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Blusen für viel Busen!

20140413-095310.jpg Es gibt tatsächlich noch Labels, die mit uns Frauen Geld verdienen wollen. Ich habe jetzt gerade das Label Maximila entdeckt, die Blusen, Kleider und Oberteile speziell für große Größen anfertigen. Nein, das stimmt nicht ganz. Nicht für große Größen, sondern für Frauen mit großer Oberweite. Die Blusen sind so geschnitten, dass Körbchengröße D bis K perfekt reinpasst ohne dass irgendwas zwickt und zwackt. Und sie haben trotzdem noch eine Taille. Ab Größe 36 gibt es sie. “maximila Mode soll Ihnen perfekt passen. Dafür haben wir spezielle Schnitte und ein individuelles Größensystem entwickelt, das genau zu Frauen mit großer Oberweite passt. Unsere Mode orientiert sich im Bereich Schulter, Rücken und Hüfte zwar an normalen Konfektionsgrößen von 36 bis 46, lässt dafür aber an der Brust etwas mehr Platz und gibt Ihnen sogar die Wahl zwischen den Varianten kurvig und sehr kurvig.” Toll, der Labelgründerin Eva Marisa Elsäßer gebührt ein Bundesverdienstkreuz!
Herz, was willst du mehr? Ich wünsche dem Label ganz viel Erfolg und werde sicherlich dort gute Kundin werden. Der erste Kauf wird Hemdblusenkleid “Hella” sein. Es ist doch gar nicht so schwer! DANKE!

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Liebe Hersteller: PASST UNS NICHT!

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sollen Selfies von Frauen über Größe 40 immer so aussehen?
Ich hab mal eine Umfrage unter meinen wunderschönen Freundinnen erstellt. Die sind von Größe 36 bis 50 – alles dabei. Und doch gleichen sich die Aussagen…

“Klamotten, die weiblich aber bequem sind. Ich hab immer das Gefühl, es geht nur entweder oder.”

“Pullover die weder Sack noch Presswurst sind. Blusen, deren Armausschnitt klein genug ist, Arme heben zu können, ohne das ganze Oberteil mit hoch zu ziehen. BHs in Körpchengröße >D, die NICHT gefüttert sind”

“Gut sitzende BHs in allen Größen, echte Mangelware in Dtl. (verglichen mit England oder USA)”

“Mal was für “Kurven” denn Kurven bedeutet nicht “fett”. Mit schmaler Taille aber viel Hüfte hat man aktuell verloren.”

“Nur weil ich schwerer werde, werden weder meine Arme oder Beine länger oder meine Schultern breiter”

bezahlbare, schöne, bequeme Kleider, die weder nach Bank, Cocktailparty noch Kittelschürze aussehen & nicht aus Plastik sind.

“Oberteile in die meine Oberweite passt. Oft auch bei Jacken & Co nen Problem.”

“Dezent klassisch Business-geeignetes in Übergrößen (ohne schreiende Blumenmuster)”

“Schlaghosen, BHs ohne Bügel, Bikini-Hosen die den Hintern auch bedecken und nicht wegrutschen, Pullis und Blusen für breite Schultern…”

“Trenchcoats, die feminin geschnitten und tailliert sind und trotzdem den Po bedecken / gut sitzende Jeans, die nicht hinten wegklaffen und vorne knapp unterm Hüftknochen enden.”

In anderen Worten: Das Zeug sitzt nicht gut. Es ist geschneidert nicht für reale Personen, sondern für eine imaginierte Zielgruppe ohne Busen, ohne Hüften, mit exakt gleich langen Armen und Beinen. Dazu nicht so, dass es schön und praktisch zugleich wäre. Die Bekleidungsbranche sollte sich mal ein Vorbild an Coco Chanel nehmen: die hatte in ihrem Atelier einen kleinen Anlauf und eine Stufe in Höhe der Pariser Strassenbahneinstiege. Damit testete sie jeden Rockschnitt und jedes Kleid auf Alltagstauglichkeit. Ich frage mich, ob derzeitige Designer wissen, was eine Strassenbahn überhaupt ist.

Oder: Jeans. Die derzeit coolen enden irgendwo rund um den Hüftknochen, da, wo bei den meisten Frauen ein kleiner Bauch- und Hüftgoldansatz ist. Ja, auch bei denen in Größe 36. Das hat die Natur so vorgesehen, wenn man jenseits der 23 ist. Das gilt auch für Slips, die dann aufs Allerungünstigste diese Speckrolle betonen und in unvorteilhafte Szene setzen. Da gibt es zwar Abhilfe bei Levis, die mit verschiedenen Kurventypen (Curve ID) der weiblichen Figur Rechnung tragen. Funzt bei mir perfekt, in 30 sitzen die wie hingenagelt. Aber Freundinnen, die was Größeres bräuchten, sind damit wieder geleimt.

BHs. GAAAAAnz trauriges Kapitel. NEIN: ab Größe C brauchen wir keine Extrempushups mehr. Dafür guten Halt und trotzdem sexy. Nicht alles mit Bügeln und Masse Watte, komischerweise ist die Natur sehr freundlich zu uns und es hängt noch nicht so, dass alles miT Drahtkorsetten gestützt werden muss. Warum ist es in England und den USA möglich, gut geschnittene, günstige Bhs zu bekommen und bei uns nur für viel, viel Geld?

Woran liegt es? Zum einen daran, dass viele Firmen aus Ländern kommen und in Ländern produzieren lassen, wo Menschen kleiner sind. Oder es wird aus Kostengründen einfach von 36 hoch gerechnet – dass das nicht funktionieren kann, sollte allen klar sein. Und: die Hersteller nehmen uns deutsche Frauen als Zielgruppe nicht ernst. Die denken: “wichtiger Markt, Deutschland, aber die Frauen da, kannste vergessen. Die laufen in häßlichen Freizeitklamotten rum und denen ist egal, ob ihnen das Zeug passt oder nicht. Brauchen wir nicht drauf speziell eingehen, die kaufen uns unseren Scheiss so oder so ab, und sehen halt damit aus wie Seekühe.”

Und das dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen. Jedesmal, wenn in Läden nichts in unserer Größe da ist, müssen wir das sagen. Laut nd deutlich. An die Hersteller schreiben oder von mir aus die BHS vor den Geschäften verbrennen. Aber wir dürfen uns nicht länger verarschen lassen. Dann ändert sich nie was. Ich war letztens bei Hunkemöller, die mit “entdecken sie den perfekten BH” werben, und alle großen Größen (mehr als C/D gibt es eh nicht) waren ausverkauft. Die Verkäuferin meinte “wir sagen immer, wir brauchen mehr, aber das wird ignoriert.” Na, danke.

Mein Vorschlag: Wenn euch der Text aus der Seele spricht, verbreitet ihn weiter, schickt ihn an die Hersteller, an die Boutiquen und Onlinehändler. Schreibt hier in die Kommentare Boutiquen und Hersteller, die es ernst mit uns meinen. Wie sollten unser Geld nicht an Sachen verschwenden, die uns nicht passen und nicht gefallen und die nicht für uns und unsere Bedürfnisse gemacht sind.

WIR LASSEN UNS NICHT MEHR WEITER SCHLECHT BEHANDELN!

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Die 26 Guten – hip ist jetzt der 5. Bezirk in Wien

Penta HotelIch bin wieder zurück aus Wien, gleich mit einem ganzen Sackerl voller toller Eindrücke und ich hoffe, ich kann in den kommenden Tagen viele Tipps an euch weitergeben. Wir hatten im Penta Hotel im 5. Bezirk gebucht, das sich als gute Wahl erwies. Rezeption gibt es keine, die Bar in der Mitte des Foyers erfüllt diesen Zweck. Nicht nur, weil das junge, unkonventionelle Hotel von Mattheo Thun gemütlich und lässig eingerichtet wurde, nein, auch die Umgebung ist einen Besuch wert. Im 5. Bezirk gibt es tolle Boutiquen, die nicht teuer sind und die sich angenehm von den Mainstreamlabeln absetzen. Biomärkte, charmante Cafes und gute Gaststätten. Doch zu sagen, es wäre Berlin Mitte auf wienerisch, der Vergleich zieht nicht. Dafür ist alles zu wenig hip, zu wenig aufgeregt. Gut so. 26 Läden im Bezirk haben sich zum Verbund “die 26 Guten” zusammengeschlossen, es gibt auch eine Karte davon in jedem dieser Geschäfte und verweist so auf die anderen 25.

mutze-hertha-3Da gibt es zum Beispiel die Mützen von Dörte Kaufmann bei Hinterland die sehr schön sind. Sie heben sich elegant von den derzeitigen Schlumpf-Beanies ab, sind ausgefallen, ohne exaltiert und albern zu sein. Alle werden liebevoll in Handarbeit gefertigt und sind dennoch bezahlbar. Top!

Ein anderer Laden, der mir sofort ins Auge gestochen ist, ist Pia Mia. Auch dieses kleine Label fertigt alles selbst, dazu kommen ausgewählte Stücke anderer Designer. Viele potentielle Lieblingsstücke hängen im Laden, mir hat ein Salz-und Pfefferfarbenes Kleid (187 Euro) besonders gut gefallen, das leider in meiner Größe schon verkauft war. Das Motto des Ladens “PiaMia – das bin ich” passt jedenfalls ausnehmend. Wer Spaß hat an feinen Designstücken, schlicht, edel, mit Sinn für Details, der ist dort gut aufgehoben. Das haben auch andere erkannt: das Magazin Datum, um das ich Österreich beneide, hat T-Shirts von PiaMia als Abogeschenk im Programm. Vielleicht sollte ich ja doch ein Abo abschliessen…

Läden wie diese sind die beste Möglichkeit, faire Kleidung zu beziehen, die garantiert nicht im Sweatshop hergestellt wurde. Und schöner als von der Stange des Massenmarktes sind sie sowieso – aber kaum teurer.

Wer die geballte Schaffenskraft kleinerer Wiener Label kennenlernen will, hat dazu am kommenden Wochenende Gelegenheit, dann ist Feschmarkt in der Ottakringer Brauerei. Schade, das hätte ich gerne mitgenommen.

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Graffiti im 5. Bezirk

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Mützen gibt es bei PiaMia auch

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Sanfte Farben, Naturmaterialien, feine Schnitte – das Piamia in Wien ist einen Besuch wert

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Frauenfeindlich oder Postgender? – Männermodel wirbt für BH

Klar, deutlicher kann man den Punkt nicht rüberbringen:  der BH zaubert zwei Körbchengrößen mehr hin, auch dort, wo vorher nix war. Eine holländische Unterwäsche-Marke namens HEMA hat Andrej Peijic verpflichtet. Wer das ist? Eine Art Transenmodel, das sowohl für Männer als auch Damenkollektionen läuft. Eigentlich eine coole Neuinterpretation von Geschlechterrollen, nicht Mann, nicht Frau – oder aber beides und beides sogar besonders toll.

Aber es gibt da doch so einen Punkt, der mich stört. Denn der schöne Andrej ist eigentlich die Frau 2.0, die sich Modemacher immer wünschen. Androgyn, ohne Busen, ohne Hüften, ohne Cellulitis. Perfekt geeigneter Kleiderständer. Nur eben keine Frau. Postgener und frauenfeindlich zugleich, weil eben kaum eine Frau so aussehen kann, wenn sie sich nicht völlig gegen ihre Natur wehrt und sich auf  die Knochen runterhungert. Deswegen wird aus der augenzwinkernden, ach so toleranten Wahl des Models ein sehr intoleranter Akt gegen die Frauenfigur.

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Navabi – schöne Designer-Mode für Größe 40+

Ich wollte mal schauen, was die Designer so treiben für Größe 40 +, ich hab ja schon seit längerem angemahnt, dass da mal was passieren sollte. Und da stoß ich auf die Webseite von Navabi. Ich bin hellauf begeistert. Keine Magermodels zeigen die Kleider, sondern wunderschöne Models mit Maßen, mit denen sich die Kundschaft identifizieren kann. Die Designer, darunter Sallie Sahne, Cavalli, Tuzzi Nero oder – wers legerer mag – By S.Oliver sind weit weg von spießigen Dicken-Zelten. Graue Maus geht anders. Bei Navabi gibt es eigentlich alles, was man gerne trägt. Und was gut ausschaut. Ein Magazin auf der Webseite zeigt mögliche Kombinationen und Trends. Ich bin ehrlich begeistert und wünsche dem Online-Geschäft viel Glück. Kundschaft dafür gibt es genug.

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Mode für moderne Prinzessinnen

Wer sich fragt, woher all die Kleider stammen, die auf Filmevents, glamourösen Partys oder auf Galas zu bewundern sind, der bekommt fast stereotyp die Antwort: Chanel, Armani, Dior, Valentino…aber ganz so ist es nicht. Immer wieder schaffen es talentierte Newcomer, traumhafte Roben zu lancieren. So haben Rodarte oder Marchesa in Hollywood Karriere gemacht oder Talbot Runhof oder Caviar Gauche hierzulande. Und jetzt kommt wieder eine neue Modehoffnung aus München, Kay Rainer.

Der Münchner schneidert Haute Couture Roben aus Seide, luftige Ballkleider und aufwändige Brautkleider, alle wunderschön, hochwertigst gearbeitet und fast jedes Kleid ein Unikat. „Ich habe zwei Linien. Zum einen Entwürfe, die in kleiner Serie gefertigt werden. Die kosten zwischen 600 und 1.200 Euro, die kann man auch in Boutiquen kaufen. Und es gibt Gold-Couture, Maßanfertigungen, die echte Haute Couture sind.“ Gerade erfüllt er wieder einer Frau den Traum, am schönsten Tag ihres Lebens eine Sissi zu sein…In der kommenden Ballsaison werden die Societyladies in irisierenden Seidenroben glänzen, die je nach Lichteinfall, mal rot mal golden schimmern und mit dezentem Leoprint glänzen. Oder große Blumen blühen auf Empireroben aus schwerer Seide – das kann man auch nächsten Sommer noch tragen…

Kay Rainers größter Coup bislang waren die sattroten Kleider der Brautjungfern bei der letzten Becker-Hochzeit. Da strahlten dann Bohlen-Ex Estefania oder Judith Kamps in seinem Entwurf um die Wette. Auch die Schauspielerin und Moderatorin Alina Gerber vertraut dem Modegespür von Kay Rainer. „Mein Traum wäre es, einmal Victoria Beckham einzukleiden – ich finde die großartig. Und hier in Deutschland Iris Berben. Tolle Frau, toller Geschmack, immer in toller Mode“, so Rainer. Auch Bunte-Chefin Patricia Riekel steht oben auf seiner Liste. Die Idee ist nicht mal unwahrscheinlich, der Designer hat eine nicht ganz gewöhnliche Karriere hingelegt. „Ich habe nach der Schule eine Banklehre gemacht, erst mal was Vernünftiges. Das kommt mir auch jetzt zugute, nur kreativ sein allein reicht nicht in der Modebranche. Danach war aber klar, ich muss was mit Mode machen. Ich hab schon als Fünfjähriger meine Mutter bei Kleiderfragen beraten.“ Schneiderlehre macht er keine, sondern studiert an der Münchner Esmod. „Schneidern kann einen bei der Kreativität einschränken. Ich mach einen Entwurf und geb den meiner Schnittmeisterin, die setzt meine Ideen dann um.“ Nach der Schule träumt er nicht wie andere von Schauen in Paris, sondern geht ins Mekka des Showbiz, nach Los Angeles. „Ich dachte mir, Los Angeles ist so ein bisschen wie München. Viel Glamour, viel Bussi Bussi.“ Eine Stelle findet er bei Anja Flint, der Schwester von Schauspielerin Katja Flint. Da war er vom Design bis zum UPS – Versand für alles zuständig, lernte die Arbeit in einem Designhaus von der Pike auf.

Derzeit ist er bei der Modeagentur Artis, die Corporate Fashion designt – also Mode, die Firmen wie Fiat oder Hitachi in ihren Shops verkaufen und die das Marken-Image aufwerten soll. Gleichzeit hat er seit 2008 sein eigenes Label gegründet, immer mehr Boutiquen fragen an, die seine Kleider führen wollen. „viele Frauen erzählen mir, dass es für sie keine Kleider gibt in München. Stilvolle Mode für offizielle Gelegenheiten, das ist die Marktlücke, die ich sehe. In München ist man etwas zugeknöpfter, nicht ganz so offenherzig. Und sehr schick und elegant – der Berliner Schlabberlook geht hier gar nicht. Aber Zeitschriften wie die Bunte oder Instyle haben beigetragen, dass alle auf dem roten Teppich maximal gut aussehen wollen – die Konkurrenz schläft nicht. Mit meinen Kleidern würden natürlich alle super aussehen “, grinst Rainer.

Und wie sieht er Mode selbst? Denn ein Paradiesvogel wie Moshammer oder Glööckler ist er nicht. Das sieht Rainer gelassen: „Ich gebe zu, das fehlt schon in München, so einer wie der Mosi. Der hatte was – und er war auch ein toller Vermarkter seiner Mode. Ich persönlich möchte nicht so überkandidelt sein. Klar, mit dem Label Modezar könnte ich gut leben – wenn man dabei nicht aussehen muss wie Ludwig II:  Ich bin ein Landbua – und da auch stolz drauf. Ich hoffe, dass die Frauen, die meine Sachen tragen, damit herausstechen – und allen erzählen, von wem die Kleider sind.“

Bald könnte es soweit sein, dass jeder Kay Rainer kennt – denn er hat große Pläne, es soll eine Linie für die breite Masse geben, er ist bereits mit Herstellern und Vertrieben in Verhandlung. Man darf gespannt sein – und sich den Namen Kay Rainer schon mal merken.

http://www.kayrainer.com/home_ger.html, der Showroom ist im Arabella Sheraton

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