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Guido Maria Kretschmer entwirft Mode für die bezaubernde Jeanny

“Meine erste Modeschau hab ich in Düsseldorf gesehen, ich war noch ein kleiner Junge. Deswegen ist es eine besondere Ehre, heute hier zeigen zu dürfen”, erklärte Guido Maria Kretschmer strahlend nach seiner Show bei Platform Fashion in der Schraubenfabrik in der Suitbertusstrasse. Es war heiß, es war stickig und total überfüllt, denn alle wollten die glamouröse Mode des Fashiondarlings für den Sommer 2015 sehen. Die Fächer, die im Foyer ausgeteilt wurden, flatterten in den Zuschauerreihen wie ein Bienenschwarm beim Waben kühlen. Das dicke Makeup der prominenten Gäste, darunter die Effenberg-Ex, die Kahn-Ex und die Ballack-Ex (echt viel Ex im Publikum) im Blitzlichtgewitter klebte.

Doch die Mode war es wert, die Hitze auszuhalten. Nicht nur die Frisuren der Models mit ihrem hoch gebundenen Pferdeschwanz erinnerten an die 60ties Serie “Bezaubernde Jeannie”, auch die flatternden Marlene Hosen, Jumpsuits beschworen die relaxte Eleganz dieser Zeit. Viel schwarz-weiß, Anklänge an 1001 Nacht, dazu Akzente in Mintgrün und Nude. Hochelegant und trotzdem bequem. Eng geschnittene, knielange Kleider machen aus den Brille tragenden Models die  wohl glamourösesten Sekretärinnen aller Zeiten. Ich hab ein bisschen das Gefühl, sein Vertrieb Unifa da Einfluss nimmt, die rockig-sexy Linie des Vertriebs scheint durch. Leder, schwarze Pailletten, sexy Schnitte – passt perfekt ins Portfolio. Verkauft werden müssen die Entwürfe halt auch. Kretschmer hat mit seinen TV-Shows viel Einfluss – das ist klasse, denn wir brauchen einen Botschafter für Eleganz. Vor allem einen, der so beliebt ist und gemocht wird wie Kretschmer.

mit silbernen Pailetten bestickt - seidenes Abendkleid Bild Platform Fashion

Mit silbernen Pailetten bestickt – seidenes nudefarbenes Abendkleid

Aber Kretschmers Spezialität sind Abendkleider – und die waren wirklich der Hammer. Wunderschön. Am allerschönsten waren sie in Nude mit silbernen Ornamenten bestickt. Ein Kleid im schlichten Schnitte hatte einen sportlichen Tunnelzug in der Taille und Wasserfallausschnitt im Rücken. Der Kontrast zum unfassbar kostbar bestickten  Stoff war bestechend. Das wäre mein Abendkleid gewesen. Traumhaft auch das silbern-schwarze Cocktailkleid im 50ties Look. Und die schlichten großen schwarzen Roben, die bestimmt auf vielen Events zu sehen sein werden. Nein, die Abendkleider sind keine Kleider für uns Normalsterbliche. Aber das ist auch okay, es muss immer Mode geben, von der man träumen kann. Und wenn wir was von Kretschmer wollen, können wir ja bei Heine bestellen – und das sogar für uns Moppel. Davon aber ein andermal.

Bilder: Platform Fashion

 

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Ein Rundgang auf der Premium

Klar, der nächste Sommer wird bunt, aber nicht schrill. Sanft. Auf der Premium wird das gezeigt, was wir im kommenden Sommer wirklich tragen, weit abseits der Shows im Zelt. Mehr Kleidung als Mode. Ich persönlich mag die Messe gerade deswegen sehr gern, weil sie ein weitaus realistischeres Bild gibt. Und klar, es sind die Labels, die ich selbst gern trage – oder tragen würde. Und würde auch am liebsten immer gleich alles von den Stangen mitnehmen – geht natürlich nicht. Parallel zu den Laufsteg-Schauen der Fashion Week lockt die „PREMIUM“-Messe inzwischen über neunhundert Marken und knapp sechzigtausend Besuchen in die Station-Berlin am Gleisdreieck. Mit einem Termin noch vor den Modenschauen in Paris oder New York hat sich Berlin innerhalb weniger Jahre als internationaler Trendvorschau etabliert. Hier kann man die neuen Kollektionen sehen, noch bevor sie anderswo gezeigt werden. Und deswegen bin ich auch jedes Jahr da.

Irgendwie bewegt sich die Mode in diesem Jahrtausend aber in Trippelschrittchen vorwärts, es gibt nix, dass jetzt bahnbrechend neu wäre. Nichts von dem würde jetzt auf der Straße als Mode des kommenden Jahres auffallen. Keine extrem neue Silhuette. Aber das, was gezeigt wird ist schön und sehr weiblich. Die Materialien sind toll und werden immer besser – da merkt man zumindest den Fortschritt, Baumwolle wird immer weicher und zarter, Neopren hat Einzug in den Massenmarkt gehalten, es gibt immer raffiniertere, kunstvolle Prints. Die Kleider, oft lang und duftig, wirken extrem weiblich, die engen Jeans, in sehr hellen Waschungen und wie gebatikt, sind aus ganz leichtem, stretchigem Denim. Die passenden Oberteile sind meist eng und wirken wie total verwaschen, müde Farben dominieren.

Mir besonders gut gefallen immer die Boheme Lables, sei es Antik Batik, Odd Molly, BrasiBrasi, Star Mela oder Ancient Greek Sandals – eine Art Mode außerhalb der Mode, die irgendwie immer geht. Ist aber vielleicht auch nur der Hippie in mir, der diese Sachen so liebt. Ich hätte jedenfalls den gesamten Antik Batik Stand mitnehmen können. Ethno kommt eh wieder, Neonfarben auch, aber immer dezent eingesetzt. Bei Star Melanie werden Ethnoblusen und Taschen mit Neonfarben bestickt, ein toller Effekt.

Ich werde jetzt in den kommenden Wochen immer mal wieder besondere Labels vorstellen, die mich besonders beeindruckt haben – würde mich freuen, wenn ihr dranbleibt.

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Blusen für viel Busen!

20140413-095310.jpg Es gibt tatsächlich noch Labels, die mit uns Frauen Geld verdienen wollen. Ich habe jetzt gerade das Label Maximila entdeckt, die Blusen, Kleider und Oberteile speziell für große Größen anfertigen. Nein, das stimmt nicht ganz. Nicht für große Größen, sondern für Frauen mit großer Oberweite. Die Blusen sind so geschnitten, dass Körbchengröße D bis K perfekt reinpasst ohne dass irgendwas zwickt und zwackt. Und sie haben trotzdem noch eine Taille. Ab Größe 36 gibt es sie. “maximila Mode soll Ihnen perfekt passen. Dafür haben wir spezielle Schnitte und ein individuelles Größensystem entwickelt, das genau zu Frauen mit großer Oberweite passt. Unsere Mode orientiert sich im Bereich Schulter, Rücken und Hüfte zwar an normalen Konfektionsgrößen von 36 bis 46, lässt dafür aber an der Brust etwas mehr Platz und gibt Ihnen sogar die Wahl zwischen den Varianten kurvig und sehr kurvig.” Toll, der Labelgründerin Eva Marisa Elsäßer gebührt ein Bundesverdienstkreuz!
Herz, was willst du mehr? Ich wünsche dem Label ganz viel Erfolg und werde sicherlich dort gute Kundin werden. Der erste Kauf wird Hemdblusenkleid “Hella” sein. Es ist doch gar nicht so schwer! DANKE!

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So schön sind Frauen – alle Frauen

Makingof006Es ist eigentlich nur traurig. Frauen jenseits der vierzig (Alter und Kleidergröße) werden in der Modebranche, Werbebranche und zunehmend auch in der Öffentlichkeit immer weniger wahrgenommen. sie kommen nur vor als dicke Lachobjekte in Formaten “Biggest Loser” oder “Fett verliebt” . Beim Durchblättern der letzten Grazia ist mir aufgefallen, dass nicht eine einzige Frau dem “Schönheitsstandard” “jung und dünn” nicht entspricht. Sogar ein Artikel “Ich liebe den Freund meines Sohns” wird nicht mit einer 45jährigen, um die es geht, sondern mit einer Mittzwanzigerin bebildert. Kranke Welt.

Dass es auch anders geht, beweist Plussizemodel Silvana Denker mit ihrem Projekt “CURVeveS”
“Es entstand aus einer regen Diskussion auf Facebook, ob kurvige Frauen auch sexy sein können”, erzählt Silvana Denker. Die Idee eines Kalenders, eines Gegenentwurfs zu Playboy oder Pirelli, war schnell geboren. “Mit diesem Projekt möchte ich ein Statement setzen. Ich will zeigen, wie wunderschön und sinnlich Frauen sind, die nicht dem in den Medien propagierten Schönheitsideal entsprechen.Ich stehe für ein realistisches und gesundes Frauenbild in der Öffentlichkeit und hoffe, diesem mit dem Projekt einen Schritt näher zu kommen.”
Makingof011Auch das Feedback war enorm. Aus über 60 Bewerberinnen, unter anderem aus der Schweiz, Dänemark und den USA, haben Silvana und der beteiligte Fotograf Oliver Denz insgesamt 18 wunderschöne Frauen mit unterschiedlichsten Kleidergrößen ausgesucht. Es handelt sich um Profimodels, Newcomer, Hobbymodels, sowie Frauen, die einfach Spaß daran haben, einmal vor der Kamera zu stehen. Silvana Denker steht als 19. Model ebenfalls vor der Kamera.
Wichtig war es, starke, sinnliche und selbstbewusste Frauen zu finden, damit Fotos fernab jeglicher Klischees entstehen können. Unterstützt wird dieses Projekt mit Outfits von Miss Molly (www.missmolly.com), SugarShape (www.sugarshape.de) und Miss Moss Corsetts (www.corsets-inberlin.com). Schmuck wurde von der Schmuckdesignerin Anke Rönsch zur Verfügung gestellt.
Weiterer Sponsor ist Malu Wilz.
Fotograf Oliver Denz und Projektleiterin Silvana Denker sorgten für eine möglichst entspannte Atmosphäre und führten die Models mit Feingefühl und Blick fürs Detail durch die einzelnen Shootings. Die Bilder können sich mehr als sehen lassen – und wer noch einmal meint, man müsse überdünn sein, um sexy auszusehen, wird mit dem Kalender eines besseren belehrt.
Der Kalender wird voraussichtlich im Mai in den Verkauf gehen.
Der Gewinn aus dem Verkauf wird ausnahmslos an die Institution „Brustkrebs Deutschland e.V.“ gespendet. Alle Beteiligten arbeiteten komplett ohne Honorar.

Projektleiterin Silvana Denker
Silvana Denker arbeitet mit Kleidergröße 44 hauptberuflich als Plus Size Model und nebenberuflich außerdem als Fotografin (Studium Fotodesign). Mit ihrer Arbeit und Auftritten in den Medien setzt sie sich dafür ein, dass Frauen jenseits der Kleidergröße 36 in der Modebranche, Werbung und auch der Öffentlichkeit anerkannt und ernst genommen werden. Danke dafür!

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Leere im Kopf oder zwischen den Beinen?

Echt viel zu dicke(????) Frau - by http://www.stylehasnosize.com/

Wenn das nicht perfekt ist, weiß ich auch nicht – by http://www.stylehasnosize.com/

Es ist schon faszinierend, wie viele Problemstellen der weibliche Köper so aufweisen kann. Falten im Gesicht – uääh! Brüste – nie perfekt. Bauch, Beine, Po – immer zu dick. Flappende Haut am Oberarm (Winkearme) – eklig. Fett in der Kniebeuge – Zeit zum Absaugen. Füße, die nicht in Louboutins passen – Knochen raus. Cellulitis, gegen die niemand was machen kann außer Photoshop, ist natürlich die böse Sünde Nummer eins. Besonders klasse, weil keine Frau was dafür kann und auch keine Frau die komplett wegbekommt. Da  spriessen die Selbstzweifel am besten und ganz viel Geld wandert in die Taschen der Kosmetikindustrie.

Der neueste Schlager auf dem Gebiet des Figurshamings und -Bashings ist der “Tigh-Gap” – also die Oberschenkel dürfen sich nie, nie, nie berühren, sonst ist die Frau viel zu fett. Dass bei vielen Frauen es biologisch gar nicht geht, weil die Anatomie der Knochen es nicht zuläßt, egal. Dann eben runterhungern auf Hungersnot-Körper. Ich warte auf die Frauenzeitung, die als erstes “Spezialübungen für einen tollen Tigh Gap” oder die “Tigh Gap-Diät” herausbringt. die Kosemtikmarke mit der Creme, die “gezielt das Fett zwischen den Schenkeln schmelzen läßt”. Lange dauern wird das nicht mehr. Ich finde, bei solchen Schönheitsidealen ist zwischen den Ohren meist genauso viel Luft, wie zwischen den Schenkeln sein “sollte”. Das Leben ist viel zu schön, als nur unrealistischen Idealen hinterherzurennen. Danke an Blogs wie Style has no size die sich erfolgreich gegen jeden Extremwahn stemmen.

Mehr Pluz-Size-Styling:

Lu zieht an

In Fat Style

Cupcakeclothes

Dollface is sugarsweet

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Größe 38 – DIN-Norm für den Körper?

Ich hätte da mal eine Frage: Ist eigentlich jede Frau, die eine Größe größer als 38 trägt, bereits dick? Ja? Nein? In den Modezeitschriften ist das so, da ist 38 schon ein Randgebiet, in das sich nur noch „kurvige“ Models wagen. Wenige, denn Designer designen ihre Musterkollektionen in 36. Da muss ein Model reinpassen. Und offensichtlich ist dieses Maß Standardmaß geworden. In Film, TV und Werbung kommt keine Frau vor, die mehr wiegen würde. Alles 36 und weniger. Da ragen die Schulterblätter raus wie beim Tod von Altötting. Und wenn doch mal eine rundliche Dame mitmischen darf, dann nur als gemütliche Dicke, die komisch sein darf. Das war‘s schon.

Und dick, das fängt bei 40/42 an. Das ist die oberste Grenze, mit der man bei Zara oder auch in Designerläden etwas zu kaufen bekommt. Oft wird es mit dem Busen in Blusen bei diesen Grüßen schon kompliziert. Liebe Modehäuser, habt ihr eine Ahnung, wie frustrierend das ist? Und wie beschissen sich die dann fühlen, die wirklich etwas rund sind? Die müssen ab 44/46 in Spezialgeschäfte. Teurer, unmodischer und es ist vor allem verdammt demütigend.

Um es den Dicken dann noch mal richtig hinzureiben, werden auch bei “Mode für Mollige” Damen abgelichtet, die sich eben so mal am Rand einer Molligkeit befinden. Größe 42 maximal. Die Katalogproduzenten erklären das so: „Wir müssen die Sachen an dünneren Models zeigen, sonst kauft die Mode keiner. außerdem steiern Bilder von dünnen das Selbstwertgefühl????“ Aha, also die Dicken sind selber schuld, weil sie ihresgleichen nicht sehen wollen. Ich halte das für eine Ausrede, denn so kann ja keine erkennen, wie es aussieht in den „echten“ Größen.

Wer jetzt sagt, „Die müssen halt abnehmen, die undisziplinierten Bratzen“ hat genau nichts verstanden. Den vielleicht fühlen sich die Leute mit ihrer Figur ganz wohl, und weigern sich nur, standardisiert zu werden. Auch die wenigsten Männer haben ein Problem mit Frauen, die etwas über dem Modelmass liegen. Im Gegenteil. Nur die Modeindustrie interessiert das nicht. Sollen wir alle aussehen wie Barbiepuppen aus der Fabrik? Alle die gleiche Figur, das gleiche Gesicht, nur Variationen in der Haarfarbe? Und bitte, immer schön so bleiben – mit allem, was geht (Chirurg, Cremes, Spachtelmasse). Denn zu alt darf auch keine werden. Wir wollen alle Individualisten sein, einmalig und unverwechselbar. Aber wieso soll dann das Aussehen normiert werden? Warum wollen uns die Medien und die Industrie in eine bestimmte Form pressen? Darauf hätte ich gerne eine Antwort.

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Seid doch endlich stolz auf euch!

Ja, ich trau mich auch, mich neben ein Model zu setzen.

Ja, ich trau mich auch, mich neben ein Model zu setzen.

Es gab mal einen Song “Affirmation”, in dem hieß es “I believe the beauty magazines promote low self esteem”. Diesen Satz kann ich nur unterschreiben. Denn ist nicht die Botschaft der Frauenmagazine ein ständiges “Optimiere dich selbst, dann optimierst du dein Leben?” Und auch wenn beim DLD women es ein wichtiges Thema war, dass nur 4% aller Frauen sich schön finden, so wird sich doch an der grundlegenden Haltung nichts ändern. Beim DLD wären so viele Frauen im Raum gewesen, die daran etwas hätten ändern können. Die Frage bleibt, ob sie das wollen.

Denn Schönheit ist der Motor, der das Geschäft vieler Industrien am Laufen hält. Denn all die Hersteller von Beautyprodukten, die Frauenmagazine, die Diätbuchautoren, die Nahrungsmittelhersteller, die Pharmaindustrie, die Ärzte und Apotheker, die Bekleidungsindustrie und die Sportclubbetreiber, die Sportindustrie und die Medien ganz allgemein – sie alle verdienen gut am schlechten Gewissen und dem schlechten Selbstbewußtsein der Frauen.

Als ich beim DLD sass, war ich perplex: “Nur vier Prozent finden sich schön? Wie kann das sein?” Aber dann dachte ich weiter: “Gut, für schön halte ich mich auch nicht, aber ich finde mich okay. Vor allem in dem Alter, so alt bin ich eben – ich kann mich nicht mehr mit Germanys next Topmodels vergleichen, aber deren Mütter, im gleichen Alter wie ich, sehen im Vergleich ganz schön alt aus. Passt also”. Ja, wispern jetzt Stimmen im Kopf, aber Heidi Klum ist doch auch 40. Und Jennifer Aniston und Demi Moore. Oder Madonna. Nimm dir ein Beispiel an denen…”Ne, ihr kriegt mich so nicht. Klar, wenn ich zwei Millionen an Schönheitschirurgen zahle und weitere Ersatzteile an mir verbauen lasse und jeden Tag einen Koch für Diätnahrung und einen Personal Trainer hätte, wäre bei mir sicher auch noch viel rauszuholen. Geht nicht, weil ist nicht.”

Und außerdem: Geht es nur ums Schönsein? Das war der zweite Punkt der mir komisch vorkommt. Gerade auf der DLD women waren so viele so tolle Frauen, erfolgreich, gescheit, empathisch, fantastisch humorvoll  und auch sehr attraktiv. Egal wie alt, egal welches Gewicht. Schön? Nicht alle nach den gängigen Geschmacksidealen. Und? Jede davon kann auf sich stolzer sein, weil sie mehr erreicht hat als einfach ein schönes Gesicht in die Kamera zu halten. Ich bewundere eine Bayerische Prinzessin (die nebenbei sehr hübsch ist), die Studien zur Intelligenz von Krähen macht mehr als eine reine Winkepuppe. Ich finde all die Doktorinnen, Professorinnen, Konzernleiterinnen, Politikerinnen, Beraterinnen und Chefredakteurinnen wunderschön, weil sie durch Kompetenz und Intelligenz bestechen, nicht, weil sie Eyecandy sind. Frauen sind mindestens so gute Chefs und haben es nicht nötig, nach Aussehen beurteilt zu werden.

Und das Gleiche gilt auch eine Etage drunter: Mütter, Frauen, die ihre Angehörigen pflegen, Ehrenamtliche – alle können stolz sein auf das, was sie leisten, und müssen ihr Selbstbewußtsein nicht daraus ziehen, ob sie sich optisch mit einem Hollywoodstar messen können oder nicht. Muss niemand. Und deswegen finde ich, dass sogar die berühmte und wirklich gute Dove-Kampagne in die falsche Richtung zielt. Denn es ist en Schritt, den Frieden mit seiner Optik zu machen, aber ein weiterer, sein Selbstbewußtsein aus seiner Leistung zu ziehen.

Und das müssen wir Frauen erst lernen.

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