Haderthauer-Nachfolge? Ich mach das gerne! Eine Bewerbung

Sehr geehrter Herr Seehofer,

hiermit möchte ich mich für die Nachfolge Ihrer Staatskanzleichefin Frau Haderthauer bewerben. Vielleicht sollten auch Sie einmal “Out of the Box” denken, was so einen Besetzung angeht. Die groben Voraussetzungen bringe ich mit: ich bin weiblich, stamme aus Oberbayern, da, wo es am oberbayerischten ist, aus Rosenheim, ich hab lange in München gelebt, in Sichtweite des Landtags und hab mir die für bayerische Politiker so wichtige bayerische Sprachfärbung auch hier im schönen NRW beibehalten. Ich kann durchaus ein Dirndl füllen, ich hab sogar in meiner Jugend als Dirndlmodel gearbeitet, einen Maßkrug fotogen halten sollte also kein Problem sein.

Als PR-Beraterin und ehemalige Journalistin in einem konservativen Blatt wie der tz weiß ich gut, worauf es ankommt, bei einer bierzelttauglichen Rede. Ich habe Erfahrung im Umgang mit der Presse, keine Skandale, keine Nacktfotos und auch keinen Mann mit skandalöser Vergangenheit. Und – jetzt kommt das Beste: ich bin politisch interessiert, ich bin Piratin und habe für diese Partei schon für den Bundestag kandidiert. Und das bedeutet: Shitstormerprobt, super im Umgang mit sozialen Medien, ich könnte Ihnen einiges erklären, wie Sie und ihre Ministerkollegen Ihre Twitter- und Facebookaccounts pflegen. Laptop und Lederhosen darf kein leeres Schlagwort mehr sein. Ich würde Ihnen den Rücken freihalten – schlimmer als in meiner eigenen Partei kann es unmöglich werden mit den Intrigen und Verleumdungen. Ich mag Bayern. Ich mag die Politik. Deswegen bin ich dort auch hingegangen, um mitzuhelfen, sie wieder attraktiver zu machen für weite Teile der Bevölkerung. Wie wichtig das ist, kann man ja sehen in Sachsen. da werden wir in Zukunft immer wieder Ärger bekommen, Sie auch in Bayern. Wäre doch dann gut, wen jemand wie ich da wäre.

Ich bringe tolle Kontakte in die bayerische Industrie und Gesellschaft mit, bin mit vielen Journalisten auf Du und Du und bin bereit, das auch für die CSU einzusetzen, weil es mir wichtiger ist, dass was gemacht wird als unbedingt von wem. Wie wäre es denn, wenn Sie das wirklich mal probieren mit der Bürgerbeteiligung? Ich weiß, es ist ein wichtiges Amt, aber schlimmer als meine Vorgängerin würde ich es nicht füllen. Im Gegenteil. Überlegen sie sich es, ob nicht mal jemand außerhalb der Partei für so etwas eignet, der sich nicht durch all die Intrigen hat nach oben boxen müssen? Ich würde auch in die CSU eintreten und bei der Frauenunion mitmachen, versprochen.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Hilger

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Vogue Fashion’s Night out in Düsseldorf – die Highlights

Handyhüllen von Neonneid - gibt es ekclusiv bei Jades

Handyhüllen von Neonneid – gibt es ekclusiv bei Jades

Am 5. September ist es wieder so weit und ein Luxusshopping der ganz besonderen Art steht an: die Vogue Fashion’s Night Out (FNO). Auf den Läden der Kö und Umgebung ist bis 24 Uhr geöffnet. Es wird mit Prosecco, Champagner und Häppchen an jeder Ecke gefeiert. Im Carschhaus und bei Cinque gibt es Live-Musik, bei Hogan und Fillipa K. legt ein DJ auf. Und viele Läden bieten ganz besondere Highlights, die es nur für diesen einen Abend gibt. COS, Bree oder van Laack gewähren 20 Prozent Preisnachlass.

Bei Chanel etwa streng limitierten Nagellack “Sweet Star” in dunklem Lila, den ich unbedingt haben muss. “Sweet Star”, 25 Euro, und dazu die drei Augenkonturenstifte “Sweet Star”, “Berry Lucky” und “Cocorange”, je 23 Euro in Düsseldorf, Königsallee 30.Und Christian Louboutin macht auch Nagellacke! Alle 31 Farben (je 45 Euro) der neuen Nagellack-Linie des Erfinders der roten Schuhsohlen haben in Düsseldorf bei  Apropos in der Benrather Straße 15 Premiere Ich fürchte, da wird es eng beim Handtaschennahkampf der Beautyblogger.
chanel_article_gallery_portraitJades läßt es richtig krachen: Neben den limited Editions, wie dem Shirt des deutschen Labels “Rosa von Schmaus”, präsentiert Jana Ina Zarrella exklusiv ihre Schmuck-Kollektion. Jades Kunden haben zudem die Möglichkeit, ihr iPhone individuell pimpen zu lassen. Das Hamburger Lifestyle-Label Neonneid designte eine Limited Edition und der deutsche Designer André Borchers wird  vor Ort sein, der gemeinsam mit Neonneid eine Designer-Linie entwarf und sie erstmalig zur FNO präsentieren wird.

Die bekannte Designerin Siggi Spiegelburg kuratiert ein gesamtes Megafenster im Lifestyle Concept Store Franzen auf der Kö und verwandelt eine 200 qm große Fläche in ein paradiesisches Künstleratelier für Inspiration und farbenfrohe Dekorationen. Hot Shop des Tages: eine eigens für Franzen entworfene und streng limitierte Special-Edition der beliebten Bangles-Armreifen mit Swarovski Steinen.

Bei Douglas (Königsallee 46)  können sich Kundinnen den eigenen Namen in den Lieblingsflakon von Dior gravieren lassen. Das mach ich nicht, ich kaufe mir lieber eine Häkeleule: Die Inhaberin von Dornröschen, dem schönen Blumenladen in den Schadowarkaden hat “Eulinchen” (15 Euro) gehäkelt, deren FNO-Erlöse dem Kinderhospiz Regenbogenland zugutekommen.

Wo seh ich euch? :)

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Düsseldorf, Konsum, Kosmetik, Mode

Warum dürfen runde Mangokundinnen nicht ins Geschäft?

mango VioletaMango hat jetzt auch eine Plussize-Marke bis Größe 52: Violeta by Mango. Das ist zum einen gut, weil die Preise nicht höher sind und so auch Plussize Frauen von der günstigen Mode profitieren können. (dass ich allgemein den Billigtrend nicht ganz so super finde, ist ja bekannt, lieber weniger, aber dafür was schönes, fair gefertigtes, aber nicht alle haben das Geld dazu). Es sind auch schöne Sachen, im typischen Mango-Stil, eher konservativer, bürotauglich, aber durchaus modisch-schick.

Was mir jedoch nicht so gut gefällt: Violeta gibt es nur online. Nicht in den Läden. Das ist ein ziemlich blöder Move, denn gerade in Plussizes ist es komplizierter, die richtige Größe zu finden. Weil wir ja eben nicht den Einheitskörper haben. Manchmal sieht ein Kleid enger, mal lockerer besser aus. Das bedeutet für die Kundin, sich alles in diversen Größen zuschicken lassen zu müssen und für den Laden, garantiert einen Haufen Retouren zu haben. Ist das durchdacht?

Wie schon von mir berichtet, gibt es ja durchaus den Wunsch der Läden, aus Coolnessgründen die Moppel aus dem Laden zu halten. Weil sie das Image ruinieren. Ist das bei Mango auch der Fall? Ich hoffe nicht. Ich befürchte, da hat nur wieder wer null mitgedacht und allen Beteiligten das Leben schwer gemacht.

Nachtrag: in München scheint das Label auch im Laden zu hängen, ist also ein NRW-Problem.

6 Kommentare

Eingeordnet unter Mode, Plussize

Die hässliche Kuh aus Düsseldorf oder: Männer waren schon immer so

AnneClevesAm Wochenende war Landesparteitag der Piraten in Kleve, da hab ich einigen Piraten die Geschichte der berühmtesten Tochter der Stadt, Anna von Kleve, erzählt. Und ich will sie euch auch nicht vorenthalten. Anna von Kleve wurde 1515 in Düsseldorf geboren, als Tochter des Herzogs von Kleve. Der und sein Sohn und Erbe waren Fans der neuen reformatorischen Bewegung, das Herzogtum lag strategisch wichtig mitten im Herzen Europas. Deswegen kam es in Betracht, als Heinrich VIII von England eine vierte Ehefrau suchte. Drei davon waren schon verschlissen, eine geschieden (und vielleicht vergiftet), eine geköpft, die Dritte im Kindbett dahingegangen. Heinrich war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr der Allerfrischeste, hatte ein offenes Geschwür am Bein und aufgrund des Bewegungsmangels war er extrem fett. Doch so ein Traummann konnte als König trotzdem noch wählerisch sein, deswegen schickte er seinen Hofmaler Holbein an die Höfe Europas, die in Frage kamen und liess die Prinzessinnen und Herzoginnen malen. Eigentlich gefiel ihm Christina von Dänemark am Besten, aber die wollte (oh Wunder) den berüchtigten König nicht. Die Anna von Cleve war zweite Wahl, ihr Portrait hat Heini gut gefallen. Ein etwas farbloses, rundes Gesichtchen mit müden Augen inmitten von prunkvollem rotem Samt und Goldschmuck. Mit 25 Jahren war sie zu dem Zeitpunkt nicht mehr die Allerjüngste und machte als Königin eigentlich eine Superpartie. Eigentlich. Für den Job vorbereitet war sie nicht, sie konnte weder English noch überhaupt lesen und schreiben. Sie spielte kein Instrument – das war damals eigentlich Standard bei adligen Damen.

Nun gut, die Ehe wurde ausgehandelt, die Braut verschickt….und die Enttäuschung war riesig. Anna sah ihrem Portrait nicht ähnlich, war – für damalige Zeit unschick – relativ braun von der Gesichtsfarbe her und war sehr schüchtern. Heinrich nannte sie eine “Kuh” und erklärte “ich mag sie nicht”. Der französische Botschafter Charles de Marillac beschrieb Anna als große, dünne Frau, die eher wie eine 30-Jährige wirke. Sie sei „… von mittlerer Schönheit, mit einem entschlossenen und resoluten Antlitz.” Vielleicht hätte sie uns heute gefallen.

Die Mode, die sie trug, war hinterwäldlerisch und unschick, Heinrich liebte die französische Mode des Valois-Hofes, die Anne Boleyn in England eingeführt hatte.Er schenkte seiner Verlobten diverse solche Outfits, die sie brav trug, aber das Missfallen war nicht mehr umkehrbar. Der Maler wurde in den Tower geworfen, Kanzler Cromwell, der die Heirat eingefädelt hatte und wohlweislich die Diskrepanz zwischen Bild und Person verschwiegen hatte, gleich hinterher. Egal, die Hochzeit musste durchgezogen werden, die verängstigte Braut und der wütende Bräutigam werden ein super Bild abgegeben haben. Vollzogen wurde die Ehe nie, sondern nach einem halben Jahr  geschieden und Anna durfte als freie, reiche Frau mit dem Titel “Schwester des Königs” in England leben, sie wird froh darum gewesen sein. Sie kannte ja die Gerüchte. Sie muss ein sehr netter Mensch gewesen sein, der ganze Hof und ihre drei Stiefkinder liebten sie. Alle außer Heinrich.

Der war in der tiefsten Midlifecrisis: Heinrich bändelte schon während des halben Jahres mit der doofen und sehr sexy 18jährigen Kathrin Howard an, die er gleich nach der Scheidung heiratete und die ihn gleich nach der Hochzeit mit dem doofen, aber sehr sexy Kammerherrn Thomas Culpepper betrog. Der war auch jung und ohne stinkendes Geschwür am Bein. Und diese 5. Frau liess dann Heinrich, tief enttäuscht, sofort köpfen. Anna von Kleve überlebte Heinrich, starb 1557 an einem Krebsleiden.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Düsseldorf, Kunst

Weil wir bei Musik-Comedy sind: Hier was von Fraktus und Spinal Tap

Es gibt ein Genre, das ich überdimensional toll finde: Mocktumetarys. Also Dokumentarfilme über Dinge, die es nie gegeben hat. Der Witz lebt davon, dass die Sachen zwar fiktiv sind, aber eben nur grade so haarscharf an der Realität vorbeischrammen. Man merkt den Filmen an, dass sie sind von Leuten geschrieben worden sind, die die wirkliche Szene enorm gut kennen und die nun alle erlebten Absurditäten in einem Film verarbeiten. In der Musik ist das bekannteste Mocktumentary “This is Spinal Tap” rund um die fiktiven Heavy Metal Band Spinal Tap. Die Band wird dabei auf einer immer glückloser verlaufenden Tour durch Amerika gefilmt.

This-Is-Spinal-Tap-006Sie streiten sich mit ihrer Plattenfirma über das sexistische Cover der neuen LP “Smell the glove”, mäkeln am Catering herum, müssen Begegnungen mit viel erfolgreicheren Kollegen meistern und natürlich – wir sehen die Bühnenauftritte, die auch nicht immer nach Plan verlaufen. Eigens für den Film wurden wunderbare Songs geschrieben, wie die “Rockoper” “Stonehenge”, das Liebeslied “Hellhole” und vieles mehr. Ich kann euch den Film nur ans Herz legen. This one goes up to eleven!

Nun hat mich mein Kumpel Andreas auf einen ähnlichen Film aufmerksam gemacht, “Fraktus”, ein Dokumentarfilm, der die Reunion der fiktiven Neue Deutsche Welle Band “Fraktus” zeigen soll. Die Band hatte sich aufgelöst, nachdem durch einen Kurzschluss im Theremin (!) die Halle Feuer fing. Der Film von 2012 ist großartig, nicht nur die Musik von “damals aus den 80ern” – die Songs sind perfekt imitiert und hätten, wären sie damals rausgekommen, gute Chancen gehabt, vorne in den Charts zu landen. Auch die doof-elitäre Haltung und die Outfits sind göttlich. “All die armen Menschen”ist ganz oben im Artikel verlinkt. Und wer die “Videos” von Fraktus sieht, fühlt sich den 80ern ganz, ganz nah. Aber auch das Genörgel und Gezänk, die verletzten Eitelkeiten und die peinlichen Interviews und der gefloppte Auftritt beim Festival, die ehemaligen “Stars”, die jetzt Optiker, gefrusteter Dance-DJ oder Hilfskraft im Internet-Cafe sind, geben präzise beobachtet wieder, was Musikredakteure manchmal so hinter den Kulissen erleben. Ich war ja damals bei dem völlig zerstrittenen Unheilsinterview von TicTacToe dabei und kann euch nur versichern, wir sassen komplett perplex im Saal und waren anfangs ziemlich sicher, dass gleich ein Typ von “Verstehen sie Spaß” aus den Kulissen springt. Erst als ein Bandmitglied heulend hinter die Mülltonnen flüchtete, und das geschockte Management hinterher, war uns klar, dass das gerade kein Witz war. So ähnlich geht es bei Fraktus zu. Extrem cool auch, dass die gesamte deutsche Musikszene mitmacht und den Einfluss der Band auf ihr musikalisches Schaffen schildert.

Wer Spaß an Musik hat, sollte sich beide Filme geben, diese DVD oder wo immer ihr sie herkriegt, sind Pflicht.

Hinterlasse einen Kommentar

30. August 2014 · 5:08 vormittags

Schöne Kleider für große Frauen: Triangle by S.Oliver

Große Frauen in meinem Bekanntenkreis jammern fast genauso wie die Plussizler: Arme zu kurz, Hosen immer Hochwasser, Taille irgendwo kurz unter der Achsel. Mit seinem Label Triangle will S.Oliver nun alle glücklich machen, die ein bisschen größer geraten sind. Und dabei geht es um breit wie hoch. Größe 42 bis 52 wird bedient. Es sind zum großen Teil Basics, gut geschnittene T-Shirts, Hosen, Blusen und diverse Acceessoires. Aber es gibt auch viel Modisches: Auf  dem Catwalk bei “Curvy is Sexy” habe ich viel von der Kollektion sehen dürfen und ich hätte alles mitnehmen wollen: Lässige Lederleggings oder sogar Haremshosen, transparente Röcke zu Lederjacken. Das hat wirklich nichts mehr mit Plussize Säcken zu tun, wie man sie sich vorstellt. Das kann jede von uns toll tragen, egal welchen Alters oder welcher Figur! Ich fühle mich mit Labels wie diesen nicht länger modisch benachteiligt. Wohlgemerkt: Ich selbst bin eine Größe 42, aber bei mir passen oft Busen und Po nicht gut in herkömmliche Label, keine Ahnung, wie das Kim Kardashian mit ihren Designerfummeln macht.

Die Preise liegen im mittleren Segment, Kleider um die 80-100 Euro, Shirts ab 40 Euro, aber es gibt eine gute Auswahl im Sale.

Aber der Hammer bei Triangle sind für mich die Kleider. Die sind wirklich Spitze. Ich habe mich schon auf der Messe in einige davon verliebt, unter anderem das schwarze Kleid mit dem weißen Blitz über die gesamte Vorderseite oder ein cremeweißes Jerseykleid mit Dreiviertelärmeln. Jetzt im Herbst/Winter sehe ich unglaublich schöne Satinkleider mit Musterprints, die ideal für festliche Anlässe passen – und die sehr figurbetont und sexy sind. Triangle ist ein Label, das ich euch ans Herz legen möchte – ich möchte schließlich, dass alle gut ausehen.

Nur einen Kritikpunkt habe ich: die Models im Katalog – die dürften echt ein paar Pfunde mehr haben, ich seh gerne (und andere Frauen auch), wie Sachen fallen, und die Models haben maximal Größe 40. Aber das ist tolerierbar, und schließlich wendet sich Triangle auch an größere Frauen – und die sind nicht zwangsläufig mollig.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Mode, Plussize

Quo Vadis Feminismus?

Würde mich wer fragen, würde ich sagen – ja klar bin ich Feministin. Ich kann nämlich deutlich erkennen, dass Frauen es in vielerlei Hinsicht schwerer haben in unserer Gesellschaft. Wenn es Leute gibt, die das anders sehen, das sei ihnen unbenommen – darüber will ich nicht diskutieren. Denn meine eigenen Erfahrungen (und die vieler Freundinnen)  sind die von gläsernen Decken, von Ungerechtigkeiten beim Lohn, von ganzen Branchen, in denen die Meinung einer Frau nicht so hoch gewertet wird wie die eines Mannes. Wenn wer sagt, das liegt an mir persönlich – gut, deine Meinung, aber Diskussion beendet. Da kommen wir nicht zusammen. Und ja, es gibt auch Ungerechtigkeiten für Männer, etwa beim Sorgerecht. Auch nicht gut. Dennoch macht ein Unrecht das andere nicht wieder wett. Wer so argumentiert, ist ebenso ignorant wie die andere Spezies, um die es in diesem Artikel geht.

Ich finde, es gibt viel zu tun in dieser Richtung und das sollten wir Frauen und Männer gemeinsam angehen. Insofern ist die jetzt besonders laute Form de Feminismus extrem kontraproduktiv, denn sie treibt Keile zwischen Männer und Frauen und zwischen Frauen und Frauen. Frauen, die sich dieser aggressiven Art Feminismus nicht anschliessen wollen. Wie ich. Frauen, die jede Ansprache als sexistisch und jede Diskussion als Angriff sehen – so kommen wir halt nicht weiter. Kritiker sind grundsätzlich nur Hater, die allein mit dem Label diskreditiert werden sollen. Absurderweise nicht nur bei Feminismusthemen. Jeder, der dieser Hardcorespecies auf irgendeinem Gebiet widerspricht, wird leicht zum “Hater” gestempelt. “Ich mag Vanilleeis.” “Ich nicht” “du Hater” – um es mal ganz überspitzt zu machen. Ich habe recht, weil ich eine Frau bin? – Äh, nein. Genauso wenig wie Männer Recht haben, weil sie Männer sind.

Dabei treten die Feministinnen (oder deren Gegenteil, die Maskulinisten) meist im Rudel auf, fallen im Rudel – schnell organisiert durch die sozialen Netzwerke – über ihre Kritiker her und verlangen dann sogar mal schnell ein Redeverbot, für alle, die nicht deren Meinung sind. Schwimmen ihnen die Felle davon, wird blitzschnell vom Angriff in eine weinerliche Opferhaltung geswitcht – und die ist dann wirklich nur noch abstoßend. Dann wird passiv-aggressiv der Account gelöscht (also für ein paar Tage stillgelegt) um den Beteiligten ein echt schlechtes Gewissen zu machen. Eine Haltung, die sonst nur in extrem antiquierten Rolllenklischees bedient wird “Zu Hülf! Zu Hülf! Ich werde bedroht!” Was natürlich Käse ist, weil eine Diskussion keine Bedrohung ist.

Ganz klar: ich trete dagegen an, dass Frauen benachteiligt werden – und Benachteiligungen gibt es genug. Dagegen müssen wir angehen – gemeinsam. Aber eine Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen zu einem Thema ist keine Diskriminierung. Bitte, macht mit so etwas Feminismus nicht kaputt.

11 Kommentare

Eingeordnet unter Piraten, Politik