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Voll o.k. – Schönes aus aller Welt macht die Wohnung bunter

Billiges Plastik oder Blech, recycelter Gummi, schlechte Papierqualität. Quietschbunt. Mit vielen bunten Mustern oder Tierchen drauf.  Ja, in anderen Ländern sehen Alltagsgegenstände anders aus. Ich mag es, sie in die kühle Funktionalität unserer Welt deutscher Wertarbeit zu integrieren. Manchmal bringt man sich sowas aus dem Urlaub mit – aber nicht immer reicht der Platz im Koffer, oder die Zeit oder die Nerven, Geschäfte nach ägyptischen Klorollenhaltern abzusuchen. Ich bin deswegen seit Jahren Fans der o.k.-Versands, wo man die schrägsten Produkte aus alles Welt bekommt. Ich finde, diese Dinge haben Seele und hauchen die auch der Wohnung ein. Zuviel darf es nicht sein, aber so ein paar Hingucker – toll.

“Wer es liebt, in fremden Ländern durch Kaufhäuser zu stöbern und sich das lokale Warenangebot anzusehen, wird sofort die Idee des o.k.-Versands verstehen: Hier werden Alltagsgegenstände angeboten, die zwar qualitativ mit den Produkten deutscher Wertarbeit nicht immer mithalten können, dafür aber außergewöhnlich skurril gestaltet sind. Die meisten Dinge sind industriell gefertigte anonyme Massenartikel aus einfachen Materialien wie Plastik, Leichtmetall oder Holz. Sie erfüllen tadellos ihren Zweck, werden aber im hiesigen Fachhandel einfach nicht angeboten.”, heißt es auf der Webseite.

IMG_1930Dem kann ich nur zustimmen, ich hab etwa den kleinen, hässlichen grünen Elefanten, eine Gießkanne aus China, die meine Terrasse verschönert, richtig lieb gewonnen. Oder den rosa indischen Plastikteppich in der Küche. Oder die mexikanische Wandverzierung.  All das macht aus meiner Wohnung ein Heim. Mein Heim. Es gibt fiesen Kitsch, aber manchmal auch richtige Kunst, wie etwa die russischen Werbeplakate oder – die hab ich nicht vom o.k. Versand, sondern aus Ghana mitgebracht – Afrikanische Frisörschilder, die der Kundschaft zeigen, welche Frisuren im Angebot sind. Die sind richtig Popart.

Wer nahe Köln oder in Berlin wohnt, hat Glück, es gibt auch zwei Läden, in denen die o.K.-Dinge verkauft werden. Da bekomme ich gleich noch eine Portion Inspiration dazu. Der Kölner Laden befindet sich in der Gladbacher Straße 36, zwischen Belgischem Viertel und Mediapark, U-Bahn Station Christophstraße. Für mich aus Düsseldorf eine kleine Weltreise, aber dafür kmme ich auch mit Tüten voller dinge rund um die Welt zurück.

 

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San Giorgio – (m)ein Traum von Mykonos

San Giorgio Hotel Mykonos - der Restaurantbereich

San Giorgio Hotel Mykonos – der Restaurantbereich

Das Hotel San Giorgio auf Mykonos ist mir zum ersten Mal in einem Buch über coole Interiors aufgefallen – und ich hab gesagt, genauso soll mein Schlafzimmer in Düsseldorf aussehen. Holz, wie vom Wind und sonne gebleicht, ein Moskitonetz, schlichte handgewebte Körbe – und ab und an mal ein Designerstück.. Ich bin auf einem recht guten Weg dahin. Und wenn ich so lebe, will ich erst recht so Urlaub machen. Von diesem Hotel träume ich. POSTKARTEIch stelle es mir herrlich vor, wie auf der Terrasse vor dem Hotelzimmer zu frühstücken; in einer der Hängematten am Pool zu liegen (ich hab mir eine Postkarte auf Facebook gebastelt) oder auf dem Steg am Meer auf die Ägais zu schauen, vielleicht sehe ich ja irgendwo Delphine. Und  selbst ins wunderbar kitschigblaue Meer. Abends noch einen Drink an der Bar und dann ab auf dem Motorroller in eine Taverne am Strand oder ins Nightlife von Mykonos. Die Partystrände sind ja nicht besonders weit weg. Oder im San Giorgio bleiben und die Sterne zählen.

Ein Hotelzimmer im San Giorgio

Ein Hotelzimmer im San Giorgio

Mir gefällt dieser schlichte, authentische Stil des Hotels besser als alles, was noch so edle Hotelketten mir bieten könnten. Das stelle ich mir unter Griechenland vor – und kein 08/15 Hotel einer Kette. Es ist der Luxus des Einfachen. Couture gemixt mit Inselstyle. Natürlich ist der Bohemian Stil des Hotels fein komponiert und kein Ergebnis des Zufalls. Dazu kennen die beiden Besitzer, die Bayern Thomas Heyne und Mario Hertel ihre coole, moderne Klientel zu gut, schließlich führten sie lange den Paradise Club in Mykonos.

Das San Giorgio ist die Antwort auf das Bedürfnis, im Urlaub stilvoll zu relaxen, einen gewissen Bohemian Lifestyle auszuleben so wie Talitha Getty in den 60ties in Marrakesch. Und das unter Seinesgleichen. Weltoffene, kreative Persönlichkeiten. Keine “mit dem Badehandtuch am Pool Reservierer” oder “Nur Schnitzel im Urlaub Esser”. Die wird man da nicht finden. Genausowenig wie überfüllte Strände, Gyros con Krauti und genervte Pauschaltouristen, die den Reiseführer anzetern. Und das ist toll. Klar, das hat seinen Preis  – aber das San Giorgio steht definitiv ganz oben auf meine Liste der Urlaubsträume in 2014…

So ist die Ägais zum Träumen...

So ist die Ägais zum Träumen…

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Mein Traum vom Urlaub…

So ist die Ägais zum Träumen...

So ist die Ägais zum Träumen…

Jeder hat Traumdestinationen, zu denen er unbedingt hinwill. Und gerade jetzt, wenn der Winter so richtig fies wird, beginne ich immer, mir auszumalen, wie es wäre, jetzt woanders zu sein… in den kommenden Tagen werde ich meine Traumdestinationen vorstellen. Mal ganz nah, mal ganz fern.

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Der Medicus und Monty Python in Marokkos Hollywood

Ich war ja letztes Jahr im “marokkanischen Hollywood”, Ouarzazate, einer kleinen Stadt, die man erreicht, wenn man von Marrakesch aus über die Berge weiter ins Inland fährt (so haben jedenfalls wir das gemacht, aber es gibt auch einen Flughafen). Dort wird alles gedreht, was mit Sand und Historie zu tun hat. Asterix und Cleopatra, Bibelverfilmungen, Gladiator, der Prinz von Persia, auch der Wüstenplanet Tattooine war hier zu finden. Ridley Scott drehte sein Kreuzfahrerdrama “Königreich der Himmel”. Und die Kulissen für diesen Film haben die Macher des “Der Medicus” jetzt recycelt und wiederverwendet. Der Film kommt am 25. in die Kinos.

Wer selbst auf den Spuren des Medicus wandeln will, dem sei ein Besuch in Ouarzazate empfohlen. Die Studios vom Ouarzazate ähneln sowieso einem Labyrinth historischer Bauten inclusive Sklavenmarkt, so dass jeder, der einen Historienschinken drehen will, eigentlich sofort loslegen kann. (Tipp für Y-Titty). Auf das Wetter ist dort Verlass, die Sonne scheint immer, die Kulissen des Gebirges und der nahen Wüste sind atemberaubend. Und wer will, geht in die alte Kasbah zum Drehen. Dort lebt auch Osama bin Laden, ein Gemischtwarenhändler, der als Kleindarsteller den Terroristen so oft spielen mußte, dass ihm der Spitzname geblieben ist. Vielleicht ist er auch im Medicus zu sehen? Mir hat es dort sehr gut gefallen, die Stadt ist kleiner als Marrakesch und viel weniger touristisch. Dennoch gibt es dank der boomenden Filmbranche dort genügend elegante Hotels und Unterkünfte und Restaurants, wo die Stardichte so hoch sein kann wie in Hollywood. Im Basar hatte ich meinen ersten echten Monty Python Moment, als ein Händler mir eine Tasche nicht verkaufen wollte, weil ich sie so billig fand, dass ich nicht handeln wollte. Das hat ihn in seiner Ehre gekränkt und ich musste anfangen zu feilschen. Ich habe aber keinen künstlichen Bart extra bekommen. Fand die Erfahrung, in einem absurden Sketch zu stecken, aber sehr unterhaltsam. (Monthy Python drehten aber in Tunesien, in Monastir)

Ich hab mich jetzt wieder an den Besuch erinnert und daran gedacht, dass ich dringend mal wieder dieses Land besuchen muss.

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Einmal um die Welt in 80.000 Kalorien

Dim Sum zum Durchprobieren

Dim Sum zum Durchprobieren

Mein Motto beim Reisen: Du bist erst in einem Land gewesen, wenn du in dessen Supermärkten gestöbert hast. wenn du dessen nationale Spezialitäten probiert hast, an dessen Street Food Ständen völlig unbekanntes Zeug gegessen hast. Nichts macht mich irrer, als ein Urlaub in einem abgeschotten Clubcamp, in dem hauptsächlich internnationales Essen angeboten wird. Das kann dann gut sein, wie es will, es macht mir keinen sonderlichen Spaß. Ich hab schon mal in Kairo einen halben Aufstand bei der Reiseleitung hingelegt, die uns partout in eine Touristenfalle auf dem Nil mit Schnitzel und Pommes schleppen wollte. Weil es zu gefährlich wäre sonst mit der Hygiene. Wir haben dann im Nichttouristenteil der Stadt gegessen und waren die Einzigen ohne Durchfall – weil die in der Touristenkaschemme den Salat mit Nilwasser gewaschen haben. So viel dazu.

petit2Und wer keinen Spaß am Essen hat, mit dem macht es mir keinen Spaß zu verreisen. die “ich nehme im Urlaub ab”-Fraktion oder “für mich nur Salat”. Das ist doch Verschwendung, das kann man daheim machen, aber nicht da, wo tausend neue Geschmacksrichtugen auf einen warten, die man womöglich nicht kennt. Wenn ich reise, bringe ich nach Möglichkeit Rezepte, Gewürze und Ideen mit, die ich dann hier in meine Küche integriere. Meist versuche ich mir auch noch ein wenig Ferienstimmung zu konservieren, indem ich Essen mitnehme. Arrancini aus Sizilien, Tortenstücke aus Wien, Croissants aus Paris. Für eine kleine Verlängerung des Urlaubs daheim.

Was hab ich schon für tolle Sachen kennengelernt auf Reisen: Kichererbsenpfannkuchen in Nizza, Fischsuppe in Biarritz, Scones in England (das war neu in den 90ern), thailändische Nudelsuppen, Pasta mit Pistazien in Sizilien oder Jasmineis oder oder… und deswegen werde jetzt schwerpunktmäßig das Essen aller Destinationen vorstellen, zu denen ich reise. Ein sehr verfressener Reiseblog also. Tipps sind immer willkommen!

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Winter is Coming – Die fabelhaften Rezepte aus Game of Thrones!

Ice and FireDurch die Fernsehserie “Game of Thrones” ist George RR. Martins Fantasywelt “Westeros” einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht worden. Ein fiktiver Kontinent, in dem es so zugeht, wie im mittelalterlichen England zur Zeiten der Rosenkriege zwischen Lancaster und York. Blutige Schlachten, Verrat, Inzest und Gewalt sind an der Tagesordnung…Nichts für schwache Mägen.

Den Hauptdarstellern scheint jedoch ihre ungemütliche Umgebung nicht auf den Magen zu schlagen, die essen mit Vergnügen. Immer wieder. Richtig viel. Die Bankette und Mahlzeiten werden von George R.R. Martin sehr detailliert beschrieben und tragen viel zur Athmosphäre der Bücher bei. Man kann sich gut hineindenken und hätte schon mal Lust, das eine oder andere Essen auzuprobieren. “Sister Stew” zum Beispiel, eine üppige, cremige Fischsuppe mit Gemüse und Meeresfrüchten. Oder all die Pasteten, Braten, die Nachspeisen wie Zitronenkekse oder gebackene Äpfel.

Und das geht jetzt auch. Zwei amerikanische Bloggerinnen, Chelsea Monroe-Cassel und Sariann Lehrer, haben das offizielle Kochbuch “a Feast of Ice and Fire” herausgebracht. (Hier der Link zur deutschen Fassung, 24,90 Euro Zauberfeder Verlag) Die Rezepte sind mit Hilfe mittelalterlicher und antiker Kochbücher erstellt worden, dazu gibt es immer auch eine moderne Variation des Ganzen. Ein traumhaftes Buch mit tollen Rezepten und noch tolleren Bildern dazu. George R.R. Martin hat das Kochbuch abgesegnet und mit einem Vorwort versehen. Meine erste Erkenntnis: wer mal wissen will, wie ein Hühnergericht an einem Hof im Mittelalter geschmeckt haben muss, kann sich einfach beim Inder um die Ecke Huhn in Mandelsauce (Chicken Korma) bestellen. Voila. Die Gewürze, die Mandeln, alles typisch Mittelalter. Oder die Speisen in einem persischen Lokal. Nix mit “Barbarenspieß” mit “Baked potato” wie auf den Mittelaltermärkten. Kartoffeln gab es sowieso noch nicht – und man hat Gewürze wirklich bis zum Abwinken benutzt.

Tip: Wer nicht gleich das Kochbuch kaufen möchte (ich empfehle es aber sehr), findet auch auf dem wundervollen Blog der Autorinnen “The Inn at the Crossroads” viele Rezepte aus “Westeros”.

Diese Rezension nimmt an der aktion “Jeden Tag ein Buch” von Arthurs Tochter kocht teil.

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Impressionen aus Quarzazate

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Die Kashbah von Quarzazate

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So sieht eine Drogerie in der Kashbah aus

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Katzen machen eine symmetrische Siesta

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Die Tür mit Abwehr gegen böse Zauber

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