Warum ich keine Lust mehr auf McDonald’s habe

20140330-140433.jpgMcDonald’s kämpft derzeit mit einem Kundenschwund. Es gehen immer weniger Menschen dort essen, immer weniger wollen die Burger haben. Mir geht es genauso. Natürlich ist es vermessen, die eigenen Erfahrungen als Pars pro toto zu setzen und als Maß aller Dinge zu sehen. Aber ich hab festgestellt, ein recht guter Trendindikator zu sein, wenn ich was mache, machen das viele. Vorneweg: ich glaube nicht, dass man mit Erweiterung vom Salatsortiment oder mit Grünkohl noch wen hinter dem Ofen vorholt. Man geht einfach nicht zu McDonald’s, um Salat zu essen. “Komm wir gehen zu Mc Donald’s, lecker Salat essen” Kein Mensch, niemals. Zu Mac geht man, wenn man schnell was Warmes braucht, wenn man Bock hat relativ günstig was zu essen, was den Hunger stillt. Es ist bei mir meist auf Reisen so. Aber mittlerweile gibt es in jedem größeren Bahnhof so viel bessere Angebote – da muss ich nicht (mehr) zu McDonald’s.

Ich denke, dass das Angebot an gutem, tollen Fast Food, an Burritos, Wraps, chinesischen Gerichten, an Falafel mit Hoummus, frisch gegrillten Chiabattas, Dim Sum oder Curries etc, so gut geworden ist, dass es immer McDonald’s um Längen schlägt. Sogar auf dessen Homeground…

Denn: Fastfood? Das geht doch viel besser!

Wenn ich Lust auf einen Burger habe, muss ich nicht mehr zu McDonalds. das können andere besser. Wenn schon sündigen, dann ein richtig geiler, hausgemachter Burger, der richtig gut schmeckt, so wie bei Whats Beef oder bei den Beef Brothers. (die Fette Kuh in Köln, die gigantisch sein muss, will ich noch testen) Frisches Fleisch, hausgemachte Saucen, frische, angeröstete Burgersemmeln, originelle Kombos mit Pesto, Ruccola, Mozzarella oder echter Cheddar und viel in Bioqualität etc. – alles aber nicht so übertrieben fettig – außer man will es so. Man hat eben die Wahl. Das hab ich alles bei McDonalds nicht. Auch Versuche Richtung Gourmet sind echte Fettbemmen. Burger mit zwar Simmentaler Rind, aber mit Speck und Mayo und einem fettigen Rösti – 759 Kalorien und es würgt mich beim Drandenken. Der andere Aktionsburger hat zwar bunten Salat drauf, aber doppelt Käse und Käsesauce und Senfsauce – mit 725 Kalorien kaum weniger mächtig. Wer soll das denn essen?

Sonderwünsche? Wie denn?

Ich kann mir den Burger nicht selber zusammenstellen. Und selbst wenn ich könnte, womit denn? Vollkornbrötchen? Fehlanzeige. Alternativen zu den Mayosaucen? Fehlanzeige. Alternative Salate wie Ruccola? Fehlanzeige. Weitere Beläge auf den Fleischpatties wie karamelisierte Zwiebelringe, gegrilltes Gemüse? Fehlanzeige. Truthahnburger? Fehlanzeige. Beilagen? Pommes oder gekringelte Pommes. Oder Salat. Süßkartoffel-Fritten? Bratkartoffeln? Zwiebelringe? Gemüse? Gibt es natürlich auch alles nicht. In Amerika verliert McDonald’s Kunden an die noch billigere Konkurrenz, hierzulande macht es einfach die bessere Konkurrenz.

Und: McDonald’s nervt: ob ich Standdardware bestelle oder einen Sonderwunsch – egal, ich muss warten. Aufreizend langsam schlendern die Thekenkräfte gemächlich zu den Pommes…oh, leer, na dann hängen wir doch ne Schale rein…als ob das nicht der machen könnte, der gerade die letzte Schippe genommen hat. Wer zu Mc Donald’s geht, will schnell bedient werden. Eigentlich sofort. Und dann nicht auf Essen oder Milkshake oder Burger warten. Wobei, wenn ich meine Wünsche mit den Sonderwünschen hätte, ginge es womöglich noch langsamer. Aber ich stelle mir das so vor wie bei Chipotle Grill oder Subway. Basis ist Burger und ich sage, was ich drauf oder drunter kriege. Wäre sehr cool. Und schnell. Oder wie bei Vapiano. Wo ich sehe, was mir gerade zubereitet wird.

Mir fällt echt kein Grund ein, warum ich noch zu Mc Donalds wollen sollte.

 

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Das moralische Dilemma mit der AppleWatch 

 

applewatch-640x360Vorneweg: wer sagt “Firstworldproblems”, der hat natürlich vollkommen Recht und darf sich freuen und einen Keks nehmen. Aber ich bin seit gestern mit mir am Hadern: darf ich eigentlich eine AppleWatch kaufen? Weil: ich bin ja informiert.

  • Apple produziert nicht fair
  • Apple führt seine Steuern in Deutschland nicht korrekt ab
  • Die AppleWatch kann eine elektronische Fußfessel sein, die alle meine Daten an die Welt weiterreicht
  • Sie ist natürlich viel zu teuer

Weiß ich alles – und trotzdem…ich hätte gerne eine. Ich liebe Gadgets, und ich gehöre zu den altmodischen Menschen, die noch auf die Uhr schauen, wenn sie wissen wollen, wie spät es ist und nicht ihr Smartphone dazu rausholen. Mich nervt das sowieso, ist das Handy in der Tasche, dann bleibt es da – mit der Smartwatch hätte ich etwas sehr Praktisches am Handgelenk. Ob es wirklich ein Statussymbol ist, lasse ich mal dahingestellt- vermutlich outet man sich damit als Applefangirl-Trottel. Meine Piratenbekannten werden pausenlos über den Verlust der eigenen Daten dozieren und mich nerven…und ich könnte nur sagen: ja, ihr habt vermutlich recht, aber trotzdem…

Mich würde eure Meinung interessieren: ist es okay, Bescheid zu wissen und trotzdem so eine AppleWatch haben zu wollen?  Gibt es für Apple-Benutzer günstigere Alternativen? Gibt es etwas fair produziertes?

Nachtrag: ich hab jetzt gesehen, dass Apple für das Metallarmband 500 Euro mehr will. Sind die irre? Ein Edelstahlarmband für eine kostet maximal 100 Euro, aber doch nicht 500!!! Und eine Uhr mit Plastikarmband für 649 Euro?  (Ich dachte, dafür gibt es die Edelstahluhr – aber dafür gibt es nur Edelstahlgehäuse. Ne, nicht mit mir)

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Warum machen wir Frauen uns selbst so klein?

Vorneweg: ich mag die Objektifizierung gar nicht, die Frauen in den Medien erfahren. Reduziert auf Titten und Po, reine Anstarrobjekte. Ich hab dagegen geschrieben und geschrieben und geschrieben. Symbolisiert im Bild-Girl,  der täglichen Rubbelvorlage. Ich habe auch ein T-Shirt mit “no more Page Three” aus England.

Insofern finde ich eine Aktion gut, die sich dafür einsetzt, dass Frauen in den Medien als mehr präsentiert  werden als nur als Objekt. (Dass manche Frauen sich selbst so reduzieren und gerne, steht auf einem anderen Blatt). Jetzt gibt es auf Twitter eine Aktion #mehralsmeinkoerper – Frauen schreiben auf ein Plakat, dass sie mehr können. Und hier fängt mein massives Problem mit der Aktion an. Oder nicht mit der Aktion, sondern mit den Frauen, die mitmachen. Denn was steht auf vielen dieser Plakate? “Ich bin Erdnussbutterspezialistin” “ich setzte mich für Frauenrechte ein und kann toll Pasta kochen” “ich arbeite Vollzeit und schmeiße den Haushalt” “ich kann  singen und nähen” “ich studiere” “ich bin Mama und liebe Schoko” diese Schilder – selbstgeschrieben oder ab und an in Comic Sans – offenbaren das gesamte Dilemma des Feminismus. Auf eine coole Aussage “ich spreche 5 Sprachen” kommen vier Schildchen, auf denen sich Frauen zwar nicht auf ihren Körper, sondern auf viel KleinKlein reduzieren lassen.

Was würde da bei Männern stehen? “Ich bin Manager und leite die Kommunikationsabteilung” “ich berate erfolgreich internationale Firmen bei ihren Social Media Aktivitäten” “ich habe ein Unternehmen mit 5 Angestellten gegründet” “ich bin Stadtrat” “mein Blog hat 10000 Leser am Tag” ich bin geneigt, der These zuzustimmen, dass die Frauen nicht reduziert werden, sondern das schön selbst übernehmen. Bloß nicht zu dick auftragen, immer lieb und bescheiden das Licht unter den Scheffel stellen.

So wird das aber nix mit dem Ernstnehmen. Wir reduzieren uns selbst :( ich weiß nicht, wie das zu ändern wäre. Die Medien tun nix dazu, unser Selbstbewusstsein zu stärken. Die zeigen nur, dass wir die perfekte Hülle sein müssen, schlank und schön und sexy, und erst wenn das erfüllt ist, dürfen wir uns Wissenschaft, Politik und Karriere widmen. Wenns denn sein muss. Besser, wir machen frauliche Sachen, wie nähen und kochen und Mama sein und ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen führen. Und hier sind wir wieder am Anfang.

Nachtrag: ich hätte mir wirklich mal eine Diskussion darüber gewünscht – aber die Initiatorinnen der Aktion reagieren nur beleidigt “Ihre Abwertung ist inakzeptabel und es scheint, als sei Ihre ‘Recherche’ der Bilder lückenhaft.” Tja – dann halt nicht. Und wieder eine Chance vergeben…

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Ein Wochenende im Foodie-Himmel

fish+artEin Sandwich mit Sou-Vide in Cidre geschmortem Steak und stundenlang karamelisierten Zwiebeln, handgemachte Gourmet-Marshmallows, Pulled Pork Sandwiches, peruanische Kroketten, libanesische Meze, sizilianische Reisbällchen, senegalesische Küche, Surf’n’nTurf-Burger. Der Kölner Sternekoch Saloum Raphael Doucouré  wird unter “Ralphs BBQ” eigens von ihm für das Festival kreierte Sandwiches anbieten. “Eines davon ist ein veganes Smoked Green Earth Sandwich. Das Highlight von Raph’s BBQ ist das 24h in Dark Beer marinierte und 6h Sous Vide gegarte U.S. Flanksteak auf Landbrot mit Wasabi Creme Fraiche, Gurken-Senf Relish und Whisky Schmorzwiebeln.” Ich denke, dieses Wochenende werde ich 4 Kilo schwerer – denn es ist Street Food Festival in Düsseldorf.

cidre+steakIn letzter Zeit ist die Auswahl an “Fast Food” nachgerade explodiert, noch nie gab es so viele, so exotische Gerichte, die überall in unseren Großstädten angeboten werden. Und die Qualität ist der Hammer, slow food, das ganz fix über die Theke geht, wie genial!! Ich finde es herrlich. Viele der Teilnehmer sind mit ihren Essenständen aus Berlin angereist, ich bin total gespannt auf die Köstlichkeiten von etwa Fräulein Kimchi oder Pan Kowalski. Die Ban Mihs aus Düsseldorf kenn ich schon und auch mit schwedischen Zimtschnecken wird man mich nicht locken können. Wenn, dann maximal exotisch, was ich eben sonst nicht jeden Tag esse…Garantiert werde ich bei Big Hug Barbeque die Spare Rips probieren: Sechs Stunden in Eschen- und Eichenrauch gegarte fleischig zarte Spareribs und selbstgemachte Saucen ausschließlich aus natürlichen Rohprodukten hergestellt. Wer kann dazu schon nein sagen? Ich sicher nicht.

Street Food Festival

Nächstes Event am Samstag, 7. März, 12-22 Uhr & Sonntag, 8. März, 12-20 Uhr

3€ Eintritt
Stahlwerk
Ronsdorfer Str. 134
40233 Düsseldorf

Wen von euch treffe ich da?

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Die erleuchtete Handtasche

Foto: SOI Taschenlicht - Damit geht den Frauen jetzt ein Licht auf!

Foto: SOI Taschenlicht – Damit geht den Frauen jetzt ein Licht auf!

Wer hat sowas eigentlich berechnet? Aber was mich anbelangt, ist es vermutlich noch viel länger: Durchschnittlich 76 Tage ihres Leben ist eine Frau damit beschäftigt, in ihrer Handtasche zu wühlen und Zeug zu suchen. Vor der Haustüre, in der Kneipe, auf dem Rücksitz den Taxis – immer gibt es was zu suchen. Aber jetzt geht uns Frauen ein Licht auf: Damit Schlüssel, Lippenstift und Handy immer griffbereit sind, wurde das praktische Taschenlicht SOI entwickelt. soiDurch Annäherung oder leichte Berührung der Hand leuchtet SOI auf und bringt Licht ins Dunkel. Wie sagte schon Bruce Darnell: Die Handetasche musse erleuchtet sein” (oder so ähnlich) Dabei ist SOI so klein, schmal und leicht, dass es in jede Handtasche passt. Dann muss man nur noch danach suchen : ) Das n Deutschland gefertigte Licht hat ein zeitloses und elegantes Design.

Doch SOI ist nicht nur in der Handtasche nützlich! Jeder, der viel unterwegs ist, wird dieses Problem kennen: In der ungewohnten Umgebung findet sich nachts nicht immer sofort der Lichtschalter. Dieses Problems hat sich SOI angenommen und das Licht weiterentwickelt. Dank des SOI Base-Rings lässt sich SOI ganz einfach auf dem Nachttisch platzieren und dient damit sofort als greifbare Lichtquelle. Der Ring sorgt für sicheren Stand ohne Rutschen und komfortables Platzieren selbst auf leichten Schrägen. Ich finde das Teil, das 25 Euro kostet, sehr nützlich und werde es mir zulegen.

 

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Der dicke Junge im Blondinenbonbonladen

Foto: RTL

Foto: RTL

Nach dem Feminismus gestern jetzt das Gegenteil. Heute ist die letzte Folge des Bachelors. Das Sixpack aus Düsseldorf Oliver Sanne vergibt seine letzte Rose an eine von zwei Blondinen, die sich so ähnlich sind, dass die Vergabe eigentlich nur sie selbst interessiert und vielleicht den Bachelor, wenn überhaupt. In den letzten Staffeln standen sich im Finale wenigstens zwei Gegensätze gegenüber, zwei Prinzipien: Sexbombe versus Kumpeltyp. Bis jetzt hat immer die Sexbombe gewonnen, gehalten hat es nie. (Ob die Sendung jemals darauf ausgerichtet war, dass da was halten soll, lassen wir mal offen). Ich muss gestehen, ich hab die Sendung gern gesehen – vor allem dank der Twittercommunity mit ihren vielen lustigen Tweets dazu. Ich weigere mich, die Frage zu erörtern, ob der Bachelor frauenfeindlich ist, denn die Frauen, die da mitmachen, kennen das Format und wissen genau, worauf sie sich einlassen. Die ganze Situation mit der Auswahl aus 22 Models ist so konstruiert, dass ich sie nicht auf den Alltag übertragen will und den Bogen zur Stellung der Frau in der Gesellschaft schlagen. Es ist ein TV Märchen meist ohne Happy End. Es ist einfach eine Tünche Glamour auf sehr normalen Existenzen.

Oliver Sanne kam mir die ganze Sendung über so vor wie ein kleiner dicker Junge, dem man den Schlüssel für den Bonbonladen überlassen hat und der sich nun da austobt. Und das ist in zweierlei Hinsicht wahr – zum einen war Oliver Sanne nicht immer so schön, und er macht den Eindruck, er kann das immer noch nicht so recht fassen und nimmt mit, was er kriegen kann an medialem Ruhm und an der Bewunderung der Frauen. Er ist nicht so ausgebufft, wie es der Glatzenbachelor vor ihm war, er erzählt mit Begeisterung, er suche wahre Werte, pickt aber dann nur die wasserstoffgebleichten Playboybunnies raus, egal welchen Charakter die haben. Das macht ihn auf der einen Seite unsympathisch bei vielen Zuschauerinnen, ich finde so viel ehrliche (schwanzgesteuerte) Wahl irgendwie erfrischend.

Klar ist, das Playboybunny Sarah wird im nächsten Dschungelcamp zu sehen sein, Oliver Sanne wird beim Promiboxen mitmachen und ab jetzt werden die beiden einen festen Platz haben im Promi-Olymp der Republik. Wie die beiden anderen Finalistinnen abschneiden, keine Ahnung. Das kommt jetzt auf ein geschicktes Management an, Promidinner und Promishoppinqueen ist sicherlich drin, Dschungelcamp womöglich auch und jede Menge Galas und die Bambi-Verleihung.

Vom Unterhaltungsfaktor ist der “Bachelor” ziemlich weit vorne, aber ich denke, es wäre schlau, das nächste Mal einen Mann auszusuchen, der einen Hauch mehr zu sagen hat, ein paar Facetten mehr bieten kann als einfach nur schön und Mr. Germany zu sein und der für etwas mehr Drama sorgt. Und man sollte dem ganzen Liebesrummel mehr Raum geben, da geht noch was an Drama-Inszenierung. Ich fand die kurzen 1 Stunden Folgen definitiv einen Fehler. Zu kurz.

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Die fruchtlose Feminismusdebatte im TV

Gestern war wieder Genderpopender in der ARD bei “Hart aber fair”. Es war eine Diskussionsrunde aus der Hölle: die dauerbeleidigte Anne Wizorek, die postfeministische Sophia Thomalla,  die “Frauen sind doof”-Frau Birgit Kelle, der wandelnde Herrenwitz Kubicki und Frauenversteher Anton Hofreiter von den Grünen. Traumhaft. Nicht. Weil wieder alles durcheinandergeschmissen und geschrieen und gekeift wurde, dass danach garantiert nix bei rumkommt. Außer, dass wir uns solche Diskussionen echt schenken können.

Dabei wären sie notwendig. Denn natürlich ist es eine Sauerei, wenn Ärztinnen in einem Krankenhaus 15 Prozent weniger verdienen als Männer, klar gibt es eine Ungleichheit in vielen Bereichen. Und klar ist auch, dass wir Frauen dringend lernen müssen, unsere Rechte stärker einzufordern. Aber warum mixt man diese klaren Forderungen mit so wachsweichen wie “sexueller Belästigung”? Denn gerade eine so total subjektive Sache kann man nicht objektiv beurteilen. Wann und vor allem von wem sich eine Frau sexuell belästigt fühlt hängt nun mal extrem damit zusammen, ob ihr der “Belästiger” gefällt oder nicht. Der kleine, dicke Antänzer in der Disco ist eine Belästigung, der sexy Antänzer kann der Beginn einer rosa Wolke sein. Auch wenn beide das Gleiche machen, sagen und tun bedeutet das nicht, dass die Taten gleich beurteilt werden. Sagt Frau einmal, dass sie das stört, hat ein Mann das zu lassen. Danach ist es klar Belästigung. Aber einen “Angrabversuch” hat jeder Mann zu haben, weil er nicht wissen kann, ob er bei der Frau hop oder top ist.

Und dass wir Frauen Optik einsetzen, um uns Vorteile zu verschaffen, ist auch etwas, was in solchen Sendungen gern geleugnet wird. Aber es ist trotzdem richtig. Wenn eine Politikerin gut aussieht, sichert ihr das Vorteile gegenüber männlichen Mitbewerbern. Das ist einfach so. Wenn eine FPDlerin ihre Beine nicht zeigen wollte, würde sie keinen Rock anziehen oder sich als sexy Karate-Braut präsentieren. Nur: das macht sie nicht dümmer als Männer. Und es bedeutet nicht, dass sie nur an ihrem Aussehen gemessen werden will. Ich sage – die Frau, die das nutzt, ist schlau. Und wer wäre so blöd, freiwillig eine Waffe aus der Hand zu geben? Übrigens haben es auch gutaussehende Männer wesentlich leichter in Job etc.

Erst wenn Feministinnen wie Anne Wizorek zugeben, dass es auch sehr, sehr vorteilhaft sein kann, eine Frau zu sein, aber auch, wenn alte Reaktionäre wie Kubicki sehen, dass es immer noch große Ungleichbehandlung gibt, die es zu beseitigen gilt, dann kommen wir vielleicht an einen Punkt, an dem es sich lohnt, mit der Diskussion anzufangen.

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