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Shoppingspaziergang durch Tel Aviv

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Ich wandere durch die Strassen des Textilviertels (DIY-Mekka) und gehe Richtung des Suzanne Dellal Centers. In den Strassen rundum sind wunderbare kleine Shops – schicke Kleider, süße Boutiquen. Ich schmeiß einfach mal ein paar Bilder rein – das Einkaufserlebnis kann man eh so schlecht nachempfinden – hier ein kleiner Bummel durchs Neve Tsedek Viertel. Ich denke, ihr kriegt ein Gefühl dafür. classic-recipes-for-modern-people-9781616288129_lgIn einem Buchladen sehe ich ein Kochbuch auf Englisch, das mich sofort anspricht “Classic recipes for modern people” der amerikanisch-jüdischen Köche Eli und Max Sussmann, das ich mir auch gleich kaufe. Super Kochbuch, aus dem einige meiner neueren Standards (Maisbrot mit Käse und Brisket gefüllt) stammen.  Das Buch werd ich vielleicht mal gesondert besprechen.

Ich bedaure, schon wieder aufbrechen zu müssen, auch wenn ich mich auf die weiteren Stationen der Rundreise freue. Nach Tel Aviv geht es an der Küste entlang Richtung Norden, nach Galiläa. Die nächste Station, ist ein kurzer Aufenthalt in Cäsarea, der alten Stadt von Herodes dem Großen. Da gibt es aber noch ein gesondertes Kapitel dazu.

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Touren durch Tel Aviv

Wer Tel Aviv kennenlernen will, fängt am besten am Strand an. Hotels wie das Herods, in dem wir wohnen durften, sind eine super Ausgangsbasis. Von da ist man sofort am Strand, kann schwimmen gehen oder in einer der zahlreichen Strandbars herumlungern. Oder unternimmt einen Spaziergang entlang des modernen Hafenboulevards, der bei den Hotels wie zB. dem Herods beginnt und wo sich Cafes an Cafes reihen, Foodcourts und Boutiquen zum Shoppen einladen.  Ich bedaure, in einer Reisegruppe mit engem Zeitplan unterwegs zu sein – aber im Oktober will ich zurück…
In der entgegengesetzten Richtung muss man erstmal 10 Minuten mit dem Taxi fahren, um ins Shoppingvietel rund um das Suzanne Dellal Center, einer Tanzschule, zu gelangen, an den Rothschild-Boulevard oder zum Carmelmarkt. Noch ein Stück weiter ist der alte Hafen von Jaffa. Wer sich an den Film “Kampf der Titanen” erinnert, mit dem Meeresungeheuer, das die Prinzessin fressen will – die Sage hat genau hier gespielt. Die Steine vor der Küste sind noch die Reste des Titanen, den Perseus dank Medusa-Kopf in Stein verwandelt hat. Aber gefressene Prinzessinen interessieren heute nicht mehr, eher “Was gibt es zu essen?”

1591Jaffa war einst arabische Enklave, das hat sich geändert. Mittlerweile ist die Nachbarschaft gemischt, jüdisch und arabisch. Sehr viele junge Leute suchen hier eine Wohnung, aber die Gegend ist nicht gerade billig. Vermutlich, weil die tollen Läden, die Beachfront und der samstägliche Flohmarkt echte Attraktionen sind. Die mittelalterliche Altstadt mit engen Gäßchen und Treppchen etc ist liebevoll restauriert und lädt zum Bummeln ein. Viele Künstler haben ihre Stände rund um den zentralen Brunnen aufgebaut. Es ist zugegebenermassen touristisch, aber trotzdem wunderhübsch. Wir sind am Abend dort langspaziert, es war noch ein wenig kühl. Aber wir sassen trotzdem draußen und genossen die Küche in einem kleinen Fischlokal. Hübsche Kellner (wie überall)

An nächsten Abend waren wir in einem Lokal, das mir besonders Freude gemacht hat:

1725Eine Baba Yaga ist eine russische Hexe. Diese Hexe gibt einem sehr tolles Restaurant in Tel Aviv ihren Namen. Und nicht nur das: die Bäume des Garten, die Speisekarte etc, alles ist (dezent) mit kleinen Hexen verziert. Das Restaurant war nicht weit von unserem Hotel entfernt. Und wir konnten die gesamte Palette klassischer jüdischer Spezialitäten geniessen, die es in den Steteln des Ostens gab.

Natürlich Gefielte Fisch, eingesalzener Hering, Hähnchenleberpastete, Bortscht, Solyanka, Ente in Pflaumensauce, Gänsebraten…für mich ein Traum, denn viele Gerichte kannte ich aus der Küche meiner polnischen Großmutter. Für alle, die es nicht ganz so rustikal mögen, gibt es auch viele Seefoodspezialitäten, italienische Pasta und Salate. Für mich ist das Baba Yaga ein perfekter Vertreter für die die reiche kulinarische Szene in Tel Aviv, in der sich Tradition mit neuen Einflüssen mischt und alles in wunderbaren Lokalen zusammenkommt. Wer Lust auf wirklich jüdisches Essen hat, ist hier an der absolut richtigen Adresse.

Märkte sind immer ein zweischneidiges Schwert im Urlaub, einerseits toll zum Ansehen, aber so richtig einkaufen kann ich nicht, denn wo soll ich die Sachen zubereiten? Auf dem Hotelzimmer über einem Gaskocher ist keine Lösung. Egal. 1686 - KopieDer Carmel-Markt im Herzen Tel Avivs ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Unbedingt die Dim Sum in der Marktmitte probieren. Es gibt viel Frittirtes, Falafel, Teigkringel oder ein Hefegebäck, das an Krapfen erinnert, aber pikant mit Lammhack gefüllt ist. Extrem süßes Halwa, gepresste Blöcke aus Zucker und Sesam, gibt es in Varianten von Pistazien (traditionell) bis zu Smarties (nicht traditionell), Obst und Gemüse in jeder Variante. Viele Gemüse sind in Israel angebaut und wunderbar frisch. Baklava ist lecker,  mir aber immer zu süß. In einer Parallelstrasse des Marketes gibt es jede Menge Coffeshops und Healthfoodstores. Ich bestelle mir einen Cold Brew, die neuen Kaffeetrends sind also auch schon nach Israel gedrungen. Um mich rum alles voller Hipster und  ich fühle mich wohl. Am Nachbartischchen lerne ich eine junge Mutter mit ihrer Kleinen kennen, die Kleine übt gerade erste Schritte und ist gut gelaunt und das ganze Viertel scheint sie zu kennen, jeder grüßt und bleibt für einen Ratsch. Ich beschließe, jetzt doch Hebräisch zu lernen (noch nicht umgesetzt) :)

 

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Herzensheimat Tel Aviv

Ich bin euch was schuldig – ich habe ja im Mai einer Rundreise durch Israel machen dürfen.Doch zum einen war es derart viel Material, das ich das Gefühl hatte, dem nicht gerecht zu werden. Zum anderen überschlugen sich, wie so oft, die Ereignisse in meinem Leben. Jobwechsel, Chaos allerorten. Da brauchte ich erstmal ein bißchen Zeit, mich zu sortieren. Aber jetzt ist alles soweit wieder auf Spur – soweit das bei mir eben möglich ist. Und es ist auch die richtige Zeit, um im Herbst eine Reise in dieses wunderbare Land zu buchen. Ich möchte es euch ans Herz legen. Ich weiß, für Deutsche ist es keine einfache Reise. Aber wer sie macht, wird mit Vielem belohnt, unter anderem auch mit dem Abbau von Vorurteilen und vielen Begegnungen mit einigen der tollsten Menschen dieser Erde. Verpaßt das nicht.

1616Jedesmal, wenn ich in Israel – und vor allem in Tel Aviv – bin, geht mir das Herz auf. Es ist mehr als ein touristisches Gefühl, mehr als dieses, hey, die haben hier alles, was es braucht, Strand, warmes Meer, tolles Nachleben, super Einkaufstrassen, exzellentes Essen…es ist ein Gefühl von Freiheit. Einer Freiheit, die hart erkämpft wurde und die immer noch nicht selbstverständlich ist, bedroht von innen und außen. Tel Aviv, das ist eine Enklave der freien Welt im nahen Osten, umgeben von Krieg und Terror, von religiösem Fanatismus und belastet von einem schweren Erbe. Und gerade deswegen ist Tel Aviv eine der tollsten Städte dieser Erde. Mit den offensten und nettesten Menschen, die man sich nur vorstellen kann.

1708Ich weiß, viele Deutsche haben Muffe, nach Israel zu fahren, zu drückend wirkt die Vergangenheit. Aber ich kann versichern, wer selber ein offener Kopf ist und frei von Vorurteilen, wer bereit ist, auf Menschen zuzugehen, der hat in Tel Aviv die Zeit seines Lebens. Nicht umsonst versammelt sich dort eine wilde Mischung aus Nachtlebens- und Modeszene, aus Gays und Geeks, die etwas außerhalb von Tel Aviv das Silicon Valley des nahen Ostens errichten. Tel Aviv, das ist Berlin mit warmem Wetter, mit Meer und viel mehr Freundlichkeit  als in Deutschland.

Tel Aviv ist relativ neu. Auch wenn die Basis der Stadt die uralte Hafenstaft Jaffa ist. In den 30er Jahren entstand rund um den alten Hafen das neue Tel Aviv, viele Häuser errichtet im Bauhaus-Stil. Wenn man den Rothschild-Bouleverd entlangmarschiert, läßt sich diese Periode der Geschichte gut nachverfolgen. Tel Aviv sollte etwas Neues werden, frei von den alten Traditionen, das Herz des modernen Israel. Und das ist es auch. Tel Aviv hält sich tapfer gegen die Versuche der Orthodoxen, wie Jerusalem ein Zentrum der Gläubigkeit zu werden. Tel Aviv ist modern, offen und tolerant – und das soll es bleiben. Vielen ist das ein Dorn im Auge. Ich finde es wunderbar. Bemerkenswert sind die vielen Graffittos überall in der Stadt, kunstvoll statt Schmirage verzieren sie die Wände.

Tel Aviv  ist eine grüne Stadt, mit vielen Bäumen, die Schatten über den Cafes auf den Boulevards spenden, mit Höfen, in den kleine Springbrunnen sprudeln, überall laden Bänke zum Verweilen ein. Es ist eine junge, lässige Stadt, der Dresscode ist locker und stylish zugleich. Wenn Israels Mode ein Herz hat, dann sitzt es in Tel Aviv. Am Strand spielen wunderschöne Menschen miteinander Frisbee, paddeln auf Standup Boards im Meer oder holen sich einen Kaffee an einer Strandbar. Geht nicht besser. In den kommenden Kapiteln gebe ich einige Tipps für erste Touren. Aber so richtig entdecken müßt ihr eurer eigenes Tel Aviv. Ich kann versprechen, es lohnt sich.

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Auf einen Kaffee mit Katze

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In Japan sind die Wohnungen oft zu klein, um Haustiere zu halten, die größer als ein Hamster sind. Was aber, wenn jemand Katzen liebt? Und wer liebt keine Katzen? Auch in Japan. Dort sind Katzen “kawaii” – niedlich. Alle lieben sie. Und die Japaner sitzen gern gemeinsam in Cafés. Und deswegen kamen clevere Geschäftsleute auf die Idee, Café und Katzen zu kombinieren. Katzencafes. Dort kann man – wenig tierfreundlich – eine Katze bestellen, die dann dem Kunden zur Verfügung zu stehen hat, ob sie nun gestreichelt werden will oder nicht. Keine Ahnung, wie die Japaner das machen. Vielleicht geben sie den Katzen Beruhigungsmittel, ich kenne nur Katzen, die einem was “erzählen” würden, wenn man sie zu einer Wohltat zwingt.

IMG_1957Hier in Deutschland machen Katzencafes Schule. Allerdings in der Katzen-freundlichen Variante, bei der die Katzen nicht gezwungen sind, sondern freiwillig kommen. Oder auch nicht. Hochheben auf den Schoss etc darf man auf alle Fälle nicht – das finde ich gut. Ich war jetzt als großer Katzenfan im Cafe Schnurrke in Köln, einem der ersten Katzencafes in Deutschland. Es war wirklich , wirklich nett und hat mir viel Freude bereitet. Meine Freunde haben sich zwar kaputtgelacht, dass ich auf allen Vieren mit den Katzen im Cafe gespielt habe, aber das machen dort alle. Naja fast.

IMG_1960Das Cafe hat einen leicht asiatischen Einschlag, es ist japanisch karg, aber gemütlich eingerichtet, die paar Plüschsessel werden von den Katzen liebevoll “nachgestylt” und bearbeitet. Stört hier niemanden. Das Essensangebot ist klein, aber fein. Und – katzenfreundlich  – vegetarisch. Belegte, gegrillte Sandwiches, Kuchen wie Zitronentarte, Karottenkuchen, Schokoladentorte. Alles hervorragend. Am Wochenende kann man für 7,90 euro ein kleines Frühstück ordern. Da würde ich mir ein wenig mehr Auswahl wünschen. Vegetarische Aufstriche, mehr Brotsorten, Eiervarianten … sowas halt. Ich mag nämlich keinen Käse – und nur davon gibt es reichlich. Ich werde das nächste Mal eben ein Stück Kuchen nehmen.

IMG_1953Die Katzen, vier an der Zahl, kamen zwar ihren Gastgeberpflichten nach, aber gaben nur kurze Gastspiele – es war einer der ersten sonnigen Tage und sie saßen lieber in ihrem Freigehege im Hof in der Sonne. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Denn damit die Katzen ihre Ruhe haben, gibt es einen Extraraum und auch einen Innenhof, zu dem die Gäste keinen Zutritt haben. Aber sie kamen gnädig immer mal wieder vorbei und liessen mit sich spielen. An den Wänden hängt jede Menge Katzenspielzeug, das (sehr nette) Personal gibt Tipps, was die Katzen mögen “zusammengeknüllte Papierbällchen herumschnipsen” und so hat man viel Spaß bei der Interaktion.

Das Schnurrke liegt in Gehnähe des Kölnerhauptbahnhofs in der Ritterstrasse 27 im Eigelsteinviertel. Geöffnet ist es Dienstag bis Sonntag von 11-19 Uhr, Tel 0221-84 61 79 80

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Warum ich keine Lust mehr auf McDonald’s habe

20140330-140433.jpgMcDonald’s kämpft derzeit mit einem Kundenschwund. Es gehen immer weniger Menschen dort essen, immer weniger wollen die Burger haben. Mir geht es genauso. Natürlich ist es vermessen, die eigenen Erfahrungen als Pars pro toto zu setzen und als Maß aller Dinge zu sehen. Aber ich hab festgestellt, ein recht guter Trendindikator zu sein, wenn ich was mache, machen das viele. Vorneweg: ich glaube nicht, dass man mit Erweiterung vom Salatsortiment oder mit Grünkohl noch wen hinter dem Ofen vorholt. Man geht einfach nicht zu McDonald’s, um Salat zu essen. “Komm wir gehen zu Mc Donald’s, lecker Salat essen” Kein Mensch, niemals. Zu Mac geht man, wenn man schnell was Warmes braucht, wenn man Bock hat relativ günstig was zu essen, was den Hunger stillt. Es ist bei mir meist auf Reisen so. Aber mittlerweile gibt es in jedem größeren Bahnhof so viel bessere Angebote – da muss ich nicht (mehr) zu McDonald’s.

Ich denke, dass das Angebot an gutem, tollen Fast Food, an Burritos, Wraps, chinesischen Gerichten, an Falafel mit Hoummus, frisch gegrillten Chiabattas, Dim Sum oder Curries etc, so gut geworden ist, dass es immer McDonald’s um Längen schlägt. Sogar auf dessen Homeground…

Denn: Fastfood? Das geht doch viel besser!

Wenn ich Lust auf einen Burger habe, muss ich nicht mehr zu McDonalds. das können andere besser. Wenn schon sündigen, dann ein richtig geiler, hausgemachter Burger, der richtig gut schmeckt, so wie bei Whats Beef oder bei den Beef Brothers. (die Fette Kuh in Köln, die gigantisch sein muss, will ich noch testen) Frisches Fleisch, hausgemachte Saucen, frische, angeröstete Burgersemmeln, originelle Kombos mit Pesto, Ruccola, Mozzarella oder echter Cheddar und viel in Bioqualität etc. – alles aber nicht so übertrieben fettig – außer man will es so. Man hat eben die Wahl. Das hab ich alles bei McDonalds nicht. Auch Versuche Richtung Gourmet sind echte Fettbemmen. Burger mit zwar Simmentaler Rind, aber mit Speck und Mayo und einem fettigen Rösti – 759 Kalorien und es würgt mich beim Drandenken. Der andere Aktionsburger hat zwar bunten Salat drauf, aber doppelt Käse und Käsesauce und Senfsauce – mit 725 Kalorien kaum weniger mächtig. Wer soll das denn essen?

Sonderwünsche? Wie denn?

Ich kann mir den Burger nicht selber zusammenstellen. Und selbst wenn ich könnte, womit denn? Vollkornbrötchen? Fehlanzeige. Alternativen zu den Mayosaucen? Fehlanzeige. Alternative Salate wie Ruccola? Fehlanzeige. Weitere Beläge auf den Fleischpatties wie karamelisierte Zwiebelringe, gegrilltes Gemüse? Fehlanzeige. Truthahnburger? Fehlanzeige. Beilagen? Pommes oder gekringelte Pommes. Oder Salat. Süßkartoffel-Fritten? Bratkartoffeln? Zwiebelringe? Gemüse? Gibt es natürlich auch alles nicht. In Amerika verliert McDonald’s Kunden an die noch billigere Konkurrenz, hierzulande macht es einfach die bessere Konkurrenz.

Und: McDonald’s nervt: ob ich Standdardware bestelle oder einen Sonderwunsch – egal, ich muss warten. Aufreizend langsam schlendern die Thekenkräfte gemächlich zu den Pommes…oh, leer, na dann hängen wir doch ne Schale rein…als ob das nicht der machen könnte, der gerade die letzte Schippe genommen hat. Wer zu Mc Donald’s geht, will schnell bedient werden. Eigentlich sofort. Und dann nicht auf Essen oder Milkshake oder Burger warten. Wobei, wenn ich meine Wünsche mit den Sonderwünschen hätte, ginge es womöglich noch langsamer. Aber ich stelle mir das so vor wie bei Chipotle Grill oder Subway. Basis ist Burger und ich sage, was ich drauf oder drunter kriege. Wäre sehr cool. Und schnell. Oder wie bei Vapiano. Wo ich sehe, was mir gerade zubereitet wird.

Mir fällt echt kein Grund ein, warum ich noch zu Mc Donalds wollen sollte.

 

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Ein Wochenende im Foodie-Himmel

fish+artEin Sandwich mit Sou-Vide in Cidre geschmortem Steak und stundenlang karamelisierten Zwiebeln, handgemachte Gourmet-Marshmallows, Pulled Pork Sandwiches, peruanische Kroketten, libanesische Meze, sizilianische Reisbällchen, senegalesische Küche, Surf’n’nTurf-Burger. Der Kölner Sternekoch Saloum Raphael Doucouré  wird unter “Ralphs BBQ” eigens von ihm für das Festival kreierte Sandwiches anbieten. “Eines davon ist ein veganes Smoked Green Earth Sandwich. Das Highlight von Raph’s BBQ ist das 24h in Dark Beer marinierte und 6h Sous Vide gegarte U.S. Flanksteak auf Landbrot mit Wasabi Creme Fraiche, Gurken-Senf Relish und Whisky Schmorzwiebeln.” Ich denke, dieses Wochenende werde ich 4 Kilo schwerer – denn es ist Street Food Festival in Düsseldorf.

cidre+steakIn letzter Zeit ist die Auswahl an “Fast Food” nachgerade explodiert, noch nie gab es so viele, so exotische Gerichte, die überall in unseren Großstädten angeboten werden. Und die Qualität ist der Hammer, slow food, das ganz fix über die Theke geht, wie genial!! Ich finde es herrlich. Viele der Teilnehmer sind mit ihren Essenständen aus Berlin angereist, ich bin total gespannt auf die Köstlichkeiten von etwa Fräulein Kimchi oder Pan Kowalski. Die Ban Mihs aus Düsseldorf kenn ich schon und auch mit schwedischen Zimtschnecken wird man mich nicht locken können. Wenn, dann maximal exotisch, was ich eben sonst nicht jeden Tag esse…Garantiert werde ich bei Big Hug Barbeque die Spare Rips probieren: Sechs Stunden in Eschen- und Eichenrauch gegarte fleischig zarte Spareribs und selbstgemachte Saucen ausschließlich aus natürlichen Rohprodukten hergestellt. Wer kann dazu schon nein sagen? Ich sicher nicht.

Street Food Festival

Nächstes Event am Samstag, 7. März, 12-22 Uhr & Sonntag, 8. März, 12-20 Uhr

3€ Eintritt
Stahlwerk
Ronsdorfer Str. 134
40233 Düsseldorf

Wen von euch treffe ich da?

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Wieviel Werbelüge ist zuviel?

Die diesjährigen Kandidaten zum Goldenen Windbeutel Foto: Foodwatch

Die diesjährigen Kandidaten zum Goldenen Windbeutel Foto: Foodwatch

Sind fünf Kekse mit einem Fünftel Zucker ein gesundes Frühstück? Glaubt wer, dass eine heiße Tasse Hühnersuppe aus Huhn sorgfältig ausgekocht wird? Brauchen wir mehr Extravitamine? Ist zuckerschwerer Brei ein tolles Essen für Kleinstkinder? Gehören in einen heimischen Apfelsaft Äpfel von sonstwoher? Wenn ich so fragen würde, würden die meisten verneinen. Aber so verkaufen Lebensmittelmultis ihren Quatsch, preisen BelVita-Kekse als Frühstück an, vermutlich für den gestressten Großstadtbewohner, der sich im Vorbeigehen auf dem Weg zum Auto noch schnell ein paar Kekse aus der Packung fischt, die er oder sie dann auf dem Weg zur Arbeit an der Ampel mümmelt. In der Hühnersuppe ist viel Hefe und Salz, aber nur ein Gramm Hühnerfett. Im heimischen Obstsaft sind viele unheimische Äpfel, im Vitaminwasser viele Zusätze, an deren Wirksamkeit großer Zweifel besteht. Und der Kinderbrei verfettet Säuglinge und sorgt mit seinem Zuckeranteil für Karies, bevor die Zähne da sind. All das ist ärgerlich. Foodwatch fand es so ärgerlich, dass sie fünf in ihren Augen besonders fiese Produkte zur Wahl der meistgehaßten Trophäe der Lebensmittelindustrie nominierten, des “Goldenen Windbeutels” Ich finde es gut, richtig und wichtig, dass Foodwatch das macht. Aber ich hab auch so ein wenig meine Zweifel.

Auch der Verbraucher trägt Verantwortung für das, was er isst

Der Goldene Windbeutel Foto: Foodwatch

Der Goldene Windbeutel Foto: Foodwatch

Es ist traurig, dass viele Menschen so einen Müll in sich und in ihre Kinder reinstopfen, unbesehen Werbelügen glauben, die aus Schokolade, Fett und Zucker “gesunde Milchmahlzeiten” macht. Aber ist ist klar, dass die Industrie ihre Produkte bewirbt.Und dass Werbung die Dinge in einem rosigen Licht darstellt, liegt in der Natur der Sache. Es ist Sache des Verbrauchers, zu gucken, was auf der Inhaltsliste tatsächlich drauf steht. Und dann selbst eine vernünftige Wahl zu treffen. Soviel mündiger Bürger muss sein. Leider. Dass unsere Nahrungsmittelmultis besonders menschenfreundlich wären, das hat noch keiner behauptet. Die werden keine Warnung auf ihre Packung drucken “dieser Keks gefährdet ihre Gesundheit”. Die werben lieber mit dem “gesunden Fühstückskeks” Und dann muss man eben selbst die Inhaltsliste lesen. Jedenfalls, solange der Gesetzgeber nicht eingreift und ein einfaches, leicht erkennbares System schafft, das Lebensmittel auf der Packung bewertet. Die Ampel wäre nach wie vor eine gute Idee. Auf einen Blick sehen, ob alles im grünen Bereich liegt, oder ob Salz, Fett, Zucker, Weißmehl nicht doch alle tiefrot zeigen, dass das Produkt nur in winzigen Dosen genießbar ist. Das schafft jeder. Aber das wissen die Lobbyisten und wehren sich vehement gegen die Ampel. Und die Politik spielt (aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen) mit, um sich dann hinterher zu beschweren, warum verfettete Bürger das Gesundheitssystem belasten.

Die Schere klafft immer weiter auseinander

Wie in so vielen Dingen verschwindet bei der Ernährung die Mitte. Entweder Scheissdreck aus der Tiefkühltruhe und vom Fast Foodstand oder Selbstgekochtes aus frischen, lokalen Zutaten mit teuren Gewürzen und Fleisch vom hallischen Landschwein. (Ich übertreibe jetzt bewusst) Ich selbst schwanke zwischen den Extremen, geb mir aber Mühe, so oft wie möglich frisch selbst zu kochen, das geht aber nur, weil es mir eben keine Mühe macht, ich hau schnell was zusammen aus Gemüse, Hack etc und das schmeckt dann ziemlich gut. Jamie Oliver hat da viel für Schnellköche. Ich esse lieber, was ich selber koche, statt mir eine Dose aufzumachen, auch, weil ich ziemlich heikel bin, was die Zutaten anbelangt, ich mag nicht gerne fett und extrem sahnig essen und beim Fleisch müssen die Sehnen, Fett und Knorpel weg.

Convenience wie in der Großgastro?

Aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit, da der Bequemlichkeit entgegen zu kommen und dennoch die Leute zum Kochen zu animieren: Ich würde mir wünschen, wir hätten es so leicht wie die Menschen in UK, die schon massenhaft vorgeschnittenes Gemüse, etc im Supermarkt finden. Das muss dann nur noch mit – ebenfalls vorgeschnittenem – Fleisch in die Pfanne und fertig ist die Laube. Ja, das nimmt auch langsam bei uns zu und das ist gut so. Denn dann weiß trotzdem jeder, was drin ist. In der Großgastronomie setzt man ebenfalls viel auf die Ökonomie von bereits fertigen Teilen, die nur zusammengesetzt werden müssen. Das sollte man auf Standardhaushalte herunterbrechen. Deswegen, bevor gar nicht gekocht wird, lieber nen Fertigpizzateig mit frischen Zutaten belegen und backen, das ist immer noch besser als die ganze Tiefkühlpizza. Frosta ohne Zusatzstoffe ist auch eine Notlösung, mir schmecken die Sachen leider zu fade, ich muss da immer nochmal mit Gewürzen und Kräutern etc dran. Und dann kann ich es auch gleich selber kochen.

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