Das Grauen in Dosen

20140409-092459.jpgVorweg: ich mag die Produkte von manufactum normalerweise sehr. Tolles Brot, tolle Kuchen, Käse etc von höchster Qualität. Ich mag auch Maultaschen gerne, zumal die süddeutsche Heimat weit weg ist. Und weil ich letztens Brot bei manufactum kaufen war, sah ich die schwäbischen Maultaschen in einer Dose an der Kasse stehen. Und hab sie mitgenommen. Für 6,20 Euro kein Schnäppchen.

Es war das Grauen. Sie riechen und schmecken penetrant nach Liebstöckel (aka Maggikraut) und durch die Aufbewahrung in Brühe hat die Nudelhülle eine grässliche matschige Konsistenz angenommen. Bäh. Es war wirklich schlimm. Das könnt ihr besser- bietet die Maultaschen gerne eingeschweißt an, aber macht keine kulinarischen Wasserleichen daraus.

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Marc Jacobs sucht Models via Twitter

Eine tolle Social Media Idee. Modegott Marc Jacobs castet seine Models nicht mehr bei einer Agentur sondern auf Twitter. Unter dem hashtag #castmemarc können sich bis 9. April alle, die sich berufen fühlen, mit einem Foto bewerben. Ich hoffe es machen ganz ganz viele mit. Hoffentlich nicht nur die klassischen Schönheiten, sondern Frauen, die älter sind, größer sind, dicker sind, bunter sind – eben einfach nicht im klassischen Schönheitsideal entsprechen. Nur wenn sich viel Buntes anbietet, kann bunt modeln. Und dann ist Marcs Mut gefragt. :)

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Frauen über Größe 42 sind peinliche Kundinnen – nur mit Burka in die Boutique?

Viele Reaktionen auf meinen Artikel über Übergrößen haben mich schockiert. Am meisten allerdings die Information einer ehemaligen Verkäuferin einer Münchner Luxus Boutique. Die erzählte mir nämlich, dass große Größen deswegen nicht geordert werden, weil die Besitzerin (selbst nicht die Allerdünnste) keine dicken Kundinnen in Ihrem Laden sehen wolle. Das würde die anderen, schlanken Kundinnen verschrecken. Denn ein Laden, in dem auch Kundinnen über Größe 42 verkehren ist einfach nicht jung, hip und cool genug – das Image würde leiden, wenn dicke Damen da etwas fänden. Selbst als Taschen- oder Schuhkundin gibt es ein leichtes Naserümpfen…. “Wir wurden angehalten, die Leute nicht so gut zu behandeln, die sollten nicht wiederkommen wollen.” Deswegen entscheidet man sich in dieser Münchner Boutique (und vermutlich in vielen anderen, das wurde mir bestätigt) bewusst dafür, diese Gruppe auszuklammern, damit die restliche Menschheit diesen Anblick nicht ertragen muss. Es gäbe ja Onlineshops…

Das gilt auch für Modelabels. Die Entscheidung für entgangenen Gewinn der Ü42 Käuferinnen wird bewusst in Kauf genommen. Dafür wird das Image hochgehalten – und Frauen mit Größe 44 aufwärts sind schlecht fürs Image. Das macht insofern Sinn, weil der Gewinn von Luxus-Marken selten über Mode erzielt wird, sondern über den Verkauf von Taschen, Schuhen, Kosmetika und Parfum.

Wir leben also in einer Welt, die bewusst diskriminiert und alle finden das okay. Wie oft lese ich “in dem Alter darf man keinen Bikini mehr tragen” ” ab dem und dem Gewicht sollte man vom Strand verbannt werden” – geht es noch? Was ist eine Bikinifigur? Warum muss ich da erst “hart für arbeiten?” Funfact: Ich hab eine Bikinifigur, ich hab nämlich oft Bikini an. Ach, darum geht es nicht? Sondern, dass ich im Bikini einen Anblick zu bieten habe, der die sexuellen Träume des es restlichen Freibads befriedigt. Es wird echt zeit, dass sich was ändert…

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Nicht Verzweifeln beim Pilotenstreik

20140402-170153.jpg Foto:Lufthansa Rund 425.000 Passagiere sind betroffen vom Streik der Piloten. Einer davon bin ich. Ich wollte eigentlich nach München zum Auswärts Schnitzel, mal wieder richtig lecker Schnitzel essen und mich mit meinen Freunden treffen. Und gleich noch ein paar berufliche Termine machen in München. Das geht jetzt nicht. Weil ich alle Termine verpassen würde und 5-6 Stunden Zug, äh, nein. Blöd, aber mei.

Denn die Lufthansa bemüht sich wirklich, die armen Passagiere nicht am Boden zu lassen. Die innerdeutschen Flüge können auf die Bahn wechseln, die anderen werden auf diverse Fluglinien umgebucht, soweit möglich. Im Ausland gibt es Hotels für hängengebliebene Urlauber. Eigentlich super.
Nur wo es hakt, ist das Info-Callcenter, bei dem ich seit zwei Tagen vergeblich anrufe. Warteschleife ist dort keine, sondern nur eine Männerstimme, die mir mitteilt, dass derzeit alle Leitungen besetzt sind. Das frustriert. Und ich hab es auch mitten in der Nacht probiert. “Wir kommen da an unsere Grenzen, natürlich haben wir die Callcenter maximal aufgestockt, aber es sind eben über 425.00 Passagiere, die alle Auskunft brauchen. Wir hoffen aber, dass der Ansturm nachlässt”, erklärt Martin Riecken von der Lufthansa Presse. Auf der Infoseite finden sich alle Informationen, die auch ständig aktualisiert werden. “Unbedingt vor der Fahrt zum Flughafen noch einmal draufschauen, das erspart womöglich Ärger” . Also lieber schauen, was man selbst machen kann. Nicht optimal, zumal die links in den Info-Emails nur auf Bahn oder Callcenter verweisen, nicht auf die Stornierung des Tickets.
Das geht nämlich auch: Wer den Flug bei Lufthansa gebucht hat (Tickets mit 220-) kann den Flug auch stornieren. Das hab ich jetzt gemacht. Schweren Herzens.

Für die Piloten fehlt mir allerdings jedes Verständnis und wenn mir demnächst einer mit seiner Uniform in der S-Bahn begegnet, dann wird er von mir was zu hören bekommen…

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Grüntee statt Kaffee

20140401-153407.jpg Es gibt ein paar Lokale in Frankfurt am Main, die ich so in München nie erlebt habe. Wirkliche multikulti. Eins davon, das Schönste von allen ist das Iimori, fast gegenüber des Römer. Dort, wo japanische und chinesische Reisegruppen ihre letzte Station haben und ihre letzten Euros ausgeben. Vielleicht hat so mancher von ihnen schon Sehnsucht nach daheim und kehrt in das wunderschöne, kleine Café ein. Es gibt dort eine wunderbare Melange aus europäischer und asiatischer Patisserie.

20140401-154002.jpg Benannt ist das Cafe nach seiner Besitzerin. Die Japanerin hat alles über europäische Backkunst gelernt und verbindet diese mit japanischen Geschmäckern und dem japanischen Sinn für Ästhetik.
Grüntee bildet dabei die auffallendste Färbung der Kuchen, es gibt Grünteerührkuchen, Grünteecremeschnitten und natürlich Grüntee Latte. Himbeer und Banane machen die Rührkuchenampel komplett. Wegen der Grüntee-Spezialitäten besuche ich das Iimori immer wieder gerne. Ins japanische Restaurant im ersten Stock hab ich es leider

nie geschafft. Ich habe mir immer wieder vorgenommen, aber keine Begleitung gefunden. Frankfurt isst Schnitzel.
So war ich ab und an im Cafe. Auf eine Grüntee Latte. Dazu Macarons oder pikant gefüllte gedämpfte Brötchen. Für Asiaten normal, für Europäer echt exotisch. Und alles sehr lecker.
Das Ambiente verströmt den Charme der 50er Jahre, Antiquitäten gemixt mit Flohmarkt – aber weit ab vom Hipster Interieur.

20140401-154906.jpg die Bedienungen tragen süße altmodische Schürzen und alle finden das sehr “kawaii”. Wer Frankfurt besucht, sollte nicht auf einen Besuch verzichten. Ein paar Meter weiter ist auch die Schirn und der schönste Schokoladenladen in der mainmetropole. Davon aber ein andermal…

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Die fettärmste Pizza ever

20140331-151116.jpg Ja, ich höre schon die Klagen: Pizza ohne Fett, das geht doch gar nicht! Wo bleiben unser geliebter Käse, unsere Salami oder der Schinken? Draußen bleiben die – und ich verspreche, dass kein bisschen Geschmack verloren geht.

Wie es geht? Einfach einen Pizzateig nach bewährtem Rezept zubereiten. Ofen vorheizen. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen, darin eine geraspelte Zucchini, eine fein gehackte Zwiebel, eine rote Paprikaschote und ein paar Pilze anbraten. Nicht zu wenig salzen, Pfeffern, Oregano und Rosmarin mit anbraten. Die Gemüse sollten aromatisch werden. ( im Frühling wäre junger Spinat und grüner Spargel geniale Zutaten)

Diese Mixtur auf den Teig geben, im Ofen bei etwa 200 Grad backen, bis der Rand schön braun ist und die fertige Gemüsepizza mit Piment d’Espelette würzen. (Ich gebe auch etwas Gomasio, einen Mix aus Sesam und Meersalz, drauf) Fertig. Ich verspreche, niemand wird das Fett vermissen. Ach ja, vegan ist das tolle Ding auch noch.

Guten Appetit

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Burgertown Düsseldorf

20140330-143240.jpg In Frankfurt waren meine Freunde heiß auf Schnitzel, hier in Düsseldorf ist der Edelburger das Food der Wahl, meist mit Süsskartoffel Pommes, und ich finde, ich habe in der Tat hier einige der besten Burger ever gegessen.

Als Bester ist mir das Whats Beef in Bahnhofsnähe in Erinnerung geblieben. Er ist nicht so leicht zu finden, er liegt gut versteckt zwischen japanischen Nudelsuppenläden, japanischen Bäckereien und japanischem Interiordesign. (Ja, wir befinden uns in Düsseldorfs Japanviertel) Whats Beef ist ein Laden mit exzellenten Burgern, selbstgemachtem Limonaden und einem coolen Ambiente. Es gibt auch Nachteile: das Lokal ist meist gut voll, man muss an der Theke bestellen und Kartenzahlung (weder EC noch Kredit) gibt es nicht. Und sie schreiben nicht alle Zutaten in die Karte, Ich musste meinen Burger zurückgehenlassen, weil automatisch Mayo drauf war und ich die nicht vertrage. Aber das wude anstandslos erledigt – kein Drama also.

Aber das Essen…großartig. Ich weiß nicht, wie die das machen, aber die Pommes sind dick und fluffig mit einer sagenhaft knusprigen Kruste. “Die besten Pommes in Düsseldorf”, meinte der freundliche und sehr gut aussehende Typ an der Kasse. Ich denke, er hat recht. Bei der Auswahl setzt man auf die Klassiker. Kein Chichi zum belegen, sondern bester Käse, Salami statt Bacon (für mich eklig, die anderen lieben das), saftiges, innen leicht rosa Rindfleisch. Topqualität. Der Burger, den Fastfoodläden versprechen, aber nie servieren. Mir hat er richtig, richtig gut geschmeckt. Lecker sind auch die hausgemachten Limonaden, die, noch so eine Düsseldorfer Eigenheit, in großen Einmachgläsern mir bunten Papierstrohhalmen serviert werden. Kannte ich vorher so nicht.

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Man sitzt kommunikativ an langen Holzbänken, die Wände sind rot gestrichen und alles in allem könnte der Laden auch in einem hippen Viertel in New York sein. Das Publikum ist jung und international, sehr freundlich. Die Preise liegen im mittleren Bereich, aber das Essen ist sein Geld wert. Wer nach dem Hamburger noch Platz hat: der Cheesecake im Töpfchen, gekrönt von einem Maccaron, ist sein Geld wert. Das knusprige Baiser und die säuerliche Füllung gehen mit dem cremigsüssen Kuchen eine originelle Verbindung ein.

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