sollte. Ich bitte um Verzeihung :)

Ich geh ganz gerne zur “Kuh, die lacht”. Das ist wider Erwarten kein Vegetarier, sondern im Gegenteil ein Burgerrestaurant. Allerdings Burger von glücklichen Kühen. Bio und so. Einige mögen die Burger nicht, weil sie nicht so überbordend belegt sind wie anderswo. Ich finde sie genau deswegen grandios. Das Ketchup ist hausgemacht und die anderen Saucen sind ebenso. 20131101-103838.jpgNirgendwo quillt irgendetwas über, ganz im Gegensatz zu den üblichen Burgerbratern mit dem Mc oder dem King im Namen. Bei den Brötchen kann man zwischen Vollkorn und Weißmehl wählen, ich nehme meist Vollkorn, es schmeckt einfach besser. Für die Lowcarbfreunde gibt es die Möglichkeit, sich den Burger in Salat einwickeln zu lassen. Aber wer macht denn sowas? Meine Freundinnen machen sowas und mir umgehend ein schlechtes Gewissen.
Früher musste man an der Kasse bestellen, das hat sich geändert, mittlerweile kommt die Bedienung einen Tisch, das entspannt das ganze Lokal wesentlich. Nachtrag: dieses Statement gilt nur am Abend. Tagsüber, wenn am Mittag die Banker jeden Burger mit Kreditkarte zahlen, wird die Umstellung auf das neue System langwierig und nervig. Es gibt in Frankfurt zwei Filialen der “Kuh, die lacht”. Ich mag beide gerne, sie haben ein schönes, gemütliches Ambiente, aber öfter gehe ich ins Lokal am Willy Brandt Platz, weil es einfach näher an meiner Arbeit liegt.
20131101-104737.jpgWer die Preise beim Mac und Burgerking gewohnt ist, hat bei der lachenden Kuh nichts zu lachen; Wirklich günstig ist es nicht, aber der Qualität, die dort serviert wird, angemessen. Jeden Monat gibt es Specials, die ich besonders gerne esse. Ansonsten mag ich den klassischen Cheeseburger, mit Ruccolasalat statt dem normalen Eisberg. Und immer mit dabei: die selbstgemachte Limonade mit Minze. Herrlich sauer. Auch Vegetarier und Veganer werden happy, es gibt einige Burgervarianten mit Falafel oder Tofu.

Ich bedaure, dass es keine Süßkartoffel-Pommes gibt, die hab ich erst neulich im Luna Burger (auch sehr, sehr gut) für mich entdeckt, die sind wirklich ungeschlagen großartig. Ansonsten sind die ganz gewöhnlichen Pommes in der “Kuh” o. k.. Mir persönlich ein bisschen zu dick geschnitten, aber ich weiß, es gibt viele Leute, die es genauso mögen.

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Bollywood in der Küche

Bollywood-Hindi-movie-still-ft.-Rani-Mukherjee-01Meine Schwägerin Susanne und ich teilen ein schmutziges Geheimnis. Wir beide kucken gerne Bollywood Filme. Und zwar die richtig schlimmen mit Gesang, Tanz, Kitsch und allem Pipapo was dazugehört. Wir bekommen jedes Mal Lust, mitzuhüpfen.
Und die Filme machen Lust auf indisches Essen. Aber ich hab sowieso fast immer Lust auf indisches Essen. Es ist größtartig würzig, scharf, sahnig. die Saucen sind dick vor Nüssen und Gewürzen. Einfach alle Geschmacksrichtungen vereint in einer wunderbaren Komposition – wenn es gut gemacht ist. Bislang ist mein Lieblings-Inder, das Safran in München, noch ungeschlagen. ich habe einige sehr leckere indische Gerichte in Frankfurt gegessen. Aber nie ganz so gut wie das Safran. Es gibt noch einen Geheimtipp in Offenbach, den werde ich demnächst besuchen und berichten.
BollywoodWenn es etwas nicht gibt, muss man es eben selber machen. Zum Glück hat mir mein guter Freund Josef, (den ich jetzt auch dieser Stelle herzlich grüßen möchte) ein wunderbares Geschenk zum Geburtstag gemacht (zusammen mit seiner Gattin Bernadette) und zwar das Bollywood Kochbuch. Jawohl, zwei Sünden auf einmal. Aufgemacht ist es so bunt wie ein Bollywoodfilm in rosa-orange mit vielen Bildern aus Bollywoodfilmen.
Das Buch enthält die Lieblingsrezepte der Bollywood Stars wie Shahrukh oder Aschwari Rai. Alle Rezepte sind relativ leicht nachzukochen, wenn man die Zutaten erst mal daheim hat. Das kann bei den Gewürzen eine Menge sein.

Interessant ist das Buch auch deswegen, weil viele Rezepte der “Hausmannskost” beschrieben werden, die sich normalerweise nicht auf den Speisekarten der üblichen Restaurants finden lassen. Geräuchertes Dal, gebackene Auberginen – spannende Rezepte. Und dass man Ente und Fleischklößchen als Beilage zu einem Lamm-Linsengericht namens Dhansak Dal serviert, ist für mich auch neu gewesen.
Zusätzlich erklärt das Kochbuch die typischen Straßen-Imbisse, die auf den Straßen von Mumbai zu kaufen gibt. Ich weiß nicht, ob ich je den Mut hätte, ein Rühreigericht oder Kartoffelpfannkuchen an einem Strassenstand von Mumbai auszuprobieren, aber für zuhause sind es schnelle und leichte Abendessen. Garniert ist das Buch mit vielen Bildern und Informationen rund um die Stars und den indischen Film. So verrät zum Beispiel Shahrukh Khan sein Lieblingslokal, das Masala Bay im Lands End Mumbai. Ich wusste gar nicht, dass der Übersuperstar Indiens normal in einem Lokal essen kann… für jeden Fan der Bollywood Filme ein echtes Muss.

Wer noch Tipps in München, Düsseldorf, Köln oder Frankfurt für gute indische Lokale hat, bitte immer her damit!

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Schnell was Gutes – dann zu PazzaPazza

Klein, aber cool: das PazzaPazza

Klein, aber cool: das PazzaPazza

Ich mag meine Pizza dünn, knusprig, nicht mit Belag überladen. Das vorneweg. Weil es ja so wahnsinnig hilfreich ist, in Kritiken zu sagen “die Pizza ist voll super da” ohne zu erklären, dass man auf die Version von Pizza Hut steht (das passiert bei mir ziemlich genau ein, zwei Mal im  Jahr bei akuten Fressattacken).

Im PazzaPazza ist die Pizza voll super. :) Weil sie dünn, knusprig und nicht mit Belag überladen ist. Ich empfehle allerdings, sich eine ganze frische Pizza zu bestellen, anstatt sich eins der fertigen Stücke aufwärmen zu lassen. 20131017-122123.jpgFrisch aus dem Ofen ist sie noch um ein, zwei Klassen besser. Beides geht relativ schnell, der Laden ist ideal, wenn man einfach nur Hunger auf Pizza hat. Ein paar Plätzchen zum Sitzen gibt es auch, passt also für die Mittagspause. Im Sommer kann man auf den Bänken draußen vor der Tür das Treiben an der Kreuzung Münchnerstrasse/Moselstrasse beobachten – da gibt es immer viel zu sehen. Versprochen.

Meine Frage: Wo gibt es eurer Meinung nach die beste Pizza in Frankfurt? Wo in München?

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Kantonesisch Kochen kommt von Können. Petit Lam Freres kann’s

Das Interieur des Petit Lam Freres ist hübsch und modern. Foto: Lam Freres

Das Interieur des Petit Lam Freres ist hübsch und modern. Foto: Lam Freres

Ich habe es mir immer gewünscht: ein kantonesisches Restaurant, dass mir nicht die gleiche Taiwan-Plirre serviert wie ca 55.000 andere Chinesen in Deutschland. Und, wo isses? Im Bahnhofsviertel natürlich! In der Neueröffnung Petit Lam Freres gibt es das, was ich schon so wahnsinnig lange vermisst habe: all die gedämpften und gebratenen Köstlichkeiten, von denen ich oft gelesen hatte, aber selten zu essen bekommen hatte, denn Hongkong und die Londoner oder New Yorker Chinatown sind weit. Jetzt gibt es sie ums Eck. Hurra! Ich muss gestehen, ich könnte mich reinlegen in Köstlichkeiten wie Siu Mai, Teigtaschen mit Schweinefleischfüllung oder Har Kau mit Krabben, saftig gedämpft . Die Sauce kann sich jeder selbst anmischen mit chinesischem Essig, Sojasauce und Siracha. Wunderbar. Oder die fluffigen Buns – das sind weiche, gedämpfte Hefeknödel mit einer Füllung aus Garnelen und kleingehacktem Schweinefleisch – so genial. Wenn man das mit einer Wonton-Nudel-Suppe ergänzt, fühle ich mich mitten in Hongkong. Das Essen macht mich regelrecht glücklich. Ich mag ja eh alles, was in Teighüllen daherkommt.petit5

Und jetzt auch mal was Positives über das Ambiente: Das ist allerliebst und gar nicht schmucklos, so wie sonst die Asiaten im Bahnhofsviertel daherkommen. Im Petit Lam Freres ist alles liebevoll hergerichtet und dekoriert. Sehr geschmackvoll. Obwohl der Laden erst seit kurzem auf hat und auch nicht in der allerbesten Ecke liegt (Weserstrasse Ecke Taunusstrasse), ist er mittags schon gut besucht. auch viele Chinesen kommen, das ist ein gutes Zeichen. Abends war ich noch nicht da, will aber unbedingt mit einem ganz besonderen Menschen dort hin. ;)

Ich möchte das Petit Lam Freres jedem und jeder ans Herz legen, der gerne mal die ausgetretenen Pfade des “Schwein süß-sauer Nummer 43 mit Bratreis” verlassen will und sich auf eine neue Spezialitätenküche aus dem Küchenkontinent China einlassen möchte. (derzeit sind Testwochen mittags – nicht verpassen!) Die Besitzer sind übrigens megafreundlich und erklären die für viele noch unbekannte Küche!

Das ist die Abendkarte, die wird aber noch übersetzt - keine Bange!

Das ist die Abendkarte, die wird aber noch übersetzt – keine Bange!

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Burrito to go, Mexiko! – Das Yumas am Baseler Platz

Yumas

Der lachende Maya an der grünen Wand ist das Symbol des Yumas

Mexikanisch ist irgendwie keine Küche, die je so richtig Fuß gefasst hat in Deutschland. Anfang der 90er war TexMex mal hip, aber außer überbackenen Nachos ist von dem Trend wenig geblieben. Und authentische mexikanische Küche kann man eh mit der Lupe suchen. Das hat sich ein wenig gebessert: es gibt zwei Läden in München, La Taqueria Milagros (großartiges Essen) und das Taco Libre, (mein Tipp für Essen am Hauptbahnhof)  die sehr ordentliche Burritos servieren.

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Jeder Gast kann selbst bestimmen, was und wieviel auf seinen Burrito soll

Jetzt hat auch Frankfurt zwei Taquerias, die Burritos, Quesadillas und Tacos servieren: das Yumas und das Chipotle, beide in Gehnähe des Frankfurter Hauptbahnhofes. Heute werde ich die etwas ältere, das Yumas am Baseler Platz kurz vorstellen. Gleich vorweg: Ich esse die Burritos immer als Burrito-Bowl, also ohne den Teiglappen drumrum, als warmer Salat, weil das bei mir sonst immer zu einer Riesensauerei führt.

Irgendwie braucht jemand für die saftigen Ungetüme eien größeren Mund, als ich ihn habe.  Aber ich frag mich ja auch immer, wer eigentlich einen Tipple-Whopper verzehren kann…Die Burritos werden üppigst belegt: mit mariniertem Fleisch, verschiedenen Bohnensorten, Tomatensalsa scharf oder mild, Maissalsa, Koriander, Reis, Käse, Salat  – was drauf soll, kann sich der Gast selbst bestimmen. Das Ergebnis ist yummi: würzig, ein tolles Zusammenspiel unterschiedlicher Nuancen. Und es ist gesund, alle Zutaten sind bio. Das Yumas ist super für die Mittagspause geeignet, er ist kein, aber gemütlich mit grünen Wänden und hellem Holz, fern von allem Mexikokitsch. Der Laden hat nur bis 14.30 Uhr geöffnet.

Aber seit neuestem kann man sich die Gerichte auch liefern lassen, das geht dann bis 21 Uhr!

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Moseleck mon Amour

“Memories of Heidelberg sind Memories of you”, dieser schöne Schlager in einer beliebten Frühform des Denglischen erinnert an einen der lustigsten Abende, die ich je hatte. Ich sass mit Freunden, einem Künstlerpaar aus dem Bahnhofsviertel, diversen anderen Zeichnern, Lyrikern etc mal wieder in einem unserer Stammlokale, dem Moseleck. Eine Dame, die Haare in lebhaftem Schwarz, hatte Geld für viele Schlager  in die Jukebox geworfen und nutzte die Lieder für einen Karaokeauftritt, wobei die Dame fast jeden Mann im Raum zu einem Tänzchen aufforderte. Die meisten kamen schwankend der Forderung nach. Das Moseleck ist wie eine gute Party, man weiß nie, was passiert von 6 Uhr morgens bis 4 Uhr nachts.

Wir sitzen gerne vor oder im Moseleck. Das tun wir schon, bevor es ironisch cool geworden ist, Milieukneipen zu vereinnahmen und sich dort mutig und echt independent underground zu fühlen. Das machen auch im Moseleck immer mal wieder Leute, die von der Bergerstraße oder dem Westend runterkommen ins Bahnhofsviertel, um mal “was Authentisches zu erleben”. Aber meist bleiben die nicht lange in der Kneipe, in der das Rauchen noch erlaubt ist, sondern ziehen weiter ins Plank oder “Walon und Rosetti”, um dort besoffen auf der Strasse mit Bierflaschen zu werfen, was man sich im eigenen Viertel nicht trauen würde. Im Bahnhofsviertel glauben sie, das gehört dazu. Um hier mal aufzuklären: nein, tut es nicht.

Das Moseleck gibt es seit 113 Jahren, um 1900 wurde die Wirtschaft gegründet, fast so lange gibt es auch die Bäckerei Heidinger schon. Mehr Tradition geht nicht. Deswegen finden sich im Moseleck die Einheimischen wieder, am Samstag kommen die Fans der Eintracht, um auf der Großleinwand die Spiele zu verfolgen und nachher gemeinsam auf Sieg oder Niederlage anzustoßen. Andere Gäste spielen Dart, an der Theke ein buntes Gemisch aus Künstlern, aus Milieu und Bankern. Die Mischung kann durchaus explosiv werden. Manchmal wird es brenzlig, wenn etwa sich ein schwerer angetrunkenes Mitglied eines Rockerclubs in Gesprächsrunden einbricht, aber am Ende erzählt dann auch so ein Typ Anekdoten aus seinem Familienleben und seiner Zeit bei der Fremdenlegion – wenn man ihn respektiert und freundlich bleibt. Was mich so fasziniert, sind die Menschen, die man dort trifft und ihre Geschichten. Wer vorurteilsfrei reingeht, wird mit wirklich spannenden, tiefen Gesprächen belohnt. Im Tatort Frankfurt wurde die Kneipe zum Treff des übriggebliebenen Gesindels, dass auch um vier Uhr nachts noch einen Doppelkorn reinstellt, was sie nicht ist.

Das Moseleck ist 113 Jahre alt

Von sechs Uhr morgens bis 4 Uhr früh hat die Kneipe geöffnet

Zumindest nicht nur.

Es ist der Gegenentwurf zu den schicken gentrifizierten Kneipen, die jetzt im Bahnhofsviertel wie Pilze aus dem Boden schiessen, bevölkert von Hippstern in Schlumpfmützen, die dort teures Bier aus Flaschen trinken. Das kann niemand wollen, dass bald jedes Viertel aussieht wie das Nordend, wo sich Biobürgerbude an Biobäcker und Bioveganer reiht. Doch die Chancen stehen schlecht, es wird auf Altmieter komm raus luxussaniert, die Mieten an der Münchnerstrasse oder den Flussstrassen schiessen in ungeahnte Höhen. Ein grosser Äppler auf das Moseleck, solange es noch existiert.

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Puris, Dhosas, Vada – südindisch für Vegetarier

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Vorspeise mit Vada (der Doghnut im Vordergrund aus Linsenmehl)

Es gibt Restaurants, die sehen wirklich nicht wie Kettenläden aus, sind es aber doch – wie jetzt das erste und einzige Saravanaa Bhavan in Deutschland, direkt beim Hauptbahnhof in der Kaiserstrasse. Bis diesen Sommer war in dem Restaurant der Milieutreffpunkt “Acapulco” untergebracht, wo sich alle Schichten friedlich zu ganz ausgezeichneten Spaghetti Arrabiata trafen. Das Acapulco ist Geschichte, die bulgarischen Gunstgewerblerinnen, die Zuhälter, Hehler, Touristen und Künstler des Bahnhofsviertels mußten sich eine andere Bleibe suchen (es wird noch gefahndet nach einem stilvollen Treff)  und jetzt hat in den historienreichen Räumen klammheimlich ein Geheimtipp aller Veganer und Vegetarier eröffnet. Ein südindisches Lokal, eben das Saravanaa Bhavan. Dass sich ein Stück Fleisch hinter den geheimnisvollen Namen auf der Karte verbirgt, braucht im Saravanaa niemand fürchten. Ich umschlich das Lokal immer, studierte die Karte, aber viele der Gerichtenamen sagten mir nichts und ich bin ja ein bißchen heikel (ich hasse zum Beispiel Blumenkohl). Um so erfreuter war ich, als eins meiner liebsten befreundeten Paare (danke an Jürgen Eichholz für die Fotos) das Lokal entdeckt hatte und auch unbedingt hin wollte – die Gelegenheit wurde genutzt.

Der südindische Thaliteller

Der südindische Thaliteller

Offensichtlich gibt es bei originalen Asiaten nur die Wahl zwischen gutem Essen und hübschem Ambiente, beides gleichzeitig ist nicht. Vom Ambiente her hat das Lokal wenig zu bieten. Traumhafter Brathendlbudencharme in 70er Optik, das Essen auf Blechtabletts. Na gut, die Blechtabletts sind original indisch, das wird da auch so serviert, und das Essen ist ebenso authentisch wie das schicke Servierarrangement. Dafür schmeckt es umso besser.

Das Saravanaa ist den Besuch wert und ich werde oft wiederkommen, um mich durch die komplette Karte zu testen. (Findet auch das Genussmagazin) Es gibt ganz andere Dinge als bei den sonstigen indischen Lokalen, die meist von Nornindern oder Pakistanis betrieben werden. Die Saucen sind dünner, weniger fettig, es fehlt auch der Geschmack von Knoblauch und KarIMG_4242damom. Aber dafür warten neue Geschmackswelten darauf, entdeckt zu werden. Vorsicht: Scharf sollte man mögen, sonst sieht man schnell alt aus. Und jede Art Hülsenfrüchte: Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Erbsen. Und interessante Brotsorten wie Puri (frittiert), Bathura (fittierter), Roti, Dhosa oder Chapatti. Die Nocarb-Fraktion weint leise.
Besonders genial sind die Vorspeisenteller mit Saucen in grün (irgendwas mit Koriander), weiß (irgendwas mit Kokosnuss) und diversen anderen Saucen, die sich unserer genauen Identifizierung verwehrten. Egal. Einfach rein, probieren, schiefliegen geht nicht. Viel Spaß dabei – und wer immer eine Begleitug sucht, das Lokal mal auszutesten, ich bin dabei. Denn günstig isses auch noch.

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Schweinedickdarm und Topfkleber: Pak Choi serviert nordchinesische Küche

Wer sich ein bißchen mit chinesischer Küche auseinander setzt, lernt die spannendsten Dinge. Nicht nur, dass in diesem Land alles gegessen wird “was Beine hat und kein Möbel ist” (was Quatsch ist, die essen auch Sachen ohne Beine, wie Seidenraupen), sondern auch, dass Essen so viel mehr zu bieten hat. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Mundgefühl. Das hat bei den Lebensmittelchemikern hierzulande einen großen Stellenwert, aber der Rest weiß wenig davon. Dass es süchtig macht, wenn Chips richtig knuspern, dass ein Gericht dann toll ist, wenn es Kontraste kombiniert wie weich und knusprig, süß und salzig…das wissen wir maximal unbewußt, aber planen nicht unsere Gerichte drumherum. Das ist in China anders. Da werden Hühnerfleisch oder Garnelen durch besondere Techniken besonders saftig und “bouncy” gemacht. Oder da wird Chilli mit Sechuan-Pfeffer gemixt, um eine bestimmte Geschmacksnote zu erhalten. Dieser Geschmack “Mala” genannt, ist auch verbunden mit einem leicht betäubten Gefühl im Mund, das als erstrebenswert gilt. Es gibt hier in Deutschland immer wieder Gäste, die sich darüber beschweren, aber das gehört so, das ist keine Lebensmittelvergiftung!

Wer diese Küche ausprobieren muss, der muss entweder weit reisen, in die Chinatowns der Welt oder gleich ganz ins Reich der Mitte. Oder man ist so glücklich dran wie ich, mitten in Frankfurt zu leben. Dort existieren im Bahnhofsviertel  richtig authentische Restaurants. Eins davon ist das Pak Choi in der Elbestrasse. Immer gut voll mit Asiaten, also weiß man, da kann man essen. (Die spartanische Webseite sagt leider wenig aus). Das Restaurant bietet nordchinesische und Sechzuan-Küche. Wegen dem Ambiente braucht man nicht zu kommen, für romantische Dinner ist es nix.

Die Karte des Pak Shoi ist bebildert, was echt praktisch ist, weil man allzu extreme Sachen vermeiden kann. Ich gebe zu, ich bin eine feige Sau, ich probiere sowas wie Schweinedickdarm oder Schweineohren nicht, freu mich aber, wenn diese Dinge auf der Karte stehen. Ich hab mich als erstes Gericht für ein Gung-Pao-Chicken entschieden, ein Klassiker. Ich muss sagen, es war extrem lecker, wenn auch zu wenig scharf und der sublime Geschmack des chinesischen Essigs hat gefehlt. Aber vielleicht serviert man Deutschen automatisch immer eine entschärfte Version. Mein Begleiter hatte gegartes Huhn, die Sauce war traumhaft, ein toller Geschmack nach Sternanis. Aber es ist nicht ganz einfach, Huhn mit Knochen mit Stäbchen zu essen…Und weil wir am Nachbartisch dampfende Jao Zhi (chinesische Ravioli, übersetzt heißen die “Topfkleber”) gesehen haben, haben wir die auch bestellt. Auf der Karte standen sie nämlich nicht. Aber die werden jetzt immer bestellt, ich bin total süchtig danach.

Als Nachtisch bekommt als “Gruß aus der Küche” wirklich frische, saftige und perfekt reife Wassermelone serviert. Eine nette Geste, die das Essen zu einem guten Abschluss bringt.

Fazit: Absolut empfehlenswert!

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Pampe und der Veggie-Day

Beim Inder gibt es viele vegetarische Spezialitäten

Beim Inder gibt es viele vegetarische Spezialitäten

Was war das für ein Aufschrei (ja, ich weiß, der Tag ist populistischer Scheiß der Bild) – ein Tag ohne Fleisch! Zwangsweise! Am Anfang fand ich das lächerlich, weil es für mich nullkomma keine Zumutung darstellt, auch mal vegetarisch zu essen. Ich bin zwar Omnivore, ernähre mich aber meist von Gemüse. Und dann hab ich weitergedacht: denn das, was meistens als vegetarisches Essen angeboten wird in normalen Gaststätten oder eben in Kantinen ist mehr dazu angetan, jeden Vegetarier zum Fleischkonsum zu bewegen. Gruselige Pampfe undefinierbarer Gemüse, gräulich zerkocht. Fetttriefende Käsespätzle oder Ei mit Spinat als einzige “vegetarische” Alternative, fade Salate,  – nein, das regt nicht die Lust auf Gemüse an. Bäh.

Gemüse ist für die meisten noch immer einfallslose Beilage, gekocht im Wasser und mit einem Stich Butter angerichtet. Und nicht das was ich kenne und koche: eine schier unendliche Menge an wunderbaren Gemüsegerichten. Als Gratin, gebraten in der Pfanne, mit wunderbar würzigen Saucen, im Ofen gegarter grüner Spargel mit Kirschtomaten und Basilikum, panierte Portobello-Pilze, mit Quinoa, mit Couscous, mit Reis, mit Nudeln, in Tortellini gefüllt oder als Lasagne. Als indisches Linsencurry oder kurdische Suppe. Oder das Gemüse als Vorspeise in Kräutern mariniert, mit kleinen Stückchen Räuchertofu, die den Speck ersetzen können – ich schwöre, bei dieser Küche würde niemand auch nur einmal am Veggie-Tag sauer sein.

Ich würde mir von den Fleischessern mehr Neugier wünschen und von den Köchen mehr Kreativität – dann wird das auch was mit dem weniger Fleisch essen.

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