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Die süßeste Tasche des Jahres – Mopstasche mit Sir Henry

Mopstasche von Sir Henry -

Mopstasche von Sir Henry – hier guckt der Mops

Wer diesen Blog kennt, der weiß, ich liebe Möpschen. Diese kleinen, knuddeligen, lieben, intelligenten Viecherl, die dabei so seltsam würdevoll sind. Möpse sind einfach großartig.

Und der Star unter den Möpsen, Sir Henry, hat jetzt eine Tasche herausgebracht, die man einfach nur mopsen möchte, so süß ist die. Mir persönlich gefällt die puristische Variante am besten, ein Shopper mit grünem- oder nudefarbenem Kunstleder (gibt noch viele andere Farbvarianten) und einer herausnehmbaren Innentasche, wenn der Einkauf mal wieder mehr geworden ist.  Aber für verspieltere Mopsfreunde gibt es auch Varianten mit Streifen und Rosen – und immer dem Bild von Sir Henry. Ab 49 Euro sind die Bags ein klasse Accessoire für den kommenden Frühling. Und alle Varianten sind lederfrei, auch andere Tiere sollen es gut haben. Zu kaufen bei Belas Welt.

Sir Herny, der bekannteste Mops Deutschlands

Sir Henry, der bekannteste Mops Deutschlands

Sir Henry hatte schon immer eine Pfote fürs Geschäft, zusammen mit Frauchen Uschi Ackermann hat der Münchner Starmops (oder Mopszar?) schon Fellpflegeprodukte, Kalender, Kochbücher und sogar Gummimöpse von Haribo auf den Markt gebracht. Er gibt legendäre Feste zur Wiesnzeit, wo er für andere Möpse sammelt, die es nicht ganz so gut getroffen haben im Leben.

Unter “Hier schreibt der Mops” ist das Tier auch unter die Schriftsteller gegangen. Also ein echtes Multitalent. Ich finde, Möpse geben die perfekten Literaten ab. Schliesslich wurden sie auch oft genug von Dichtern und Denkern besungen, von Loriot, der die Tiere abgöttisch liebte bis zu Wilhelm Busch, der im ABC der Tiere schrieb:

Die Maus tut niemand was zuleide, der Mops ist alter Damen Freude

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Bergsehnsucht unter Wolkenkratzern

© Österreich Werbung / Ascher   Bildtext:  Ahornboden im Karwendel / Im Herbst / Tirol

© Österreich Werbung / Ascher Bildtext: Ahornboden im Karwendel / Im Herbst / Tirol

Ich lebe gern in Frankfurt. Aber eins gibt es, das vermisse ich sehr: die Berge. Der Anblick der Alpen am Morgen, vor allem im Herbst, wenn sich die Hänge in alle Tönen von Braun zu Gelb und Rot verfärben, dazwischen Tannen und schon das erste Weiß des herannahenden Winters auf den Gipfeln, das ist einmalig. Und der Duft der Wälder, wenn man zum Wandern aufbricht. Nach Pilzen und Moosen und Laub, nach Harz und Holz. Das ist wunderbar. Und erst, wenn man dann keuchend die Hütte erreicht hat. Was es da zu essen gibt: Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn, Kaspressknödel und Marillenknödel, Schlutzkrapfen und Spinatnocken, Bauernpfanne und Bratkartoffeln…es ist das Paradies. Das kann der Anblick der Hochhäuser und des Mains in Frankfurt auch nicht wettmachen.

Eines meiner liebsten Ausflugsziele rund um München war der Ahornboden im Karwendel. “Komm, wir fahren für einen Nachmittag nach Neuseeland”, war unsere Devise. Je näher man kommt, umso türkiser die Bergbäche, umso schroffer die Felsen.  Und eben die Ahornbäume, eine botanische Rarität, die man erlebt haben muss. Auf die gesamte Hochfläche verteilt stehen rund 2.000 Bergahornbäume, die teilweise schon 600 Jahre alt sind. Und im Herbst bieten sie ein wahres Farbenspektakel: Dann verwandelt sich der Ahornboden in eine Tiroler Version des “Indian Summer“. Ich erinnere mich, am Tag der Oktoberfesteröffnung dort gewesen zu sein. Genialer Käsekuchen auf einer Hütte, strahlender Sonnenschein – ohne besoffene Touristen. Super!

AlmschmankerlDeswegen hat es mich auf der Buchmesse wie magisch zum Stand des Anton Pustet Verlags aus Österreich gezogen, der einige sehr ansprechende Bildbände und Kochbücher im Programm hat. Darunter eins, dass ich mir gleich als Rezensionsexemplar mitgenommen habe: “Almschmankerl” von Herbert Gschwendtner. (25 Euro)  Das wunderschön aufgemachte Buch vereint Kochbuch und Wanderführer. Der Autor zeigt die schönsten Wanderwege im Salzburger Land (auch nur 2 Auto- oder Zugstunden von München entfernt) samt ihren Sehenswürdigkeiten und – das ist für mich wie gesagt das Wichtigste am Wandern :)  – er verrät, was es auf den erreichten Hütten zu essen gibt und liefert dazu die originalen Rezepte der Hüttenwirte. Die sind hier im Flachland eh besser für den Herbst und Winter geeignet. Faschierte Wildlaiberl auf Pfifferlingsauce, Kasnocken, Almheusuppe, Bauernkrapfen – alles herrlich anzusehen, recht leicht zuzubereiten und garantiert ein Hit, wenn Flachlandtiroler zu Besuch sind. Und im Sommer probiere ich die Wanderwege aus. Und lass mich selbst bekochen.

PS: Ich freu mich über Tipps für gute Kochbücher. Ich liiiebe Kochbücher.

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Weihnachten goes Oktoberfest

Das Tollwood-Festival  ist eh schon auf der Theresienwiese, die Weihnachtsmärkte schießen wie Pilze aus dem Boden, da fragt man sich eigentlich schon, warum noch kein findiger Eventmanager auf die Idee gekommen ist, das Weihnachtsfest ein wenig zünftiger, jugendlicher, partyiger zu machen. Dem verstaubten Brand Xmas ein cooles Makeover zu verpassen, wie es auf Werberdeutsch heißt. Und das kann in München (oder überall in Deutschland) nur eines heißen: Weihnachten goes Oktoberfest. Am besten, es gibt in den Xmas-Zelten eine Band (bei Tollwood vorhanden), oder auf dem Marienplatz eine offene Bühne. Diese Bands spielen dann in Nikolauskostümen besinnliche Kracher wie “Last Christmas” oder “Marie’s Boychild” als Blasmusikversion, ein findiger Entertainer wie Micki Krause kommt bestimmt schnell auf die Idee, da einen schlüpfrigen “XMashit” zu ersinnen, etwa “ich hab eine rote Zipfelmütze” oder “Wir machens im Stall”. Das wäre schon mal das Grobkonzept.
Aber da geht noch mehr, damit das ein richtiges Event wird: es muss das richtige Outfit her – eine Xmas-Tracht, vielleicht rote Lederhosen für Männer, wahlweise auch in Tannengrün, dazu die beliebten Samtwesterl. Die Frauen bekommen schicke Engelskostüme, oder Weihnachtsdirndl mit Rentieren bestickt oder amerikanisch aufgerüscht mit kleinen Zuckerstangen. Dazu Santa Claus Elfenhüte, rote Nerzpelzmützerl und Claudia Effenberg hat für jeden Xmas-Marketbesuch ein Extra-Outfit. Es gibt Promizelte, wo der Glühwein mit Champagner gemacht wird oder aus extrem teuren Bordeaux-Weinen.Es muss Türsteher vor den Buden geben und monatelange Wartezeiten, um in Zelten wie “Käfer’s Blasmusikranch”  sein XMas-Gickerl mit Maronisoß verzehren zu dürfen.

Promiköche mixen ihre eigene Gewürzwein-Mischung und haben einen “Schmankerlstand” auf dem Marienplatz, der von irgendeinem Lebensmittelkonzern gesponsert wird. In anderen Zelten wird der Glühwein Massweise ausgeschenkt oder in exotischen Geschmacksrichtungen wie Zimt -Kokos, Thai-Tea-Glühwein mit Grüntee-Milch oder als Bubbletea. Das da noch niemand drauf gekommen ist…

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Spezl-Wirtschaft mit Würstl und Kraut

Wir in Deutschland machen es uns gerne einfach. Ängstlich werden neue Lösungen gemieden. In jedem Bereich. Im Fernsehen spielen deswegen gefühlte 5 Schauspieler rotierend in allen Fersehsendungen mit, es gibt fünf Moderatoren, wenn einer was zum Internet erzählen soll, lädt man Sascha Lobo ein und wenn es um Sex geht Charlotte Roche. Das Leben ist einfach in den Medien, nimm wen Bekanntes, da weißt Du, wen Du kriegst.

So scheinen auch die Weber zu denken. Das beweist die Kooperation von McDonald’s mit Alfons Schuhbeck, der neben Lafer, Lichter und Mälzer immer herhalten muss, wenns ums Kochen geht. Schuhbeck ist momentan sehr umtriebig (siehe letztes Blogpost) und deswegen auch nicht im Mindesten ein Garant für das, was er verkörpern soll. Exklusivität und Qualität.

Das sieht er naturgemäß anders und so erklärt er der w&v:  “Das Unternehmen und ich haben nicht nur denselben hohen Anspruch an Qualität – wir wollen auch einfach zeigen, wie gut wir zusammen zünftiges Hüttenflair in die McDonald’s Restaurants bringen können.“ Der Gourmet-Ritterschlag für den Werbepartner., säuselt w&v…. Nein, denn der Qualitätsanspruch von Alfons Schuhbeck scheint bei der Wahl seiner Werbepartner denkbar klein zu sein: Wer erinnert sich noch an das Escoffier-Disaster, das Foodwatch abstrafte? Schuhbeck ist ein großartiger Koch – wieso gibt er seinen guten Namen für fragliches Machwerk her? Muss er immer noch die Schulden abtragen, weil er in dubiose Finanzgeschäfte verwickelt war?

Natürlich hat diese Koop mit McDonalds der Hoeneß eingetütet, der Schuhbeck ist ja auch der Lieblingskoch des FC Bayern und weil eine Hand gerne die andere wäscht wird der Spezl natürlich eingeladen, wenn es gilt, den Hoeneß-Würstl-Burger unters Volk zu bringen.

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Alfons, langsam nervst du!

Es war einmal ein Koch, der war pfiffig und graderaus. Der schaffte es, der bayerischen Küche wieder ein gutes Image zu geben. Feiner, fettärmer, moderner. Die Bayern liebten ihn dafür. Er war im bayerischen Fernsehen mit einer Kochshow präsent, die war nett und witzig.

Es war einmal. Mittlerweile hat Alfons Schuhbeck sich ein Imperium aufgebaut und ist omnipräsent. Das nervt. Er hat seine Lokale in München, ein Event-Zelt mit einer Gastroshow, Gewürzläden, Eisdielen, er bietet seine Gewürze bei Tchibo oder Rewe an, hat unter seinem Namen Tiefkühlkost, Fertiggerichte, Tütensuppen laufen, wirbt für Dosensuppen, schreibt Kochbücher, hat einen Stand auf dem Oktoberfest, kocht für Siemens in der Allianz-Arena, hat mehrere Kochshows, eine Kochschule, hat das Essen für die Speisewägen der Bahn kreiert, macht für Müllerbrot Brote…..und jetzt auch noch Werbung für McDonalds.

Vermutlich hab ich sogar die Hälfte seiner Aktivitäten vergessen. McDonalds setzt dem Ganzen jetzt die Krone auf.  McD hat ja in jedem Land Hauben-Sterne oder andere Kochchampions an den Burgerherd berufen, um mit dieser Aktion das Image der Schnellpflanzerl aufzuwerten.  Das wäre mit einer echten Kochlegende wie Hans Haas auch in Deutschland sicher geglückt. Aber hier wertet sich McDonald nicht auf, sondern der Alfons Schuhbeck sich nur weiter ab. Schade.

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Ein echtes Jodeldiplom

 „Holleri du dödl di, diri diri dudl dö“ – das lernt man, wenn man ein Jodeldiplom macht. Jedenfalls in Loriots wunderbarem Klassiker, in dem Frau Hoppenstedt auf dem zweiten Bildungsweg einen Topberufsabschluss macht, der ihrem Leben Sinn gibt, wenn die Kinder mal aus dem Haus sind. „Dann hab ich was Eigenes, dann hab ich mein Jodeldiplom“ Dass man damit in der Tat nicht so schlecht fährt, sieht man daran, welche gigantischen Umsätze man als volkstümlicher Musiker erzielen kann. Vermutlich wäre Helga Hoppenstedt mittlerweile reich und gern gesehener Gast bei Florian Silbereisen. Jodeln macht reich und sexy, zumindest, wenn man aus voller Brust jodeln kann. Auch Heidi Klum hat das Jodeln zum Markenzeichen gemacht.

Um da nicht ins Hintertreffen zu geraten, kann man auch bei Jochen Schweizer sein Jodeldiplom machen. Je nach Talent ist der Nervenkitzel ähnlich wie beim Houserunning. Thema des ganztägigen Kurses ist unter anderem das „Kennenlernen unterschiedlicher Jodel-Typen wie Gipfel-, Alm-, Dialog- und Echo-Jodeln, Hintergrundinformationen zur Tradition des Jodelns” und natürlich: Die Verleihung des Jodeldiploms. Dann hat man was Eigenes.

Gebucht werden kann der Kurs über: www.jochen-schweizer.de oder in den Eventgeschäften, unter anderem im Stachus Untergeschoss oder in der My-Zeil. Es gibt auch noch weniger humorige Angebote, etwa einen bayerischen Kochkurs, ein Weißwurst- oder Brauseminar.

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Promis – des samma mir auf der PR-Wiesn

Bayern, des samma mir – jawoll! Und wer ist nicht alles Bayer während des Oktoberfests: Roberto Blanko, Claudia Effenberg, Micki Krause, Anton aus Tirol…Das erste Wiesnwochenende ist das PR-Highlight der deutschen Prominenz. An fest gebuchten Tischen wird in die Kameras geprostet, dass es eine wahre Freude ist. Da wird Stimmung vorgetäuscht und mal wieder echt was fürs volkstümliche Image getan. Denn das ist ja wichtig . In 2000 Euro teuren Dirndln und Louboutin-High Heels wird – von wuchtigen Bodyguards gut abgeschirmt vom Pöbel – Volksnähe zelebriert. Ein PR-Fest vom Feinsten. Die Medien spielen nur zu gerne mit und sorgen untertänigst für die Hofberichterstattung von den VIP-Tischen.

Wer sich den Wahnsinn geben möchte, auch als Zaungast kann man viel Spaß beim Schaulaufen und Schausaufen haben. Denn die Protagonisten haben nicht so richtig viel Spaß, dazu müssen sie viel zu angestrengt aufpassen, dass sie nur ja auf jedem Foto perfekt posieren. Etwa am ersten Wiesnsamstag bei Sepp Krätz im Hippodrom, einfach dem Blitzlichtgewitter folgen. Es ist wahnsinnig komisch zu beobachten, dass die Promis ausschliesslich dann megafröhlich werden, wenn die Kamera draufhält. Da schwingen sie Maßkrüge und Henderl, knutschen, singen mit und schwenken sexy die Röcke und pressen den Ausschnitt in die Linsen. Das ist schlagartig vorbei, sobald die Kamera weg ist, und nippt man lieber wieder am Mineralwasser. Und man redet über das neueste Projekt, ob man nun eins hat oder nicht.

Immer mit dabei: Verona Pooth, dieses Jahr vermutlich im günstigen Kik-Dirndl, liebevoll von den Kindern aus dem SOS-Kinderdorf in Bangladesh für sie handbestickt, dazu Vroni Ferres mit ihrem Drückerkönig, diverse Dschungelkönige, Simon Gosejohann, der Exmann von Vroni Ferres mit neuer Blondine, Boris Becker, der FC Bayern und Christine Neubauer. Und das ist schon die A-Prominenz (was ein fürchterliches Licht auf die deutsche Prominenz an und für sich wirft).

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Der Trachtenfasching und die echte Tracht

Ich glaube, ich werde es nie schaffen, in meinem Blog eine einheitliche Linie und ein einheitliches Thema zu finden – und eigentlich ist es auch egal. Mein Blog, meine Regeln…heute wieder ein Modethema. Ein Bayerisches.

Heute will ich mal eine Aufklärungsaktion starten, um zu erklären, wo die bayerische Tracht eigentlich herkommt. Die ist nämlich eigentlich nur die Tracht eines einzigen Tals und es ist definitiv nicht wahr, das Tracht auch nur ansatzweise in München heimisch wäre. Bis in die späten  Neunziger haben nur die wenigsten Leute Tracht auf der Wiesn getragen, das ist ein Marketing-Gag, seit das Fest um 2000 herum zum Event hochgejazzt wurde und aus der Wiesn ein reservierungspflichtiger Trachtenfasching wurde. Damals war es nicht mal besonders cool, auf die Wiesn zu gehen – heute darf man sich nicht nicht blicken lassen…mittlerweile gibt es sogar Kosmetikkollektionen, die sich nur dem Thema Oktoberfest widmen, obwohl das Ding nur eine einzige Stadt in Deutschland betrifft…

Es war einmal, im schönen Tegernseer Tal, da trugen die Bauern eine sehr praktische Arbeitskleidung. Feste Lederhos’n aus Hirschleder, teilweise sehr schön bestickt. Am Hosenbein gab es eine kleine Tasche, da steckte der Veitl, das Essmesser, drin. Dazu trugen die Männer Leinenhemden, graue Filz-Janker drüber. Die Bauersfrauen hatten schlichte Kleider an, meist mit Mieder bis unter die Brust, weil der fast permanente Babybauch keine Taille erlaubte. Darüber Schürzen, die man öfters waschen konnte. Für den sonntäglichen Kirchgang gab’s ein anderes, gutes G’wand, fast immer schwarz. An dieser Kleidung fanden die Leute im Tegernseer Tal nix besonderes.

Doch dann kamen die reichen Sommerfrischler aus der Stadt, aus München, allen voran der Prinzregent Luitpold, und die bewunderten die Trachten sehr. Die wirkten so volkstümlich, so bequem, im Gegensatz zu all den komplizierten Frauengewändern mit ihren Miedern, Rüschen, Reifröcken und Aufbauten. Auch die Männer waren von den Lederhosen begeistert, sie trugen sie zum Bergwandern oder zur Jagd, sie spielten damit einfacheres Volk und hatten einen Spaß dabei. Die Tracht machte alle gleich. Zuerst.

Aber die Städter, vor allem die Damen, brezelten die Bauerndirndl gewaltig und modisch auf, mit Seidenstoffen, mit viel Silber und Gehänge – niemals zum Arbeiten geeignet. Die Lederhosen für die Männer blieben gleich. Insofern ist das, was derzeit auf dem Oktoberfest herumläuft, immer noch historisch in Ordnung – jedenfalls wenn man das mit damals vergleicht. Ursprünglich ländliche Trachten, die auf Teufel komm raus aufgemotzt werden.

Im Tegernseer Tal gab es auch ein Theater, das von einem gewissen Herrn Terofal – der hatte als erster die Idee, mit bayerischen “Bauernstücken” auf eine weltweite Tournee zu gehen und so war das Image des bayerischen Trachtlers erst deutschlandweit, dann weltweit zementiert.

Was derzeit auf dem Oktoberfest als Tracht geführt wird, ist teilweise schön, teilweise megapeinlich und nur in den seltensten Fällen halbwegs traditionell. Die sündteuren Promitrachten darf man getrost unter der Kategorie “so viel Geld für so wenig Geschmack” ablegen, aber mei, das ist eben die Liberalitas Bavariae, das wir solchen Adabei-Grusel auch durchgehen lassen…

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Deutsche Prominenz – ein Trauerspiel

Jetzt, nachdem das Oktoberfest wieder vorbei ist, muss mal eine Bestandsaufnahmen zum Thema Prominenz gemacht werden. Viele Leute fragen mich: Warum sind denn immer die gleichen Hanseln in den Medien und wieso ausgerechnet die? Dann muss ich sagen – das sind die, die eben in den Medien stehen möchten.
In den Zeiten, als Baby Schimmerlos noch durch München streifte, gab es eine Handvoll Medien. Die hatten Zugang zu Promis und Partys, man kannte sich, schätzte sich und wußte, dass, wenn mal was Brisantes zu klären wäre, das auch auf dem kleinen Dienstweg erledigt werden kann. Dann wurde es geschrieben oder  mal nicht. Heutzutage gibt es dank Privatfernsehen, Internet und Zeitschriftenschwemme eine Unzahl von leerem Papier, Platz udn Sendezeit die gefüllt werden müssen. Schnell und bunt und effektiv. Da bleibt kaum Zeit für Recherche oder für den sorgfältigen Aufbau tragfähiger Beziehungen – abgesehen davon, dass der Societyposten nicht unbedingt mit guten Redakteuren besetzt wird, sondern immer häufiger mit der Betriebsnudel, die sich danach sehnt, selbst ein wenig Glanz abzubekommen.
Deswegen wird oft der schnellste Weg gewählt – die Spalten werden mit bewährten Gesichtern gefüllt, die zwar nicht viel mehr anzubieten haben außer sich selbst, aber die eben überall zu sehen sind und deswegen bestimmt nicht so falsch sein können. Wer wirklich rein will in die Medien, die optischen Voraussetzungen mitbringt oder operieren läßt und bereit ist, das mit entsprechendem Druck und Aufgabe der eigenen Persönlichkeit zu unterstreichen, dem gelingt das erschreckend einfach. Und schwupps haben wir eine neue Prominenz: Gina Lisa, Daniela Katzenberger, Tatjana Gsell, Verena Karth oder Verona Pooth sind die Rollenmuster.
Da wenden die, die wirklich was können, sich mit Grausen. Wer will als ernstzunehmender Schauspieler, Künstler, Schriftsteller, Industrieller oder Regisseur sich mit solchen Leuten auf einer Stufe stehen, im selben Artikel erscheinen? Nicht so viele. Deswegen beißt sich die Katze in den Schwanz, mit zunehmender Nullnummerndichte werden die echten Schwergewichte seltener und machen sich noch rarer. Dann müßte man eben als Redakteur ran und nachforschen – aber das kostet wertvolle Zeit.  Zu recherchieren, was derzeit Oscargewinner Florian Gallenberger macht? Unwichtig, die Brüste von Daniela Katzenberger sind doch abendfüllend. Was machen die deutschen Großinstustriellen? Egal, Tatjana Gsell macht Werbung für irgendeine Sexmesse. Die ernsthaften Leute lassen sich in dem Zirkus nur noch widerwillig blicken, wenn gerade ein neuer Film oder ein Buch ansteht. Es wird bedauert, deutsche Promis hätten keinen Sinn fürs Leichte – ja wie denn, wenn man dann in einer Schublade mit Teppichludern, Halbprofessionellen oder Liliana Mattäus steckt?

So graben sich die Medien langsam aber sicher das Wasser ab, von dem sie leben. Weil irgendwann der dümmste Leser checkt, dass nur noch purer Schaum geschlagen wird, ohne Substanz und Gehalt. Dass, wenn man mit nix ein Star werden kann und jeder einer ist – eben keiner mehr einer ist.

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