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Jesus liebt mich – nicht genug

Was hätte das für ein cooler Film werden können “Jesus liebt mich” von und mit Florian David Fitz. Der Mann gibt wirklich einen ziemlich überzegenden Jesus ab, das mal vorweg.  Die Idee, dass Jesus in der Jetztzeit auf die Erde kommt und kurz vor der Apokalypse nach dem Rechten sieht, ist nicht neu: zum Beispiel “The Second Coming” von John Niven handelt davon. Und da ist der Film auch wirklich witzig und stimmt nachdenklich, wenn er mit Skinheads, Bettlern und Hippies interagiert, wenn Jesus im Fernsehen sieht, was in Afrika abgeht. Meine Vorstellung: Jesus bei Occupy, Jesus diskutiert mit Wachturm-Verkäufern – das hätte ich sehen wollen. Aber lieber hat sich Fitz entschieden, aus dem Film eine gewöhnliche RomCom zu basteln, die Heldin (Jessica Schwarz) ist so wie in jeder romantischen Komödie etwas schusselig, romantisch, planlos, erfolglos und natürlich sehr hübsch. Jesus verliebt sich in sie,weil sie aussieht wie Maria Magdalena – echt, das ist alles, was es braucht beim Erlöser? Für ganz so oberflächlich hätte ich ihn nicht gehalten. Die Romantik mit Seeblick ist so inszeniert, wie eben auch Bauer sucht Frau Romantik inszeniert, mit rührseligem Song dahinter und jedes Klischee bedient.

Um sie herum die üblichen Knallchargen, aus denen selbst tolle Schauspieler wie Hannelore Elsner oder Henry Hübchen nix mehr rausholen können. Ich hätte gerne mehr erfahren über die Liebesgeschichte zwischen Erzengel Gabriel und der Hippiebraut. Ich hätte auch gerne mehr gewußt vom Teufel, der eigentlich immer eine dankbare Rolle ist, aber hier irgendwie ziemlich planlos rumkommt.

Es gibt witzige Einfälle, immer mal wieder: Die Begegnung mit Gott, Bergpredigt in der Pizzeria, wenn der Film hauptsächlich so gelaufen wäre, das hätte mir gefallen. Da wurde ein tolles Thema total verschenkt zugunsten alberner Lovestory. Sehr schade. Aber es ist ja noch nicht das Ende aller Tage…

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