Schlagwort-Archive: Irland

Die Frage beim Konsum ist nicht wo, sondern wie

MüllEin kurzer Nachtrag zum gestrigen Blogbeitrag Mode wie Müll: ich will nicht das Einkaufen in Geschäften wie Primark verbieten. Ganz und gar nicht. Jeder Mensch soll da einkaufen, wo er will und es sich leisten kann. (Auch wenn es schön wäre, wenn bei vielen die Wahl auf fair hergestellte Kleidungsstücke fallen würde, aber das ist eine Utopie) Nein, mir geht es um den Trend, den nun einmal Primark verkörpert wie sonst keine Marke, sich durch günstige Preise zu Massenkäufen ohne Augenmass verführen zu lassen, die dazu bestimmt sind, schnell aus dem Kleiderschrank in der Tonne zu verschwinden.

Unser Planet erstickt im Müll, wir ersticken im Müll, und wenn sich unser Konsumverhalten nicht radikal ändert, dann kann Wall-E bald aufräumen kommen. Wir werfen 82 Kilo Lebensmittel pro Mensch pro Jahr weg, soll wir auch noch 82 Kilo kaum getragenen Kleider wegwerfen? Oder nach Afrika spenden, wo unsere Wegwerfware den heimischen Markt ruiniert?

2 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft, Konsum, Medien, Mode, Politik, Tu Gutes!

Wir sind alle Terroristen

Seit 2001 sind wir im Krieg – im »War against Terror«. In diesen zwölf Jahren hat sich die Welt sehr stark verändert. Wenn wir in den Urlaub fliegen wollen, werden wir durchleuchtet bis auf die Haut, wir dürfen keine Getränke mehr mitnehmen und wenn ein Hörgerät in einem Koffer ist, wird dieser zur Sicherheit schon mal gesprengt. In Bahnhöfen und Fußgängerzonen sind Kameras aufgestellt und über unseren Köpfen kreisen immer mehr Drohnen. Ebenfalls ein ganz großer Dorn im Auge der Law-and-Order-Vertreter ist das Internet. Um ein Mehr an Sicherheit zu suggerieren, soll auch hier unsere Privatsphäre auf der Strecke bleiben.

Durch die dauernd beschworene Bekämpfung des Terrorismus hat die Politik peu a peu das  Recht auf Privatsphäre ausgehöhlt. Der Staat will unsere E-Mails mitlesen und unsere Telefonate abhören. Private Kommunikation ist bei Facebook, Skype und Twitter unmöglich: alle dort eingestellten Informationen können von den jeweiligen Unternehmen gespeichert werden und unterliegen deren Richtlinien. Selbst deutsches Datenschutzrecht kommt in den meisten Fällen nicht zur Anwendung. Im besten Fall gibt es in Europa eine Zentrale in Irland.

Die Vorstellung, permanent vom Staat überwacht zu werden, ist für die meisten Menschen völlig abstrakt, sofern sie so etwas nicht bereits selbst zum Beispiel in der DDR erlebt haben. Jeder glaubt, dass er selbst nicht zu den Überwachten gehört und tut alleine schon die Möglichkeit, dass dies mit Computern vollautomatisch passieren kann, als Verschwörungstheorie von Paranoikern ab.

Aber es ist wahr: Unverschlüsselte Gespräche per E-Mail, in den sozialen Netzwerken und via Telefon sind öffentlich. Wir müssen jederzeit damit rechnen, abgehört zu werden – alles im Namen der Sicherheit und ohne, dass wir etwas davon erfahren. Die Gesetzgebung sieht immer öfter vor, dass eine Information an den Überwachten nicht erfolgen muss. Mitgescannt wird immer. Eine Liste von Wörtern wird gefiltert. Sagt oder schreibt jemand  eines dieser Wörter, vor allem in Kombination, wird genauer mitgehört. Ein Satz wie »Bombe, wie das hier abgeht, die Begeisterung sprengt jeden Rahmen« reicht bereits für einen Anfangsverdacht.

Viele fragen sich jetzt: »Ja und? Dann langweilt sich halt einer vom Verfassungsschutz mit den Mails mit meinem Exfreund.« Das Unbehagen der Datenschützer geht tiefer. Denn kombinierte Daten von EC-, Payback- und Kreditkarten, Handy, den sozialen  Netzwerken und den öffentlichen Überwachungskameras liefern ein umfassendes Profil jedes Einzelnen.  Und wenn der Staat reinhören kann, können sich auch andere draufschalten und die Daten womöglich missbrauchen. Eine 100%ige Sicherheit gibt es auch in der Datenverarbeitung nicht. Zum anderen ist es keine angenehme Vorstellung, dass der Staat pauschal alle Menschen unter Generalverdacht stellt, und so elementare Grundrechte ausser Kraft setzt, dass alle Menschen ein normiertes Verhalten an den Tag legen müssen, um nicht durch Zufall ins  Visier der Fahnder zu geraten, dass wir alle unsere Privatsphäre komplett offenlegen müssen für einen höchst vagen Terrorverdacht, dass wir gläserne Bürger sind vor einem Staat, der sich nur ungern in die Karten schauen lassen möchte.

Deswegen treten wir PIRATEN für mehr Privatsphäre ein und möchten, dass Privates auch wirklich privat bleibt – online wie offline.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft, Piraten, Politik

Tag 3: Kittys Cabin: The olde Sweet Shoppe

   Es gibt in Harry Potters  Universum einen Laden, bei dem es mich ganz besonders reizen würde, ihn einmal zu besuchen: Honeydukes in Hogsmeade. Der magische Süßwarenladen…In Kilkenny habe ich einen ganz besonders tollen Laden gesehen, der meiner Vorstellung von Honeydukes sehr nahekommt: Kittys Kabin, nahe am Fluß.

Zwar ist der Laden nicht wirklich magisch, übt aber eine magische Anziehung  alle aus, die Bonbons, Lutscher, Toffees, Kaugummi, Schokolade, Pralinen, Pfefferminzdragees, Gummibärchen oder Geleefrüchte schätzen. Wunderschön präsentiert und mit einer umwerfenden Auswahl ist das ein Laden, der verstehen läßt, warum die Iren täglich 150% meher Kalorien aufnehmen, als es die EU empfiehlt….Ich kaufe mir Rum-Rosinen-Toffees und Maldon Sea Salt-Fudge und bin happy.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Essen, Irlandreise, Konsum, Reise, Restaurants, TV Serien

Tag 3: Kilkenny – Irland aus dem Bilderbuch

Übernachtet haben wir in Bray, einer kleinen Küstenstadt nahe Dublin. Die Stadt versprüht den Charme von Brigthon, kleine Lädchen säumen die Hauptstrasse, das auffälligste Gebäude, ein großer Fachwerkbau, beherbergt aber das “Restaurant zum goldenen Bogen” . Jetzt, in der Nachsaison, ist es sehr ruhig in Bray und wir stehen morgens fast ganz allein am Meer.

Nach dem Einkauf im Outlet (Kildare Village: 1 Calvin Klein Jeans, ein Schafcharme von Juicy Couture, ein Set von Crabtree & Evelyn, so ein bisserl Shopping muss auch sein), machen wir auf den Weg nach Kilkenny, laut Reiseführer “das Irland, das man sich so vorstellt, mit Pubs, Schloß, viel Flair und Kunst”. Der Reiseführer hat recht. Kilkenny ist wirklich wunderschön. Die kleinen Geschäfte, die Pubs, das Schloss am Flußufer – traumhaft.

Kilkenny legt viel Wert auf irische Tradition, und so gehen wir gegenüber vom Schloss ins Design Centre Cafe essen. Das Essen schmeckt toll und vor allem die Desserts…hach…

Die einzige Enttäuschung ist unser Hotel, das laut Tourismus-Büro “schon ein wenig alt ist”. Dass es aus dem Jahre 1790 stammt, hat keiner gesagt. Es ist günstig und hat einen gewissen morbiden Charme, aber der Reisser ist es nicht, auch vor allem von der Sauberkeit her. Egal, wir trinken uns im Pub die nötige Bettschwere an.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Essen, Irlandreise, Reise, Restaurants

Tag 3: Ich mache eine Fischpediküre

In einer Einkaufspassage von Kilkenny stosse ich auf ein seltsames Geschäft. Ein heller Raum mit nichts als Bänken drin, davor stehen Aquarien. Eine Frau sitzt drinnen, hält die Füße ins Wasser, die Fische knabbern an ihren Zehen herum. Keine Frage, ich bin auf ein Geschäft fürdie geheimnisvolle Fischpediküre gestossen, die derzeit im angelsächsischen Raum der Renner sind.

Fischpediküre???? Yep. Stammt aus Thailand…Kleine Fische ernähren sich von den abgestorbenen Hautzellen und die Haut wird schön und samtig. Da die Viecherl sich jedoch nicht durch die ganze Hornhaut nagen (das wäre ja furchtbar und eher eine Piranha-Pediküre, die wirklich niemand will), ist es eher als sanftes Peeling zu verstehen, nicht als Ersatz für eine Pediküre. Die Besitzerin des Coral Bay in Kilkenny erklärt mir alles genau und ich buche eine Viertelstunde Treatment. Für mich war es neu, Recherchen haben ergeben, dass es auch schon in Deutschland eine Reihe Geschäfte gibt, die sowas anbieten.

Alles in allem: es war ein großer Spaß. Anfang sieht ein bißchen …ungewöhnlich…aus, ist aber superangenehm. Am Anfang kitzelt es wie blöde, aber man gewöhnt sich schnell daran. Dann ist ist es, als ob lauter zentimetergroße Masseure an den Füßen herumzupfen. Feine Sache. Sobald es das in Frankfurt gibt, gehe ich wieder hin.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Irlandreise, Konsum, Mode, Reise, Restaurants, Uncategorized

Tag 2: Trim, wo schon Braveheart tobte

Braveheart hab ich damals im Kino gern gesehen. Mel Gibson war trotz Vokuhila ein recht beeindruckender Schotte und außerdem hat mich so Geschichtskitsch schon immer begeistert. In Trim, einem kleinen  Örtchen im mythenreichen Boyne valley gibt es jedenfalls ein altes Schloß, das als Kulisse im Film diente. Respekt vor den Iren, es gibt weder einen Braveheart Pub oder das Hotel zum edlen Schotten. Das hätten Deutsche Tourismusmanager aber anders ausgeschlachtet.

Trim ist jedenfalls das Örtchen mit den meisten erhaltenen Gebäuden aus dem Mittelalter und man kann sich vorstellen, dass sich seitdem nicht mehr so viel verändert hat. Es ist eine sehr charmante Stadt, mit netten kleinen Geschäften und Cafes. Wir bleiben ein paar Stunden, ich kaufe mir einen kleinen Claddagh-Ring, Michi ein paar Duftlampen. Dann machen wir uns auf unsere Reise nach Süden.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Irlandreise, Reise, Restaurants

Tag 2: Slaine Hill

Ein Grabhügel aus der Steinzeit, auf den die frühen Inselchristen mal wieder eine Kirche gepflanzt haben. Ich will euch die stimmungsvollen Bilder nicht vorenthalten.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Irlandreise, Reise, Restaurants

Tag 2: Auf 5000 Jahre alten Grabhügeln rumlaufen? Kein Problem

Als Geschichtsfans stand bei uns am nächsten Tag Tara auf dem Programm. Natürlich nicht die Farm aus “Vom Winde verweht”, sonsern die Krönungsstätte der alten irische Hochkönige und Ort zahlloser Mythen. Seit 5- 6000 Jahren ist diese Stätte Ort magischer Handlungen. Wer mehr darüber lesen will, einfach dem Link zu Wikipedia folgen, die wissen das besser als ich. Im Oktober ist da nicht mehr viel los, genauer gesagt gar nichts, sondern nur zwei Landvermesser und wir stören den steinzeitlichen Frieden. Und jede Menge Schafscheisse und Hasenköttel auf der Wiese. Da müssen so viele Hasen sein, dass der Grüngürtel in Frankfurt verlassen wirkt.

Jedenfalls ist die mythische Stätte, die seit der Steinzeit verehrt wird, so verlassen und ruhig und windumtost sehr beeindruckend, auch wenn eigentlich nicht mehr viel zu sehen ist. anders als bei vielen anderen ausgrabungsstätten hat man hier jede Freiheit: Man kann in Tara ungehindert herumlaufen, sich auf die Hügel stellen oder drumherumlaufen. Irgendwo auf dem Feld ist ein kahler Baum voller Schnüre und Bänder, was das soll, war nirgends zu erfahren. Aber es gibt ja genug moderne Druiden in Irland.  Das Besucherzentrum, in einer alten Kirche untergebracht, hat nur während der Sommermonate auf. Egal, ich finde so eine Prise Geheimnis nicht schlecht.

Im Internet erfahre ich, dass diese Stätte extrem gefährdet ist, die irische Regierung will unbedingt direkt nebenan die Autobahn verlaufen lassen. Das wäre das Ende von Tara.

Anschließend fahren wir noch zum Hügel von Slaine und dann nach Trim.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Irlandreise, Reise, Restaurants

Frankfurt Dublin Frankfurt, Tag 1: die Anreise

So, in der Woche nach meinem Urlaub in Irland gibt es es jetzt die Berichterstattung. Zum einen, weil ich im Urlaub echt was Besseres zu tun habe, als nachts im Hotelzimmer meine Berichte zu hacken, zum anderen, weil ich eigentlich nicht möchte, dass man genau weiß, wenn ich eine Woche nicht da bin. Dann kann man sich ja gleich “Beraube mich” an die Wohnzimmerscheibe kleben. Und zum dritten: meine Freundin Michi macht schöne Bilder, die sie erst nach der Reise hochlädt.

Ich bin am Tag der deutschen Einheit los, ich von Frankfurt, meine Freundin Michi von München aus. Tag 1 geht gut los: erst reisst mir der Reissverschluss meiner Tasche und ich muss umpacken, dann ist die S-Bahn-Anzeige im Eimer und man sieht nicht, ob und wann die S-Bahn fährt.

Aber der Flug mit Aer Lingus ist schön, pünktlich und problemlos, außerdem mit rund 100 Euro extrem billig. Das wird aber dann bei Avis wieder wettgemacht: ich hatte auf meine Kreditkarte einen Kleinwagen reserviert, aber ich habe keinen Führerschein. Den hat Michi. Die hat aber keine Kreditkarte. Und es gibt einen Wagen nur mit beidem zusammen auf eine Person ausgestellt. Blöd, ich weiß. Hätte ich mich früher informieren sollen. Aber mit ein bißchen Diskussion und einer Extraversicherungspauschale geht es natürlich doch.

In Dublin funktioniert meine EC-Karte erstmal nicht.  Das mit den Karten scheint  sich wie ein roter Faden durch diesen Tag zu ziehen. (Im Hotel weigert sich der Lift, meine Zimmerkarte zu akzeptieren) Das Wetter ist meist ganz unirisch sonnig und warm – auch Anfang Oktober. Und das soll für die ganze Reise so bleiben.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Frankfurt, Irlandreise, Reise, Restaurants