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Sexy sein ist Macht? Denk nochmal drüber nach

20140413-085300.jpg Überall erzählen sie uns, es sei eine Machtposition, das perfekte SexObjekt zu sein. Willenlose Männer laufen sabbernd unserem Hintern hinterher und wir bekommen so alles, was wir wollen. War ja schon so seit der Sache mit dem Apfel so….Äh ja. Denkt über diese Idee noch mal nach. Sie ist Bullshit.

Macht bedeutet, sich nehmen zu können, was man will, nicht, durch Manipulation jemanden zu bewegen, es einem zu geben. Der sehr gute Vortrag von Caroline Heldmann verdeutlicht das. Feminismus ohne Schaum vor dem Mund. Nehmt euch die 10 Minuten zeit dafür, es lohnt sich!

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Laut GEMA muss ich Geld bezahlen, um Musik empfehlen zu dürfen?

gemaJournalisten und Blogger schreiben über alles mögliche. Auch über Waren, wie Mode, Kosmetik oder neue Gadgets. Dinge, die andere Leute hergestellt haben und von denen sie hoffen, dass sie sich verkaufen. So ein Verkauf läuft vor allem dann super, wen Menschen davon erfahren, dass so eine Ware existiert. Ja, die Hersteller der Waren sind sogar bereit, Geld dafür zu bezahlen, dass andere darüber schreiben. Wenn Firmen dafür Geld fordern würden, dass jemand ihre, sagen wir mal, Lippenstifte oder Handtaschen bekanntmachen DARF, wäre das Gelächter groß.

Nur bei einer Ware soll das auf einmal alles ganz anderes sein. Der Ware Musik. Da hat offensichtlich niemand ein Interesse daran, dass das, was Menschen dort “herstellen”, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Niemand soll Musik kennenlernen dürfen, niemand darf sie anderen Menschen empfehlen. Denn hier sollen laut GEMA die Blogger und Verlage, die darüber schreiben, plötzlich Geld dafür bezahlen, wenn sie Videos und Musikdateien vorstellen.

Hä? Seid ihr alle wirklich so merkbefreit, dass ihr diesen Widersinn nicht checkt? Begründung ist, dass der “fremde” Content nicht sofort als fremd zu erkennen ist. Nein, er hat ja auch nur immer fett ein YouTube-Logo eingebettet. Ein Umstand, der vielen, auch dem Spiegel, unbekannt zu sein scheint.  Und vom Inhalt der Videos könnte man auch schliessen, dass es nicht der Blogger ist, der das darbietet.

http://t3n.de/news/gema-kosten-youtube-videos-526707/

Ich sehe in all diesen Aktionen (nennt mich Verschwörungstheoretiker) eine klare Linie: es soll das Erstellen von privatem Content auf Blogs, Facebook, Twitter oder Google+ so unsicher und schwer wie möglich gemacht werden. Es scheint nicht gewünscht zu sein, dass Blogger eine Konkurrenz werden zu den üblichen Medien. Sei es, dass die klassischen Verlage (zu Recht) ihre Felle wegschimmen sehen oder die Politik Angst hat vor Gegenwind im Netz. Wir sollen durch unsichere (und womöglich teure)  Abmahndrohungen am Posten gehindert werden. Das wird nicht funktionieren.

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Ein Wombat zum Streicheln – das ist Deutschland entgangen!

Deutschland hätte es so schön haben können, ein Wombat in jedem Haushalt zu halten. Zum Streicheln, Schmusen, Liebhaben. Aber ihr habt Piraten einfach nicht gewählt. Jetzt freuen sich andere über die possierlichen Moppel. Und uns bleiben nur die blöden Datenhamster

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Das fängt ja alles gut an!

FrauMaja, Kiko und Forschungstorte (von l.) auf dem BPT

FrauMaja, Kiko und Forschungstorte (von l.) auf dem BPT

Ganz ehrlich? Derzeit gehen mir Fahnen und alle anderen Gates ziemlich am Allerwertesten vorbei, denn das Wichtigste ist derzeit – mal wieder – ankommen. Am Rhein. In Düsseldorf. Und irgendwie fängt alles ziemlich gut an, kann ich nicht anders sagen. Ich finde ja ziemlich schnell Anschluss, das ist ein Riesenvorteil. Manche Begegnungen haben sich als geradezu magisch herausgestellt – an Freundinnen wird es mir nicht mangeln, auch wenn ich viele liebe Menschen aus München und Frankfurt vermisse.

Auch wenn die Bude noch voller Kisten steht und ich bei weitem noch keine Küche habe, egal. Drückt mir die Daumen, dass es sich gut entwickelt. Und die, die sich über Stofffetzen streiten und wer mit wem spielen darf (Eh die Frage aller Fragen) und wer die coolen Kids sind auf dem Pausenhof der Politik, die sollten darüber nachdenken, dass es uns doch eigentlich darum ging, allen diese Welt ein bißchen schöner zu machen. Und nicht eine viel größere Hölle erschaffen.

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Sylvie, das Gegenteil von Edward

Sylvie van der Vaart ist das Gegenteil von Edward Snowden: Sie hat, im Gegensetz zu ihm, überhaupt nichts zu sagen, dafür hören ihr die Medien bei diesem Nichts bereitwillig zu. Edward Snowden hat was zu sagen, ihm zuhören will eigentlich kein deutscher Journalist. Zu wenig Glamour, zu viel wahres Leben, vermutlich.

Ich hab Sylvie nur einmal getroffen, da präsentierte sie in München einen Zusatz zur xBox. Ich war damals überrascht, wie winzig sie war, und mit den damals kurzen, aufgeplusterten Haaren wirkte sie wie eine Wackelkopfpuppe mit überdimensionalem Kopf auf einem winzigen Körper. Dafür macht die Frau sich seit Wochen extrem breit in der deutschen Medienlandschaft.  Es ist nicht ihr Fehler, sondern der Fehler eines Systems, in dem systematisch Nullmeldungen zu wichtigen News aufgeblasen werden und die eigentlich relevanten News (NSA, VDS, Große Koalition) in den Hintergrund gespielt werden. Überwachung, da da sollten wir doch…ach ne, guckt mal da, die Sylvie hat ein Model aufgerissen….

Jeden Tag halten Sylvie oder ihre Ex-Beste-Freundin Sabia Boulahrouz eine neue Volte der Geschichte für die willige Medienwelt bereit, immer wieder neue Exen erzählen immer wieder neue Geschichten von Sylvies aufregendem Liebesleben, immer und überall wo Frau van der Vaart sich tummelt, tummeln sich mirakulöserweise die Paparazzi. Kein Schuhzubinden des Sprösslings, kein Badeurlaub, kein Restaurantbesuch scheint unwichtig genug, um es nicht doch der nach diesen News darbenden Bevölkerung zukommen zu lassen.

Ich hab einen Verdacht: Frau van der Vaart ist samt ihrem ganzen Clan in Wirklichkeit von der NSA bezahlt, um abzulenken von allem, was sonst in der Zeitung stehen müsste. Das würde auch erklären, woher die Paparazzi immer wissen, wo die Dame gerade ihren Auftritt hat.

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Lemon Curd – meine Lieblings-”Marmelade”

20131117-140726.jpg Ich hab Lemon Curd immer sehr, sehr gerne gegessen: so schön säuerlich, cremig, ein wunderbarer Brotaufstrich, den man am liebsten gleich aus dem Glas essen möchte… Ich hab mich dann ein bisschen umgesehen auf englischen Webseiten und festgestellt, das es wirklich einfach ist, Lemon Curd selber zu kochen – es aber unvergleichlich viel besser schmeckt. Die Menge die ich zubereite, reicht genau für ein Marmeladenglas, ich nehme der Einfachheit halber ein Glas einer bereits gekauften fertigen Lemon Curd. Da steht auch drauf, was es ist und andere Leute, die in meinem Kühlschrank was suchen, kommen nicht durcheinander. Das Rezept reicht genau für eine Woche und solange hält es sich auch frisch.

Aber natürlich habe ich es dann nicht dabei belassen können. Neben dem klassischen Rezept, das ich vorstellen möchte, habe ich auch eine neue Abwandlung ausprobiert und zwar ein oranger Piratencurd, es wird mit Orangensaft, Spiced Rum und Glühweingewürz zubereitet.

Zwei Esslöffel Zucker (so wird es schön sauer, wer süßer mag, braucht drei Esslöffel)
Zwei Eier
Abgeriebene Schale von zwei Zitronen
Saft der zwei Zitronen
Stückchen Butter
Prise Salz

Zucker, Eier, Zitronenschale in einem kleinen Kochtopf auf mittlerer Hitze aufschlagen, bis sich der Zucker gelöst hat. Dann den Saft, das nussgrosse Stück Butter und die Prise Salz zugeben. Weiterschlagen, bis die Creme anfängt einzudicken. Fertig! Ins Glas abfüllen und abkühlen lassen. Schmeckt auf Toast, Pfannkuchen, zu süßem Obst, auf Mürbeteig tarteletts,

Piratencurd
Zwei Esslöffel Zucker
Zwei Eier
Abgeriebene Schale von einer Orange
Saft der Orange
Zwei Esslöffel Käpt’n Morgan Spiced Rum
Gute Prise Glühweingewürz
Stückchen Butter
Prise Salz

Zubereitung wie oben. Ich gebe für eine knallorange Farbe etwas Annatto rein, muss aber nicht.

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Mädchen backen – Jungen toben? Nicht ernsthaft, oder…

Das ist ein Fundstück, über das ich auf der Webseite des Dorling Kindersley Verlages gestossen bin. Und das mir ziemlich übel aufgestoßen ist. Denn genau diese Art, schon Kinder in Rollenbilder zu pressen, hab ich sowas von gestrichen satt.

Jungs dürfen raus, für die gibt es Tipps wie man in der Wildnis überlebt, Spiontinte herstellt, Roboter baut, ein Daumenkino zeichnet oder nachtleuchtenden Wackelpudding herstellt. Mädchen nähen dagegen Kissen und Duftsäckchen, backen Pizza und Bananenpfannkuchen oder flechten kleine Schmucksachen für ihre Freundinnen. Und natürlich verzieren sie Tagebücher mit rosa Vögelchen.

Also, wenn ich mir ein Buch hätte aussuchen dürfen, dann hätte ich das Jungsbuch genommen. Klare Sache. Und ich bin Mädchen durch und durch. Kann man das nicht anders aufteilen als nach Geschlechtern? Tipps für drinnen und draußen etwa, oder Abenteuer und Basteln?

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Quote oder nicht Quote, das ist hier die Frage

Bei der Quote bin ich total gespalten. Einerseits würde ich mir wünschen, sie wäre nicht notwendig. Dass alles was zählt, die Qualifikation eines Bewerbers für ein Amt ist. Leider sehe ich, dass das nicht der Fall ist. Menschen haben  ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn es darum geht, den idealen Kandidaten für ein Amt zu finden. Und dieses Bild ist leider meist männlich. Dass rührt daher, weil die Attribute, die einem idealen Chef zugesprochen werden, die gleichen sind, die dem idealen Mann zugesprochen werden: entschlussfreudig, klar, ein Macher, ein Bestimmer. Frauen werden anders empfunden, empathisch, verhandelnd, zurückhaltend – und zack sind wir drin im Teufelskreis. Das Spiel um die Macht ist selten fair und wer die Macht in Händen hält, teilt sie ziemlich ungern. Deswegen ist das Postgender für Männer sehr praktisch, weil es totale Gleichbehandlung verspricht, aber sie so gar nicht hält. Dagegen hilft nur eine Quote, um sicherzustellen, dass ein Führungsgremium auch mit Frauen besetzt wird. Dass die wichtige Impulse liefern und eine gemischte Gruppe bessere Arbeit macht als ein reiner Männerverein, steht außer Frage. In der Wirtschaft bin ich klar pro Quote, das funktioniert das mit der freiwilligen Selbstkontrolle nicht.

Aber trifft das auch für eine Partei zu? Auf der anderen Seite lehnen viele Frauen in der Piratenpartei die Quote ab. Sie wollen nicht irgendwohin gewählt werden, nur weil sie Frauen sind. Außerdem gibt es ja schon Parteien, die das mit der Quote machen und wer unbedingt eine Quote in der Politik will, kann ja da andocken. Die Piraten waren als Experiment gedacht, Dinge auch einmal neu zu denken und dazu gehörte auch das Bild, dass Geschlechter erstmal eher egal sind. Zumal es sehr männliche Frauen und sehr weibliche Männer gibt und alles dazwischen. Schwarz-weiß hat in diesem Zusammenhang ausgedient. Wie bekommt man diese Balance in Gremien? Da würde eine Quote nur stören, denn wieviel Mann und wieviel Frau in jedem Einzelnen schlummert, weiß er oder sie nur selber. Mittlerweile haben die Piraten sehr viele, sehr tolle Frauen auf Vorstandsposten, in Bayern, in Hessen – ganz ohne Quote.

Wie ich für die Quote stimmen werde? Ich weiß es nicht, derzeit tendiere ich etwas mehr dazu, sie abzulehnen. Weil ich noch an unser Experiment glaube.

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Hauptsache hübsch – geht’s noch?

Ich habe heute in der Bildzeitung einen Artikel gesehen zur Wahl der “Miss Bundestag” und hab mir vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn die Piraten in den Bundestag eingezogen wären. Dann wären mindestens zwei, drei von uns auf dieser Liste gelandet. Das wäre cool gewesen, denn dann hätten wir einen öffentlichen Aufstand machen können. Sowas ist eine Frechheit und eine Beleidigung aller Frauen im Bundestag. Denn diese Abstimmung bedeutet wieder, dass Politikerinnen nur aufs Äußere reduziert werden. Jung, hübsch, schlank – das ist  ein Standard, dem sich anscheinend auch eine Politikerin zu unterwerfen hat. Auch wenn deren Ziel nie war, als Schönheitskönigin durchzugehen, sondern politische Arbeit leisten zu wollen.

Sportlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen  – immer gilt, dass die auch gefälligst angenehm für das männliche Auge zu sein haben, sonst ist es völlig okay, sie öffentlich zu dissen. Die arme Wimbledon-Gewinnerin Marion Bartoli mußte das schon brutalst miterleben.

Ich finde diese Sicht auf Frauen zum Kotzen und würde mir wünschen, sämtliche Kandidatinnen würden der Bildzeitung verbieten, sie auf so einen Liste zu setzen.

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23. Oktober 2013 · 4:11 nachmittags

Hilflosigkeit erzeugt Wut. Wut erzeugt Hass

“This is a men’s world…” Und das ist leider wahr. Dass sich der “Wert” einer Frau nicht an ihrem Intellekt oder ihrem Charakter bemisst, sondern an ihrer Schönheit, können wir mal als gesetzt festhalten. Ebenso, dass Frauen es schwerer haben, im Beruf die Karriereleiter hochzuklettern. Dass Frauen jeden Tag damit konfrontiert sind, wie sie reduziert werden auf ihr Äußeres und ihre Eignung als Sexobjekt. Da ist jeder Kinofilm, jedes Werbeplakat und jede TV-Show Beleg dafür. Macht man als Frau darauf aufmerksam, wird man als frustrierte, ungevögelte Zicke beschimpft, die das gefälligst gut oder zumindest “ironisch” zu sehen habe. So weit, so scheiße.

Es ist klar, dass diese allgemeine doch recht frauenfeindliche Haltung die, die sich daran abarbeiten, richtig wütend werden läßt, dass sie laut werden und – ja, auch manchmal ungerecht. Weil es halt ermüdend ist, tagtäglich den gleichen Rotz als Erwiderung zu bekommen und zwar von Männern und Frauen und es wird denen, die gegen die “blöden Feministinnen” herumkeifen, schon mal der verbale Mittelfinger gezeigt. Verständlich.

Aber Wut und Hass machen auch blind. Jede und jeder sollte mal innehalten und reflektieren: gegen wen kämpfe ich da eigentlich? Kämpfe ich gegen die, die mir den Weg verwehren, die mich für minderwertig halten, nur weil ich optisch nicht ihren Erwartungen entspreche? Oder gegen jemanden, der mir zwar in Teilen zustimmt, aber eben nicht in allen? Und vor allem: Kämpfe ich mittlerweile mit den gleichen Mitteln?  Indem ich meine Gruppe herbeizitiere, die den gleichen gesellschaftlichen Druck auf meine “Gegner” aufbaut wie die Gesellschaft das mit Frauen macht? Es wird dagegen gekämpft, dass Frauen einem bestimmten Bild entsprechen sollen – wie kann man dann erwarten, dass andere Frauen genau dem Bild entsprechen, wie man es selbst gerne hätte? Denn durch den permanenten Widerstand haben viele Feministinnen schon auf Durchzug geschaltet und sind dann weder Argumenten noch einer Diskussion mehr zugänglich – was die wütend macht, die versuchen, nicht zu haten, sondern zu diskutieren. Deswegen hab ich mich zum Beispiel auch schon öfter zu einer abfälligen Bemerkung hinreissen lassen, obwohl ich den Feministinnen in weiten Teilen recht gebe – wohlgemerkt nicht in allen. Aber es wurde mir manchmal zu fanatisch, dogmatisch. Und reden war auch nicht drin. Und so schaukelt sich sowas manchmal hoch – beide Seiten sind verletzt, frustriert, wütend und werden unsachlich. Dabei gibt man sich zu 90Prozent recht. Das ist keinen Streit wert. Genausowenig wie die reinen Hater.

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Wieso dich die Überwachung DOCH betrifft!

Piratisierer1375877387Bis jetzt ist das Gespenst NSA und Überwachung völlig abstrakt, Datenschutz erscheint als reines Nerdgeschwurbel. Eigentlich hat keiner Ahnung, warum das jetzt so fürchterlich sein soll, dient es doch der „Überwachung von Terrorverdächtigen“, dient dem Supergrundrecht „Sicherheit“ und ist leider, leider notwendig. Aber da man ja selbst nachweislich kein Terrorist ist, und nichts zu verbergen hat, braucht einen das ganze Überwachungsgelaber und der Datenschutz nicht zu interessieren, oder?
Ich werde jetzt mal versuchen, ganz konkrete Gründe aufzulisten:
Möchtest du wirklich, dass die Nacktfotos, die du mit der neuen Flamme aus dem Datingforum per Email tauscht, von mehr Leuten als ihm gesehen werden? Stell dir mal vor, er druckt die aus und zeigt sie seinen Freunden. Mir wäre das eine ziemlich fürchterliche Vorstellung. Genauso unangenehm, wenn NSA-Überwacher die sehen und speichern. Wieso, fragst du, sollen die das tun? Naja, vielleicht hast Du nichts zu verbergen, aber vielleicht steht dein Flirtpartner auf einer Fahndungsliste? Oder du hast Freunde, mit denen du oft kommunizierst und die überwacht werden – und du gleich mit dazu?
Möchtest Du wirklich, dass das Internet deine genauen Vermögensverhältnisse kennt? Tut es nämlich. Und reicht die alle an die Schufa weiter. Vor allem, wenn du gerne Payback etc verwendest, dann wird auch dein Konsum getrackt – und das kann teuer werden. Wenn du nämlich fröhlich dein Geld raushaust, dann kann ein Kredit für Dich teuer werden. Wer nicht spart, der muss höhere Zinsen für seinen Kredit hinblättern. Und eine Paybackkarte überwacht alle Konsumausgaben.
Möchtest du wirklich, dass deine Krankheitsgeschichte nachvollziehbar wird? Jeder neue Arzt weiß sofort, was dir mal gefehlt hat, von der Alkoholvergiftung als Teenie bis zum Burnout-Zusammenbruch im Büro. Und Ärzte vertrauen nicht dir, sondern anderen Ärzten – so konnte es auch kommen, dass ein Gustl Mollath immer weiter als „irre“ eingestuft wurde, mit ihm selbst hatte niemand gesprochen. War ja auch nicht nötig, gab ja Arztgutachten.
Möchtest Du wirklich, dass du plötzlich in eine Rasterfahndung gerätst? Dass bei dir zuhause oder dem Arbeitgeber deine Akten durchwühlt werden oder du Besuch zuhause von den netten Herren in Grün bekommst? Das passiert leichter, als du ahnst. Du könntest einen Freund haben, mit dem du öfter mailst und der etwas radikaler drauf ist. Reicht schon. Und plötzlich denken deine Nachbarn und Arbeitskollegen, du hast doch was zu verbergen.
Und, denk mal drüber nach, wie gut die Vorschläge sind, die Amazon dir macht. Passt doch immer ziemlich genau. Und die NSA und andere Überwacher haben noch viel mehr Daten von dir und bestimmt keine schlechtere Software als Amazon. Damit wird jeder ziemlich gut charakterisiert, seine Stärken und Schwächen durchleuchtet. Vielleicht bei dir wirklich egal, aber denk mal an Politiker oder Konzernchefs. Die sind dann viel leichter bestechbar und erpressbar, wenn man ihre Schwächen kennt.
Wenn du immer noch denkst „das hat alles nichts mit mir zu tun.“ Okay. Aber dann sag nicht, es hätte dich niemand gewarnt…

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Hinter den Kulissen der Umfragen – 7% und mehr für Piraten

Seit Wochen liegen wir konstant bei 3 -4 Prozent in den Sonntagsumfragen. Trotz NSA und aller Skandale. Die Presse “wundert” sich und meint hämisch, wir würden nicht gewinnen mit dem Thema. Die Realität, die keiner schreibt, sieht aber anders aus und die großen Parteien samt der ihnen zugeneigten Umfragehäuser wissen das auch genau. In Wahrheit rechnen Union und SPD intern mit rund sieben Prozent für die Piraten im Bundestag. Deswegen auch das hektische Koalitionsgeschacher.

Woher die Diskrepanz zwischen veröffentlichten Umfragen und der Wahrheit liegt, liegt auf der Hand: Zum einen rechnen die Umfrageunternehmen immer die Ergebnisse der letzten Wahl mit ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Piraten so gut wie nicht präsent und hatten 2 Prozent bei der bundestagswahl und 0,9 Prozent bei der Europawahl. Das verzerrt schon mal. Und dann werden die Umfragen mit Menschen am Festnetztelefon gemacht. Das Piratenwähler kaum noch besitzen und nutzen. Und wenn man dann auch noch die Zielgruppe geschickt wählt, dann kann man sich von der Objektivität getrost verabschieden….So kommt es alles in allem zu Unsicherheiten bis zu 6 Prozent. Das ist bei einer wichtigen Wahl wie der Bundestagswahl eine ganze Welt. Die Stimmen für die Piraten werden nicht verschenkt sein, garantiert nicht. Warum die Zeitungen auf diese Tatsachen kaum hinweisen und alle Umfrageergebnisse für bare Münze verkaufen, verstehe ich nicht. Aber sie werden schon wissen, wieso…

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Wenn der Bock den Gärtner berät

frankfurt Emanuel Schach, Landtagskandidat der Piraten in Hessen, hat einen tollen Artikel geschrieben, den ich auch meinen Bloglesern nicht vorenthalten möchte. Er beschreibt darin eins der Grundübel der derzeitigen Politik: sich beraten lassen von denen, die die Schuld haben am Schlamassel.

“Banken außer Kontrolle – Wie die Politik uns in die Krise führte” lautet der Titel einer überaus sehenswerten Reportage, die das 3. Hessische Fernsehen gestern ausstrahlte. Die Filmautoren Julia Klüssendorf und Stefan Jäger zeigen darin, wie alle Regierungen in Deutschland seit den neunziger Jahren die vorhandenen Alarmsignale ignoriert haben. Wie fast zu erwarten stand: In der Mediathek ist er nicht zu sehen, lediglich eine kurze Zusammenfassung ist online zu lesen.

Besonders beeindruckend fand ich darin, was die relevanten Finanzminister Lafontaine, Eichel, Steinbrück und Schäuble zu berichten wussten, allem voran der aktuelle SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der erzählte, fast möchte ich sagen: ungeniert, wie sein Krisenmanagment aussah, nachdem der drohende Zusammenbruch der IKB und damit die Folgen der unter der Regierung Kohl begonnenen und von der rot-grünen Schrödertruppe massiv betriebenen Deregulierung der Finanzmärkte erkennbar wurden. Völlig selbstverständlich konferierte Herr Steinbrück umgehend mit … den Köpfen der deutschen Banken. Also exakt mit den Managern, die die ganze Krise hauptsächlich zu verantworten hatten. Und die jetzt händeringend Geld brauchten, um die Folgen ihres Managements abzufedern. Genau die fragte also Herr Steinbrück in seiner Eigenschaft als Bundesfinanzminister, was jetzt zu tun sei. Nicht etwa internantional anerkannte Wirtschaftsprofessoren oder nicht betroffene Fachleute. Die Folgen sind bekannt.

Man mag sich überlegen, wie eine solche Form des Krisenmanagements in anderen Ressorts aussähe. Wenn der Bundesarbeitsminister auch die Arbeitslosen fragen würde, wie er angesichts deren Arbeitslosigkeit tun soll. Ob dieser deren dringendem Rat, einfach mehr Arbeitslosengeld zu zahlen, auch so selbstverständlich Folge leisten wüde?

Bereits weit über 70 Mrd. € hat diese Politik den Steuerzahler bis heute gekostet, ein Ende ist nicht in Sicht. Was bemerkenswerter Weise auch Herr Steinbrück nach eigenem Bekunden im Zusammenhang mit der Schieflage der Hypo Real Estate bemerkte: Das geht ja immer weiter! Und dennoch schiebt man auf Ratschlag derer, die das Geld verzockt haben und es jetzt brauchen, immer weiter Geld nach.

Wenn man es nicht besser wüsste, man könnte den Diplom-Volkswirten Peer Steinbrück und seine Kollegen für naiv halten, weil sie den Bock zum Gärtner machen. Aber das sind sie nicht, weder Herr Steinbrück noch Frau Merkel noch andere involvierte Politiker sind derart blauäugig. Sie wissen genau was sie tun. Und sie wissen, dass sie ebenso wenig zur Verantwortung für ihr Handeln gezogen werden wie die Banker, die erst Milliardengewinne erspekulierten (die selbstredend in private Taschen flossen und dort ebenso selbstverständlich bleiben) und später noch größere Verluste einfuhren, zu Lasten der Steuerzahler und seiner Kinder und Enkel und Urenkel.

Eine Frage allerdings blieb leider auch in dieser Reportage ungestellt: Wo ist eigentlich das ganze Geld hingeflossen? Zwar spricht man in diesem Zusammenhang ja gerne vom “Verbrennen” des Geldes, aber diese Metapher täuscht ja gewaltig. Geld fließt, von einer Tasche in die andere. Des einen Verlust ist des anderen Gewinn. Mehr 70 Mrd. € Steuergelder müssten demnach in private Taschen geflossen sein, sie wurden im wahrsten Sinne des Wortes “privatisiert”. Deren Verbleib wäre so eine Frage, die ich an Herrn Steinbrücks Stelle den Bankern gestellt hätte. Und nicht, wie man diese Umverteilung auch noch staatlich absichert.

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Prozente-Tetris

Jetzt, nachdem die Wahl feststeht, schlägt die große Stunde der Rechner. Wer mit wem wieviel Prozente hat, um die absolute Mehrheit… Halt, Moment. Die Wahl ist ja noch gar nicht vorbei. Und derzeit gibt es noch viele Unbekannte in der Gleichung, die da Bundestag heißt. Uns Piraten zum Beispiel, die so gar keiner in die Gleichungen mit einbeziehen will, genauso wenig wie die Euronauten vom AFD. Dabei steht noch nicht mal der Einzug der starken Mittelmäßigkeit FDP fest. Aber alle basteln jetzt schon aus ihren bunten Steinchen ein Puzzle zusammen, wie sich der Bundestag zusammensetzen sollte.

Hier nochmal zum Abschreiben an alle Umfragen-Gläubigen: Bei den kleinen Parteien ist der Unsicherheitsfaktor 5-7 Prozent, also können die Piraten noch zweistellig werden (was ich natürlich super fände).

Und die Zahlenzauberer müssen einfach noch ein wenig warten, bis sie eine neue Regierung haben. noch ist alles drin.

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250 Gramm Nutella für Deutschland

In der Werbung ist alles ganz einfach: Der Werbefilme nimmt eine Schar gutaussehender, gutgelaunter Menschen, eine tolle Kulisse in strahlendem Sonnenschein, ein Haus, das nach Wohlstand und Behaglichkeit zugleich aussieht. Herzige Kinder in niedlichen Kleidern tollen um eine strahlende Mutter und einen stolzen Vater. Was sie alle so glücklich macht ist meist ein Keksriegel oder ein Nussaufstrich oder eine Margarine, die sie lachend verzehren. Wer säße da nicht gerne am Tisch? Dazu ein Spruch wie “Knuspri macht glücklich!” So weit, so bekannt.

Eher neu ist, dass Parteien sich jetzt auch so verkaufen. Die CDU/CSU kopiert die Margarine-Werbungen aufs Schamloseste. Tja, heißt es dann da auch “Wer möchte da nicht mit am Tisch sitzen”? Ist es eigentlich vertretbar, dass man nicht mit Inhalten wirbt, nicht mit Sachthemen, sondern einen Wohlfühlwahlkampf wie Weichspülerwerbung? Wo sind die Parteien hin, die uns Piraten wütend vorgehalten haben, wir hätten keine Inhalte? Was ist euer Inhalt? 250 Gramm Nutella für Deutschland? In der Familienpackung …

Eurothemen? Syrienkrise? Energiewende anyone? Vielleicht nicht lieber doch eine Großpackung zum Thema NSA? Oder gar zum demographischen Wandel? Ach, alles viel zu kompliziert. Werbung, das kennen die Leute, da können sie mitträumen von einer heilen Familienwelt, so heil wie der Sonntagabend auf dem ZDF. Mich wundert, dass die CDU nicht mit den Geissens wirbt “Rooobert, wat wällste denn?” “CDU, sonst wird dat nix mit dem nächsten Ferrari.”

Die SPD hat statt Rosamunde Pilcher doch lieber in die Kiste mit der Lindenstrasse gegriffen. Betont kleinbürgerliche Gestalten stehen traurig auf den Plakaten. Das ist zwar viel ehrlicher, aber mal ehrlich, so wird das nichts. Wer will sich da danebenstellen? Das versprüht doch wieder nur den Hauch langweiliger Realität. Bei der CDU ist alles in Hochglanz. Da will man doch hin. Auch so wohlhabend und schön sein wie es nur ein paar Prozenten der Bevölkerung tatsächlich gelingt. Da wird schon wieder die Karotte des sozialen Aufstiegs hingehalten, während bei der SPD…also liebe Werber, ich bitte Sie. Das geht doch so nicht. Sie können den Wählern doch nicht den Spiegel vorhalten. Der will ein bißchen träumen dürfen.

Die Grünen machen gleich einen auf Peter Lustig mit der niedlichen Sonnenblume. Die Gri-Gra-Grünen Li-La-Launebären aus dem Kli-kla-Klawitterbus. Ich werde Energieriese – und Du? Ich werd dement und du musst mich pflegen, kleine Maus. So sieht das aus. Dann kannst du dir den Energieriesen aber in die Wuschelzöpfchen schmieren.

Die FDP diskriminiert das Übergewicht ihres Spitzenkandidaten Rainer Brüderle und erzählt was von der “starken Mitte”. Da sollen die sich mit bewerben bei “the biggest Loser” aber doch nicht im Bundestag. Dass jetzt Spitzenverdiener zur Mitte zählen, ist mir neu, für mich ist die FDP jedenfalls nicht zuständig.

Und wir Piraten? Wir hätten uns das alles einfacher vorgestellt, sind aber schon dankbar, dass zumindest so viel Kohle in der Kasse war, dass die Plakate nicht handgemalt oder im Kartoffeldruck hergestellt werden mussten.

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