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Blusen für viel Busen!

20140413-095310.jpg Es gibt tatsächlich noch Labels, die mit uns Frauen Geld verdienen wollen. Ich habe jetzt gerade das Label Maximila entdeckt, die Blusen, Kleider und Oberteile speziell für große Größen anfertigen. Nein, das stimmt nicht ganz. Nicht für große Größen, sondern für Frauen mit großer Oberweite. Die Blusen sind so geschnitten, dass Körbchengröße D bis K perfekt reinpasst ohne dass irgendwas zwickt und zwackt. Und sie haben trotzdem noch eine Taille. Ab Größe 36 gibt es sie. “maximila Mode soll Ihnen perfekt passen. Dafür haben wir spezielle Schnitte und ein individuelles Größensystem entwickelt, das genau zu Frauen mit großer Oberweite passt. Unsere Mode orientiert sich im Bereich Schulter, Rücken und Hüfte zwar an normalen Konfektionsgrößen von 36 bis 46, lässt dafür aber an der Brust etwas mehr Platz und gibt Ihnen sogar die Wahl zwischen den Varianten kurvig und sehr kurvig.” Toll, der Labelgründerin Eva Marisa Elsäßer gebührt ein Bundesverdienstkreuz!
Herz, was willst du mehr? Ich wünsche dem Label ganz viel Erfolg und werde sicherlich dort gute Kundin werden. Der erste Kauf wird Hemdblusenkleid “Hella” sein. Es ist doch gar nicht so schwer! DANKE!

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So schön sind Frauen – alle Frauen

Makingof006Es ist eigentlich nur traurig. Frauen jenseits der vierzig (Alter und Kleidergröße) werden in der Modebranche, Werbebranche und zunehmend auch in der Öffentlichkeit immer weniger wahrgenommen. sie kommen nur vor als dicke Lachobjekte in Formaten “Biggest Loser” oder “Fett verliebt” . Beim Durchblättern der letzten Grazia ist mir aufgefallen, dass nicht eine einzige Frau dem “Schönheitsstandard” “jung und dünn” nicht entspricht. Sogar ein Artikel “Ich liebe den Freund meines Sohns” wird nicht mit einer 45jährigen, um die es geht, sondern mit einer Mittzwanzigerin bebildert. Kranke Welt.

Dass es auch anders geht, beweist Plussizemodel Silvana Denker mit ihrem Projekt “CURVeveS”
“Es entstand aus einer regen Diskussion auf Facebook, ob kurvige Frauen auch sexy sein können”, erzählt Silvana Denker. Die Idee eines Kalenders, eines Gegenentwurfs zu Playboy oder Pirelli, war schnell geboren. “Mit diesem Projekt möchte ich ein Statement setzen. Ich will zeigen, wie wunderschön und sinnlich Frauen sind, die nicht dem in den Medien propagierten Schönheitsideal entsprechen.Ich stehe für ein realistisches und gesundes Frauenbild in der Öffentlichkeit und hoffe, diesem mit dem Projekt einen Schritt näher zu kommen.”
Makingof011Auch das Feedback war enorm. Aus über 60 Bewerberinnen, unter anderem aus der Schweiz, Dänemark und den USA, haben Silvana und der beteiligte Fotograf Oliver Denz insgesamt 18 wunderschöne Frauen mit unterschiedlichsten Kleidergrößen ausgesucht. Es handelt sich um Profimodels, Newcomer, Hobbymodels, sowie Frauen, die einfach Spaß daran haben, einmal vor der Kamera zu stehen. Silvana Denker steht als 19. Model ebenfalls vor der Kamera.
Wichtig war es, starke, sinnliche und selbstbewusste Frauen zu finden, damit Fotos fernab jeglicher Klischees entstehen können. Unterstützt wird dieses Projekt mit Outfits von Miss Molly (www.missmolly.com), SugarShape (www.sugarshape.de) und Miss Moss Corsetts (www.corsets-inberlin.com). Schmuck wurde von der Schmuckdesignerin Anke Rönsch zur Verfügung gestellt.
Weiterer Sponsor ist Malu Wilz.
Fotograf Oliver Denz und Projektleiterin Silvana Denker sorgten für eine möglichst entspannte Atmosphäre und führten die Models mit Feingefühl und Blick fürs Detail durch die einzelnen Shootings. Die Bilder können sich mehr als sehen lassen – und wer noch einmal meint, man müsse überdünn sein, um sexy auszusehen, wird mit dem Kalender eines besseren belehrt.
Der Kalender wird voraussichtlich im Mai in den Verkauf gehen.
Der Gewinn aus dem Verkauf wird ausnahmslos an die Institution „Brustkrebs Deutschland e.V.“ gespendet. Alle Beteiligten arbeiteten komplett ohne Honorar.

Projektleiterin Silvana Denker
Silvana Denker arbeitet mit Kleidergröße 44 hauptberuflich als Plus Size Model und nebenberuflich außerdem als Fotografin (Studium Fotodesign). Mit ihrer Arbeit und Auftritten in den Medien setzt sie sich dafür ein, dass Frauen jenseits der Kleidergröße 36 in der Modebranche, Werbung und auch der Öffentlichkeit anerkannt und ernst genommen werden. Danke dafür!

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Leere im Kopf oder zwischen den Beinen?

Echt viel zu dicke(????) Frau - by http://www.stylehasnosize.com/

Wenn das nicht perfekt ist, weiß ich auch nicht – by http://www.stylehasnosize.com/

Es ist schon faszinierend, wie viele Problemstellen der weibliche Köper so aufweisen kann. Falten im Gesicht – uääh! Brüste – nie perfekt. Bauch, Beine, Po – immer zu dick. Flappende Haut am Oberarm (Winkearme) – eklig. Fett in der Kniebeuge – Zeit zum Absaugen. Füße, die nicht in Louboutins passen – Knochen raus. Cellulitis, gegen die niemand was machen kann außer Photoshop, ist natürlich die böse Sünde Nummer eins. Besonders klasse, weil keine Frau was dafür kann und auch keine Frau die komplett wegbekommt. Da  spriessen die Selbstzweifel am besten und ganz viel Geld wandert in die Taschen der Kosmetikindustrie.

Der neueste Schlager auf dem Gebiet des Figurshamings und -Bashings ist der “Tigh-Gap” – also die Oberschenkel dürfen sich nie, nie, nie berühren, sonst ist die Frau viel zu fett. Dass bei vielen Frauen es biologisch gar nicht geht, weil die Anatomie der Knochen es nicht zuläßt, egal. Dann eben runterhungern auf Hungersnot-Körper. Ich warte auf die Frauenzeitung, die als erstes “Spezialübungen für einen tollen Tigh Gap” oder die “Tigh Gap-Diät” herausbringt. die Kosemtikmarke mit der Creme, die “gezielt das Fett zwischen den Schenkeln schmelzen läßt”. Lange dauern wird das nicht mehr. Ich finde, bei solchen Schönheitsidealen ist zwischen den Ohren meist genauso viel Luft, wie zwischen den Schenkeln sein “sollte”. Das Leben ist viel zu schön, als nur unrealistischen Idealen hinterherzurennen. Danke an Blogs wie Style has no size die sich erfolgreich gegen jeden Extremwahn stemmen.

Mehr Pluz-Size-Styling:

Lu zieht an

In Fat Style

Cupcakeclothes

Dollface is sugarsweet

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Größe 38 – DIN-Norm für den Körper?

Ich hätte da mal eine Frage: Ist eigentlich jede Frau, die eine Größe größer als 38 trägt, bereits dick? Ja? Nein? In den Modezeitschriften ist das so, da ist 38 schon ein Randgebiet, in das sich nur noch „kurvige“ Models wagen. Wenige, denn Designer designen ihre Musterkollektionen in 36. Da muss ein Model reinpassen. Und offensichtlich ist dieses Maß Standardmaß geworden. In Film, TV und Werbung kommt keine Frau vor, die mehr wiegen würde. Alles 36 und weniger. Da ragen die Schulterblätter raus wie beim Tod von Altötting. Und wenn doch mal eine rundliche Dame mitmischen darf, dann nur als gemütliche Dicke, die komisch sein darf. Das war‘s schon.

Und dick, das fängt bei 40/42 an. Das ist die oberste Grenze, mit der man bei Zara oder auch in Designerläden etwas zu kaufen bekommt. Oft wird es mit dem Busen in Blusen bei diesen Grüßen schon kompliziert. Liebe Modehäuser, habt ihr eine Ahnung, wie frustrierend das ist? Und wie beschissen sich die dann fühlen, die wirklich etwas rund sind? Die müssen ab 44/46 in Spezialgeschäfte. Teurer, unmodischer und es ist vor allem verdammt demütigend.

Um es den Dicken dann noch mal richtig hinzureiben, werden auch bei “Mode für Mollige” Damen abgelichtet, die sich eben so mal am Rand einer Molligkeit befinden. Größe 42 maximal. Die Katalogproduzenten erklären das so: „Wir müssen die Sachen an dünneren Models zeigen, sonst kauft die Mode keiner. außerdem steiern Bilder von dünnen das Selbstwertgefühl????“ Aha, also die Dicken sind selber schuld, weil sie ihresgleichen nicht sehen wollen. Ich halte das für eine Ausrede, denn so kann ja keine erkennen, wie es aussieht in den „echten“ Größen.

Wer jetzt sagt, „Die müssen halt abnehmen, die undisziplinierten Bratzen“ hat genau nichts verstanden. Den vielleicht fühlen sich die Leute mit ihrer Figur ganz wohl, und weigern sich nur, standardisiert zu werden. Auch die wenigsten Männer haben ein Problem mit Frauen, die etwas über dem Modelmass liegen. Im Gegenteil. Nur die Modeindustrie interessiert das nicht. Sollen wir alle aussehen wie Barbiepuppen aus der Fabrik? Alle die gleiche Figur, das gleiche Gesicht, nur Variationen in der Haarfarbe? Und bitte, immer schön so bleiben – mit allem, was geht (Chirurg, Cremes, Spachtelmasse). Denn zu alt darf auch keine werden. Wir wollen alle Individualisten sein, einmalig und unverwechselbar. Aber wieso soll dann das Aussehen normiert werden? Warum wollen uns die Medien und die Industrie in eine bestimmte Form pressen? Darauf hätte ich gerne eine Antwort.

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Seid doch endlich stolz auf euch!

Ja, ich trau mich auch, mich neben ein Model zu setzen.

Ja, ich trau mich auch, mich neben ein Model zu setzen.

Es gab mal einen Song “Affirmation”, in dem hieß es “I believe the beauty magazines promote low self esteem”. Diesen Satz kann ich nur unterschreiben. Denn ist nicht die Botschaft der Frauenmagazine ein ständiges “Optimiere dich selbst, dann optimierst du dein Leben?” Und auch wenn beim DLD women es ein wichtiges Thema war, dass nur 4% aller Frauen sich schön finden, so wird sich doch an der grundlegenden Haltung nichts ändern. Beim DLD wären so viele Frauen im Raum gewesen, die daran etwas hätten ändern können. Die Frage bleibt, ob sie das wollen.

Denn Schönheit ist der Motor, der das Geschäft vieler Industrien am Laufen hält. Denn all die Hersteller von Beautyprodukten, die Frauenmagazine, die Diätbuchautoren, die Nahrungsmittelhersteller, die Pharmaindustrie, die Ärzte und Apotheker, die Bekleidungsindustrie und die Sportclubbetreiber, die Sportindustrie und die Medien ganz allgemein – sie alle verdienen gut am schlechten Gewissen und dem schlechten Selbstbewußtsein der Frauen.

Als ich beim DLD sass, war ich perplex: “Nur vier Prozent finden sich schön? Wie kann das sein?” Aber dann dachte ich weiter: “Gut, für schön halte ich mich auch nicht, aber ich finde mich okay. Vor allem in dem Alter, so alt bin ich eben – ich kann mich nicht mehr mit Germanys next Topmodels vergleichen, aber deren Mütter, im gleichen Alter wie ich, sehen im Vergleich ganz schön alt aus. Passt also”. Ja, wispern jetzt Stimmen im Kopf, aber Heidi Klum ist doch auch 40. Und Jennifer Aniston und Demi Moore. Oder Madonna. Nimm dir ein Beispiel an denen…”Ne, ihr kriegt mich so nicht. Klar, wenn ich zwei Millionen an Schönheitschirurgen zahle und weitere Ersatzteile an mir verbauen lasse und jeden Tag einen Koch für Diätnahrung und einen Personal Trainer hätte, wäre bei mir sicher auch noch viel rauszuholen. Geht nicht, weil ist nicht.”

Und außerdem: Geht es nur ums Schönsein? Das war der zweite Punkt der mir komisch vorkommt. Gerade auf der DLD women waren so viele so tolle Frauen, erfolgreich, gescheit, empathisch, fantastisch humorvoll  und auch sehr attraktiv. Egal wie alt, egal welches Gewicht. Schön? Nicht alle nach den gängigen Geschmacksidealen. Und? Jede davon kann auf sich stolzer sein, weil sie mehr erreicht hat als einfach ein schönes Gesicht in die Kamera zu halten. Ich bewundere eine Bayerische Prinzessin (die nebenbei sehr hübsch ist), die Studien zur Intelligenz von Krähen macht mehr als eine reine Winkepuppe. Ich finde all die Doktorinnen, Professorinnen, Konzernleiterinnen, Politikerinnen, Beraterinnen und Chefredakteurinnen wunderschön, weil sie durch Kompetenz und Intelligenz bestechen, nicht, weil sie Eyecandy sind. Frauen sind mindestens so gute Chefs und haben es nicht nötig, nach Aussehen beurteilt zu werden.

Und das Gleiche gilt auch eine Etage drunter: Mütter, Frauen, die ihre Angehörigen pflegen, Ehrenamtliche – alle können stolz sein auf das, was sie leisten, und müssen ihr Selbstbewußtsein nicht daraus ziehen, ob sie sich optisch mit einem Hollywoodstar messen können oder nicht. Muss niemand. Und deswegen finde ich, dass sogar die berühmte und wirklich gute Dove-Kampagne in die falsche Richtung zielt. Denn es ist en Schritt, den Frieden mit seiner Optik zu machen, aber ein weiterer, sein Selbstbewußtsein aus seiner Leistung zu ziehen.

Und das müssen wir Frauen erst lernen.

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Da war ich Visionär…

Es war einmal, da gab es bei Brigitte eine Kampagne “ohne Models”. Dei wurde wieder eingestampft, weil der Druck auf die Leserinnen der Zeitung damit nicht kleiner wurde, sondern noch viel größer. Tja, hätte die Brigitte damals auf mich gehört, ich hab das schon beim ersten Heft prophezeiht.

Julia Jäkel von Gruner und Jahr hat das auch auf einem Panel des DLD women 2013  erklärt.

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Ein Beitrag von Miki zum Neobiedermeier

Den Kommentar von Miki zum Neobiedermeier finde ich so gut, dass ich ihn nicht unter “1Kommentar” versauern lassen möchte. Ich wollte nämlich heute eigentlich auch nachlegen, um zu überlegen, woher kommt diese Einstellung eigentlich. Das hat Miki im Kommentar vorweggenommen. Es stimmt, dass wir alle alle Hände voll zu tun haben, das Bild, das die Welt von uns erwartet, zu erfüllen.So viel, dass wir nicht dazu kommen, uns mit anderem zu beschäftigen. Ob das eine von oben gesteuerte Taktik ist – ich weiß es nicht. Das wäre vielleicht auch zu weit hergeholt.

Ich hoffe, er/sie ist okay damit, dass ich den Text hier im Blog veröffentliche:

Hallo Wv’in,
Du /sie hast ja recht, aber ich glaube da spielte auch ein bisschen “Rassismus” gegen den Mittelstandsbürger rein. Ich denke eher das einige Menschen, es soll im Osten auch Männer geben die von der Arbeit Ihrer Frauen leben OHNE als Zuhälter zu gelten, gibt, die sich auf den Organisatorposten zur Regelung des “Alltages” begeben. Bewusst spreche ich da NICHT von zurückziehen. Es gibt eben die so genannten Regelungen innerhalb der Familie, auch ohne Trauschein.
Das dabei unreflektierte Verlustängste über den eingerichteten Zustand vorhanden sind, denke ich, ist einfach nur menschlich.
Ich stehe voll an deiner Seite wenn ich über Engagement nachdenke. Ob dies nun politisch ist oder den, zwar verunglimpfenden, aber recht gut beschriebenen “Wutbürger” – erklärt, ist erst einmal zweitrangig.
Die Differenzierung liegt, denke ich, nicht in der konservativen oder liberalen oder auch linken Ausrichtung, sondern ob es darum geht, neue Wege zu beschreiten (wie ich aus Deiner öffentlichen Darstellung herauslese, gehörst du dazu) oder alles zu “bewahren” also das Verhindern von Veränderungen. Und das Bild der “BerlinMitteMuttimitKindwasunbedingtChinesischlernenmuss, dabei Latte
mit ökologisch korrekter Sojamilch schlürft (EKELHAFTES ZEUG) trifft oft zu. Aber über das Vorurteil kommt man nicht hinweg, wenn man nicht hinterfragt. Warum?? Die Forderung der Gesellschaft, nach “Perfekt !!!”
Frau: schön, intelligent, nicht rauchend (wenn dann draußen ((böse Mutti))
Sozial engagiert (min. im Kindergarten), tolle, nie genervte, sexy, aber nicht wilde, gerade gehende starke, in Bett zarte Frau. Dass Frauen das zumindest nach aussen annehmen, ist bestimmt auch Gruppendynamisch zu erklären (schliesslich will jeder irgendwo dazu gehören).
Männer: stark, markant, ohne an jede Ecke zu (sorry)” pissen” Brad Pittig, kollegial, sportlich für Fussball mit Kind (oder auch Tochter) schliesslich ist er genderneutral. Und so weiter. So funktionieren eben VIELE aber auch nicht Alle!!

Es ist so einfach über “prism” zu schimpfen, aber die Interessierten wussten schon vor 20 Jahren das es “Echolon” gibt.
Ich mag es, auch über diese “Verrückten” aus der Sicht der “besser Informierten” zu lästern, aber in der belästerten Menschengruppe werden bestimmt zu Leuten wie WIR ???? auch Vorurteile stehen und wir bedienen diese. Unser Problem ist “Besserwisserei” zu Themen die teilweise Spezialwissen oder extreme Infosucht voraussetzen.
Da ich schon ein bisschen älter bin (grins), habe ich bestimmt schon etwas “Altersgelassenheit” die sagt mir öfters: Miki, lass mal jeden seine Erfahrungen selber machen. Und wünsche Dir (also Mir) das jeder Glücklich wird und zwar wie es mal der “alte Fritz” mal sagte: JEDER !!! nach seine Façon.
Denn wenn alle Menschen glücklich!!sind, gibt es bestimmt Streit über das wie!! Aber glückliche Menschen schiessen nicht aufeinander.

Ich rufe zur Diskussion. Miki

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Ist das Leben nur dünn schön?

Gestern abend war ja wieder Oscar-Nacht. Alle Schauspielerinnen schön, dünn, elegant, fleckenlos, faltenlos, grauhaarlos, körperhaarlos – einfach perfekt. Perfekt? Im Gegensatz dazu heute der Blogpost von @fraumaja. Denn sie entspricht diesem Ideal nicht – wie die meisten anderen Menschen. Nein, Frauen entsprechen dem nicht, denn bei den Männern ist das etwas anders, da wird nicht so genau geguckt, wer schön ist und wer nicht.

Ich entspreche dem Ideal auch nicht, ich habe Kleidergröße 40/42, eine Welt entfernt von den notwendigen Hollywoodmaßen. Muss ich mich deswegen schlecht fühlen? Muß sich Frau Maja deswegen schlecht fühlen? Nein, aber wir tun es trotzdem, wir verzweifeln in Umkleidekabinen an Hosen, deren Größenangaben ein Joke sind, wir verzweifeln im Alltag, weil einem von jeder Plakatwand entgegenleuchtet, wie man zu sein hat.  Im Fernsehen kommen wir Frauen nur als Model oder als lustige Dicke ala Cindy vor, deren Witz darin besteht, zu sagen, dass sie zu fett für alles ist “Brüderle sagt, ich könnte drei Dirndl ausfüllen.” Na gut, wers mag. Dazwischen gibt es nix, außer bei unterirdischen Kuppelshows dürfen dickere Kandidatinnen dabei sein, da wird dann der “Elephant Walk” als Hintergrundmusik eingespielt.

Ich möchte den Bereich Beziehungen ausnehmen, weil es Liebhaber aller Figuren gibt. Obwohl natürlich das permanente Vorhalten des Idealstatus auch nicht gut für das Selbstbewußtsein ist. Und Selbstbewußtsein ist wichtig, wenn man wen sucht. Onlinedating kann man ohne Idealmasse vergessen, denn dort im Land der vermeintlich unendlichen Möglichkeiten glaubt eh jeder, dass hinter der nächsten Ecke immer noch was besseres lauert, und wenn da nicht die Superfrau steht, wird schnell weitergezappt. (Das Problem haben Männer aber auch)

Und sagt nicht – macht euch  nichts draus, darum geht es nicht im Leben. Es stimmt, darum geht es nicht. Trotzdem ist es eine Diskriminierung, die genauso verletzt wie die mit Hautfarbe, Religion oder Alter. Ist es gesellschaftlich okay, Dicke zu diskriminieren? Wobei “dick” oft seltsam definiert wird. Ich war neulich in einer Boutique in Frankfurt, die nur bis Größe 38 überhaupt ordert, darüber gibt es nix, was ich eine dezente Unverschämtheit finde. Man wollte mir dann dort ein Paar Schuhe! andrehen, aber das muss dann auch nicht sein. Wer mein Geld nicht will, kriegt es auch nicht. Eine weibliche Piratin, schlau, witzig, eloquent, wurde bei Talkshows abgelehnt als “nicht telegen genug”, wie der Sender meinte. Und ihr das auch brettelbreit ins Gesicht sagte. Ich war sprachlos. Das ist eine bodenlose Frechheit und Diskriminierung.

Bitte, nehmt diese Diskriminierung genauso ernst wie jede andere auch.

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Frauenfeindlich oder Postgender? – Männermodel wirbt für BH

Klar, deutlicher kann man den Punkt nicht rüberbringen:  der BH zaubert zwei Körbchengrößen mehr hin, auch dort, wo vorher nix war. Eine holländische Unterwäsche-Marke namens HEMA hat Andrej Peijic verpflichtet. Wer das ist? Eine Art Transenmodel, das sowohl für Männer als auch Damenkollektionen läuft. Eigentlich eine coole Neuinterpretation von Geschlechterrollen, nicht Mann, nicht Frau – oder aber beides und beides sogar besonders toll.

Aber es gibt da doch so einen Punkt, der mich stört. Denn der schöne Andrej ist eigentlich die Frau 2.0, die sich Modemacher immer wünschen. Androgyn, ohne Busen, ohne Hüften, ohne Cellulitis. Perfekt geeigneter Kleiderständer. Nur eben keine Frau. Postgener und frauenfeindlich zugleich, weil eben kaum eine Frau so aussehen kann, wenn sie sich nicht völlig gegen ihre Natur wehrt und sich auf  die Knochen runterhungert. Deswegen wird aus der augenzwinkernden, ach so toleranten Wahl des Models ein sehr intoleranter Akt gegen die Frauenfigur.

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Navabi – schöne Designer-Mode für Größe 40+

Ich wollte mal schauen, was die Designer so treiben für Größe 40 +, ich hab ja schon seit längerem angemahnt, dass da mal was passieren sollte. Und da stoß ich auf die Webseite von Navabi. Ich bin hellauf begeistert. Keine Magermodels zeigen die Kleider, sondern wunderschöne Models mit Maßen, mit denen sich die Kundschaft identifizieren kann. Die Designer, darunter Sallie Sahne, Cavalli, Tuzzi Nero oder – wers legerer mag – By S.Oliver sind weit weg von spießigen Dicken-Zelten. Graue Maus geht anders. Bei Navabi gibt es eigentlich alles, was man gerne trägt. Und was gut ausschaut. Ein Magazin auf der Webseite zeigt mögliche Kombinationen und Trends. Ich bin ehrlich begeistert und wünsche dem Online-Geschäft viel Glück. Kundschaft dafür gibt es genug.

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Mode und Kleidung – ein deutsches Mißverständnis

Niemand käme auf die Idee, dass die Kochkreationen, die Ferran Adria molekular zelebriert, irgendetwas sind, was eine Hausfrau täglich auf den Tisch bringen kann. Es sind Ausnahmen von der Regel, Spielereien, Vorstöße, Versuche.

Genausowenig kommt man in Frankreich auf die Idee, dass all die Mode, die auf einem Laufsteg zu sehen ist, auch tatsächlich getragen werden soll. Nein, auch das sind Ideen, Inspirationen, das ist im besten Fall nicht Kleidung, sondern Kunst. Natürlich gibt es Leute, die das dann auch tragen – alltagstauglich ist es kaum. Und soll es ja auch gar nicht sein. Maximal Lady Gaga trägt sowas in ihren Videos.  Deswegen ist es nur logisch, dass die Nicht-Alltagsmode auch an nicht Alltags-Frauen gezeigt wird. Alles, was zu erdnah ist, was beult und wackelt, stört nur den Fall des Stoffes. Das mag sich gemein anhören – aber so ist es eben. Auf Modenschauen zeigen Kleiderständer Kreationen der Meister. Eigentlich wäre es völlig konsequent, auf menschliche Models zu verzichten und die Mode dafür an Puppen zu zeigen – was einige Modeschöpfer schon praktiziert haben. Aber das kommt halt ziemlich langweilig daher.

Doch diese Tatsache scheint sich hierzulande nicht herumgesprochen zu haben. Immer noch hörte ich bei Schauen “Wer soll das denn tragen?” “Die sind ja alle viel zu dünn.” Niemand soll das tragen -und, nein, das passt schon so so. Wenn es um Mode geht.

Anders verhält es sich mit Kleidung. Das ist das, was man täglich trägt – das muss nicht unbedingt modisch sein, sondern trägt viel mehr dem individuellen Empfinden Rechnung. Kleidung ist das, was S.Oliver oder Esprit machen. Und hier ist es schon sinnvoll, dass die Designer und Schnittmeister sich angucken, wer das tragen soll. Aus Kostengründen wird bei diesen Marken etwa eine Größe 36 nur hochgerechnet – aber das Frauen mit Größe 40 und mehr andere Proportionen haben, dem wird nicht Rechnung getragen. Hier sollte die Modeindustrie ansetzen. Ich bin gespannt, wann sich die neuen Vermessungen des deutschen Durchschnittskörpers auch bei den Schnitten niederschlagen. Wenn ich nun lese “Gelten Frauen mit Größe 38 bald wieder als normal?” dreht es mir die Fußnägel hoch. Normal ist 40 und drüber.  Wer durch eine Fußgängerzone geht, der weiß, dass die meisten Menschen vom Magerwahn so weit weg sind wie  Rainer Calmund von Karl Lagerfeld.  Magerwahn ist nicht das Problem, meist eher das Gegenteil.

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Ohne Models – doppelt frustrierend?

Was haben die Macher der Brigitte nicht alles versprochen – ein Heft ganz ohne Models, sondern mit Frauen wie du und ich. Wie du vielleicht, denn so wie ich sind sie nicht. Gut, es kann niemand gezwungen werden, unfotogene Anfangsvierziger abzulichten, aber ein bißchen realer hätten die Frauen schon sein dürfen. Mir ist ziemlich egal, ob es ein Model ist, das nebenbei studiert, oder einen Studentin, die nebenbei modelt. Auch die Teilnehmerinnen bei Germanys next Topmodel sind ja meist auch nicht von Anfang an professionelle Abgelichtetwerderinnen. Dass es jetzt alle reale Menschen sein sollen, erhöht den Druck auf uns Realos, den die Zeitung ja eigentlich brechen wollte.  SO haben Frauen auszusehen – alle schlank, alle topgestylt, ganz natürlich und trotzdem höchst modellike. Ich finde, Magermodels machen keinen Druck, denn die sind weit von der Realität entfernt. Aber die Bilder in der Brigitte nehmen für sich in Anspruch, das ganz normale Leben abzubilden – für mich sehen die meisten Menschen in der Realität anders aus. Und das frustiert.

Aber damit wir auch alle so unnormal normal aussehen sollen, hat die Brigitte auch gleich eine Diät als zweites “fettes” Hauptthema. War das Absicht oder einfach nur unfassbbar unsensibel? Was soll das alles? Ich fühle mich von Brigitte und der Kampagne veralbert. Für wie dumm hält diese Zeitung ihre Leserinnen? Wie reale Leute aussehen – attraktiv, aber eben dennoch nicht genormt, sieht man an der mehrseitgen Dove-Werbung am Anfang des Heftes. Da wurde dieser Gedanke ja schon vor einiger Zeit umgesetzt und – zumindest für mich – wesentlich glaubhafter und konsequenter.

Bei den erkennbar irrealen Bildern der Hochglanzmagazine wie Vogue oder Elle kann man träumen. Bei der Brigitte bleibt nur ein schaler Nachgeschmack. Hergott, traut euch doch mal, Mode tatsächlich denen anzuziehen, die sie tragen sollen – Frauen mit Größe 40 und drüber. Oder bleibt bei Models – da hab ich auch kein Problem. Aber Frauen zu casten, die genausogut Models sein könnten und es nur zufällig nicht sind (aber nach ihrem Auftritt in der Brigitte bald werden) – das ist Beschiss.  Auch die Horizont sieht es mit gemischten Gefühlen.

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