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Hoch in den Norden reisen – zur Kulturhauptstadt Umea

Umea zur Mittsommerzeit

Umea zur Mittsommerzeit

Ich war bis jetzt nur einmal kurz in Schweden, damals war ich Studentin und auf dem Weg zum „Treffen der Europäischen Studenten des Journalismus“ in Tampere Finnland. Damals gab es noch coole Interrail-Tickets und so fuhren wir mit der Bahn. Als wir in Stockholm ankamen, war es Februar und es schneite wie wild. Wir haben an den zwei Tagen in Stockholm viele Cafes und Pizzerien kennengelernt, aber sonst eigentlich recht wenig. Das wollte ich schon lange nachholen. Heute ist ja gerade die schwedische Kronprinzessin in Düsseldorf, da wäre es doch nur höflich, den Besuch zu erwidern.

Luftgetrocknete Scheibchen Rentierfleisch - würde ich gerne probieren

Luftgetrocknetes Rentierfleisch würde ich gerne probieren

Es gibt ja einen guten Grund dieses Jahr, denn Umea im Land der Samen, tief im Norden Schwedens, ist heuer Kulturhauptstadt Europas. Da würde ich gerne hinreisen. Das Programm rockt mit einem Gitarrenmuseum, vielen Konzerten (darunter auch mein geliebter Metal), mit Kunst und Mode und Mittsommar.  Vor allem im Spätsommer lockt mich das Programm sehr. Da gibt es zum einen das

Food Festival
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Mittwoch, 17. September bis Sonntag, 21. September 2014) “An fünf Herbsttagen werden Liebhaber guten Essens verschiedene Möglichkeiten haben um Umeås kulinarische Kultur kennenzulernen. Das Food Festival bietet Verkostungen zu verschiedenen Themen, sowie Wettbewerbe und Märkte mit heimischen Zutaten. Dabei wird ein Fokus aus der samischen Essenskultur liegen”. Wie sagt der Lafer: “Ist das was?” Jepp, das wäre was. Ich stell mir spannende Rezepte mit Rentierfleisch, Moosbeeren und Lachs vor. Da die skandinavische Küche derzeit an Hippness nicht zu übertreffen ist, stell ich mir dieses Festival außergewöhnlich toll vor. Die Schweden haben einen Ruf zu verlieren.

Personer vid caféUnd weil schwedisches Design auch was ganz Besonders ist, wäre das vielleicht auch eine Überlegung wert.

Umeå Fashion Week 2014
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Dienstag, 7. Oktober bis Samstag, 11. Oktober 2014) Die Fashion Shows, Instore-Events und Ausstellungen der Umeå Fashion Week versprechen ein echtes Highlight zu werden. “Umeå ist das Shopping- und Fashion-Mekka von Nordschweden und die Heimat vieler international bekannter Modedesigner wie Johnny Johansson, Petter Hollström, Sandra Backlund und Helena Hörstedt”, erklärt mir eine Pressemitteilung. Ich muss gestehen, ich oute mich mal als Nichtkenner dieser Namen, aber ich würde sie sehr gerne kennenlernen. Kann nur gut sein.

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Wie sah Leonardo da Vinci aus?

Bildnis eines Musikers von Leonardo da Vinci

Bildnis eines Musikers von Leonardo da Vinci

Es ist schon interessant, es gibt weltbekannte Künstler wie Leonardo da Vinci, dessen Namen echt jeder kennt und trotzdem weiß keiner so genau, wie der eigentlich aussah. Zeitzeugen sagen, er war sehr gutaussehend, hat lockige hellbraune Haare, war modisch gekleidet. Es gibt Forscher, die behaupten, die Mona Lisa sei ein Selbstportait von Da Vinci als Renaissance Drag Queen. Ich weiß nicht recht, ob seine Zeitgenossen das cool gefunden hätten.

Es gibt Forscher, die meinen, der “Vitruvian Man” im Goldenen Schnitt sei er selbst. Ich habe jetzt ein zwar schon älteres, aber nicht minder spannendes Video gefunden, das sich dieser Frage widmet. Und das tut kein Kunsthistoriker, sondern ein moderner Karikaturist namens Siegfried Woldhek. Cooler Ansatz, verblüffendes Ergebnis. Guckt einfach mal selbst, ich finde es sehr überzeugend.

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Big Lebowski als 8 Bit-Graphik-Film

Unser aller Lieblingsfilm “The Big Lebowski” in 3:32 und in der traumhaften Graphik unserer Kinderzeit -Games. (samt passendem Sound.) Unglaublich, dass der Film auch schon wieder 16 Jahre alt ist.

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23. Januar 2014 · 8:38 vormittags

Kawaiiiiiiii! Kawaiiiiiiiiii!

Kätzchen und Suppenschüsseln. Kätzchen in Suppenschüsseln, eine schlumpfmäßige Fassung des eh schon grauenvollen Beatlessongs Obladi-Oblada. Kreischende Japaner. Dies scheint eine Sendung des japanischen Fernsehens zu sein und ich muss gestehen, ich würde das lieber gucken als Dschungeltausch, the Biggest Bauer, Extrem Loser oder der Schwächste sucht Frau. Einfach ein Sender, der nur süße Tierformate zeigt, bei denen sich Tiere in Töpfe setzen. Quotenhit! (Kawai heißt übrigens niedlich auf Japanisch. Und Japaner finden alles Kawai, von Kätzchen über Louis Vuitton Taschen bis zum Oktoberfest)

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17. Januar 2014 · 8:45 vormittags

Irre Hobbits besingen den Hobbit

The Esgaroth Three ist, wie der Name schon sagt, ein Duo aus Neuseeland. Sie und ihre Freunde schauen nicht nur aus, als ob sie sich ihre Geld als Kleindarsteller im Herrn der Ringe verdienen, nein, sie sind natürlich die totalen Fans und besingen den Hobbit. Leicht kritisch, indem sie all das aufzählen, was im Film vorkommt und im Buch nicht “Who the hell is Tauriel?” (Was alle stört: Zauberer mit Vogelkacke am Kopf, zu viele Orks, zu viele Elben, die im Buch nicht vorkommen, zu viel Drama) Zum Schreien komisch, auch wenn ich nicht 100% alles verstehe (das wäre so, wie wenn ein Engländer Hubert von Goisern hört) . Und natürlich zitieren sie den bekanntesten Herrn der Ringe Song “They taking the Hobbits to Isengard“. Dazu hüpft eine vergessene Kommune Altachtundsechziger, die verrückte Katzenlady, little Miss Sunshine und diverse Ökos durchs Bild und man möchte unbedingt dabeisein.

Ich muss unbedingt nach Neuseeland – die Leute will ich alle kennenlernen. Danke @peter Wenz, ohne den ich dieses Juwel nicht gefunden hätte :)

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3. Januar 2014 · 5:38 nachmittags

BÄM – geniale Geschmacksexplosion

2013-12-07 14.27.38Es gibt manchmal so Momente, die lassen einen sprachlos. Wenn etwas total Unvorhergesehenes passiert. Wie ein Biss in die “chocolate covered Blueberries” von Chocolate Naive. Liebe auf den ersten Biss! Mir sind auf der ChocolArt in Tübingen erst die süßen Verpackungen aufgefallen. Puristisch, aber mit so einem gewissen Touch. Glück gehabt, dass ich den kleinen Stand nicht übersehen habe, denn deren Angebot war sensationell. Allen voran die Blueberries. Klingt zuerst simpel, aber der Geschmack ist alles andere als das. Es sind wilde, gefriergetrocknete Blaubeeren aus den wilden Wäldern Lithauens, wo auch Chocolate Naive herkommt. Ummantelt mit dunkler Schokolade aus Madagaskar. Wenn man in so eine Beere beißt, dann erwartet man irgendwas Süßes, Flatschiges, aber gar nicht, die Schokoaromen und das ganz intensive Blaubeeraroma mixen sich im Mund, es ist einfach sooo gut. Jetzt weiß ich wieder, wie intensiv Beeren schmecken können.

Von nix kommt nix. Die kleine Manufaktur verwendet nur allerfeinste Zutaten, verarbeitet sie schonend und nach alten Traditionen. “Back to the origins” ist ihr Motto. Ihre Schokoladen werden deswegen auf vielen Messen mit Preisen ausgezeichnet und ich kann sagen, dass deren Produkte zu dem Besten gehören, was ich je an Süßem gegessen habe. Und das war einiges. Noch führt kein Laden in Deutschland die Produkte der kleinen, liebenswerten Manufaktur, deswegen will ich euch deren Online-Shop ans Herz legen.

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Neues heißes Eisen im Bahnhofsviertel

20131206-173554.jpgDie Jungs vom IMA haben ein neues Eisen im Feuer: Das Maxie Eisen in der Münchner Strasse 18 im Bahnhofsviertel.  Ein sehr cooler Neuzugang im Stile eines amerikanischen Deli. Deswegen mischen sich auch jüdische Spezialitäten in die Karte. Matzo Ball Soup, Kreplach, Pastrami Sandwich. Ein guter Mix im Multikulti des Bahnhofsviertels. (Auch wenn mich dessen Ur-Einwohner nun schelten werden, sehen sie jedes coolere, schickere Lokal doch als weiteren Beleg der Gentriinfizierung)

20131206-173603.jpgDie Küche ist offen, das schafft Vertrauen. Ich habs heute nur gesehen und wollte euch mitteilen, dass es existiert, testen gehe ich ein andermal. Es ist noch so neu, dass die Speisekarten erst heute geliefert wurden und auf der Webseite noch nichts zu sehen ist. Aber ich bin ziemlich sicher, das kann was. “Gute Zutaten, frisch auf den Punkt gekocht, ein gemeinsames Essen, ein Lokal zum Treffen und Wohlfühlen”. So das Konzept. Fein.

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Lord Voldemort – die neue Luxusmarke

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Louis Vuitton die Neuinterpretation seines Labels gefällt, ich finde es ziemlich witzig…gekauft hab ichs mir auf Fancy.com

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2. Dezember 2013 · 4:59 nachmittags

Mehr Mut zu Exzentrik – wir brauchen mehr Glööcklers

Engel2_105672_2Der Harald Glööckler ist der Alfons Schuhbeck unter den Modedesignern, der Hansdampf in wirklich jeder Gasse. “the Prince of Pompöös” “der König des Teleshoppings”, so nennt er sich selbst. Ein glitzerndes Tischfeuerwerk, dass alles in der umgebung auch glitzern läßt.  Irgendwie stelle ich mir Harald Glööckler immer in einer deutschen Fußgängerzone vor, unter dem Arm einen Eimer voller Glitzer und Strasssteine, die er mit geschicktem Wurf über deutsche Hausfrauen schüttet. Seine Kollektion für Ulla Popken ist nicht mal schlecht. Wenigsten mal einer, der keine Hauszelte zum “Formumspielen” entwirft, sondern Sachen, die runden Frauen stehen und schmeicheln.  Nicht mein Stil, aber muss ja nicht.

Derzeit gibt es Glööckler ja überall. Bei Bijoux Brigitte mit Schmuck, bei Marburg mit Tapeten, bei QVC mit Cremes, Bei Rossmann mit MakeUp  – und, das wird die Hells Angels bestimmt freuen – er designt Mode und Motorräder mit Harley Davidson Er designt Hundekissen, Pferdedecken, Fußmatten, Handtücher, Pralinen, Kostüme, Geschirr, schreibt Bücher (Jede Frau ist eine Prinzessin), gibt CDS raus  und hat jetzt sogar ein ganzes Haus für einen Fertighaushersteller entworfen – wer Glööckler-Fan ist, kann sich rundum mit seinem Idol umgeben.

Ich finde ihn ja gut. Die Menschheit braucht ein paar Discokugeln, sonst wäre es verdammt langweilig auf diesem Planeten. Man muss seinen Look nicht mögen, wenigstens hat er einen Look. Ich frage mich nur, warum gibt es eigentlich so wenig gute Exzentriker? Es müßten doch mehr zu finden sein, die schrill und originell sind, die prominent sein wollen und beschliessen, ihre Entwürfe ins Fernsehen zu bringen? Ich will wieder mehr Lametta, mehr spaß und mehr Unangepasste – ich will wieder mehr besondere Menschen sehen, die was können, nicht bloss die Geissens, die nix können ausser doof und reich sein.

Lorand Lajos sollte man öfter ins TV bringen Foto: Pro7

Lorand Lajos sollte man öfter ins TV bringen Foto: Pro7

Zwei, drei davon kenne ich gut, da würde ich sagen, die könnten das rocken – also liebe Fernsehmacher, aufgepasst, jetzt kommen ein paar Geheimtipps – wir brauchen dringend mehr neue Promis im Fernsehen – und ein paar buntere Hunde dazu!

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Tribute von Marant: Hunger Games bei H&M

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Auch im Internet heißt es – in der Schlange einreihen

Da sitzen sie. Mit Thermobechern, auf Campingstühlen, in Schlafsäcke eingerollt, bibbernd in der Kälte auf der Zeil. Neben sich das Buch “Die Tribute von Panem” eine gute Lektüre als Vorbereitung für den gnadenlosen Kampf, der nun gleich folgen wird. Denn es ist wieder Designertime bei H&M. Und dieses Mal hat eine besonders beliebte und besonders tragbare Modeschöpferin, Isabel Marant, die Designs entworfen. Grund genug, eine Nacht lang auf der Zeil zu campieren. Hey, es ist Mode! It’s Hunger Game Time! Wer von den Männern jetzt lacht, dem zeige ich gleich Bilder der letzten iPhone-Warteschlange.

Wir sind so gegen 6.30 Uhr da. Ich war eh wach, also egal. Da reicht die Schlange schon um den halben Blog, langsam schält sich das Bild aus dem Nebel, als ich aus der S-Bahn komme. Die Männer von der Müllabfuhr, die die noch dunkle Zeil bereitmachen für den Müll des kommenden Tages, schauen genauso ungläubig wie ich. Doch, es gibt noch viele, die genauso doof sind wie ich.

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Mir gehören jetzt Pullover und Hose!

Im Schaufenster die begehrte heiße Ware. Graue Sweatshirts, graue Jogginghosen. Nie war Lagerfelds Satz wahrer: Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Was sagt das über Menschen aus, die sich um 6.30 Uhr vor den H&M stellen, um so eine Jogginghose zu bekommen? Ich will unbedingt eine silbergraue Paillettenhose. Es beunruhigt mich, dass viele in der Schlange die cool finden. Ich dachte…Ah! eine Bewegung geht durch die Menge – die Bändchen werden ausgegeben. Die Bändchen der h&M Hungerspiele, die über Sieg oder Niederlage entscheiden, über Kaufen oder Nichtkaufen. Wir sind in der vierten Gruppe, eigentlich ein guter Platz, da könnte noch alles da sein (um es vorwegzunehmen, es ist fast alles weg).

Wir gehen erstmal frühstücken, stehen bei Starbucks mit den gleichen Menschen an wie eben noch bei h&m. Irgendwie lustig. Irgendwie verzweifelt. Wir schwören uns, dass bis zum kommenden Jahr unsere Blogs wichtig genug werden (meiner wird es nie werden, fürchte ich, nur 500 Leute pro Tag), um zum Präkauf eingeladen zu werden. Aber macht die Mode dann noch so viel Spaß, wenn man nicht mit Zähnen und Klauen darum kämpfen muss? Wenn man alles von der stange kaufen kann?

Die Verkäuferin macht wenig Hoffnung: “das Meiste ist weg”, glückliche Übernachterinnen tragen die Trophäen raus, einige eindeutig, um sie sofort bei Ebay einzustellen. Sie werden wütend gemustert. Und die Mitwartenden der gleichen Zeitgruppe mißtrauisch beäugt. Wer hat die gleiche Größe? Wer will auch die letze Paillettenhose? Wo hängen die Sweater? Die Stimmung ist auf Kampf. ICH WILL DIE HOSE! Ich bin total paillettenfixiert. Ich bekomme noch eine, in meiner Größe. Und die Jogginghose auch. Das Leben ist wieder schön. Ich gehe in die Arbeit – es ist erst neun und doch schon ein urbanes Abenteuer vorbei.

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Herrenwitz auf Speed: Steel Panther sind Sex, Drugs und Spandex

Steel Panther im Gibson

Steel Panther im Gibson

Es war Ende der 80er, Anfang der 90er – ich trug ein “Kill your Idols”-Shirt, ein rotes Bandana oder manchmal eine Jeansweste oder Karohemden. Die perlentragenden Komilitoninnen vom kunsthistorischen Institut waren entsetzt. Aber das war mir egal – ich war nun mal Freund der Musik von Bands wie Guns’n’Roses, Motley Crue, Def Leppard, Poison, Twisted Sister und anderen Bands des Hair-Metals. Die Musik hat Spaß gemacht, die Klamotten haben Spaß gemacht, die anderen Fans haben Spaß gemacht. Ja, es war und ist uncool, Fan dieser Musik zu sein. Und?

20131105-134035.jpgWährend sich die anderen zu softer Lounge-Musik langweilen, packe ich immer noch lieber die Luftgitarre aus und hopse über einen Dancefloor. Es scheint vielen anderen genauso zu gehen, denn nur so ist der Erfolg von Steel Panther zu erklären. Steel Panther ist eine Gruppe, die wie durch ein Wurmloch aus der Zeit des Hair Metal gekrochen gekommen scheint. Spandex Hosen, lange Wallemähnen, unfassbare Bühnenoutfits. Und die Musik ist mindestens genauso hinterher. Da dröhnen und wimmern die Gitarrenriffs wie bei den Scorpions, da ruckeln die Bässe wie bei Motley Crue und der Sänger legt seine ganze Leidenschaft in Powerballaden vom Allerfeinsten. Nur: nichts daran ist echt.

Keine Frage, Steel Panther hat höchst talentierte Musiker, Gitarrist Satchel im besonderen, oder Sänger Michael Starr. Aber die ganze Band ist so etwas wie Amerikas Antwort auf Guildo Horn. Denn hört man genauer auf die Texte, die Sex, Drugs und Rock’n’Roll glorifizieren, wird einem schnell klar, dass da was nicht stimmen kann. “My cock is community poperty” ist kaum das Liebeslied, auf das Frau in romantischen Stunden hofft, oder “I like drugs but they don’t like me”, “Fat girl – thar she blows” sind auch nicht wirklich die harten Metalhymnen. Zwei Platten gibt es mittlerweile: “Feel the Steel” und “Ball’s out” – Message angekommen. Aber großartig. Saukomisch. Und guckt man genauer hin, sind die langen Haare nur Perücken, die Beulen in den Spandexhosen Socken. Es ist eine sehr…ähm…platte Form des Humors, ein bißchen wie ein vertonter Herrenwitz auf Speed, aber ich steh drauf.

Auf dem Weg zum Steel Panther Konzert - moi

Auf dem Weg zum Steel Panther Konzert – moi

Besonders genial ist das Ganze live, ich war mittlerweile zweimal bei Steel Panther und solche Konzerte sind selten geworden. So viel Spaß, Stimmung, Mitsingen und Rumblödeln mit den anderen Konzertbesuchern hat man sonst fast nirgends mehr. Sehr viele haben sich genauso aufgetakelt wie die Band auf der Bühne (ich auch). viele Mädels kommen sexy gekleidet, ziehen blank oder werfen Unterwäsche auf die Bühne (ich nicht) Ich bin im Februar in Köln sicher wieder da. Da kommt auch das neue Album raus “all you can eat”. Ich hätte jetzt gerne die neue Single daraus verlinkt, aber da hat die GEMA was dagegen. Ich habe auch bei der Pledge für das Album mitgemacht. Steel Panther tun was gegen die Konformität und die Langeweile – ein hehres Ziel, das ich gerne unterstütze. Keep on Rocking!

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Jede Frau braucht eine Krone

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Diese schicke Krone ist eben von asos geliefert worden. Nicht ganz das Bürooutfit. Leider.

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5. November 2013 · 2:17 nachmittags

So schön ist der Tod nur in Bayern!

heavenly-bodies-paul-koudounarisIch kann mich noch gut erinnern: meine Eltern haben mich oft mitgenommen auf Ausflüge, in Museen und andere Städte – und auch in Kirchen. Und die waren in meiner Kindheit ungleich faszinierender als heutzutage. Da gab es in der Klosterkirche etwa einen Schaukasten, wenn man ein Zehnerl reinwarf, kamm das Christkind raus, hat gesegnet und ist wieder im Kasterl verschwunden. Toll. Meine Omas, Tanten und meine Mama haben mit mir als Dreijähriger dort viele Zehnerl verbraucht. Ich frage mich manchmal, was mit dem Kasten passiert ist, in der Kirche steht er nicht mehr – ich hätte den gerne für meine Devotionaliensammlung…

Und es gab noch etwas, was mich gleichermassen fasziniert und gegruselt hat: die Leichen, die gut sichtbar in den Kirchen drapiert waren. Skelette, eingepackt in Schleierstoffe, reichverziert mit Goldfäden und Schmucksteinen. Heavenly_Bodies_web_res_6Inmitten all der Pracht ragten die Totenfinger aus dem Stoff, die augenlosen Totenköpfe starrten mich an. Ich hatte nächtelang Alpträume und bin doch in der nächsten Kirche wieder hingesaust, um mit morbider Faszination die Knochen zu betrachten. Meine Eltern haben das gar nicht so gemerkt, die Toten waren für sie ein irgendwie selbstverständlicher Anblick. Ich hab mir damals auch nie Gedanken darum gemacht. Das waren halt die Gebeine von Heiligen und fertig. War mir egal. Das war besser als die Geisterbahn auf dem Rosenheimer Herbstfest.

Ich hab lange nicht mehr daran gedacht, bis vor kurzem die Webseite des Smithonian Museums über seltsame Bräuche entlang der Alpen berichtet hat, von einem Kunsthistoriker namens Paul Koudounaris, der sich aufgemacht hat, diese Bräuche in einem Buch “Heavenly Bodies” (Thames& Hudson Verlag, 19,95) zu dokumentieren. Das wurde geschildert wie ein seltsames Maori-Ritual, und mir wurde erst so bewußt, wie fremd und exotisch auch unsere Bräuche auf Fremde wirken müssen. Immer eine interessante Betrachtungsweise – von Aussen. Der Herr Koudounaris ist ein Spezialist auf dem Gebiet der makaberen Kunst, klar, dass ihm die bayerischen Heiligen gefallen haben.

In dem Buch hab ich dann auch mehr zu den Leichen erfahren. Die Knochen stammten aus den Katakomben in Rom und wurden vom Vatikan im 18.Jhrt zu Märtyrern erklärt, mit einem Namen versehen und (natürlich gegen Bares) an die Kirchen jenseits der Alpen verschickt. Die Verzierung übernahmen dann Nonnen, die die Leichen liebevoll mit Gold umwickelten, wie es sich für heilige Reliquien gehört.  Irgendwann sind sie dann aus der Mode gekommen und in Kisten verschwunden, bis auf einige Kirchen, wo sie noch liegen und in ihren Prunkgewändern auf die Ewigkeit warten.

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Moseleck mon Amour

“Memories of Heidelberg sind Memories of you”, dieser schöne Schlager in einer beliebten Frühform des Denglischen erinnert an einen der lustigsten Abende, die ich je hatte. Ich sass mit Freunden, einem Künstlerpaar aus dem Bahnhofsviertel, diversen anderen Zeichnern, Lyrikern etc mal wieder in einem unserer Stammlokale, dem Moseleck. Eine Dame, die Haare in lebhaftem Schwarz, hatte Geld für viele Schlager  in die Jukebox geworfen und nutzte die Lieder für einen Karaokeauftritt, wobei die Dame fast jeden Mann im Raum zu einem Tänzchen aufforderte. Die meisten kamen schwankend der Forderung nach. Das Moseleck ist wie eine gute Party, man weiß nie, was passiert von 6 Uhr morgens bis 4 Uhr nachts.

Wir sitzen gerne vor oder im Moseleck. Das tun wir schon, bevor es ironisch cool geworden ist, Milieukneipen zu vereinnahmen und sich dort mutig und echt independent underground zu fühlen. Das machen auch im Moseleck immer mal wieder Leute, die von der Bergerstraße oder dem Westend runterkommen ins Bahnhofsviertel, um mal “was Authentisches zu erleben”. Aber meist bleiben die nicht lange in der Kneipe, in der das Rauchen noch erlaubt ist, sondern ziehen weiter ins Plank oder “Walon und Rosetti”, um dort besoffen auf der Strasse mit Bierflaschen zu werfen, was man sich im eigenen Viertel nicht trauen würde. Im Bahnhofsviertel glauben sie, das gehört dazu. Um hier mal aufzuklären: nein, tut es nicht.

Das Moseleck gibt es seit 113 Jahren, um 1900 wurde die Wirtschaft gegründet, fast so lange gibt es auch die Bäckerei Heidinger schon. Mehr Tradition geht nicht. Deswegen finden sich im Moseleck die Einheimischen wieder, am Samstag kommen die Fans der Eintracht, um auf der Großleinwand die Spiele zu verfolgen und nachher gemeinsam auf Sieg oder Niederlage anzustoßen. Andere Gäste spielen Dart, an der Theke ein buntes Gemisch aus Künstlern, aus Milieu und Bankern. Die Mischung kann durchaus explosiv werden. Manchmal wird es brenzlig, wenn etwa sich ein schwerer angetrunkenes Mitglied eines Rockerclubs in Gesprächsrunden einbricht, aber am Ende erzählt dann auch so ein Typ Anekdoten aus seinem Familienleben und seiner Zeit bei der Fremdenlegion – wenn man ihn respektiert und freundlich bleibt. Was mich so fasziniert, sind die Menschen, die man dort trifft und ihre Geschichten. Wer vorurteilsfrei reingeht, wird mit wirklich spannenden, tiefen Gesprächen belohnt. Im Tatort Frankfurt wurde die Kneipe zum Treff des übriggebliebenen Gesindels, dass auch um vier Uhr nachts noch einen Doppelkorn reinstellt, was sie nicht ist.

Das Moseleck ist 113 Jahre alt

Von sechs Uhr morgens bis 4 Uhr früh hat die Kneipe geöffnet

Zumindest nicht nur.

Es ist der Gegenentwurf zu den schicken gentrifizierten Kneipen, die jetzt im Bahnhofsviertel wie Pilze aus dem Boden schiessen, bevölkert von Hippstern in Schlumpfmützen, die dort teures Bier aus Flaschen trinken. Das kann niemand wollen, dass bald jedes Viertel aussieht wie das Nordend, wo sich Biobürgerbude an Biobäcker und Bioveganer reiht. Doch die Chancen stehen schlecht, es wird auf Altmieter komm raus luxussaniert, die Mieten an der Münchnerstrasse oder den Flussstrassen schiessen in ungeahnte Höhen. Ein grosser Äppler auf das Moseleck, solange es noch existiert.

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Kein Glamour bei Glam in der Schirn

Glamour fehlt in der Glam-Ausstellung; holy Ghost Show, Foto Tim Köck

Glamour fehlt in der Glam-Ausstellung; holy Ghost Show, Foto Tim Köck

Was hab ich mich auf diese Ausstellung in der Frankfurter Schirn gefreut: Glam- The Performance of Style. Das war meine früheste Kindheit, aber etwas, was mir 40 Jahre lang im Gedächtnis hängen geblieben ist: Popstars in goldenen Plateaustiefeln, Laméanzügen mit Federboas, Zylinder, Samtjackets, lange Haare. Marc Bolan, Roxy Music,  David Bowie – das war großartig. Ich sass gebannt vor dem Fernseher und dachte mir “Wenn ich groß bin, will ich sowas auch tragen”. Als ich groß war, waren die 80er in und Glam war out. Und die Popstars standen bis auf wenige Ausnahmen in total öden Klamotten auf der Bühne. Bis auf Adam Ant und diverse Hairmettler, da bin ich auch sowas wie ein Fan gewesen. Die goldenen Stiefel sind irgendwann wieder in Mode gekommen, seitdem hab ich welche.

Jedenfalls gibt es jetzt zur Glamära eine Ausstellung in der Schirn. Nur ist da wenig vom Glam zu spüren, sondern die Ausstellung ist so dröge wie das Katerfrühstück nach dem Diskofasching. Die Deko ist noch da, der Zauber ist weg. Die Räumlichkeiten der Ausstellung sind toll, mit Glitzervorhängen, mit Warhols Heliumkissen im Lichthof und spieglenden Buchstaben. Aber die Ausstellung selbst ist dürftig. Gefallen haben mir die zwei (!) Bühnenkostüme, aber das wars auch schon. Es fehlt die Musik dazu, die dem ganzen Leben gegeben hätte, es fehlt an mehr Kostümen, man hätte Outfits der Fans der damaligen Zeit nachstellen müssen, nicht nur in Fotos zeigen. Wenn ich schon Fotos von Osmond-Fans zeige, will ich auch sehen, was die Osmonds getragen haben.

Man hätte die Partyathmosphäre einer Party in Warhols-Factory  nachbeleben müssen, mit Bodennebel, Federboas, und eben… Musik. Und Thema mit Gegenwartskünstlern wie Lady Gaga, The Darkness oder Daft Punk wieder hineinholen ins Jetzt. Es fehlen Bezüge in der Kultur, eine Einordnung. Ein paar Plattencover an den Wänden, ein schwarz-weiß-Video von Warhol und -immerhin – eine lasziv Banane essende Dragqueen, auch gefilmt von Warhol. Dazu alte Starmagazine und ein paar Schlaglichter auf die Kunstszene, bei denen ich nur bedingt einen Zusammenhang zu Glam herstellen konnte. Eine Transe macht noch keinen Glamour aus.

Genauso enttäuschend wie die Ausstellung ist der Katalog, der sehr lieblos gemacht ist und auch der läßt nichts spüren vom Spaß, vom Glanz der Zeit, es wirkt wie Jahrmarktsrummel bei Tageslicht. Traurig und elend. Schade um ein Superthema, das eine Superausstellung verdient hätte.

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