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Alles Fake im deutschen Fernsehen?

Rosen für die große Liebe? Doch im deutschen TV findet man meist nur Gefaktes Foto:RTK

Rosen für die große Liebe? Doch im deutschen TV findet man meist nur Gefaktes

In Amerika haben sie bei Live-Shows eine 5sekündige Verzögerung bei der Übertragung, damit, falls mal wieder wem ein Busen aus der Bluse hüpft, schnell reagieren zu können und den Menschen vor dem Bildschirm dieses traumatische Erlebnis zu ersparen. In Deutschland dagegen wird die Zensurschere gleich viel früher angesetzt. Es wird getrickst und gescriptet, es wird sich totgecastet, damit eines am Ende garantiert nicht herauskommt: etwas Echtes.

Bei der “Bachelorette” wird aufgeschrien “alles Fake” und so ist es ja auch. Dieses Format ist von vorne bis hinten durchinszeniert, jeder spielt die Rolle, die ihm zugedacht ist. Auch wenn man das irgendwann nur noch besoffen durchhält. Auch die Bauern und ihre Liebsten bei “Bauer sucht Frau” sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Da wird schon mal ein Hof angemietet oder eine Dame, da hat wer einen anderen Beruf oder sogar schon Weib und Kind im echten Leben. Das Liebeswerben, die “Ideen” der Bauern, mit Picknick auf dem zum Herz umgeformten Misthaufen sind auf dem Mist der TV-Treibenden gewachsen. Damit wird das Ergebnis zwar unglaublich öde, aber es ist wenigstens handlebar für die TV-Redakteure und ihre Vorgesetzten, die sich vor Überraschungen fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser. Es könnte ja zu Entgleisungen kommen, da könnten die Zuschauer wegbleiben, oder – noch viel schlimmer – die Werbetreibenden, die sich eine möglichst berechenbare Umgebung für ihre Produktplatzierung wünschen. Deswegen muss alles so schick und glänzend und zuckergussübergossen wie möglich sein. Das Problem ist aber, dass, wenn negative Überraschungen ausbleiben, auch positive ausbleiben. Dass irgendwann ein Kandidat ganz unvorhergesehene Starqualitäten aufweist und die Zuschauer wirklich fesselt. Dass ein Format, eine Talkshow echte Emotionen zutage fördert. Dass ein Bachelor und eine Bachelorette mit all ihren gelackten Prinzen und Prinzessinnen tatsächlich die wahre Liebe findet (ja, sie auch nur sucht) glaubt mittlerweile kein Mensch mehr.

Und die Öffentlich-Rechtlichen? Ja, da wird auch auf Teufel komm raus beschissen, um sich bei seinen Gönnern in Politik und Wirtschaft einzuschleimen. Da kommt ein Beckenbauer von Platz 36 bei den beliebtesten Deutschen schnell auf Rang 9. Äh, ja gut, sicher. Auch hier wird alles dem Proporz angepasst und dem bescheuerten Glauben, dass Zuschauer lieber kuratiertes wahres Leben haben wollen. Nein. wollen sie nicht. Authentisch ist wesentlich besser, weil spannender als gescriptete Kackscheisse. Wie heisst es? “Das Leben schreibt die spannenendsten Geschichten”. Eben. Aber damit tut sich Deutschland schwer. Auch im Printbereich werden, wie eine Freundin von mir in ihrer Doktorarbeit herausfand, signifikant öfter mit hübschen Symbolbildern verziert und nicht mit den realen Protagonisten. In England ist ein Bericht zu “Love in Gambia” tatsächlich mit Muttis aus Birmingham bebildert, die sich schwarze Lover anglen, in Deutschland mit einem weißen Model in romantischer Umarmung mit einem schwarzen Model. Ich weiß, wie ichs lieber hätte. Echte Menschen, echte -emotionen, echtes Leben. Das ist so viel spannender als poliertes Drehbuch.

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Blackmail im TV – warum hat das noch keiner umgesetzt?

Es ist mir unbegreiflich – haben Endemol, Tresor TV, RTL, SAT1 total geschlafen? Diese Show wäre fieser als das Dschungelcamp, unterhaltsamer als der “Bachelor” oder “Joko und Klaas” und könnte Leute leichter in den Wahnsinn treiben als jede Enthüllungstalkshow oder “Bauer sucht Frau” und an alle niedrigen Instinkte appellieren. Mit anderen Worten, die Quoten wären unermesslich. Der Skandal – und damit die Presse – und damit wieder die Quoten – unglaublich. Der Spiegel würde bestimmt etwas total hippes und postmodern Ironisches finden, die Bild würde darüber keifen und genauso begeistert mitmachen. Die Sendung wäre bald Kult.

Es geht um Blackmail, eine Showidee von Monty Python aus den 70er Jahren. Die Idee ist bestechend einfach: das TV zeigt Ausschnitte aus kompromittierendem Material und die Leute müssen anrufen, um die völlige Veröffentlichung zu verhindern. Dazu kommt ein prominenter Gast mit Tüte über dem Kopf, die Zuschauer dürfen abstimmen, ob dessen pikante Details veröffentlicht werden oder nicht.

Erpressungsmaterial lässt sich ja leicht finden, im Internet oder von Exfreunden eingesandt. Oder aus veröffentlichten Polizeiberichten etc. Wäre vielleicht sogar hilfreich, um momentan den Jugendlichen zu erklären, warum es keine so gute Idee ist, Saufbilder ins Internet zu stellen.

Eine Moderatorin wie Sonja Zietlau kündigt die Beiträge launig mit lustiger Stimme an: “Hallo an Dennis aus Halle, du hast morgen ein Bewerbungsgespräch, nicht? Wenn du nicht willst, dass dein künftiger Arbeitgeber diese Bilder (zeigt auf verpixelte Großleinwand) sieht, ruf uns an – 50 Euro und der Job ist gerettet…”

Dazwischen dürfen Promis vergangene Sünden beichten und werden mit weiterem Belastungsmaterial konfrontiert.

Politiker dürfen ihre “Parteifreunde” mit fiesem Material aus der Konkurrenz um den begehrten Posten hauen…im Sinne der Transparenz ja sogar eine moralisch “hochwertige” Aktion.

Monty Python war da echt prophetisch. Und bei RTL druckt gerade ein Redakteur diesen Blogartikel aus…

Habt ihr auch noch geniale Ideen zu TV-Formaten, die es eigentlich geben müsste? Schreibt’s in die Kommentare.

 

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21. Juli 2014 · 11:48 vormittags

Hach, ist Armut romantisch!

Der Hotel-Slum in Südafrika Foto: Emoya Luxury Hotel and Spa

Der Hotel-Slum in Südafrika Foto: Emoya Luxury Hotel and Spa

Mir fehlen echt die Wort. Auf dem Blog Schlecky Silberstein (danke dafür) bin ich auf ein Hotel in Bloemfontein, Südafrika, gestoßen, dass eine Ohrfeige für alle Leute ist, die in Wellblechhütten hausen MÜSSEN. Das “Shanty Town” ist nämlich ein nachgebauter Slum, inclusive Erdmännchen, Ziegen und Außentoiletten, aber natürlich ohne Geziefer, Kriminalität und andere häßliche Dinge, die sonst so inbegriffen sind im echten Slum. Spaß für die ganze Familie wird versprochen, oder eine unvergessliche Hochzeit oder ein Teambuildingevent mit den Kollegen. Im Werbefilm stolziert dann auch noch eine nette Preppyfamilie (weiß), durch die malerische Armut.

Aber wenn es einem dann doch zu viel wird vom einfachen Leben – Shanty Town gehört zum Emoya Luxury Hotel and Spa, da kann der Elendstourist sich bei einer Hot Stone-Massage von den Strapazen erholen. Sehr “sensibel” das Ganze, wenn man sich die Geschichte Südafrikas so ansieht. Aber vielleicht sehe ich das auch nur als Außenstehende so eng, wie seht ihr das?

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Lord Voldemort – die neue Luxusmarke

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Louis Vuitton die Neuinterpretation seines Labels gefällt, ich finde es ziemlich witzig…gekauft hab ichs mir auf Fancy.com

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2. Dezember 2013 · 4:59 nachmittags

Bloggerrelations: macht es einfach

Als Bloggerin habe ich keinen Redaktionsplan, ich muss nicht jede Woche so und so viele Seiten füllen. Ich schreibe, was ich Lust hab, wann ich darauf Lust habe. Ich blogge nicht monothematisch, ich will keiner Firma verpflichtet sein, ich entdecke meine Themen selbst. Mein Blog hat keinen bekannten Namen. Und jetzt fängt das Problem an.

Ich stelle eine Anfrage. Zu einem Produkt, einem Bild, einem Sachverhalt. So wie ich das auch früher als Redakteurin getan habe. (wobei es oft immens mühsam ist, den Ansprechpartner zu finden, ich habe auch noch nie eine Webseite mit einem eigenen Bloggeransprechpartner gefunden) Ich erkläre brav, wie viele Zugriffe mein Blog hat etc. Einige Firmen, vor allem kleinere – reagieren ganz wunderbar und sind hilfsbereit, senden mir das angefragte Material ( zu meist Fotos oder Rezensionsexemplare) postwendend zu. Andere Firmen – meist die Großen, die mir bei der tz die Bude eingerannt haben – reagieren gar nicht. Das ist frustrierend für mich als Blogger, aber auch verständlich (leider) – die großen Firmen sind an den großen Bloggern interessiert. Oder an vielversprechenden Newbies. Nicht an multithematischen Gemischtwarenläden mit 500 Besuchern pro Tag wie dem Meinen. Dabei hab ich das Gefühl, als Bloggerin, die zudem über 3.300 Follower auf Twitter hat, mehr Impact zu haben als damals in der Tageszeitung.

Oder Presseabteilungen bieten mir gnädig an, mich in ihren Presseverteiler aufzunehmen. Das will ich aber nicht. Ich will nicht dauernd zugeballert werden mit vielen Pressesachen, von denen gerade die eine – eben die Angefragte – für mich interessant wäre.

Dabei könnte alles so einfach sein: warum bieten Firmen nicht einen Presse/Blogger “Raum“ an auf ihrer Webseite,  der freigegebenes Material enthält und auf den Blogger und Journalisten zugreifen können? Gibt es kaum. Dabei wäre der (vielleicht mit einem kleinen Einloggprozess) ideal für alle Beteiligten: Wir müssten uns nicht mühsam herumschlagen, die Firmen müssten nicht mühsam alles verschicken. Wenn es um Angst geht, was mit dem Material angestellt wird: jemand, der illegal Bildmaterial braucht, findet das überall. Und auf die Bitte, einen Link zum Artikel zuzusenden, habe ich auch noch nie mit “nein” reagiert. Im Gegenteil, es freut mich, wenn sich eine Firma für meinen Artikel interessiert.

Meine Erfahrungen helfen mir bei meiner täglichen Arbeit: Als PRlerin, die auch Bloggerelations betreibt, nehme ich jede Bloggeranfrage ernst. Das sollten alle anderen auch tun. ( Ich bin gelernte Redakteurin, hab mein Volontariat bei der tz gemacht. Ich bin seit langen Jahren PRlerin, und ich bin auch Bloggerin)

Der Beitrag nimmt an der Blogparade von Mike Schnoor zum Theme Bloggerelations teil: http://mikeschnoor.com/2013/10/23/aufruf-zur-blogparade-blogger-relations/

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Auch Frauen gucken…

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Doch, wir Frauen gucken…

“Frauen schauen bei Männern nicht so sehr auf das Äussere,” Höre ich immer wieder. Es mag sein, dass das bei der Partnerwahl gilt, wo Verläßlichkeit und Vertrauen im Vordergrund stehen. Aber Frauen haben durchaus ihren Spaß daran, ein schönes Exemplar der Gattung Mann zu betrachten (und gegebenenfalls auch abzuschleppen).  Jedenfalls gibt es ein wachsendes weibliches Publikum, das Filme wie 300 oder Thor angucken geht oder sich gerne “Spartacus” im TV ansieht. Nicht die Uraltversion mit Kirk Douglas, sonderen die neue, sexy Version, bei der es in jeder Hinsicht gut zur Sache geht. Knapp an der Grenze zum Softporno. Ne, es ist ein Softporno.

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…und Männer auch.

Ich wage sogar zu behaupten, ein Porno, den eine ehrliche Frau drehen würde, würde vermutlich ziemlich genauso aussehen wie Spartacus. Auch wir sehen einfach lieber schönen Männern zu als Häßlichen. Laut den Fernsehmachern richtet sich diese Serie jedoch an jüngere Männer. Allerdings kenne ich sehr, sehr viele Frauen, die das begeistert gucken. Und: Diese Serien wirkt nur auf den ersten Blick wie für Machos gemacht, auf den zweiten hat sie etwas durchaus Feministisches. Die wahren Herrscher im Haus sind eigentlich immer die Frauen. Sie bestimmen mit Ihrem Ehrgeiz und ihrer Lust wo’s lang geht. Und die Frau nehmen sich, was sie wollen. Jedenfalls die bösen Charaktere. Und die sind doch sowieso immer die eigentlich Spannenderen.

Könnte man jetzt abhaken unter “ist so – ja und?”. Aber ich finde es wichtig, dass mit vielen Vorurteilen aufgeräumt wird, was Frauen und Männer angeht. Wir Frauen sind keineswegs immer so die süßen Unschuldslämmer, wie Männer gerne denken. Immer noch kommt ein “Huch” wenn eine Frau erklärt, sie gucke gerne Pornos, wie neulich Scarlett Johansen. Die weiß auch, damit kriegt man entsetzte Medienberichterstattung – Hauptsache Berichterstattung. Und Männer sind nicht immer die Draufgänger. Wir Frauen kucken gerne einem knackigen Mann hinterher udn haben nix gegen Onenightstands, und viele Männer wollen gerne feste, romantische Beziehungen. Frauen haben Spaß an Actionfilmen, Männer heulen bei Romantikschmonzetten, Frauen können nicht kochen, Männer schon. Frauen wollen Macht, Männer an den Herd. Und alles umgekehrt genauso in veränderlichen Gewichtsanteilen. Und? Es ist völlig egal. Jeder Mensch ist anders, jede Frau, jeder Mann. Es würde uns allen helfen, wenn in den Medien und in den Köpfen mal Schluss gemacht würde mit den alten Klischees.

Sex an The City war am Anfang durchaus progressiv, verfing sich aber gegen Ende der Serie und vor allem in den Filmen in den veralteten Geschlechterrollen wieder. Weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf.

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Es weinen die Leistungsträger

Da steht er, der Hoeneß. Weinend. Weil er so viel für den Verein gemacht hat und damit für die Öffentlichkeit. Und jetzt sind alle so gemein zu ihm und verlangen sogar, dass er korrekt seine Steuern zahlt. Ich meine, wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Freund des kleinen Mannes, wenn jeder Wohltäter da nicht irgendwie auch die gerechte Belohnung für seine Taten einstreichen dürfte in Form von weiteren finanziellen Vergünstigungen, die er natürlich nur für das Wohl des Vereins und damit der Allgemeinheit wieder weiter einsetzen würde. Hat er nicht mit seinem Spezl Alfons Schuhbeck alle Leute an den Wohlgeschmack seiner Würstl Teil haben lassen, indem er sie bei McDonald’s günstig verhökert hat? Hat er nicht für den Reichtum des FC Bayern gesorgt und damit ganz Deutschland einen Verein beschert, der ohne weiteres in der Weltliga mitspielen kann? Ist das alles nichts? Und da jammert diese Neidgesellschaft den paar lumpigen Steuermillionen hinterher?

Und der Herr Wulff ist beleidigt. Hat es nicht verdient, nach jahrelangem, mühsamem Aufstieg in der Partei, nachdem er sich alles verkniffen hat, nichts gegönnt, nur einmal eine junge, tätowierte Gattin, die nach dem Erfolgsverlust auch gleich abhanden gekommen ist? Da kann man sich doch einmal einladen lassen von seinem Freund nach Mallorca oder aufs Oktoberfest, da ist doch so eine Pause wohlverdient. Da darf man doch  mit der Vroni Ferres Billard spielen. Oder ist es verboten, wenn man sich einfach mal einen Bobbycar schenken lässt als Bundespräsident? Ich mein, wie soll man sich seinem Bobbycar auch leisten mit lumpigen 16.000 € im Monat?

Oder Tebartz van Elst ist traurig, denn Bischof sein ist schwer genug mit Zölibat und tagtäglich für seine Schäflein da sein. Da wird man doch mal mit Freunden in der Doppel-Badewanne entspannen dürfen, sich abends mit einem guten Glas Messwein und der Bibel in einen gemütlichen 30 Millionen € Bau zurückziehen dürfen, das muss drin sein, wenn das ganze Leben aufgeopfert wird im Dienst an Mutter Kirche.

Kein Wunder, wenn unsere Leistungsträger wie der Schumi,  der Harald Schmidt, der Thomas Gottschalk sich enttäuscht abwenden von dieser Neid-Gesellschaft Deutschland und lieber im Ausland wohnen wollen, wo man ihre Leistungen zu schätzen weiß und sie auch entsprechend mit finanziellen Zugeständnissen
ein bisschen versüßt. Und niemand gönnt es einem. Bitter ist das. Traurig. Schön, dass es so schöne Veranstaltungen gibt wie den Bambi, die es wettmachen und wo die, die es verdienen, gewürdigt werden. Wie Miley Cyrus oder Bill Gates. Oder Bushido letztes Jahr. Oder Hoeneß 2009.

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