Archiv der Kategorie: Piraten

Akzeptiert, dass es immer einen Weg gibt – oder: garantierte Sicherheit is nicht

Ich liebe diese Farbe

Alles verammeln, damit es garantiert sicher wird…

Menschen lieben Sicherheit. Sicherheit versprachen schon die Höhlen der Neanderthaler, die dicken Burgmauern des Mittelalters oder die dicken Bodyguards der Promis. Sicherheit wird auf allen Flughäfen beschworen, im Auto, überall. Es wird geheiratet, um die Liebe zu besiegeln und abzusichern.

Und doch – totale Sicherheit gibt es nicht. Nirgends. Neanderthaler wurden von Höhlenlöwen gefressen, Burgen erstürmt und Promis erschossen. Ehen werden wieder geschieden. Täglich gibt es Autounfälle und ab und an stürzt ein Flieger ab. Technisches Versagen oder Menschen, die unter Einsatz des eigenen Lebens so viel Schaden wie möglich anrichten wollen. Und das auch schaffen. Weil es immer einen Weg gibt, wenn man nur entschlossen und verzweifelt genug ist.

Das hat auch das Flugzeugunglück gezeigt. Hier wurden die Schutzmechanismen, die vor Verbrechen schützen sollen, genutzt, ein Verbrechen zu schützen*. Und wenn jetzt gefordert wird , im Cockpit müssen immer zwei sitzen, der Sicherheit willen – wer sagt denn, dass nicht ausgerechnet der, den man als zweite Person ins Cockpit lässt, nicht gerade der oder die ist, die schon den nächsten irren Plan verfolgt?
Deswegen – vergesst totale Sicherheit. Gibt es nicht. Wir sind nämlich Menschen, keine Roboter. Und auch Roboter haben mal einen Kurzschluss.

Und – wie sähe die denn das, die maximale Sicherheit? Von Geburt an in Watte gebettet, am besten die vertraute Umgebung nicht verlassen, so wenig Kontakt wie möglich mit anderen Menschen, Internet gefiltert oder am besten gar nicht, urlaub auch nicht (unsicher), immer einen Buzzer um den Hals, mit dem man Ordnungskräfte rufen kann, wenn sich ein Fremder in die vertraute Umgebung verirrt. Wäre das ein Leben? Eben. Zum Leben gehört Risiko dazu.

*ich geh jetzt mal von der offiziellen Version aus, Für Verschwörungstheorien gibt es andere Blogs.

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Das moralische Dilemma mit der AppleWatch 

 

applewatch-640x360Vorneweg: wer sagt “Firstworldproblems”, der hat natürlich vollkommen Recht und darf sich freuen und einen Keks nehmen. Aber ich bin seit gestern mit mir am Hadern: darf ich eigentlich eine AppleWatch kaufen? Weil: ich bin ja informiert.

  • Apple produziert nicht fair
  • Apple führt seine Steuern in Deutschland nicht korrekt ab
  • Die AppleWatch kann eine elektronische Fußfessel sein, die alle meine Daten an die Welt weiterreicht
  • Sie ist natürlich viel zu teuer

Weiß ich alles – und trotzdem…ich hätte gerne eine. Ich liebe Gadgets, und ich gehöre zu den altmodischen Menschen, die noch auf die Uhr schauen, wenn sie wissen wollen, wie spät es ist und nicht ihr Smartphone dazu rausholen. Mich nervt das sowieso, ist das Handy in der Tasche, dann bleibt es da – mit der Smartwatch hätte ich etwas sehr Praktisches am Handgelenk. Ob es wirklich ein Statussymbol ist, lasse ich mal dahingestellt- vermutlich outet man sich damit als Applefangirl-Trottel. Meine Piratenbekannten werden pausenlos über den Verlust der eigenen Daten dozieren und mich nerven…und ich könnte nur sagen: ja, ihr habt vermutlich recht, aber trotzdem…

Mich würde eure Meinung interessieren: ist es okay, Bescheid zu wissen und trotzdem so eine AppleWatch haben zu wollen?  Gibt es für Apple-Benutzer günstigere Alternativen? Gibt es etwas fair produziertes?

Nachtrag: ich hab jetzt gesehen, dass Apple für das Metallarmband 500 Euro mehr will. Sind die irre? Ein Edelstahlarmband für eine kostet maximal 100 Euro, aber doch nicht 500!!! Und eine Uhr mit Plastikarmband für 649 Euro?  (Ich dachte, dafür gibt es die Edelstahluhr – aber dafür gibt es nur Edelstahlgehäuse. Ne, nicht mit mir)

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Warum es die Piraten mehr denn je braucht

CC-BY_Marc_Janssen

Rise like aphoenix – wer die Piratenpartei jetzt schon abschreibt, wird sich noch wundern CC-BY_Marc_Janssen

Ja, die letzten Wahlergebnisse waren ein Desaster. Es gab prominente Gesichter, die die Partei verlassen haben. Wir haben uns wie wild und völlig unprofessionell gestritten. Aber das lag auch daran, dass wir selbst vergessen haben, wofür wir eigentlich stehen. Mit den Neuzugangswellen kamen Themen wie “Feminismus” oder “Antideutsch” dazu, der Partei wurden Diskussionen aufgezwungen, die keiner so richtig führen wollte, auch, weil niemand so genau wusste, warum wir all diese Punkte so extrem betonen sollten – denn sie waren ja längt da.

Denn der Markenkern der Piraten war und ist – ein Lebensentwurf einer freien, bunten Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der Mann und Frau gleichberechtigt sind, in der Menschen alles Altersklassen, aller Ethnien und  Herkunftsländer willkommen sind. Eine Gesellschaft, die nicht überwacht wird, die frei ist und sich frei entfalten kann. In der Bildung für alle da ist und die jetzt schon plant, die Zukunft mit all ihren Herausforderungen zu meistern. Eine Utopie? Sicher. Aber eine realisierbare, mit dem Netz möglich gewordene Utopie. Das Netz war immer wichtig, weil es alles verband und neue Wege eröffnete, zu kommunizieren, kreativ zu werden. Dass gerade diese Wege verschlossen werden sollten, trieb uns auf die Barrikaden. Doch das Netz ist ja kein Selbstzweck – dahinter stand immer die Vision.

Und diese Vision ist jetzt mehr bedroht als je. AfD und CDU/CSU wollen die Volte zurück in die 50er Jahre, mit Spießertum und dem Ausgrenzen Fremder und dem Verdammen anderer Lebensentwürfe als dem der klassischen Familie. Das braune Gedankengut taucht wieder hoch. Queer wird wieder tabu. Die Regierung fördert den Breitbandausbau nicht und Deutschland verkommt zum digitalen Drittweltland, emsig überwacht und gegängelt. Soziale Erungenschaften werden über Bord geschmissen – auch mit Hilfe der SPD – wir haben den größten Billiglohnsektor in Europa und keine Ideen, wenn das Modell Vollbeschäftigung ausgedient hat. Umweltschutz wird den Interessen der Wirtschaft untergeordnet und die Grünen würden gerne alles verbieten, vom Dirndl bis zur Glühbirne. Es braucht uns, mehr denn je.

Was de Piraten am Anfang so sympathisch und so wählbar machte, war die bunte Mischung, die jeden und jede willkommen hieß, viele Menschen fanden hier etwas, was sie woanders gesucht hatten: Akzeptanz. Unser größter Fehler war, diesen Fakt nicht als Plus zu begreifen, sondern als Malus. Denn es kamen immer mehr, die uns professionalisieren wollten, die aalglatt das taten, was andere Politiker auch schon taten: geschliffen in Talkshows reden und bei nächstbester Gelegenheit heimlich die Freundin einstellen. Woanders professionalisierten wir uns nicht. Politische Unerfahrenheit plus politische Skandale ist eine fatale Mischung. Ja, wir müssen uns professionalisieren, unsere Ideen besser kommunizieren, Kompromisse zulassen, Führung zulassen. Aber vor allem dürfen wir nie wieder zulassen, dass unser bunter, inkludierender Markenkern in Frage gestellt wird. Dafür ist die Chance jetzt größer als jemals zuvor. Nehmen wir sie wahr.

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Quo Vadis Feminismus?

Würde mich wer fragen, würde ich sagen – ja klar bin ich Feministin. Ich kann nämlich deutlich erkennen, dass Frauen es in vielerlei Hinsicht schwerer haben in unserer Gesellschaft. Wenn es Leute gibt, die das anders sehen, das sei ihnen unbenommen – darüber will ich nicht diskutieren. Denn meine eigenen Erfahrungen (und die vieler Freundinnen)  sind die von gläsernen Decken, von Ungerechtigkeiten beim Lohn, von ganzen Branchen, in denen die Meinung einer Frau nicht so hoch gewertet wird wie die eines Mannes. Wenn wer sagt, das liegt an mir persönlich – gut, deine Meinung, aber Diskussion beendet. Da kommen wir nicht zusammen. Und ja, es gibt auch Ungerechtigkeiten für Männer, etwa beim Sorgerecht. Auch nicht gut. Dennoch macht ein Unrecht das andere nicht wieder wett. Wer so argumentiert, ist ebenso ignorant wie die andere Spezies, um die es in diesem Artikel geht.

Ich finde, es gibt viel zu tun in dieser Richtung und das sollten wir Frauen und Männer gemeinsam angehen. Insofern ist die jetzt besonders laute Form de Feminismus extrem kontraproduktiv, denn sie treibt Keile zwischen Männer und Frauen und zwischen Frauen und Frauen. Frauen, die sich dieser aggressiven Art Feminismus nicht anschliessen wollen. Wie ich. Frauen, die jede Ansprache als sexistisch und jede Diskussion als Angriff sehen – so kommen wir halt nicht weiter. Kritiker sind grundsätzlich nur Hater, die allein mit dem Label diskreditiert werden sollen. Absurderweise nicht nur bei Feminismusthemen. Jeder, der dieser Hardcorespecies auf irgendeinem Gebiet widerspricht, wird leicht zum “Hater” gestempelt. “Ich mag Vanilleeis.” “Ich nicht” “du Hater” – um es mal ganz überspitzt zu machen. Ich habe recht, weil ich eine Frau bin? – Äh, nein. Genauso wenig wie Männer Recht haben, weil sie Männer sind.

Dabei treten die Feministinnen (oder deren Gegenteil, die Maskulinisten) meist im Rudel auf, fallen im Rudel – schnell organisiert durch die sozialen Netzwerke – über ihre Kritiker her und verlangen dann sogar mal schnell ein Redeverbot, für alle, die nicht deren Meinung sind. Schwimmen ihnen die Felle davon, wird blitzschnell vom Angriff in eine weinerliche Opferhaltung geswitcht – und die ist dann wirklich nur noch abstoßend. Dann wird passiv-aggressiv der Account gelöscht (also für ein paar Tage stillgelegt) um den Beteiligten ein echt schlechtes Gewissen zu machen. Eine Haltung, die sonst nur in extrem antiquierten Rolllenklischees bedient wird “Zu Hülf! Zu Hülf! Ich werde bedroht!” Was natürlich Käse ist, weil eine Diskussion keine Bedrohung ist.

Ganz klar: ich trete dagegen an, dass Frauen benachteiligt werden – und Benachteiligungen gibt es genug. Dagegen müssen wir angehen – gemeinsam. Aber eine Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen zu einem Thema ist keine Diskriminierung. Bitte, macht mit so etwas Feminismus nicht kaputt.

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Coole Mode ab Größe 42 – Junarose

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Ich hab ja versprochen, euch besonders schöne Plussize Label vorzustellen, es kam jetzt einiges dazwischen, aber nun geht es los. Und zwar mit Junarose. Das Label ist mir auf der “Curvy is Sexy” Modewoche sehr angenehm aufgefallen. Es bietet nämlich alles, was ein Plussize Label bieten soll. Modische, keineswegs altbackene Schnitte, sehr coole, durchaus auch sexy Kleidung und das von Größe 42 bis 54. Da dürften die meisten Plussizler glücklich werden damit. Und – sie zeigen die Mode nicht an dünnen Models, sondern mit ihren hübschen, aber kurvigen Mädchen sieht Frau, wie das alles fällt und aussieht, wenn man Busen, Po, Bauch und Hüfte drin verpacken soll. Die Sachen sind sehr schmeicheld geschnitten, nicht zu eng, aber auch nicht zu weit. Fabelhaft. Preislich liegen sie im unteren Mittelfeld, Cardigans gibt es ab 30 Euro, Kleider um die 40 Euro, Jeans und andere Hosen ab 50 Euro aufwärts. Faire Preise also, ohne Plus für Plusgrößen.

260114_JUNAROSE_CAMPAIGN_SHOT_05_0775Im kommenden Herbst/Winter wird das gesamte Angebot von Grautönen dominiert, mit einigen Farbtupfern in Rot, was mir persönlich entgegenkommt. Ich bin kein Bunt-Fan, meine Garderobe beschränkt sich auf Grau-Weiß-Blau und Schwarz. Jedenfalls im Winter, im Sommer werd ich dann doch etwas bunter. Es gibt zwei, drei Teile, die mir ganz besonders gut gefallen: Ein langer, getigerter Strickcardigan , Das rot-schwarze Karohemd, das jede Frau diesen Winter einfach braucht und das den Grungetrend wunderbar in Plussize umsetzt und eine puschelige Felljacke, bei der die meisten Leute glauben würden, sie wäre nichts für Plussizler, weil man damit aussieht wie eine dicke Hummel. Doch das Gegenteil ist wahr. Mit so einem Hingucker zeigt man Selbstbewußtsein (wichtig) und die Jacke schmeichelt (noch wichtiger).
Ich kann so ein Teil nur jeder Frau empfehlen, egal welche Größe. Ich finde, wir alle kleiden uns viel zu unauffällig. Das haben wir gar nicht nötig. Junarose adressiert zwar eine Zielgruppe bis 35, ich würde aber sagen, dass die schönen und tragbaren Modelle auch für Frauen bis jenseits der 50 gut zu tragen sind – jeder darf, was er will.

Anmerkung: wie jeder Beitrag dieses Blogs ist auch dieser Artikel entstanden, ohne das Geld geflossen ist. Es ist meine persönliche Meinung

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Ich will die Scumbar aus Monkey Island in Lego – bitte alle mitmachen!

Die Scumbar aus Monkey Island - so kultig

Die Scumbar aus Monkey Island – so kultig

Das Spiel ist Kult, nicht nur bei uns Piraten: Monkey Island. Die Abenteuer von Guybrush Threepwood, der die Gouverneurin aus den Händen des bösen Piraten LeChuck befreien muss, ist auch nach 25! Jahren noch unvergessen – und wird immer noch gespielt, auch in der böse verpixelten Version von annodunnemal. Das Ding ist so Kult, dass es immer noch viele Leute gibt (mich inclusive), die dinge wie die “Scumbar” aus Lego gebaut, unbedingt haben müssen. Damit das zustande kommt, braucht es Supporter. Bitte hier entlang und unbedingt mitzeichnen! Und vielleicht gibt es dann auch irgendwann einen dreiköpfigen Affen aus Lego…

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Ist unser Rechtsempfinden 75 Millionen Euro wert?

Ja, man kann sagen, die Staatsanwaltschaft in München hat alles richtig gemacht: kein teurer Gefängnisaufenthalt bei Bernie Ecclestone, stattdessen einige Millionen mehr in der Staatskasse. Aber darf man sich das wirklich so einfach machen? Denn so ein Urteil kostet auch etwas. Nämlich den Glauben der Bevölkerung an den Rechtsstaat. Wenn man mit Geld alles regeln kann, dann war ja auch die Bestechung vorweg, um die das Verfahren ja ging, eigentlich völlig okay, oder? Man zahlt, man bekommt, was man sich wünscht. Ein beendetes Verfahren, die Rechte an einer Sportart, egal. Läuft. Und gilt das dann im Kleinen auch? Zahlen für die Baugenehmigung, wenn Bestechung auffliegt, nochmal was zahlen und gut ist es?

Es heißt immer, eine Strafe sei nicht Strafe allein, sondern solle dem Täter ermöglichen, einzusehen, was er falsch gemacht hat und sich zu bessern. Reue ist etwas, was auch mit hineinspielt. Ecclestone war weder reuig noch hat ihm die Strafe vor Augen geführt, dass er etwas falsch gemacht hat. im Gegenteil. Ich finde, dieser Prozessdeal mag legal sein, aber er ist ein fatales Signal in einer Welt, in der viele glauben, alles sei mit Geld zu regen und Geld stehe über den Dingen. Ich würde mir eine Justiz wünschen, die denen zeigt, das Gegenteil ist wahr.

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