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Ach DOVE, geh doch weg.

Ach die Erzählmirnix. Ich würde mir wünschen, es gäbe mehr Bloggerinnen wie sie – oder, noch besser, es gäbe in Zeitungen wie der Bild oder diversen Frauenzeitungen mehr wie sie. Denn die Erzähmirnix räumt sehr schlau mit allen möglichen blöden Mythen auf –  es macht mir zum Beispiel kirre, wenn die Boulevardpresse behauptet, Heidi Klum könne nie im Leben ihre auf Instagram gezeigten Burger essen, weil sie ja sonst total fett wäre. Quatsch. Von einem Burger allein wird man nicht dick. Ein Model, das relativ dünn ist und viel Sport macht, hat einen Tagesbedarf von etwa 2000 Kal. Da darf es gern ein Burger sein…

Und der Artikel, den ich hier reblogge, beschäftigt sich mit der neuen DOVE Werbung, die mir auch extrem auf den Zeiger geht – “fühl dich schön, dann gehts dir gut”…blablabla…. allerdings, wenn es wer schon schön gesagt hat, muss ich ja nicht nochmal – insofern: danke dir :)

Ach DOVE, geh doch weg..

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Warum ich keine Lust mehr auf McDonald’s habe

20140330-140433.jpgMcDonald’s kämpft derzeit mit einem Kundenschwund. Es gehen immer weniger Menschen dort essen, immer weniger wollen die Burger haben. Mir geht es genauso. Natürlich ist es vermessen, die eigenen Erfahrungen als Pars pro toto zu setzen und als Maß aller Dinge zu sehen. Aber ich hab festgestellt, ein recht guter Trendindikator zu sein, wenn ich was mache, machen das viele. Vorneweg: ich glaube nicht, dass man mit Erweiterung vom Salatsortiment oder mit Grünkohl noch wen hinter dem Ofen vorholt. Man geht einfach nicht zu McDonald’s, um Salat zu essen. “Komm wir gehen zu Mc Donald’s, lecker Salat essen” Kein Mensch, niemals. Zu Mac geht man, wenn man schnell was Warmes braucht, wenn man Bock hat relativ günstig was zu essen, was den Hunger stillt. Es ist bei mir meist auf Reisen so. Aber mittlerweile gibt es in jedem größeren Bahnhof so viel bessere Angebote – da muss ich nicht (mehr) zu McDonald’s.

Ich denke, dass das Angebot an gutem, tollen Fast Food, an Burritos, Wraps, chinesischen Gerichten, an Falafel mit Hoummus, frisch gegrillten Chiabattas, Dim Sum oder Curries etc, so gut geworden ist, dass es immer McDonald’s um Längen schlägt. Sogar auf dessen Homeground…

Denn: Fastfood? Das geht doch viel besser!

Wenn ich Lust auf einen Burger habe, muss ich nicht mehr zu McDonalds. das können andere besser. Wenn schon sündigen, dann ein richtig geiler, hausgemachter Burger, der richtig gut schmeckt, so wie bei Whats Beef oder bei den Beef Brothers. (die Fette Kuh in Köln, die gigantisch sein muss, will ich noch testen) Frisches Fleisch, hausgemachte Saucen, frische, angeröstete Burgersemmeln, originelle Kombos mit Pesto, Ruccola, Mozzarella oder echter Cheddar und viel in Bioqualität etc. – alles aber nicht so übertrieben fettig – außer man will es so. Man hat eben die Wahl. Das hab ich alles bei McDonalds nicht. Auch Versuche Richtung Gourmet sind echte Fettbemmen. Burger mit zwar Simmentaler Rind, aber mit Speck und Mayo und einem fettigen Rösti – 759 Kalorien und es würgt mich beim Drandenken. Der andere Aktionsburger hat zwar bunten Salat drauf, aber doppelt Käse und Käsesauce und Senfsauce – mit 725 Kalorien kaum weniger mächtig. Wer soll das denn essen?

Sonderwünsche? Wie denn?

Ich kann mir den Burger nicht selber zusammenstellen. Und selbst wenn ich könnte, womit denn? Vollkornbrötchen? Fehlanzeige. Alternativen zu den Mayosaucen? Fehlanzeige. Alternative Salate wie Ruccola? Fehlanzeige. Weitere Beläge auf den Fleischpatties wie karamelisierte Zwiebelringe, gegrilltes Gemüse? Fehlanzeige. Truthahnburger? Fehlanzeige. Beilagen? Pommes oder gekringelte Pommes. Oder Salat. Süßkartoffel-Fritten? Bratkartoffeln? Zwiebelringe? Gemüse? Gibt es natürlich auch alles nicht. In Amerika verliert McDonald’s Kunden an die noch billigere Konkurrenz, hierzulande macht es einfach die bessere Konkurrenz.

Und: McDonald’s nervt: ob ich Standdardware bestelle oder einen Sonderwunsch – egal, ich muss warten. Aufreizend langsam schlendern die Thekenkräfte gemächlich zu den Pommes…oh, leer, na dann hängen wir doch ne Schale rein…als ob das nicht der machen könnte, der gerade die letzte Schippe genommen hat. Wer zu Mc Donald’s geht, will schnell bedient werden. Eigentlich sofort. Und dann nicht auf Essen oder Milkshake oder Burger warten. Wobei, wenn ich meine Wünsche mit den Sonderwünschen hätte, ginge es womöglich noch langsamer. Aber ich stelle mir das so vor wie bei Chipotle Grill oder Subway. Basis ist Burger und ich sage, was ich drauf oder drunter kriege. Wäre sehr cool. Und schnell. Oder wie bei Vapiano. Wo ich sehe, was mir gerade zubereitet wird.

Mir fällt echt kein Grund ein, warum ich noch zu Mc Donalds wollen sollte.

 

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Ein Wochenende im Foodie-Himmel

fish+artEin Sandwich mit Sou-Vide in Cidre geschmortem Steak und stundenlang karamelisierten Zwiebeln, handgemachte Gourmet-Marshmallows, Pulled Pork Sandwiches, peruanische Kroketten, libanesische Meze, sizilianische Reisbällchen, senegalesische Küche, Surf’n’nTurf-Burger. Der Kölner Sternekoch Saloum Raphael Doucouré  wird unter “Ralphs BBQ” eigens von ihm für das Festival kreierte Sandwiches anbieten. “Eines davon ist ein veganes Smoked Green Earth Sandwich. Das Highlight von Raph’s BBQ ist das 24h in Dark Beer marinierte und 6h Sous Vide gegarte U.S. Flanksteak auf Landbrot mit Wasabi Creme Fraiche, Gurken-Senf Relish und Whisky Schmorzwiebeln.” Ich denke, dieses Wochenende werde ich 4 Kilo schwerer – denn es ist Street Food Festival in Düsseldorf.

cidre+steakIn letzter Zeit ist die Auswahl an “Fast Food” nachgerade explodiert, noch nie gab es so viele, so exotische Gerichte, die überall in unseren Großstädten angeboten werden. Und die Qualität ist der Hammer, slow food, das ganz fix über die Theke geht, wie genial!! Ich finde es herrlich. Viele der Teilnehmer sind mit ihren Essenständen aus Berlin angereist, ich bin total gespannt auf die Köstlichkeiten von etwa Fräulein Kimchi oder Pan Kowalski. Die Ban Mihs aus Düsseldorf kenn ich schon und auch mit schwedischen Zimtschnecken wird man mich nicht locken können. Wenn, dann maximal exotisch, was ich eben sonst nicht jeden Tag esse…Garantiert werde ich bei Big Hug Barbeque die Spare Rips probieren: Sechs Stunden in Eschen- und Eichenrauch gegarte fleischig zarte Spareribs und selbstgemachte Saucen ausschließlich aus natürlichen Rohprodukten hergestellt. Wer kann dazu schon nein sagen? Ich sicher nicht.

Street Food Festival

Nächstes Event am Samstag, 7. März, 12-22 Uhr & Sonntag, 8. März, 12-20 Uhr

3€ Eintritt
Stahlwerk
Ronsdorfer Str. 134
40233 Düsseldorf

Wen von euch treffe ich da?

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Klein Japan in Düsseldorf – Ramen im Takumi

Es ist ein regnerischer Mittag und ich habe Lust auf was Warmes im Bauch.  Eine Suppe wäre jetzt recht. Und da führt mich mein Weg in die Düsseldorfer Immermannstrasse 28, zu Takumi, keine 5 Gehminuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof. Ich spare mir damit etwa zehn Flugstunden, denn mit dem Eintritt in das Lokal verlässt man Deutschland und betritt japanischen Boden. An den Wänden Werbung auf Japanisch, die Keller lächeln und sagen “Arigato” statt Danke – die meisten können wirklich kein Deutsch, bestenfalls Englisch. Die Einrichtung ist schlicht und schmucklos – und absolut authentisch. Aus den Boxen krawallert japanische Popmusik mit diesen kiksigen Stimmchen, an den Tischen sitzen Japaner und schlürfen die Suppen in sich rein. Man kann in die Küche sehen, dort werkeln die Köche an riesigen Suppentöpfen, kochen Nudeln, braten Gyozas oder frittieren Hühnerstücke, die es als Beilage zur Suppe gibt. Auf den Tischen stehen mittags Karaffen voller Eistee, den es gratis gibt.

IMG_1294Es ist wunderbar. Es behaupten ja alle, das Naniwa wäre der Nudelsuppenhit in Düsseldorf, deswegen stellen sich dort alle brav an. Ich muss gestehen, mir persönlich ist das Takumi lieber. Die Nudeln kommen direkt aus Sapporo, 145 Gramm pro Suppe “der Takumi Standard” lobt die Speisekarte – die Karte ist eines der wenigen Dinge, die es auch auf Deutsch gibt. Ich nehme sowieso immer das Gleiche: Ramen mit Shoyu-Brühe und dazu Gyozas. Es gibt, das hab ich jetzt in Düsseldorf gelernt, grundsätzlich drei verschiedene Grundbrühen: Shoyu auf Sojasaucenbasis, Salzbrühe mit relativ wenig Eigengeschmack, für die verschiedene Salzsorten gemischt werden und Misobrühe, die laut Takumikarte bei den Gästen am beliebtesten ist. Mir persönlich schmeckt die Shoyu am Besten, ich mag den brühigeren Geschmack zu Nudeln lieber als das leicht hefige Aroma des Misos. Ich bin da irgendwie altmodisch. In Japan selbst ist Shoyu-Brühe auch die beliebteste Sorte. Salzbrühe ist was für Kenner, die bringt den Nudelgeschmack sehr klar zu Geltung.

Beim ersten Besuch hab ich unauffällig geschaut, wie die Asiaten eigentlich die Nudeln essen – es gibt zwei Varianten, entweder den Kopf nah an den Pott und reinsaugen oder – dafür hab ich mich entschieden, die Nudeln in kleinen Portionen auf den riesigen Löffel häufen, Brühe dazu und so essen. Weniger Sauerei. Ramen-Suppen von Takumi sind mitterweile mein Leibgericht, ich esse nichts lieber als das. Allein dafür bin ich meiner neuen Heimat Düsseldorf sehr dankbar.

Wer will, kann das Essen auch tiefgefroren mitnehmen und zu Hause nachkochen, aber ich finde, der Spaß der “Reise nach Tokio” ist die halbe Miete beim Nudesuppenessen. Zumal die Preis im Lokal echt okay sind, die Ramen mit Gyoza und Freitee kosten 12,50 Euro und machen pappsatt.

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Das französische Kekswunderland

Neulich ist mir kleiner, wunderschöner Laden aufgefallen, der vor kurzem in den Düsseldorfer Schadowarkaden seine Tore geöffnet hat. Wie könnte er einem nicht auffallen? Schon beim Näherkommen weht mir ein süßer Geruch nach Schokolade, frisch gebackenen Keksen und Bonbons entgegen. (das duftet himmlich, nicht nur, weil ich es wieder riechen kann) Und in dessen hellen Regalen stapelt sich alles, was einem Zuckerfan wie mir das Herz höher schlagen lässt. Mürbe Kekse, einer schmelzend sandigen Konsistenz, die im Mund zergeht, teilweise gefüllt mit Apfel und Zimt, mit Schokoladenkern oder mit Aprikosen und Himbeeren. Es gibt Nougat und Tourron in allen Sorten, mal hell und mit Mandeln und Orangeat gespickt, dann wieder dunkel schokoladig-nussig. Mandeln im Schokomantel, Marzipan und Calissons, eine andere, archaischere Form des Marzipans, die jeder kennt, der schon einmal in Südfrankreich war.

IMG_1279Es gibt Theken voller runder, bunt gestreifter Lutscher in allen Geschmacksrichtungen, Belandises, mit Fruchtmark gefüllte Bonbons, harte und weiche Karamelbonbons und – vielleicht gar nicht so schlecht nach all dem Süßen – pikantes Gebäck mit Curry, Oliven, Paprika, Herbes de Provence, geformt wie winzige Baguettes. Alle Produkte sind niedlich verpackt, in Cellophan oder in altmodischen Blechdosen. Rund und Eckig, klein und groß stapeln sie sich und warten, gefüllt zu werden. Kurz, es ist eine Filiale von Charlies wunderbarer Schokoladenfabrik.

Altmodische Rezepte wiederbelebt

Der Laden nennt sich “La Cure Gourmande” – es gibt ihn bislang nur in Frankreich und Belgien, Ländern, die etwas von gutem Essen verstehen. In Düsseldorf hat nun die erste deutsche Filiale geöffnet (Korrektur: in Berlin gibt es sie auch schon). Ich muss gestehen, ich war begeistert. Die Sachen schmecken so richtig altmodisch, wie ich Bonbons als Kind in Erinnerung habe, als ich in Rosenheim in einem kleinen, wundervollen Bonbonladen mein Taschengeld für Himbeerbonbons ausgab. Und genauso ist es gedacht. “La Cure Gourmande” wurde 1989 gegründet, um sich wieder auf aus der Mode gekommene Süßigkeiten zu besinnen, sie wieder in alter Qualität herzustellen. Das hat sich bewährt, in Frankreich sind die Läden Kult, nicht zuletzt wegen der liebevollen, typisch französischen Präsentation. Und weil es gut schmeckt. Ich bin totaler Fan der mit Apfel-Zimt gefüllten Kekse, die ich gern zu einer Tasse Tee esse. Nicht zu viel, die sind ziemlich gehaltvoll, da bin ich sicher.

Übrigens weiß ich nun auch, wonach die kleine Katze von Karl Lagerfeld benannt ist: ein Choupette ist ein Lolli. Wie süß!

 

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Wenn man einen Sinn verliert…

Das Essen hätte auch aus Wolle sein können - mit Anosmie ist das Aroma weg.

Das Essen hätte auch aus Wolle sein können – mit Anosmie ist das Aroma weg.

Es haben mich viele drauf angesprochen, “warum schreibst du so wenig?” “Wo bleiben mal wieder neue Rezepte?” – Fakt ist, dass es mir in den letzten paar Wochen nicht gut ging. Gar nicht gut. Denn ich hatte durch eine Erkältung meinen Geruchssinn verloren. Anosmie heisst der Fachbegriff. Fiese Viren zerstörten die Zellen, die den Geruch übermittlen. Das hiess: ich roch nichts mehr, ich schmeckte auch kaum noch was, alle Gewürze, Aromen, alles, was über die Nase lief, war weg. Für einen Geruchs- und Geschmacksmenschen wie mich ein Alptraum. Erst jetzt, wo es nach langer Zeit wieder etwas besser wird und aufwärts geht, kann ich überhaupt darüber sprechen. Denn meine Stammzellen wurden von den Viren wohl angegriffen, aber nicht zerstört, jetzt kommen langsam die übrigen Geruchszellen wieder. Das dauert Monate.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie furchtbar das ist: ihr riecht nicht, ob womöglich das Deo versagt hat, ob eure Wohnung müffelt, das macht total unsicher. Essen brennt an und ihr bekommt es erst dann mit, wenn die Küche vernebelt ist. Ihr riecht aber auch nicht, wenn etwas duftet, wenn Menschen toll riechen – ihr riecht nicht den Duft eines Babies und verliebt euch nicht in den Duft eines Mannes. Tolles Essen ist erstmal an mich verschwendet. Wobei interessant ist, dass mir bei Sachen mit viel Geschmacksverstärker übel wird – vielleicht oder gerade weil ich kaum was schmecke.

5 Prozent aller Menschen in Deutschland leiden unter Geruchsverlust, bei vielen nimmt der Geruchssinn im Alter ab, ab 50 Jahren haben 25 Prozent aller Menschen einen stark eingeschränkten Geruchssinn.  Und – das machte mich besonders panisch – Geruchsverlust ist ein erstes Zeichen von Parkinson, Alzheimer und Demenz. Oder von einem Hirntumor. Alles unerfreulich. Aber das war es eben nicht bei mir. Wenigstens etwas.

Was hilft ist warten und die Nase jeden Tag mit Gerüchen trainieren, ich mach unterstützend noch chinesische Medizin, Akupunktur und Heiltee – ich hoffe, die Kombination schlägt an. Für die durch einen Viruseffekt auftretende Anosmie, die auch bleibend sein kann, gibt es eben noch keine medikamentöse Behandlung. Aber wie gesagt, es gibt Minuten, da ist der Geruchssinn wieder da – ein gutes Zeichen. Und trainieren hilft wirklich. an Rose riechen, Nelken, Eukalyptus oder anderen Dingen. Das hilft übrigens auch, dem Geruchsverlust im Alter vorzubeugen. Übrigens sind die Bücher von Professor Hanns Hatt sehr empfehlenswert. Der Duftforscher hat bei Breuninger einen Vortrag gehalten und konnte mir wertvolle Tipps geben . Drückt mir die Daumen!

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Kochen für den Frieden

Fotos: Random House

Fotos: Random House

Was derzeit im nahen Osten geschieht, in Gaza, das nimmt mich sehr mit. Ich wünsche mir sehr den Frieden dort – vor allem für all die ganz normalen Leute, die dort ohne Fanatismus ihr Leben führen wollen ohne Angst und Not. Wer mit was wie wo Schuld hat, steht mir nicht zu zu beurteilen. Davon soll der Blogbeitrag auch gar nicht handeln.

Sondern von dem wunderbaren Kochbuch “Jerusalem” von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi. Der eine Koch wuchs im westlichen, jüdischen Teil der Stadt auf, der andere im östlichen, muslimisch geprägten. In London, wo beide jetzt leben, haben sie sich getroffen und festgestellt, wie ähnlich ihre Kindheitserinnerungen waren, wie ähnlich auch die Küchen, die ihre Eltern jeweils kochten. Das Buch ist eine Reise in ihre Kindheit, in die die Autoren uns mitnehmen, sie erzählen von den Gerüchen, den Geschmäckern der heiligen Stadt, von den kleinen Läden in der Altstadt, von gemeinsamen Gerichten und deren Varianten.

Kommt Tahini (Sesampaste) ins Baba Ganoush (eine Auberginenpaste, ich sage übrigens ja, unbedingt), wo bekommt man den besten Hoummous, was macht das typisch süsse Gebäck des Orients aus und wie serviert man Falafel richtig. Das Buch ist durch die Kollaboration ein wunderbares Symbol für den Frieden, es zeigt, wie viel beide Bevölkerungsteile gemeinsam haben, wenn sie es nur mit genug Abstand betrachten. Ich möchte es jedem ans Herz legen, dessen Interesse von die Küche des vorderen Orients über Döner hinausgeht.  Vielleicht schafft die gemeinsame Küche mehr Verständnis füreinander, als es die Politik je könnte… Kochen für den Frieden…

Die Rezepte sind toll bebildert, relativ leicht nachzukochen und schmecken traumhaft. Manchmal gibt es Anleitungen zur Vereinfachung, die ich gerne nutze. Zum Beispiel mache ich mir nicht die Mühe, die Quitten für die gefüllten Quitten (Unteres Bild) auszuhöhlen, ich gar die Füllung als Fleischklösschen daneben. Geht auch…

Gefüllte Quitten mit Lammhack und Granatapfelkernen Foto: Random House

Gefüllte Quitten mit Lammhack und Granatapfelkernen Foto: Random House

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