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Endzeitfilme – warum kommen sie jetzt wieder?

1980 kämpften die Russen in Afghanistan, Bomben erschütterten das von Israel besetzte Westjordanland, im Iran wurde Chomeini Staatschef und der kalte Krieg war noch sehr kalt. Die Grünen in Deutschland kämpften gegen die Bedrohung der Atomkraft, die damals riesig schien. Und ein Film kam in die Kinos, billig gedreht, aber unfassbar erfolgreich: Mad Max. Der Film hatte nicht nur zwei Followups, sondern brachte auch eine ganze Reihe von Nachfolgern hervor. Ein Held, gespielt vom jungen Mel Gibson, schoß sich als Ein-Mann-Armee durch diese Ödnis, half mal wieder wem, aber mehr so zufällig. Moral kann er sich nicht leisten und alle anderen auch nicht. So waren die Endzeitfilme, die eine Zukunft auf einer fast zerstörten Erde zeigten. Eine Ödnis, in der marodierende Banden und hoffnungslose Grüppchen um Wasser, Öl und andere Überlebensmittel kämpften. Damals erschien das gar nicht so abwegig, die Menschen hatten Angst vor der Zukunft. Mad Max wurde Modevorbild – ich würde behaupten, mit dem Film kamen die Combatklamotten und Camouflage zum ersten Mal in Mode. Mötley Crüe und andere Metalbands nahmen sich Mad Max zum Vorbild für ihre Bühnenklamotten.

Und nun kommt Mad Max wieder in die Kinos. Nicht mehr mit Mel Gibson, sondern mit Tom Hardy. Ich weiß nicht, wie gut die Neuauflage wird, aber den Trailer haben schon über 7 Millionen Leute gesehen. Ich frage mich, warum kommt jetzt ein Remake? Ist die Zeit wieder reif für Endzeitfilme? Die Zeichen der Zeit sprechen dafür: diverse Kriege erschüttern den Planeten und die Einschläge rücken immer näher vor unsere Haustür. Noch merken wir hier wenig, aber wie schnell ein Land im Chaos versinkt merken wir an der Ukraine. Die Träume von Frieden und einem Planeten im Wohlstand scheint ausgeträumt. Die Beziehungen zwischen Ost und West kühlen wieder merklich ab. In Afghanistan ist immer noch kein Frieden. Wir werden von paranoiden Regierungen überwacht und grundlos durchleuchtet. Vielleicht macht die Filmindustrie nur sichtbar, was in den Köpfen der Leute wieder herumspukt. Angst vor einer Zukunft, die nicht rosig ist. sondern so blutrot-kaputt wie die Mad Max-Welt. Wie seht ihr das? Ist es bloß ein Actionfilm oder der Ausdruck einer neue Zukunftsangst?

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Kung Fury versus Kung Führer

Ich möchte euch heute ein Fundstück aus dem Netz vorstellen, das bei den Nerds schon längst Kult ist. ein Karatekid aus den Achtzigern jagt Hitler, der auch Kung Fu kann, mit Hilfe von Wikingern auf Dinosaurieren und Walküren mit Metallbhs aus dem Fetisch-Dessous-Läden. Und einer Triüon-Zeitmaschine. Und Skateboards. Äh, ja. Diesen Film mit dem schönen Titel Kung Fury will ein schwedischer Regisseur David Sandberg realisieren, eine halbe Stunde soll der Trash dauern und weil sich für sowas leider kein Filmstudio findet, bezahlen es die Fans. Die haben seit Januar mittlerweile 630.000 Dollar via Kickstarter gesammelt, eine runde Million soll es werden.

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Der Regisseur spielt der Einfachheit halber auch die Hauptrolle. Mit rotem Rambostirnband und fieser 80tziget Lederjacke. Alles gruselig. Alles lustig und ich will’s unbedingt sehen. Nur eins: müssen eigentlich immer die Nazis mitspielen?

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2. Juli 2014 · 10:14 vormittags

Der Medicus und Monty Python in Marokkos Hollywood

Ich war ja letztes Jahr im “marokkanischen Hollywood”, Ouarzazate, einer kleinen Stadt, die man erreicht, wenn man von Marrakesch aus über die Berge weiter ins Inland fährt (so haben jedenfalls wir das gemacht, aber es gibt auch einen Flughafen). Dort wird alles gedreht, was mit Sand und Historie zu tun hat. Asterix und Cleopatra, Bibelverfilmungen, Gladiator, der Prinz von Persia, auch der Wüstenplanet Tattooine war hier zu finden. Ridley Scott drehte sein Kreuzfahrerdrama “Königreich der Himmel”. Und die Kulissen für diesen Film haben die Macher des “Der Medicus” jetzt recycelt und wiederverwendet. Der Film kommt am 25. in die Kinos.

Wer selbst auf den Spuren des Medicus wandeln will, dem sei ein Besuch in Ouarzazate empfohlen. Die Studios vom Ouarzazate ähneln sowieso einem Labyrinth historischer Bauten inclusive Sklavenmarkt, so dass jeder, der einen Historienschinken drehen will, eigentlich sofort loslegen kann. (Tipp für Y-Titty). Auf das Wetter ist dort Verlass, die Sonne scheint immer, die Kulissen des Gebirges und der nahen Wüste sind atemberaubend. Und wer will, geht in die alte Kasbah zum Drehen. Dort lebt auch Osama bin Laden, ein Gemischtwarenhändler, der als Kleindarsteller den Terroristen so oft spielen mußte, dass ihm der Spitzname geblieben ist. Vielleicht ist er auch im Medicus zu sehen? Mir hat es dort sehr gut gefallen, die Stadt ist kleiner als Marrakesch und viel weniger touristisch. Dennoch gibt es dank der boomenden Filmbranche dort genügend elegante Hotels und Unterkünfte und Restaurants, wo die Stardichte so hoch sein kann wie in Hollywood. Im Basar hatte ich meinen ersten echten Monty Python Moment, als ein Händler mir eine Tasche nicht verkaufen wollte, weil ich sie so billig fand, dass ich nicht handeln wollte. Das hat ihn in seiner Ehre gekränkt und ich musste anfangen zu feilschen. Ich habe aber keinen künstlichen Bart extra bekommen. Fand die Erfahrung, in einem absurden Sketch zu stecken, aber sehr unterhaltsam. (Monthy Python drehten aber in Tunesien, in Monastir)

Ich hab mich jetzt wieder an den Besuch erinnert und daran gedacht, dass ich dringend mal wieder dieses Land besuchen muss.

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Jesus liebt mich – nicht genug

Was hätte das für ein cooler Film werden können “Jesus liebt mich” von und mit Florian David Fitz. Der Mann gibt wirklich einen ziemlich überzegenden Jesus ab, das mal vorweg.  Die Idee, dass Jesus in der Jetztzeit auf die Erde kommt und kurz vor der Apokalypse nach dem Rechten sieht, ist nicht neu: zum Beispiel “The Second Coming” von John Niven handelt davon. Und da ist der Film auch wirklich witzig und stimmt nachdenklich, wenn er mit Skinheads, Bettlern und Hippies interagiert, wenn Jesus im Fernsehen sieht, was in Afrika abgeht. Meine Vorstellung: Jesus bei Occupy, Jesus diskutiert mit Wachturm-Verkäufern – das hätte ich sehen wollen. Aber lieber hat sich Fitz entschieden, aus dem Film eine gewöhnliche RomCom zu basteln, die Heldin (Jessica Schwarz) ist so wie in jeder romantischen Komödie etwas schusselig, romantisch, planlos, erfolglos und natürlich sehr hübsch. Jesus verliebt sich in sie,weil sie aussieht wie Maria Magdalena – echt, das ist alles, was es braucht beim Erlöser? Für ganz so oberflächlich hätte ich ihn nicht gehalten. Die Romantik mit Seeblick ist so inszeniert, wie eben auch Bauer sucht Frau Romantik inszeniert, mit rührseligem Song dahinter und jedes Klischee bedient.

Um sie herum die üblichen Knallchargen, aus denen selbst tolle Schauspieler wie Hannelore Elsner oder Henry Hübchen nix mehr rausholen können. Ich hätte gerne mehr erfahren über die Liebesgeschichte zwischen Erzengel Gabriel und der Hippiebraut. Ich hätte auch gerne mehr gewußt vom Teufel, der eigentlich immer eine dankbare Rolle ist, aber hier irgendwie ziemlich planlos rumkommt.

Es gibt witzige Einfälle, immer mal wieder: Die Begegnung mit Gott, Bergpredigt in der Pizzeria, wenn der Film hauptsächlich so gelaufen wäre, das hätte mir gefallen. Da wurde ein tolles Thema total verschenkt zugunsten alberner Lovestory. Sehr schade. Aber es ist ja noch nicht das Ende aller Tage…

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Marokkos Hollywood: Ouarzazate

Es muss nicht immer Marrakesch sein: Quarzazate im Landesinneren Marokkos ist mehr als eine Reise wert. Zum einen ist schon die Fahrt von Marrakesch über das Atlasgebirge dorthin eine Schau: Malerische Landschaften, coole Hippiecafes in den unmöglichsten Kurven, wo man auf der Dachterrasse sitzen, Minztee trinken und den Autofahrern beim Schwitzen zugucken kann. Weil es heiß ist, vor allem, weil die Strecke nur geübten Fahrern zu empfehlen ist, die auch auf Gebirgspässen der Alpen noch locker die Nerven behalten. Belohnt wird man mit ungeheuer vielfältigen Aussichten und Farbspielen des Sandes, Der Felsen und Vegetation. Fantastisch.

Das älteste Lokal am Platze, Chez Dimitri, gibt es seit 1928. Die Tagines, die ich dort probiert habe, waren toll. Eine Mischung aus süss und salzig, Gewürzen wie Safran, Kreuzkümmel und Chilli. Aber die sind nicht die Attraktion des Lokals. Die hängt an den Wänden – denn Chez Dimitri ist das Restaurant des Stars, das Spago von Quarzazate. Und Quarzazate ist das Hollywood Marokkos. Alles, was irgendwie mit Sand zu tun hat, wird hier gedreht: Ridley Scotts Gladiator und Königreich der Himmel, Quatermain, Das Juwel vom Nil mit Michael Douglas, Asterix und Kleopatra, Prince of Persia, Alexander mit Angelina Jolie, Zefirellis Jesus von Narareth (Teile davon, der Großteil in Tunesien, da wurde dann auch Life of Brian drin gedreht), Teile von Starwars 1, und noch ganz viele Bibelfilme und Archäologie-Dokus. Und noch so einige politische Dokus, aber davon im nächsten Artikel mehr. Und alle Stars waren bei Chez Dimitri, ihre Autogramme an den Wänden bezeugen es. Ziemlich cool.

Es gibt dort Filmstudios zu besichtigen, in denen noch viele der berühmten Kulissen stehen. Praktischerweise so hintereindergeschachtelt, dass sie sich immer wieder für immer neue Sandalen, Sand- und Bibelfilme eignen. Erfreulicherweise haben die Marokkaner das mit dem Merchandising noch nicht so raus und so präsentieren sich die Filmstudios sehr charmant und ohne zuviel Brimborium drumrum. Kurios ist der tibetische Tempel, der aus Kundun stammt und weniger zum Sand als zu den Schneefeldern des Himalaya passen würde.

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Reise nach Marokko

Ich bin neulich in Marokko gewesen – und nach all den ernsten Artikeln möchte ich ich euch wieder was Netteres präsentieren – Meine Reise führte mich nach Tatooine, zu Asterix und Kleoparta, ich wurde in die Wüste geschickt und hatte eine strange Begegnung mit dem ehemals gesuchtesten Mann der Welt. Ich hab ein Mitglied der Skimannnschaft Marokkos kennengelernt, sehr gut gegessen und tolle Mode eingekauft, das Tal der Rosen gesehen und vor allem erschnuppert und zu guter Letzt auch Catcontent gesichert. Ziemlich gut für ein paar Tage Urlaub…

Mehr dazu in den kommenden Tagen. :)

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