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Rundreise durch Israel!

1280px-Jerusalem_Dome_of_the_rock_BW_1Ja, ich weiß, ich habe die letzten Tage nicht viel geschrieben. Das hatte Gründe. Zum einen hatte ich einen Trauerfall, eine sehr enge Freundin ist gestorben und ich brauchte erst mal ein paar Tage, um mich wieder zu fangen. Zum anderen war sowieso viel los und ich wollte auch in der Arbeit Vieles zuende bringen, denn: ich bin dieses Jahr leider (wieder) nicht auf der re:publica, sondern in Israel unterwegs. Wenn es möglich ist, werde ich live von dort bloggen, auf alle Fälle wird es aber viel auf instagram https://instagram.com/katzihilger und Twitter von mir zu sehen geben.  Und natürlich auf Facebook. Es würde mir Spaß machen, wenn ihr mich nach Tel Aviv begleitet, in die Kreuzfahrerstadt Akko, an den See Genezareth. dort geht es auf ein Boot, eine Nachbildung eines Fischerboots aus der Zeit Jesu. Auch Naturschutzgebiete, Totes Meer, Massada und natürlich Jerusalem versprechen spannend zu werden. Ich freu mich total! #go2israel

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Jerusalem durch die Jahrtausende – was für ein episches Buch

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Jerusalem, Felsendom, im Hintergrund die Grabeskirche Foto: wikipedia/Berthold Werner

Es ist ein beachtlicher Wälzer, über 700 Seiten hat die Paperback-Ausgabe von “Jerusalem – the Biography” von Simon Sebag Montefiori. Aber das ist dem Inhalt durchaus angemessen, denn das Buch will nicht weniger als die Frage beantworten, warum ausgerechnet Jerusalem die Stadt ist, die für drei Weltreligionen das Allerheiligste darstellt. Und dazu braucht es eben überbordene Geschichten und Geschichte – von der Zeit Davids (der mittlerweile als eine historische Persönlichkeit bestätigt ist) bis zu der heutigen Zeit zeichnet der Autor die Geschichte in Blut und Glanz und Gloria. Zwar erklärt der Autor, die Geschichte der Stadt chronologisch erzählen zu wollen, doch er beginnt im Prolog mit einer ihrer dunkelsten Kapitel – der Zerstörung des Tempels durch Titus.

jerusalem-m_1806846fEindringlich schildert Montefiori das unfassbare Massaker, geschichtlich genau und präzise. Nach diesem Prolog ist man gefesselt, liest atemlos weiter. Es ist ein Sachbuch, aber es ist so unterhaltsam wie ein gutgeschriebener Roman. Der Autor stellt Bibel – für diese Stadt eine unverzichtbare Quelle – und neueste Forschung gegenüber. Nach dem römischen Prolog geht weiter durch die Jahrtausende, Assyrer, Seleukiden, Römer, Kreuzzüge, Osmanen…bis in die heutige Zeit. Der Autor hangelt sich an den jeweiligen Herrschern der Stadt die Historie hinan, ohne das große Ganze aus dem Blick zu lassen. So haben nicht nur glorreiche Feldherren ihren Platz, sondern auch das Leiden der Bevölkerung. Alle Kapitel sind von Historikern gegengecheckt und auf Korrektheit überprüft – das ist ist wichtig in einer Geschichte, bei der ein falsches Wort wieder jemanden beleidigen kann. Immer wieder überlagern vor dem geistigen Auge die Bilder der derzeitigen blutigen Auseinandersetzungen in der Nahostregion die historischen Bilder – denn immer schon war die Region und Jerusalem im Besonderen umkämpft. Ein seit 3000 Jahren währender Kampf um Unabhängigkeit – was für ein Epos.

Was ich so unfassbar hilfreich finde: “Jerusalem – a biography” macht einen Konflikt transparenter und verständlicher, der unsere Welt entscheidend prägt und der uns doch in seinen Wurzeln rätselhaft erscheint. Ich möchte das Buch allen empfehlen, die Spaß haben an Geschichte und die verstehen wollen, wiedie vergangenen Jahrtausende unsere Gegenwart prägen.

Es ist eine großartige Lektüre und ich freue mich, im Mai diese Stadt nach langem wieder besuchen zu dürfen. So bin ich überhaupt zu dem Buch gekommen: ich hab es in der Münchner Bahnhofsbuchhandlung liegen gesehen und gedacht, es könnte eine gute Idee sein, mich für die Reise einzulesen…

PS: Ich hab es auf Englisch gelesen, es gibt es natürlich auch auf Deutsch .)

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Akzeptiert, dass es immer einen Weg gibt – oder: garantierte Sicherheit is nicht

Ich liebe diese Farbe

Alles verammeln, damit es garantiert sicher wird…

Menschen lieben Sicherheit. Sicherheit versprachen schon die Höhlen der Neanderthaler, die dicken Burgmauern des Mittelalters oder die dicken Bodyguards der Promis. Sicherheit wird auf allen Flughäfen beschworen, im Auto, überall. Es wird geheiratet, um die Liebe zu besiegeln und abzusichern.

Und doch – totale Sicherheit gibt es nicht. Nirgends. Neanderthaler wurden von Höhlenlöwen gefressen, Burgen erstürmt und Promis erschossen. Ehen werden wieder geschieden. Täglich gibt es Autounfälle und ab und an stürzt ein Flieger ab. Technisches Versagen oder Menschen, die unter Einsatz des eigenen Lebens so viel Schaden wie möglich anrichten wollen. Und das auch schaffen. Weil es immer einen Weg gibt, wenn man nur entschlossen und verzweifelt genug ist.

Das hat auch das Flugzeugunglück gezeigt. Hier wurden die Schutzmechanismen, die vor Verbrechen schützen sollen, genutzt, ein Verbrechen zu schützen*. Und wenn jetzt gefordert wird , im Cockpit müssen immer zwei sitzen, der Sicherheit willen – wer sagt denn, dass nicht ausgerechnet der, den man als zweite Person ins Cockpit lässt, nicht gerade der oder die ist, die schon den nächsten irren Plan verfolgt?
Deswegen – vergesst totale Sicherheit. Gibt es nicht. Wir sind nämlich Menschen, keine Roboter. Und auch Roboter haben mal einen Kurzschluss.

Und – wie sähe die denn das, die maximale Sicherheit? Von Geburt an in Watte gebettet, am besten die vertraute Umgebung nicht verlassen, so wenig Kontakt wie möglich mit anderen Menschen, Internet gefiltert oder am besten gar nicht, urlaub auch nicht (unsicher), immer einen Buzzer um den Hals, mit dem man Ordnungskräfte rufen kann, wenn sich ein Fremder in die vertraute Umgebung verirrt. Wäre das ein Leben? Eben. Zum Leben gehört Risiko dazu.

*ich geh jetzt mal von der offiziellen Version aus, Für Verschwörungstheorien gibt es andere Blogs.

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Wir sperren die Liebe weg!

"© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)"

“© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)”

Jeden Morgen sehe ich sie. Zu Tausenden hängen sie an der Hohenzollern-Brücke vor dem Kölner Hauptbahnhof. Verdunkeln die Aussicht. Liebesschlösser. Ich glaube, jedes zweite Paar von Köln hat sich da verewigt, so viele sind es Über 155.000  ... “Janine & David” “Marion & Peter” … und, denn Liebe und Liebessschlösser kennen keine Nationen “Mesut & Ebru” “Francois & Adelaide” “Jin & Cho” – die Schlüssel zu den Schlössern werden in den Rhein geschmissen. Weil, wird das Schloß entfernt, veschwindet auch die Liebe. Ich frag mich immer: Warum? Warum hängt man Schlösser an Brücken, um seine Liebe zu dokumentieren? Wo kommt dieser Brauch eigentlich her? Weil: Ich finde das Symbol nicht schön. Ein Schloß ist für mich ein Symbol der Gefangenschaft, ein Zeichen, dass man weggesperrt ist und nicht mehr rauskommt. Ist es Liebe, dann bleibe ich freiwillig. Ohne das ein Mann mich wegschliessen müßte. Ein Schloß ist Zwang und Nötigung.  Und eine Bahnhofsbrücke ist auch kein so romantischer Ort, dass ich mich dort verewigen müßte, auch wenn der Blick auf den Rhein und auf den Dom natürlich toll ist. Trotzdem. Es gibt sogar ein eigenes Blog dazu. Oder jede Menge Seiten, bei denen Paare ihr graviertes Schloß ordern können. Der Postillon hat den blöden Brauch persifliert.

Der Brauch stammt wohl ursprünglich aus Italien, dort hingen Studenten Schlösser zum Uniabschluss auf, um zu zeigen, dass ein Lebensabschnittt “abgeschlossen” war. Die Schlösser als Liebeserklärung haben sich aber erst seit 2006 rasend verbreitet, dem Internet sei Dank (?). Eine uralte, romantische Tradition, wie viele glauben und es die Händler der Schlösser weismachen wollen, ist es also nicht. Im Gegenteil. Es ist wie mit Oktoberfest, etc – alles wird zum Massenphänomen, jeder muss jeden Scheiss mitmachen – in dem Fall eben, ein Schloß an eine Brücke zu hängen. Origineller Liebesbeweis geht anders. Aber es soll Partner geben, die ernsthaft beleidigt sind, wenn der andere nicht so ein Schloss besorgt.

Die Pariser, ähnlich gestraft wie die Kölner, wollen ihre Schlösser loswerden, denn die Brücken brechen fast unter dem zusätzlichen Gewicht von bis zu 700.000 Schlössern. In der Stadt der Liebe ist natürlich der Brauch ganz besonders beliebt und dort sind es vor allem die Touristen aus den USA und Fernost, die glauben, einem einheimischen Brauch zu fröhnen. Aber sorry, ihr liegt falsch und es ist peinlich. lasst euch doch bitte was Neues einfallen.

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Ein Wochenende im Foodie-Himmel

fish+artEin Sandwich mit Sou-Vide in Cidre geschmortem Steak und stundenlang karamelisierten Zwiebeln, handgemachte Gourmet-Marshmallows, Pulled Pork Sandwiches, peruanische Kroketten, libanesische Meze, sizilianische Reisbällchen, senegalesische Küche, Surf’n’nTurf-Burger. Der Kölner Sternekoch Saloum Raphael Doucouré  wird unter “Ralphs BBQ” eigens von ihm für das Festival kreierte Sandwiches anbieten. “Eines davon ist ein veganes Smoked Green Earth Sandwich. Das Highlight von Raph’s BBQ ist das 24h in Dark Beer marinierte und 6h Sous Vide gegarte U.S. Flanksteak auf Landbrot mit Wasabi Creme Fraiche, Gurken-Senf Relish und Whisky Schmorzwiebeln.” Ich denke, dieses Wochenende werde ich 4 Kilo schwerer – denn es ist Street Food Festival in Düsseldorf.

cidre+steakIn letzter Zeit ist die Auswahl an “Fast Food” nachgerade explodiert, noch nie gab es so viele, so exotische Gerichte, die überall in unseren Großstädten angeboten werden. Und die Qualität ist der Hammer, slow food, das ganz fix über die Theke geht, wie genial!! Ich finde es herrlich. Viele der Teilnehmer sind mit ihren Essenständen aus Berlin angereist, ich bin total gespannt auf die Köstlichkeiten von etwa Fräulein Kimchi oder Pan Kowalski. Die Ban Mihs aus Düsseldorf kenn ich schon und auch mit schwedischen Zimtschnecken wird man mich nicht locken können. Wenn, dann maximal exotisch, was ich eben sonst nicht jeden Tag esse…Garantiert werde ich bei Big Hug Barbeque die Spare Rips probieren: Sechs Stunden in Eschen- und Eichenrauch gegarte fleischig zarte Spareribs und selbstgemachte Saucen ausschließlich aus natürlichen Rohprodukten hergestellt. Wer kann dazu schon nein sagen? Ich sicher nicht.

Street Food Festival

Nächstes Event am Samstag, 7. März, 12-22 Uhr & Sonntag, 8. März, 12-20 Uhr

3€ Eintritt
Stahlwerk
Ronsdorfer Str. 134
40233 Düsseldorf

Wen von euch treffe ich da?

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Dieses Jahr heißt es “Volle Fahrt voraus”

Alexander von Humboldt IIIch liebe das Meer und ich liebe Schiffe. Eine merkwürdige Kombi für einen Bayern, aber das ist nun mal so. Meer ist toll. Ruhig und warm wie eine Badewanne die sommerliche Adria, tiefblau und schön die Ägäis, und wer einmal rund um die Bahamas geschnorchelt ist, der weiß, wie schön die Riffe dort sind. Den Zauber der dortigen Unterwasserwelt habe ich nie wieder im Leben vergessen. Ich hab zum Schluss festen Größen am Riff Namen gegeben, wie dem Putzerfisch Guido, der einen besonderen Stein am Riff bewohnt hat und dort einen gut frequentierten Friseursalon führte. Das war wirklich faszinierend. Wenn man vorsichtig seine Hand hinhielt, kam Guido auch da angeschwommen und hat sie gereinigt. Ich mag aber auch das kalte, grüne Nordmeer, Schneestürme über der Ostsee oder Eisschollen vor Finnland – Kalt und feindlich, aber wunderschön.

Dieses Jahr hat mir nun eine Freundin den Tipp gegeben, dass ich auch auf großen Segelschiffen mitfahren kann und so das Meer mal so richtig kennenlernen. Ich dachte immer, das sei nur für Profis möglich und unerschwinglich. Beides ist falsch. Das kostet nicht die Welt und jeder darf mitmachen. Super! Ich habe mich nun auf der Alexander von Humboldt 2 (das irre Schiff auf dem Bild, isses nicht toll?) zu einem Turn angemeldet und freu mich wie Bolle darauf. Jeder an Bord hat feste Wachzeiten, darf mitsegeln und ist ein Teil der Crew. Hier ein Link, weil sich viele informieren wollen und auch gleich buchen: http://www.alex-2.de/toernplan/segeltermine/

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Massenvertreibung in Tansania für elitäres Jagdvergnügen?

Massais in der Savanne - bald wird hier die Königsfamilie von Dubai Elefanten abschiessen Foto:Avaaz

Massais in der Savanne – bald wird hier die Königsfamilie von Dubai Elefanten abschiessen Foto:Avaaz

Tansania ist wunderschön. Die Serengeti-Wüste voller wilder Tiere lädt zu Safaris ein, der Kilimandscharo steht mit seinem Schneegipfel in der Sonne, Massais in farbenprächtigen Kleidern durchwandern die Savanne, die Gewürzinsel Sansibar lockt mit ihren Wundern. Das zeigen auch die Bilder der Tourismuswebseite – doch während die Touristen mit ihren Kameras auf die Tiere draufhalten, hat das Königshaus von Dubai ganz andere Pläne. Sie wollen ein 1.500 Quadratkilometer großes Areal (direkt neben dem Serengeti Nationalpark) kaufen als privates Jagdrevier zum Abschiessen der Elefanten, Giraffen, Löwen und anderer Tiere, die eigentlich gefährdet sind – und für dieses lustige Hobby sollen zudem die 40.000 Massai, die in dem Gebiet wohnen, verschwinden. Nicht, dass einer da versehentlich in die Schussbahn läuft. Bis zum Ende des Jahres sollen die Massai ihre Heimat verlassen. Abgefunden werden sie nicht mit Geld, sondern dem Versprechen, Geld in soziale Projekte für sie zu investieren. Was man a) nicht müßte, wenn man ihnen nicht ihr Land wegnähme und b) in Afrika heißt, dass die Massai absolut nichts bekommen.

Die Regierung von Tansania leugnet, dass das Projekt wieder aufgenommen wurde. Denn als die Pläne bekannt wurden, hat avaaz.org 2,3 Millionen Unterschriften gegen das privat Jagdrevier gesammelt und öffentlich gab es einen Rückzieher – während hintenrum die Verhandlungen mit der Königsfamilie von Dubai emsig weitergingen. Jetzt ist die öffentliche Empörung vorbei und der Verkauf geht still und leise über die Bühne. Wir dürfen einen derartigen Ausverkauf von Kultur und Natur nicht zulassen – da muss wirklich international Druck aufgebaut werden!

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