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Endlich wieder in einer Modestadt!

 THE GALLERY DÜSSELDORF vom 19. bis 22. Juli 2013.Fair impressions THE GALLERY DÜSSELDORF

THE GALLERY DÜSSELDORF vom 19. bis 22. Juli 2013.Fair impressions THE GALLERY DÜSSELDORF

Man kann nicht sagen, dass die Frankfurter schlecht gekleidet waren, ganz und gar nicht. Es war sogar ein sehr lustiges Gemisch Normalos, aus Männern in tadellosen Anzügen, Frauen in Kostümen, dazu viele sehr sexy Chicas auf der Zeil und Männer im Offenbacher Businesslook (Jogginghose), sogar ein paar Hipster gab es. Und mit Hayashi einen der besten Modeläden, die ich kenne.

Aber in Düsseldorf zu sein, dass ist schon wieder eine andere Nummer. Die Kö und die Schadowarkaden sind wirklich glanzvoll, Breuninger ein Traum, es gibt Läden für den BlingBling-Schick wie Jades, Hipsterbedarf in “Kauf dich Glücklich” und bei Karstadt gibt es sogar Marken wie Topshop oder All Saints. Und alle übrigen Marken gibt es natürlich auch.

Papis Loveday und moi

Papis Loveday und moi

Und es gibt jetzt auch sowas wie eine Modemesse – es sind zwar mehr Modeordertage, aber egal. Mit Designern und Parties und viel drumrum. Ich bin jetzt dort ein paar Tage herumgesaust und habe viele spannende Labels kennengelernt. Es ist toll, so viele so gut gekleidete Leute zu sehen, so viel Mode um mich herum zu haben – danke auch an meine liebe Elle, die mit mir mitsauste. Und ich habe Münchner Freunde wiedergetroffen: Papis Loveday, (ich hab sein Spiegel-Interview zum Thema Rassismus verlinkt, sehr toll und sehr wichtig) Designer Tom Zauke und seine Freundin Michaela Belm.

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Die süßeste Tasche des Jahres – Mopstasche mit Sir Henry

Mopstasche von Sir Henry -

Mopstasche von Sir Henry – hier guckt der Mops

Wer diesen Blog kennt, der weiß, ich liebe Möpschen. Diese kleinen, knuddeligen, lieben, intelligenten Viecherl, die dabei so seltsam würdevoll sind. Möpse sind einfach großartig.

Und der Star unter den Möpsen, Sir Henry, hat jetzt eine Tasche herausgebracht, die man einfach nur mopsen möchte, so süß ist die. Mir persönlich gefällt die puristische Variante am besten, ein Shopper mit grünem- oder nudefarbenem Kunstleder (gibt noch viele andere Farbvarianten) und einer herausnehmbaren Innentasche, wenn der Einkauf mal wieder mehr geworden ist.  Aber für verspieltere Mopsfreunde gibt es auch Varianten mit Streifen und Rosen – und immer dem Bild von Sir Henry. Ab 49 Euro sind die Bags ein klasse Accessoire für den kommenden Frühling. Und alle Varianten sind lederfrei, auch andere Tiere sollen es gut haben. Zu kaufen bei Belas Welt.

Sir Herny, der bekannteste Mops Deutschlands

Sir Henry, der bekannteste Mops Deutschlands

Sir Henry hatte schon immer eine Pfote fürs Geschäft, zusammen mit Frauchen Uschi Ackermann hat der Münchner Starmops (oder Mopszar?) schon Fellpflegeprodukte, Kalender, Kochbücher und sogar Gummimöpse von Haribo auf den Markt gebracht. Er gibt legendäre Feste zur Wiesnzeit, wo er für andere Möpse sammelt, die es nicht ganz so gut getroffen haben im Leben.

Unter “Hier schreibt der Mops” ist das Tier auch unter die Schriftsteller gegangen. Also ein echtes Multitalent. Ich finde, Möpse geben die perfekten Literaten ab. Schliesslich wurden sie auch oft genug von Dichtern und Denkern besungen, von Loriot, der die Tiere abgöttisch liebte bis zu Wilhelm Busch, der im ABC der Tiere schrieb:

Die Maus tut niemand was zuleide, der Mops ist alter Damen Freude

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Das fängt ja alles gut an!

FrauMaja, Kiko und Forschungstorte (von l.) auf dem BPT

FrauMaja, Kiko und Forschungstorte (von l.) auf dem BPT

Ganz ehrlich? Derzeit gehen mir Fahnen und alle anderen Gates ziemlich am Allerwertesten vorbei, denn das Wichtigste ist derzeit – mal wieder – ankommen. Am Rhein. In Düsseldorf. Und irgendwie fängt alles ziemlich gut an, kann ich nicht anders sagen. Ich finde ja ziemlich schnell Anschluss, das ist ein Riesenvorteil. Manche Begegnungen haben sich als geradezu magisch herausgestellt – an Freundinnen wird es mir nicht mangeln, auch wenn ich viele liebe Menschen aus München und Frankfurt vermisse.

Auch wenn die Bude noch voller Kisten steht und ich bei weitem noch keine Küche habe, egal. Drückt mir die Daumen, dass es sich gut entwickelt. Und die, die sich über Stofffetzen streiten und wer mit wem spielen darf (Eh die Frage aller Fragen) und wer die coolen Kids sind auf dem Pausenhof der Politik, die sollten darüber nachdenken, dass es uns doch eigentlich darum ging, allen diese Welt ein bißchen schöner zu machen. Und nicht eine viel größere Hölle erschaffen.

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Wie man die perfekte Wohnung findet

Man muss ja nicht gleich übertreiben

Man muss ja nicht gleich übertreiben – Wir sind ja nicht mehr der Sonnenkönig in Versailles

Jetzt, nachdem die Tinte unter meinem Mietvertrag trocken ist, teile ich gerne meine “Perlen der Weisheit” mit euch. Meine 7 Regeln eine Wohnung zu finden.

1. Sei unbescheiden
Was willst du gerne in deiner Wohnung haben? Wannenbad, Kamin, Dachterrasse, große Küche? Blick ins Grüne? Frisch renoviert? Und das alles für wenig Kohle? Gib es bei Wohnungsbörsen im Internet gnadenlos an. Wer glaubt, so eine Wohnung kann es nicht geben – ich zieh gerade ein.

2. Man sieht nur bei der Besichtigung gut
Viele Leute lassen Angebote ohne Bilder im Internet links liegen. Mächtig großer Fehler. Denn gerade Wohnungen ohne Bilder stammen von älteren Menschen, die sich im Internent nicht so auskennen und viel Wohnung für faires Geld zu vergeben haben. Ansehen muss man die Wohnung eh (Bilder können sooo lügen) – gerade ohne Bilder wartet das Schnäppchen.

3. Fuck the Inviertel
Alle in Frankfurt wollen ins Nordend, alle in Düsseldorf nach Flingern, alle in München nach Haidhausen oder ins Glockenbach. Warum denn das? Um mitten in der “Action” zu sein? All diese Viertel lassen sich von anderen, weniger “Innen” Viertel easy erreichen. Dafür hat man woanders seine Ruhe in der Nacht und die Chance, noch eine bezahlbare Wohnung mit Dachterrasse, mehr Wohnung fürs Geld und sonstigem Komfort finden. Und nie vergessen: Wer jetzt eine Traumwohnung in einem Inviertel zu einem günstigen Preis besitzt, hat dort vermutlich schon gewohnt, als das Viertel noch nicht in war. Das sollte zu denken geben.

4. Spann deine Freunde ein
Die sozialen Netzwerke sind ein idealer Raum zu Wohnungssuche. Viele Topangebote gehen sofort unter der Hand weiter und landen gar nicht erst im offiziellen Wohnungsmarkt. Streu emsig, dass du suchst und sag, was und wo. Mach das auf Facebook und Twitter unter dem Hashtag #Followerpower bekannt, dann wird deine Message weitergetragen.

5. Xing und LinkedIn sind ein Top Wohnungsmarkt
Auf Xing und LinkedIn sind Geschäftsleute mit Zugang zum schwarzen Brett ihrer Firmen, Leute, die gerade umziehen aus geschäftliche Gründen – da eine Wohnung zu finden ist gar nicht so unwahrscheinlich. Das kann man auch direkt ins Profil reinschreiben – als Extrabonus gibt es schon Kontakte in die künftige Heimatstadt.

7. Lass den Makler was tun für sein Geld
Ein Makler soll die perfekte Wohnung finden, nicht nur aufsperren und Interessenten durchlotsen. Spannt ihn oder sie ein fürs Geld und fragt nach, was sonst noch bei seiner Firma im Angebot ist. Möglich, dass da noch eine viel, viel bessere Wohnung auf ihren Mieter – und damit dich – wartet.

Habt ihr noch mehr Tipps? Immer her damit!

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Bollywood in der Küche

Bollywood-Hindi-movie-still-ft.-Rani-Mukherjee-01Meine Schwägerin Susanne und ich teilen ein schmutziges Geheimnis. Wir beide kucken gerne Bollywood Filme. Und zwar die richtig schlimmen mit Gesang, Tanz, Kitsch und allem Pipapo was dazugehört. Wir bekommen jedes Mal Lust, mitzuhüpfen.
Und die Filme machen Lust auf indisches Essen. Aber ich hab sowieso fast immer Lust auf indisches Essen. Es ist größtartig würzig, scharf, sahnig. die Saucen sind dick vor Nüssen und Gewürzen. Einfach alle Geschmacksrichtungen vereint in einer wunderbaren Komposition – wenn es gut gemacht ist. Bislang ist mein Lieblings-Inder, das Safran in München, noch ungeschlagen. ich habe einige sehr leckere indische Gerichte in Frankfurt gegessen. Aber nie ganz so gut wie das Safran. Es gibt noch einen Geheimtipp in Offenbach, den werde ich demnächst besuchen und berichten.
BollywoodWenn es etwas nicht gibt, muss man es eben selber machen. Zum Glück hat mir mein guter Freund Josef, (den ich jetzt auch dieser Stelle herzlich grüßen möchte) ein wunderbares Geschenk zum Geburtstag gemacht (zusammen mit seiner Gattin Bernadette) und zwar das Bollywood Kochbuch. Jawohl, zwei Sünden auf einmal. Aufgemacht ist es so bunt wie ein Bollywoodfilm in rosa-orange mit vielen Bildern aus Bollywoodfilmen.
Das Buch enthält die Lieblingsrezepte der Bollywood Stars wie Shahrukh oder Aschwari Rai. Alle Rezepte sind relativ leicht nachzukochen, wenn man die Zutaten erst mal daheim hat. Das kann bei den Gewürzen eine Menge sein.

Interessant ist das Buch auch deswegen, weil viele Rezepte der “Hausmannskost” beschrieben werden, die sich normalerweise nicht auf den Speisekarten der üblichen Restaurants finden lassen. Geräuchertes Dal, gebackene Auberginen – spannende Rezepte. Und dass man Ente und Fleischklößchen als Beilage zu einem Lamm-Linsengericht namens Dhansak Dal serviert, ist für mich auch neu gewesen.
Zusätzlich erklärt das Kochbuch die typischen Straßen-Imbisse, die auf den Straßen von Mumbai zu kaufen gibt. Ich weiß nicht, ob ich je den Mut hätte, ein Rühreigericht oder Kartoffelpfannkuchen an einem Strassenstand von Mumbai auszuprobieren, aber für zuhause sind es schnelle und leichte Abendessen. Garniert ist das Buch mit vielen Bildern und Informationen rund um die Stars und den indischen Film. So verrät zum Beispiel Shahrukh Khan sein Lieblingslokal, das Masala Bay im Lands End Mumbai. Ich wusste gar nicht, dass der Übersuperstar Indiens normal in einem Lokal essen kann… für jeden Fan der Bollywood Filme ein echtes Muss.

Wer noch Tipps in München, Düsseldorf, Köln oder Frankfurt für gute indische Lokale hat, bitte immer her damit!

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Frauen sind immer die Looser – eine Instyle-Blattkritik

Frauen ab 30 sollten sich besser einen Hund zulegen

Frauen ab 30 sollten sich besser einen Hund zulegen

Was haben die Redakteure der Instyle eigentlich für ein Frauenbild? In der Augustausgabe 2013 sind unter der sehr irreführenden Rubrik “Beautyreport” zwei Frauenschicksale geschildert. Das von Sarah B, die bei ihrem totdrögen Mann bleibt, weil sie Angst hat, keinen mehr abzubekommen “Bei Frauen über 30 stehen die Kerle nicht mehr Schlange”, weiß sie. Darüberhinaus will sie Kinder, er nicht. Gut, dass die Instyle diese Geschichte von einer höchst “einfühlsamen” Psychologin namens Anna Schoch kommentieren läßt: “Opfer zahlen sich nicht aus, der verläßliche Mann ist mit einem Risiko behaftet. Eine Midlifecrisis mit 50 und schon wird Sarah gegen eine 20-jährige ausgetauscht. Sie könnte als kinderlose Frau verbittert und verarmt übrig bleiben.” Aha – wieso verarmt, die Frau ist doch berufstätig? Verarmt man ohne Mann?

Was soll die Frau dann machen? Am besten doch selbst ihren Mann gegen einen 20jährigen umtauschen? Doch auch das ist ganz, ganz falsch, wie die zweite Geschichte zeigt: dort verläßt Visagistin Liane, 42, ihren Mann für einen jungen Studenten. Der sie natürlich nach kürzester Zeit verläßt, während ihr Mann – natürlich – schon wieder eine andere hat. Streng geht Professor Schoch, die ungefähr so empathisch ist wie Leonhard Hofstetters Mutter, mit Liane ins Gericht: “Sie hat ihre Situation selbst verschuldet.”… immerhin hat sie einen Trost parat: “Mit 40 kann man noch eine Menge im Leben anfangen.”

Ich war von dem Artikel mild schockiert. Was ist das für eine Weltsicht, in der Männer immer die Gewinner sind und Frauen immer die Looser? Wieso denken die so derartig verzweifelt und desillusioniert über das Schicksal von Frauen? Spiegelt das eigene Erfahrungen der Redaktion? Wieso glaubt die Instyle, dass der langweilige Matthias mit 50 problemlos eine 20jährige Partnerin findet, während eine Frau, die 10 Jahre jünger ist, dankbar zu sein hat, wenn ihr Partner bei ihr bleibt und sie das gefälligst auch zu tun hat, weil sie sonst selbst schuld ist – weil nen Neuen abbekommen wird sie wohl nicht mehr? Was ist die Moral von der Geschichte, warum stehen diese Erlebnisse im Beautyteil? Weil nur Cremes und andere Alterungsverhinderer die Frauen vor dem sozialen Armageddon retten können und sie zumindest eine Weile so konservieren, dass auch der langweiligste Mann geneigt ist, bei ihnen zu bleiben, zumindest, bis was Jüngeres daherkommt. Denn passenderweise ist der Artikel umrahmt von lauter Antifaltencremes. Da bekommt man doch echt gute Laune…

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Wein für Sparfüchse

SparweinEs soll ja Menschen geben, die kaufen Wein wie Aktien. Nur, dass diese Aktien im Keller lagern, und wenn ihr Wert wider Erwarten sinkt, kann man sich mit ihnen aus Frust noch die Kante geben. Danach sieht es aber nicht aus, derzeit ist ein guter Bordeaux vermutlich sicherer als die Riesterrente. Doch die Schätze wollen auch richtig gelagert sein, damit weder der Inhalt noch die Flasche Schaden nimmt. Des ist nämlich auch bei Wein so wie bei allen teuren Sammelgütern: Beschädigt mindert sich der Wert eklatant.  eine Flasche mit beschädigtem Etikett, falsche Füllhöhe oder oxidiertem Flaschenhals kann man eigentlich gleich trinken…

Und da kommt Michael Käfer ins Spiel. Der findige Gastronom aus München hat mal wieder eine Marktlücke gefunden. Er kauft von Weingütern aus aller Welt Weinflaschen, die für Sammler nicht top sind: zerissenen Etiketten, falsche Flaschenfarbe, irgendwelche Äußerlichkeiten. Der Wein drinnen ist natürlich nach wie vor der Gleiche, Essig wird nicht verkauft. Das Motto heißt “not perfect bottles“, nicht kaputter Wein..Und diese Flaschen mit Macke werden zu viel günstigeren Preisen angeboten. Zum Beispiel 330 statt 690 Euro für einen tollen Bordeaux sind immer noch kein Schnäppchen, aber doch mal eine Gelegenheit, den Wein tatsächlich auszutrinken. Zu einer ganz besonderen Gelegenheit…

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Das Formatradio fordert ein neues Opfer

Schade, die Radioshow von Ali Khan gibt es nicht mehr. Sie wurde – als zu unangepasst, zu unkontrollierbar, zu originell aus dem Programm von Radio Charivari (Charivari heißt übrigens Katzenmusik auf französisch) verbannt. Ein Münchner Sender verliert damit ein echtes Münchner Original. Sowas macht mich traurig und wütend, weil bald nur noch der weichgespülte Scheißdreck die Ohren umsummt. Ich hab bei Ali gern reingehört, hab vor kurzem selbst ein Interview gegeben. 10 Minuten, live. Hat unglaublich Spaß gemacht. Machs gut, Ali. Ich bin sicher, nicht alle Programmchefs sind derartig bescheuert.

Ich erinnere mich noch an einen Stunt von Ali Khan im Fernsehen, als er mit einem Michael Jackson Double kurz vor der erwarteten Ankunft des damals noch lebenden Superstars im Hotel Bayerischer Hof eintraf und anstandslos mit Kamerateam in dessen Suite gelassen wurde, wo lebensgroße Plüschtiere warteten…Unbezahlbar entlarvend und komisch. Solche Leute mit solchen Ideen brauchen wir weiterhin in unserer stromlininienförmigen Medienlandschaft.

http://kingdomofkhan.wordpress.com/2012/12/25/ganz-staad-sei-ein-nachruf-von-ali-khan-uber-radio-fur-munchen-stadt-beliebig-einsetzbar-der-beste-mix-munchens-hitradio-slogan-frei-wahlbar/

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Label of Love – Frieden zum Umhängen

Label of Love find ich toll: Das Label verbindet die Symbole von Judentum, Christentum und Islam zu einer Einheit. Ein tolles Signal in dieser Zeit. Was es bislang nur als Schmuck in Gold oder Silber gab, gibt es auch als Tuch – mal was anderes als ein Pala…: Mit dem Symbolwurden Halstücher in verschiedensten Farben und Motiven aus Seide oder Baumwolle kreiert. Das Ergebnis: Das Markenzeichen mit den Symbolen der drei Weltreligionen (Christentum, Judentum und Islam) bildet geometrische Muster, die Blumen lassen die Tücher verspielter aussehen. So wird mit dem Tuch von LABEL OF LOVE jeder Look zu einem Hingucker!

Viel Liebe steckt im Design genauso wie hinter der Marke: LABEL OF LOVE symbolisiert mit dem 3er-Zeichen den Glauben an Respekt, Liebe, Frieden und Gemeinschaft. Die Marke steht ebenso für Rebellion gegen veraltete Dogmen und Regeln. Es ist eine Marke für die neue Generation im 21. Jahrhundert, die Menschen mit unterschiedlichen Religionen, Nationalitäten oder Hautfarben nicht verachtet, sondern mit ihnen tolerant und respektvoll umgeht.

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Warum ich gerne Pirat(in) bin

Es heißt ja, wenn man in einen neue Stadt zieht, sollte man am besten einem Verein beitreten. Das habe ich gemacht. Ich bin Pirat geworden. Oder Piratin, vielleicht sollte ich da tatsächlich ein bisserl mehr drauf achten. Es hat sich so ergeben, denn einige der ersten Menschen, die ich Frankfurt so kennengelernt habe, waren Piraten. Auf einem Twitter-Stammtisch namens Schnitzelffm habe ich meine erste “Heimat” gefunden. Darunter viele ITler, Programmierer, Social Media Experten, etc etc…Nicht so ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass ich als Social Media Berater enorm viel mit dem Netz zu tun habe. Die Leute waren spannend, nett, sehr kreativ – und dachten weit über den Tellerrand ihres Frankfurter Schnitzels hinaus. Das hat mir gefallen. Seit August bin ich nun Mitglied, noch vor der Berlinwahl.

Für mich bedeutet Pirat sein mehr eine Geisteshaltung denn eine wirklich 1000% politische Haltung. So sehe ich die Piraten nämlich: als Sammelbecken vieler kreativer Köpfe und Querdenker, als ein Konglomerat geballter Kreativität. Die Piraten sind keineswegs alles durchgehend Digital Natives. Klar, es wird keinen Piraten geben, der keinen Internetanschluss daheim hat oder der nicht gerne im Netz unterwegs wäre. Aber sie arbeiten bei Banken und bei Google. Bei Werbefirmen, Pharmaunternehmen, der evangelischen Kirche oder sogar bei der Gazprom. Sie sind Frührenter oder Studenten, Arbeitslose oder Manager, haben eigene Firmen oder sind angestellt. Alles Piraten. Jung und alt, männlich und doch ein ganzer Haufen Frauen. Was allen gemeinsam ist, ist Neugier und die Weigerung, sich mit hergebrachten Lösungen abzufinden. Es sind Leute, die davon überzeugt sind, dass die neuen Probleme und Anforderungen, die unsere Gesellschaft stellt, neue Lösungen und Antworten brauchen. Und dass wir alle gemeinsam daran arbeiten müssen, sie zu finden. Und ich habe selten so viele wunderbar schlaue Leute erlebt.

Das hab ich auf der OM11 bestätigt bekommen – ganz klar, ich hatte gefunden was ich gesucht hatte. So hab ich in Frankfurt nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch bei den Piraten! Und Freunde obendrein. Mir gefällt es, dass man auch sofort mitarbeiten kann, als PRler war ich hochwillkommen – da hätte ich bei der CSU Frauenunion aber noch lange Apfelkuchen bei den Kreistreffen backen müssen…(schließlich hab ich keinen Reichsfreiherrntitel vorzuweisen).

Natürlich geht es mir auch ums Netz, denn auch da bin ich daheim. Ich hab, wie so viele, immer mehr Vertrauen in die derzeitige Politik verloren – vor allem, weil ich mitbekam, das die derzeitigen Parteien keine Idee haben, wie sie mit den neuen Technologien, mit den neuen Möglichkeiten des Netzes umgehen sollten. Da wurde nur dumpf gemunkelt von Gefahren und Verboten, von Sperren und Kontrollen.

Statt seinen Bürgern zu zeigen, wie man das Netz nutzen kann, als Informationsquelle, als Möglichkeit des Austausches, der Hilfe, des Verbraucherschutzes, als Möglichkeit mit Firmen, Institutionen und – jawohl, Politikern in nahe, direkte Verbindung zu treten, wurde hier nur gewarnt, eingeschüchtert, verboten, gesperrt. Es ist das größte Demokratietool in unserer Gesellschaft. Und wird doch nur behandelt wie ein Hort des Bösen. Da haben Wiesbadener Politiker Angst vor Wählerfragen, die Innenminister wollen Daten vorab speichern und ihre Bürger mal eben unter Generalverdacht stellen. Dei Gema wendet die Massstäbe des analogen Rundfunks auf das Netz an… Das geht so nicht. Da kamen mir die Piraten gerade recht, genau für diese Dinge einzustehen. Wir sind gekommen um zu bleiben, gewöhnt euch an uns…

Auch wenn noch viel schief läuft, es gibt einige Spinner, Verschwörungstheoretiker oder Trolle in den Parteireihen. Es gibt immer wieder peinliche Ausfälle, die sich professionellere Parteien nicht leisten würden. Mich stört, dass viele Egoisten ihre eigenen Befindlichkeiten über alles andere stellen… Und postgender ist auch woanders. Aber das gehört wohl zu den Anfangsproblemen dazu…ich bin gerne Pirat.

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Mein Weihnachtswunsch: Saubere Schokolade unterm Christbaum

Auf  der ARD etc sind viele Berichte gekommen, es berichtete Greenpeace darüber, aber geändert hat sich leider noch nichts: es gibt sichere Belege, dass die Schokolade, die wir alle so gerne essen, von Kindersklaven an der Elfenbeinküste geerntet wird, die unter unwürdigsten Bedingungen arbeiten müssen. Diese Kinder werden von Banden in den Nachbarländern entführt und auf den Plantagen gequält, ausgebeutet und mit Pastiziden verseucht. Die meisten sterben an den Folgen dieser Behandlung. Und alles für billigen Kakao. Unsere Weihnachtsmänner…Ein Produkt, das so hergestellt wird, möchte ich nicht essen. Schon gar nicht an Weihnachten.

Ich würde mir wünschen, dass die vielen Möglichkeiten des Netzes auch verstärkt dazu genutzt werden, die Ansprüche von uns Verbrauchern stärker durchzusetzen. Foodwatch bietet gute Vorlagen, aber das allein reicht nicht, ich will mich nicht drauf verlassen, dass immer nur die anderen für bessere Produkte kämpfen. Ich hab mittlerweile an alle großen Schokoladen-Hersteller geschrieben. Es gibt welche, die mir versichern, diese Art Schoklade kommt für sie nicht ins Produkt. Die Berichte von der Elfenbeinküste sagen was anderes – solange ich da nicht sicher sein kann, verlasse ich mich lieber aufs Fairtrade-Siegel…

Man soll den Unternehmen klar sagen, wenn einem ein Produkt “stinkt”, warum es einem stinkt und dass man es deswegen beim nächsten Einkauf links liegenläßt. Wenn das erstmal ein paar Tausend Verbraucher machen – da ist schnell was dran geändert. Wir haben alle Macht, wir sollten sie nutzen.

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Weihnachten goes Oktoberfest

Das Tollwood-Festival  ist eh schon auf der Theresienwiese, die Weihnachtsmärkte schießen wie Pilze aus dem Boden, da fragt man sich eigentlich schon, warum noch kein findiger Eventmanager auf die Idee gekommen ist, das Weihnachtsfest ein wenig zünftiger, jugendlicher, partyiger zu machen. Dem verstaubten Brand Xmas ein cooles Makeover zu verpassen, wie es auf Werberdeutsch heißt. Und das kann in München (oder überall in Deutschland) nur eines heißen: Weihnachten goes Oktoberfest. Am besten, es gibt in den Xmas-Zelten eine Band (bei Tollwood vorhanden), oder auf dem Marienplatz eine offene Bühne. Diese Bands spielen dann in Nikolauskostümen besinnliche Kracher wie “Last Christmas” oder “Marie’s Boychild” als Blasmusikversion, ein findiger Entertainer wie Micki Krause kommt bestimmt schnell auf die Idee, da einen schlüpfrigen “XMashit” zu ersinnen, etwa “ich hab eine rote Zipfelmütze” oder “Wir machens im Stall”. Das wäre schon mal das Grobkonzept.
Aber da geht noch mehr, damit das ein richtiges Event wird: es muss das richtige Outfit her – eine Xmas-Tracht, vielleicht rote Lederhosen für Männer, wahlweise auch in Tannengrün, dazu die beliebten Samtwesterl. Die Frauen bekommen schicke Engelskostüme, oder Weihnachtsdirndl mit Rentieren bestickt oder amerikanisch aufgerüscht mit kleinen Zuckerstangen. Dazu Santa Claus Elfenhüte, rote Nerzpelzmützerl und Claudia Effenberg hat für jeden Xmas-Marketbesuch ein Extra-Outfit. Es gibt Promizelte, wo der Glühwein mit Champagner gemacht wird oder aus extrem teuren Bordeaux-Weinen.Es muss Türsteher vor den Buden geben und monatelange Wartezeiten, um in Zelten wie “Käfer’s Blasmusikranch”  sein XMas-Gickerl mit Maronisoß verzehren zu dürfen.

Promiköche mixen ihre eigene Gewürzwein-Mischung und haben einen “Schmankerlstand” auf dem Marienplatz, der von irgendeinem Lebensmittelkonzern gesponsert wird. In anderen Zelten wird der Glühwein Massweise ausgeschenkt oder in exotischen Geschmacksrichtungen wie Zimt -Kokos, Thai-Tea-Glühwein mit Grüntee-Milch oder als Bubbletea. Das da noch niemand drauf gekommen ist…

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Spezl-Wirtschaft mit Würstl und Kraut

Wir in Deutschland machen es uns gerne einfach. Ängstlich werden neue Lösungen gemieden. In jedem Bereich. Im Fernsehen spielen deswegen gefühlte 5 Schauspieler rotierend in allen Fersehsendungen mit, es gibt fünf Moderatoren, wenn einer was zum Internet erzählen soll, lädt man Sascha Lobo ein und wenn es um Sex geht Charlotte Roche. Das Leben ist einfach in den Medien, nimm wen Bekanntes, da weißt Du, wen Du kriegst.

So scheinen auch die Weber zu denken. Das beweist die Kooperation von McDonald’s mit Alfons Schuhbeck, der neben Lafer, Lichter und Mälzer immer herhalten muss, wenns ums Kochen geht. Schuhbeck ist momentan sehr umtriebig (siehe letztes Blogpost) und deswegen auch nicht im Mindesten ein Garant für das, was er verkörpern soll. Exklusivität und Qualität.

Das sieht er naturgemäß anders und so erklärt er der w&v:  “Das Unternehmen und ich haben nicht nur denselben hohen Anspruch an Qualität – wir wollen auch einfach zeigen, wie gut wir zusammen zünftiges Hüttenflair in die McDonald’s Restaurants bringen können.“ Der Gourmet-Ritterschlag für den Werbepartner., säuselt w&v…. Nein, denn der Qualitätsanspruch von Alfons Schuhbeck scheint bei der Wahl seiner Werbepartner denkbar klein zu sein: Wer erinnert sich noch an das Escoffier-Disaster, das Foodwatch abstrafte? Schuhbeck ist ein großartiger Koch – wieso gibt er seinen guten Namen für fragliches Machwerk her? Muss er immer noch die Schulden abtragen, weil er in dubiose Finanzgeschäfte verwickelt war?

Natürlich hat diese Koop mit McDonalds der Hoeneß eingetütet, der Schuhbeck ist ja auch der Lieblingskoch des FC Bayern und weil eine Hand gerne die andere wäscht wird der Spezl natürlich eingeladen, wenn es gilt, den Hoeneß-Würstl-Burger unters Volk zu bringen.

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Alfons, langsam nervst du!

Es war einmal ein Koch, der war pfiffig und graderaus. Der schaffte es, der bayerischen Küche wieder ein gutes Image zu geben. Feiner, fettärmer, moderner. Die Bayern liebten ihn dafür. Er war im bayerischen Fernsehen mit einer Kochshow präsent, die war nett und witzig.

Es war einmal. Mittlerweile hat Alfons Schuhbeck sich ein Imperium aufgebaut und ist omnipräsent. Das nervt. Er hat seine Lokale in München, ein Event-Zelt mit einer Gastroshow, Gewürzläden, Eisdielen, er bietet seine Gewürze bei Tchibo oder Rewe an, hat unter seinem Namen Tiefkühlkost, Fertiggerichte, Tütensuppen laufen, wirbt für Dosensuppen, schreibt Kochbücher, hat einen Stand auf dem Oktoberfest, kocht für Siemens in der Allianz-Arena, hat mehrere Kochshows, eine Kochschule, hat das Essen für die Speisewägen der Bahn kreiert, macht für Müllerbrot Brote…..und jetzt auch noch Werbung für McDonalds.

Vermutlich hab ich sogar die Hälfte seiner Aktivitäten vergessen. McDonalds setzt dem Ganzen jetzt die Krone auf.  McD hat ja in jedem Land Hauben-Sterne oder andere Kochchampions an den Burgerherd berufen, um mit dieser Aktion das Image der Schnellpflanzerl aufzuwerten.  Das wäre mit einer echten Kochlegende wie Hans Haas auch in Deutschland sicher geglückt. Aber hier wertet sich McDonald nicht auf, sondern der Alfons Schuhbeck sich nur weiter ab. Schade.

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Promis – des samma mir auf der PR-Wiesn

Bayern, des samma mir – jawoll! Und wer ist nicht alles Bayer während des Oktoberfests: Roberto Blanko, Claudia Effenberg, Micki Krause, Anton aus Tirol…Das erste Wiesnwochenende ist das PR-Highlight der deutschen Prominenz. An fest gebuchten Tischen wird in die Kameras geprostet, dass es eine wahre Freude ist. Da wird Stimmung vorgetäuscht und mal wieder echt was fürs volkstümliche Image getan. Denn das ist ja wichtig . In 2000 Euro teuren Dirndln und Louboutin-High Heels wird – von wuchtigen Bodyguards gut abgeschirmt vom Pöbel – Volksnähe zelebriert. Ein PR-Fest vom Feinsten. Die Medien spielen nur zu gerne mit und sorgen untertänigst für die Hofberichterstattung von den VIP-Tischen.

Wer sich den Wahnsinn geben möchte, auch als Zaungast kann man viel Spaß beim Schaulaufen und Schausaufen haben. Denn die Protagonisten haben nicht so richtig viel Spaß, dazu müssen sie viel zu angestrengt aufpassen, dass sie nur ja auf jedem Foto perfekt posieren. Etwa am ersten Wiesnsamstag bei Sepp Krätz im Hippodrom, einfach dem Blitzlichtgewitter folgen. Es ist wahnsinnig komisch zu beobachten, dass die Promis ausschliesslich dann megafröhlich werden, wenn die Kamera draufhält. Da schwingen sie Maßkrüge und Henderl, knutschen, singen mit und schwenken sexy die Röcke und pressen den Ausschnitt in die Linsen. Das ist schlagartig vorbei, sobald die Kamera weg ist, und nippt man lieber wieder am Mineralwasser. Und man redet über das neueste Projekt, ob man nun eins hat oder nicht.

Immer mit dabei: Verona Pooth, dieses Jahr vermutlich im günstigen Kik-Dirndl, liebevoll von den Kindern aus dem SOS-Kinderdorf in Bangladesh für sie handbestickt, dazu Vroni Ferres mit ihrem Drückerkönig, diverse Dschungelkönige, Simon Gosejohann, der Exmann von Vroni Ferres mit neuer Blondine, Boris Becker, der FC Bayern und Christine Neubauer. Und das ist schon die A-Prominenz (was ein fürchterliches Licht auf die deutsche Prominenz an und für sich wirft).

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Der Trachtenfasching und die echte Tracht

Ich glaube, ich werde es nie schaffen, in meinem Blog eine einheitliche Linie und ein einheitliches Thema zu finden – und eigentlich ist es auch egal. Mein Blog, meine Regeln…heute wieder ein Modethema. Ein Bayerisches.

Heute will ich mal eine Aufklärungsaktion starten, um zu erklären, wo die bayerische Tracht eigentlich herkommt. Die ist nämlich eigentlich nur die Tracht eines einzigen Tals und es ist definitiv nicht wahr, das Tracht auch nur ansatzweise in München heimisch wäre. Bis in die späten  Neunziger haben nur die wenigsten Leute Tracht auf der Wiesn getragen, das ist ein Marketing-Gag, seit das Fest um 2000 herum zum Event hochgejazzt wurde und aus der Wiesn ein reservierungspflichtiger Trachtenfasching wurde. Damals war es nicht mal besonders cool, auf die Wiesn zu gehen – heute darf man sich nicht nicht blicken lassen…mittlerweile gibt es sogar Kosmetikkollektionen, die sich nur dem Thema Oktoberfest widmen, obwohl das Ding nur eine einzige Stadt in Deutschland betrifft…

Es war einmal, im schönen Tegernseer Tal, da trugen die Bauern eine sehr praktische Arbeitskleidung. Feste Lederhos’n aus Hirschleder, teilweise sehr schön bestickt. Am Hosenbein gab es eine kleine Tasche, da steckte der Veitl, das Essmesser, drin. Dazu trugen die Männer Leinenhemden, graue Filz-Janker drüber. Die Bauersfrauen hatten schlichte Kleider an, meist mit Mieder bis unter die Brust, weil der fast permanente Babybauch keine Taille erlaubte. Darüber Schürzen, die man öfters waschen konnte. Für den sonntäglichen Kirchgang gab’s ein anderes, gutes G’wand, fast immer schwarz. An dieser Kleidung fanden die Leute im Tegernseer Tal nix besonderes.

Doch dann kamen die reichen Sommerfrischler aus der Stadt, aus München, allen voran der Prinzregent Luitpold, und die bewunderten die Trachten sehr. Die wirkten so volkstümlich, so bequem, im Gegensatz zu all den komplizierten Frauengewändern mit ihren Miedern, Rüschen, Reifröcken und Aufbauten. Auch die Männer waren von den Lederhosen begeistert, sie trugen sie zum Bergwandern oder zur Jagd, sie spielten damit einfacheres Volk und hatten einen Spaß dabei. Die Tracht machte alle gleich. Zuerst.

Aber die Städter, vor allem die Damen, brezelten die Bauerndirndl gewaltig und modisch auf, mit Seidenstoffen, mit viel Silber und Gehänge – niemals zum Arbeiten geeignet. Die Lederhosen für die Männer blieben gleich. Insofern ist das, was derzeit auf dem Oktoberfest herumläuft, immer noch historisch in Ordnung – jedenfalls wenn man das mit damals vergleicht. Ursprünglich ländliche Trachten, die auf Teufel komm raus aufgemotzt werden.

Im Tegernseer Tal gab es auch ein Theater, das von einem gewissen Herrn Terofal – der hatte als erster die Idee, mit bayerischen “Bauernstücken” auf eine weltweite Tournee zu gehen und so war das Image des bayerischen Trachtlers erst deutschlandweit, dann weltweit zementiert.

Was derzeit auf dem Oktoberfest als Tracht geführt wird, ist teilweise schön, teilweise megapeinlich und nur in den seltensten Fällen halbwegs traditionell. Die sündteuren Promitrachten darf man getrost unter der Kategorie “so viel Geld für so wenig Geschmack” ablegen, aber mei, das ist eben die Liberalitas Bavariae, das wir solchen Adabei-Grusel auch durchgehen lassen…

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Auf der Jagd nach dem perfekten indischen Essen

Gut indisch zu Essen ist immer so eine Sache. Ich hab ja in München jahrelang Restaurantkritiken über asiatische Restaurants geschrieben und da entwickelt man im Laufe der Zeit doch so eine Art Expertise, jedenfalls was europäisch angehauchte Küche angeht. Über originales Essen masse ich mir kein Urteil an. Aber hierzulande muss mein indisches essen  würzig sein, also nicht nur scharf, sondern am Gaumen so einen ganzen Strauss an Aromen entfalten. Ich mag es, wenn die unterschiedlichen Gerichte wirklich unterschiedlich schmecken, nicht nur alles in fade Einheitsaucen mit viel Kurkuma getunkt – das passiert leider immer häufiger. Gruselige Kormas, die eigentlich nur aus gelb gefärbter Sahne bestehen – bäh. In München hab ich das Safran und das Swagat für mich als Toplocations ausgemacht. Das Essen dort ist hinreichend exotisch, ganz wunderbar würzig, samtig, sämig, aufregend und abwechslungsreich und sogar ein indischer Freund meinte, er hätte in Europa nur in London besser indisch gegessen als im Swagat. Das klingt zufriedenstellend.

Hier in Frankfurt habe ich (noch) keine Erfahrung mit Restaurants, aber mit den vielen Imbissen in Little Bollywood rund um den Hauptbahnhof. Und da gibt es einiges dazu zu erzählen. Ich fange heute mal mit  den Lahore Kebab Haus. an und stelle im Laufe der Zeit immer weitere vor. Die Besucher des Kebab Hauses bestehen fast ausschließlich aus Indern und Pakistanis, die dort Bollywoodfilme und exotische Sportarten wie Crickett kucken und dazu die Riesenportionen des Imbisses verzehren. Das spricht für den Laden. Angst vor Öl darf man hier nicht haben, das schwimmt reichlichst auf den Gerichten. Die Saucen könnten gerne ein bisserl würziger sein – und auch etwas weniger fett. Aber vermutlich gehört das so. Schmecken tut es hier aber, wenn auch nicht extrem außergewöhnlich. Ich finde das Tandoori Chicken empfehlenswert wie auch den Palak Paneer, also den Spinat mit indischem Käse, der hier besser (weil würziger) schmeckt als in den meisten Restaurants. Fazit: toll für den Mittagsimbiss, es gibt jeden Tag andere Spezialitäten zum Sonderpreis.

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Männermode und TV-Serien

Wer macht eigentlich welche Trends? Ich habe mittlerweile das Gefühl, die Fernsehserien sind ganz vorne mit dabei, zu definieren, was Mode ist und was nicht – vor allem bei Männern, man sollte es nicht für möglich halten. So sehe ich derzeit so einige Charlie Harper-Doppelgänger, die mit Bowlinghemd und Bermudas durch die Münchner Innenstadt latschen, und versuchen, den Lebensstil und die modischen Entgleisungen ihres Helden aus „Two and half a Man“ nachzuahmen. Was natürlich schief geht, denn der Look ist nicht lässig dadurch, was der lebensfrohe Jinglekomponist trägt, sondern nur durch seine Persönlichkeit – und die kann, Gott sei Dank, niemand kopieren. Außerdem ist eine Fernsehserie eine Fernsehserie und da steht halt im Drehbuch, dass Charlie Sheen auch mit Socken in Sandalen und fieser Frisur ein toller Verführer ist, im realen Leben muss der sich seine Frauen auch kaufen.

In Deutschland dagegen wollen alle Frauen statt Mr Big nun nur noch einen Mann, der aussieht wie Henning Baum. Der „letzte Bulle“ ist die Form Mann, auf die sich alle Fernsehzuschauerinnen irgendwie einigen können. Da geht ein kollektives „Hach!“ durch die deutschen Wohnzimmer und ganz, ganz viele Frauen gucken jeden Montag eine mittelmäßige Krimiserie, weil der Hauptdarsteller so „süß“ ist.  Deswegen kopieren immer mehr schlaue Typen den Retro-Look des blonden Herzensbrechers, Hawaiihemden, Lederjacken, Jeans – und bloß nicht zu modisch, sondern so eher Bauarbeiter-kernig. Das kommt an. In München kann man Mode die dazu passt, im Vintage-Laden Alexa’s (Utzschneiderstrasse 15) erwerben, wo derzeit verstärkt dieser 80er Jahre-Look nachgefragt wird „Haben sie Hawaiihemden und Lederjacken, so wie beim letzten Bullen?“ ist derzeit dort eine viel gefragte Sache – Männer sind da lernfähig und kennen alle Tricks.

Die Jungs, die dagegen im Look von „The Big Bang Theory“ herumlaufen, versuchen nicht, ihren TV-Alter-Egos ähnlich zu sehen, sondern im Gegenteil, sind ein Beweis dafür, dass die Kostümbildner dieser Serie verstanden haben, wie so ein Nerd aussieht – egal auf welcher Seite des Atlantiks. Dort sind allerdings die Gadgets der Renner, ich kenne wen, der jetzt auch einen Toaster hat, der ihm Bilder aus Kampfstern Galactica auf den Toast brennt. (65 Dollar) Wer so was braucht, wird auf http://www.sowaswillichauch.de fündig und kauft sich Eiswürfelbereiter in Space Invader Form…Ich glaube, ich finde die Jungs von Big Bang am coolsten…

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Zuckersüßes München

Eigentlich bringen Touristen München stets mit äußerst deftigen Spezialitäten wie Schweinsbraten, Haxe oder Weißwürsten in Verbindung. Doch das Gegenteil schien richtig zu sein: Münchner lieben es süß. Überall in der Stadt finden sich wunderschöne Süßwarenläden und Cafes mit besonderen Spezialitäten..

Ein besonderer Neuzugang für Schokoholics ist das Chokoin im Lehel. (Triftstraße 4, 80538 München, Tel.: +49 (89) 452 166 52, lehel@chokoin.de, Montag bis Freitag 10:00 – 19:00 Uhr, Samstag 10:00 – 16:00 Uhr, Sonntag 14:00 – 17:00 Uhr). Dort werkelt Sandra Wirth, eine Pattissière, die aus der Spitzengastronomie kommt und sich mit dem eigenen Laden einen Traum erfüllt. Und ein Traum ist auch das, was sie so herstellt: allerfeinste Pralinen und Törtchen, gefüllt mit zarten Cremes, exotischen Fruchtmousses und natürlich mit duftenden Schokoladen-Kreationen. Ergänzt werden die selbstgemachten Köstlichkeiten durch handgeschöpfte Tafel diverser Manufakturen. Der Laden ist ganz puristisch und schlicht gehalten, nur die bunten Pralinenschachteln sorgen für Farbe.

Auf der anderen Seite der Altstadt, in der Maxvorstadt, werden die Münchner Doughnutfans happy. Im Doughnuts und Candies (Georgenstrasse 41, 80799 München, Telefon: 089 / 288 07 116) gibt es im quietschrosa Ambiente quietschbunte Kringel: Mit Pistazienfüllung, mit Orangencreme oder mit Ananas-Kokos-Glasur- jeden Tag etwa 20 Varianten. Wer Salziges bevorzugt hat die Wahl unter reichbelegten Bagels nach originalem New Yorker Rezept. Die unglaublich gute Laune des freundlichen Personals gibt es gratis dazu.
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 07.00 – 22.00 Uhr. Sonn- und Feiertags geschlossen

Das Glockenbach-Viertel pilgert zu einem sehr französisch-verspielten Laden namens Götterspeise (Jahnstraße 30, 80469 München, Tel.: 089 / 23 88 73 74, info@goetterspeise.info, Öffnungszeiten Mo. – Fr 8:00 – 19:00 Sa. 9:00 – 18:00) trinkt dort Chai und Schokolade oder kauft Lemon Tart, exklusive Tee-Sorten, Pralinen und Schokolade. Niedliche Schüsseln, Spielzeug und Kochbücher sollen den Götterspeise-Flair auch nach Hause transportieren. Götterspeise bietet auch Seminare an für alle, die alles über den Genuss von Schokolade wissen wollen. Auf den kleinen Hockern und Bänkchen vor dem Laden sitzen schicke Szenefrauen mit ihren Begleitern, reden über ihre Kurse an der Schauspielschule und die Bedingungen an der Waldorf-Schule.

In Haidhausen dagegen kommt niemand am Cafe Solo an der Preysingstrasse 42 (Mo-Sa 8-22 Uhr) vorbei. Montag bis Samstag sitzen dort die Nachbarn, aber auch Kunden, die für die Kuchen und Quiches der Besitzerin Kristin durch die ganze Stadt fahren. Der Käsekuchen ist vermutlich der beste der Stadt, so cremig, saftig, käsig-süß kommt sonst keiner daher. Sogar Touristen aus New York haben durch Foodblogs von dem Kuchen erfahren und pilgern zum Solo. Dazu wirklich guter Kaffee aus speziellen Sorten wie Blue Elefant – da macht Frühstücken Spaß. Der Wirt ist Graphiker und verkauft sehr sehr süße Postkarten. Eben alles süß, nicht nur die Kuchen!

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Das deutscheste Kleidungsstück – die Funktionsjacke

Es heißt ja immer, die Deutschen würde man an weißen Socken in Sandalen erkennen. Das ist falsch – woran man den typischen Deutschen überall erkennt – das ist die Funktionsjacke. Von The North Face, Jack Wolfskin oder Patagonia , farbenfroh, aber nicht besonders formschön, praktisch, aber völlig unelegant, sind diese Jacken überall. Man erklimmt damit Berge, wo die Jacken ja auch eigentlich hingehören, aber durchwandert ebenso unverzagt wie unmodisch die Fußgängerzonen dieser Republik oder die Piazza und Avenues ferner Länder. Wer in Paris einen Träger einer North Face Jacke sichtet, darf ihn getrost auf Deutsch ansprechen, eine andere Sprache ist unvorstellbar. Gemäß dem Pfadfindermotto „Allzeit bereit“ ist der Träger dieser Jacken gegen die Elemente gefeit. Er schützt sich, sollte plötzlich eine Lawine am Stachus abgehen, eine Flut kommen, oder er kann sich doch schnell entschließen, statt dem Einkauf bei Aldi eine Nanga Pharbat-Expedition zu unternehmen.

Warum die Deutschen diese Jacken so lieben? Nun ja, vielleicht deswegen, weil sie ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Weil sie das Gefühl geben, immer richtig angezogen zu sein. Dem Wetter entsprechend, ohne Schnickschnack. Gut angezogen können andere Völker sein, wir doch nicht. Viel zu exaltiert. Werden die Italienerinnen in ihren schicken Mänteln schon sehen, was sie davon haben, wenn der Deich bricht oder  plötzlich ein Windstoß kommt und sie keine atmungsaktiven Windstopper an haben! Oder die Britinnen und ihre T-Shirts bis November! Ohne Soft Shell drüber! Darf man das denn überhaupt?

Deutsche wollen das auf alle Fälle nicht. Wird der Preis ab 50 Euro für einen Handtasche beim Durchschnitt als schwindelerregende Extravaganz gewertet, darf so eine Jacke nicht zu billig sein, da wird geklotzt und nicht gekleckert und die starkfarbigen, aber geschmacksarmen Jacken können gerne schon mal 400 Euro und mehr kosten. Es dient ja der Sicherheit. Eigentlich wundert es mich, dass es nicht einen ADAC für Funktionsjacken gibt, einen Verband, der das Tragen dieser Jacken unterstützt, Pannenhilfe (klemmender Reißverschluss!) leistet und sich für die Träger im täglichen Leben einsetzt.

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