Archiv der Kategorie: Konsum

Wir sperren die Liebe weg!

"© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)"

“© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)”

Jeden Morgen sehe ich sie. Zu Tausenden hängen sie an der Hohenzollern-Brücke vor dem Kölner Hauptbahnhof. Verdunkeln die Aussicht. Liebesschlösser. Ich glaube, jedes zweite Paar von Köln hat sich da verewigt, so viele sind es Über 155.000  ... “Janine & David” “Marion & Peter” … und, denn Liebe und Liebessschlösser kennen keine Nationen “Mesut & Ebru” “Francois & Adelaide” “Jin & Cho” – die Schlüssel zu den Schlössern werden in den Rhein geschmissen. Weil, wird das Schloß entfernt, veschwindet auch die Liebe. Ich frag mich immer: Warum? Warum hängt man Schlösser an Brücken, um seine Liebe zu dokumentieren? Wo kommt dieser Brauch eigentlich her? Weil: Ich finde das Symbol nicht schön. Ein Schloß ist für mich ein Symbol der Gefangenschaft, ein Zeichen, dass man weggesperrt ist und nicht mehr rauskommt. Ist es Liebe, dann bleibe ich freiwillig. Ohne das ein Mann mich wegschliessen müßte. Ein Schloß ist Zwang und Nötigung.  Und eine Bahnhofsbrücke ist auch kein so romantischer Ort, dass ich mich dort verewigen müßte, auch wenn der Blick auf den Rhein und auf den Dom natürlich toll ist. Trotzdem. Es gibt sogar ein eigenes Blog dazu. Oder jede Menge Seiten, bei denen Paare ihr graviertes Schloß ordern können. Der Postillon hat den blöden Brauch persifliert.

Der Brauch stammt wohl ursprünglich aus Italien, dort hingen Studenten Schlösser zum Uniabschluss auf, um zu zeigen, dass ein Lebensabschnittt “abgeschlossen” war. Die Schlösser als Liebeserklärung haben sich aber erst seit 2006 rasend verbreitet, dem Internet sei Dank (?). Eine uralte, romantische Tradition, wie viele glauben und es die Händler der Schlösser weismachen wollen, ist es also nicht. Im Gegenteil. Es ist wie mit Oktoberfest, etc – alles wird zum Massenphänomen, jeder muss jeden Scheiss mitmachen – in dem Fall eben, ein Schloß an eine Brücke zu hängen. Origineller Liebesbeweis geht anders. Aber es soll Partner geben, die ernsthaft beleidigt sind, wenn der andere nicht so ein Schloss besorgt.

Die Pariser, ähnlich gestraft wie die Kölner, wollen ihre Schlösser loswerden, denn die Brücken brechen fast unter dem zusätzlichen Gewicht von bis zu 700.000 Schlössern. In der Stadt der Liebe ist natürlich der Brauch ganz besonders beliebt und dort sind es vor allem die Touristen aus den USA und Fernost, die glauben, einem einheimischen Brauch zu fröhnen. Aber sorry, ihr liegt falsch und es ist peinlich. lasst euch doch bitte was Neues einfallen.

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Auf einen Kaffee mit Katze

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In Japan sind die Wohnungen oft zu klein, um Haustiere zu halten, die größer als ein Hamster sind. Was aber, wenn jemand Katzen liebt? Und wer liebt keine Katzen? Auch in Japan. Dort sind Katzen “kawaii” – niedlich. Alle lieben sie. Und die Japaner sitzen gern gemeinsam in Cafés. Und deswegen kamen clevere Geschäftsleute auf die Idee, Café und Katzen zu kombinieren. Katzencafes. Dort kann man – wenig tierfreundlich – eine Katze bestellen, die dann dem Kunden zur Verfügung zu stehen hat, ob sie nun gestreichelt werden will oder nicht. Keine Ahnung, wie die Japaner das machen. Vielleicht geben sie den Katzen Beruhigungsmittel, ich kenne nur Katzen, die einem was “erzählen” würden, wenn man sie zu einer Wohltat zwingt.

IMG_1957Hier in Deutschland machen Katzencafes Schule. Allerdings in der Katzen-freundlichen Variante, bei der die Katzen nicht gezwungen sind, sondern freiwillig kommen. Oder auch nicht. Hochheben auf den Schoss etc darf man auf alle Fälle nicht – das finde ich gut. Ich war jetzt als großer Katzenfan im Cafe Schnurrke in Köln, einem der ersten Katzencafes in Deutschland. Es war wirklich , wirklich nett und hat mir viel Freude bereitet. Meine Freunde haben sich zwar kaputtgelacht, dass ich auf allen Vieren mit den Katzen im Cafe gespielt habe, aber das machen dort alle. Naja fast.

IMG_1960Das Cafe hat einen leicht asiatischen Einschlag, es ist japanisch karg, aber gemütlich eingerichtet, die paar Plüschsessel werden von den Katzen liebevoll “nachgestylt” und bearbeitet. Stört hier niemanden. Das Essensangebot ist klein, aber fein. Und – katzenfreundlich  – vegetarisch. Belegte, gegrillte Sandwiches, Kuchen wie Zitronentarte, Karottenkuchen, Schokoladentorte. Alles hervorragend. Am Wochenende kann man für 7,90 euro ein kleines Frühstück ordern. Da würde ich mir ein wenig mehr Auswahl wünschen. Vegetarische Aufstriche, mehr Brotsorten, Eiervarianten … sowas halt. Ich mag nämlich keinen Käse – und nur davon gibt es reichlich. Ich werde das nächste Mal eben ein Stück Kuchen nehmen.

IMG_1953Die Katzen, vier an der Zahl, kamen zwar ihren Gastgeberpflichten nach, aber gaben nur kurze Gastspiele – es war einer der ersten sonnigen Tage und sie saßen lieber in ihrem Freigehege im Hof in der Sonne. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Denn damit die Katzen ihre Ruhe haben, gibt es einen Extraraum und auch einen Innenhof, zu dem die Gäste keinen Zutritt haben. Aber sie kamen gnädig immer mal wieder vorbei und liessen mit sich spielen. An den Wänden hängt jede Menge Katzenspielzeug, das (sehr nette) Personal gibt Tipps, was die Katzen mögen “zusammengeknüllte Papierbällchen herumschnipsen” und so hat man viel Spaß bei der Interaktion.

Das Schnurrke liegt in Gehnähe des Kölnerhauptbahnhofs in der Ritterstrasse 27 im Eigelsteinviertel. Geöffnet ist es Dienstag bis Sonntag von 11-19 Uhr, Tel 0221-84 61 79 80

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Warum bei Wearables die Techies nicht mitspielen werden

Ein smartes Armband von Swarovski

Ein smartes Armband von Swarovski

In der Tech-Szene hört man es häufiger “also ich kann mir nicht vorstellen, dass das Geschäft mit Wearables funktioniert. Ich kenne total wenige Leute, die sowas haben wollen. Eigentlich niemand.” Stimmt. In der Tech-Bubble ist auch die Apple Watch nur mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen worden. “Zu wenig Akku” “Datenklau” “Zu viel Funktionen” “Zu wenig Funktionen” “Viel zu teuer”. Und ich denke mir. Ja und? Bei Wearables wird eine andere Zielgruppe kaufen, bei denen solche Dinge bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielen, wenn überhaupt eine. Die Wearables wie Smartwatches, Funktionsschmuck, Sportarmbänder, intelligente Bekleidung zielt auf die Modebegeisterten. Auf die Selbstoptimierer. Auf die, die Statussymbole wollen. Apple macht mal wieder alles richtig und platziert ganzseitige Anzeigen nicht bei Chip, sondern bei der Vogue. Dort wirbt der Konzern für die 11.000 Euro Gold Edition – und das ist in diesem Kosmos kein so hoher Preis. Schliesslich sind da auch Menschen gewillt, 7.000 Euro für eine Hermes Handtasche auszugeben oder 78.000 Euro für eine aus Krokoleder. Da kosten Bulgari Colliers schon mal eine halbe Million. Apple ist ins Bling Bling Lager gewechselt und die Tech-Unternehmen, die schlau sind, sausen mit ihren Wearables hinterher.

Bildschirmfoto 2015-03-12 um 13.40.43Die Sachen müssen nicht auf der Mobile World vorgestellt werden, sondern auf der Fashion Week. Es müssen die Leserinnen von Instyle gewonnen werden, nicht die Chip-Leser. Dementsprechend sollten auch die Apps sein. Nicht an den praktisch orientierten Techkäufer denken, sondern an Modeleute. Die wollen Dinge wie den Herzschlag des Freunds spüren. Kleine, selbstgemalte Bilder verschicken. Da rümpft der Android-Nerd die Nase, für jemand mit einer Apple Watch ist sowas essentiell. Bis jetzt haben mich Smartwatches kalt gelassen – bei Apple Watch hab ich zum ersten Mal darüber nachgedacht. Nicht weil ich Apple Fangirl bin (bin ich nicht), sondern weil da irgendwelche unnützen Bedürfnisse angesprochen worden sind.

Die blinkenden Armbänder von Swarovski, die schlauen Ringe von Ring.ly - die zielen auf die richtige Zielgruppe. Da geht der Weg hin, und wenn das Pebble oder Samsung kapieren, steht ihnen dieser Massenmarkt offen. Mir machen Wearables total Spaß – Datenklau hin, Akku her.

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Das moralische Dilemma mit der AppleWatch 

 

applewatch-640x360Vorneweg: wer sagt “Firstworldproblems”, der hat natürlich vollkommen Recht und darf sich freuen und einen Keks nehmen. Aber ich bin seit gestern mit mir am Hadern: darf ich eigentlich eine AppleWatch kaufen? Weil: ich bin ja informiert.

  • Apple produziert nicht fair
  • Apple führt seine Steuern in Deutschland nicht korrekt ab
  • Die AppleWatch kann eine elektronische Fußfessel sein, die alle meine Daten an die Welt weiterreicht
  • Sie ist natürlich viel zu teuer

Weiß ich alles – und trotzdem…ich hätte gerne eine. Ich liebe Gadgets, und ich gehöre zu den altmodischen Menschen, die noch auf die Uhr schauen, wenn sie wissen wollen, wie spät es ist und nicht ihr Smartphone dazu rausholen. Mich nervt das sowieso, ist das Handy in der Tasche, dann bleibt es da – mit der Smartwatch hätte ich etwas sehr Praktisches am Handgelenk. Ob es wirklich ein Statussymbol ist, lasse ich mal dahingestellt- vermutlich outet man sich damit als Applefangirl-Trottel. Meine Piratenbekannten werden pausenlos über den Verlust der eigenen Daten dozieren und mich nerven…und ich könnte nur sagen: ja, ihr habt vermutlich recht, aber trotzdem…

Mich würde eure Meinung interessieren: ist es okay, Bescheid zu wissen und trotzdem so eine AppleWatch haben zu wollen?  Gibt es für Apple-Benutzer günstigere Alternativen? Gibt es etwas fair produziertes?

Nachtrag: ich hab jetzt gesehen, dass Apple für das Metallarmband 500 Euro mehr will. Sind die irre? Ein Edelstahlarmband für eine kostet maximal 100 Euro, aber doch nicht 500!!! Und eine Uhr mit Plastikarmband für 649 Euro?  (Ich dachte, dafür gibt es die Edelstahluhr – aber dafür gibt es nur Edelstahlgehäuse. Ne, nicht mit mir)

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Warum machen wir Frauen uns selbst so klein?

Vorneweg: ich mag die Objektifizierung gar nicht, die Frauen in den Medien erfahren. Reduziert auf Titten und Po, reine Anstarrobjekte. Ich hab dagegen geschrieben und geschrieben und geschrieben. Symbolisiert im Bild-Girl,  der täglichen Rubbelvorlage. Ich habe auch ein T-Shirt mit “no more Page Three” aus England.

Insofern finde ich eine Aktion gut, die sich dafür einsetzt, dass Frauen in den Medien als mehr präsentiert  werden als nur als Objekt. (Dass manche Frauen sich selbst so reduzieren und gerne, steht auf einem anderen Blatt). Jetzt gibt es auf Twitter eine Aktion #mehralsmeinkoerper – Frauen schreiben auf ein Plakat, dass sie mehr können. Und hier fängt mein massives Problem mit der Aktion an. Oder nicht mit der Aktion, sondern mit den Frauen, die mitmachen. Denn was steht auf vielen dieser Plakate? “Ich bin Erdnussbutterspezialistin” “ich setzte mich für Frauenrechte ein und kann toll Pasta kochen” “ich arbeite Vollzeit und schmeiße den Haushalt” “ich kann  singen und nähen” “ich studiere” “ich bin Mama und liebe Schoko” diese Schilder – selbstgeschrieben oder ab und an in Comic Sans – offenbaren das gesamte Dilemma des Feminismus. Auf eine coole Aussage “ich spreche 5 Sprachen” kommen vier Schildchen, auf denen sich Frauen zwar nicht auf ihren Körper, sondern auf viel KleinKlein reduzieren lassen.

Was würde da bei Männern stehen? “Ich bin Manager und leite die Kommunikationsabteilung” “ich berate erfolgreich internationale Firmen bei ihren Social Media Aktivitäten” “ich habe ein Unternehmen mit 5 Angestellten gegründet” “ich bin Stadtrat” “mein Blog hat 10000 Leser am Tag” ich bin geneigt, der These zuzustimmen, dass die Frauen nicht reduziert werden, sondern das schön selbst übernehmen. Bloß nicht zu dick auftragen, immer lieb und bescheiden das Licht unter den Scheffel stellen.

So wird das aber nix mit dem Ernstnehmen. Wir reduzieren uns selbst :( ich weiß nicht, wie das zu ändern wäre. Die Medien tun nix dazu, unser Selbstbewusstsein zu stärken. Die zeigen nur, dass wir die perfekte Hülle sein müssen, schlank und schön und sexy, und erst wenn das erfüllt ist, dürfen wir uns Wissenschaft, Politik und Karriere widmen. Wenns denn sein muss. Besser, wir machen frauliche Sachen, wie nähen und kochen und Mama sein und ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen führen. Und hier sind wir wieder am Anfang.

Nachtrag: ich hätte mir wirklich mal eine Diskussion darüber gewünscht – aber die Initiatorinnen der Aktion reagieren nur beleidigt “Ihre Abwertung ist inakzeptabel und es scheint, als sei Ihre ‘Recherche’ der Bilder lückenhaft.” Tja – dann halt nicht. Und wieder eine Chance vergeben…

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Die erleuchtete Handtasche

Foto: SOI Taschenlicht - Damit geht den Frauen jetzt ein Licht auf!

Foto: SOI Taschenlicht – Damit geht den Frauen jetzt ein Licht auf!

Wer hat sowas eigentlich berechnet? Aber was mich anbelangt, ist es vermutlich noch viel länger: Durchschnittlich 76 Tage ihres Leben ist eine Frau damit beschäftigt, in ihrer Handtasche zu wühlen und Zeug zu suchen. Vor der Haustüre, in der Kneipe, auf dem Rücksitz den Taxis – immer gibt es was zu suchen. Aber jetzt geht uns Frauen ein Licht auf: Damit Schlüssel, Lippenstift und Handy immer griffbereit sind, wurde das praktische Taschenlicht SOI entwickelt. soiDurch Annäherung oder leichte Berührung der Hand leuchtet SOI auf und bringt Licht ins Dunkel. Wie sagte schon Bruce Darnell: Die Handetasche musse erleuchtet sein” (oder so ähnlich) Dabei ist SOI so klein, schmal und leicht, dass es in jede Handtasche passt. Dann muss man nur noch danach suchen : ) Das n Deutschland gefertigte Licht hat ein zeitloses und elegantes Design.

Doch SOI ist nicht nur in der Handtasche nützlich! Jeder, der viel unterwegs ist, wird dieses Problem kennen: In der ungewohnten Umgebung findet sich nachts nicht immer sofort der Lichtschalter. Dieses Problems hat sich SOI angenommen und das Licht weiterentwickelt. Dank des SOI Base-Rings lässt sich SOI ganz einfach auf dem Nachttisch platzieren und dient damit sofort als greifbare Lichtquelle. Der Ring sorgt für sicheren Stand ohne Rutschen und komfortables Platzieren selbst auf leichten Schrägen. Ich finde das Teil, das 25 Euro kostet, sehr nützlich und werde es mir zulegen.

 

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Ich fahre mal wieder auf die CeBIT

Früher war die CeBIT eine Pflichtveranstaltung, die echt jeder aus der Branche mitmachen musste. Und wollte. Es gab gigantische Stände, irre Messeparties, da war die ganz große Kohle am Start. Heerscharen von Menschen strömten durch die Hallen, nur um Goodies abzugreifen.Ich erinnere mich noch an die Messeparty eines chinesischen Herstellers mit Buffet. Die Mitarbeiter aus dem Reich der Mitte waren weder mit dem hiesigen Essen noch mit dem Konzept Buffet vertraut und luden sich wahllos Dinge auf ihre Teller, zum Schluss landete dann immer die Vanillesauce vom Dessert über dem Schweinebraten oder die rote Grütze verfeinerte den Leberkäse. Ich habe viel gelacht an dem Abend. Dieses Jahr ist China Partnerland, ich hoffe, mittterweile haben sies drauf mit dem Essen. (Aber sie haben es definitiv drauf mit den Goodies, die haben immer tollen Kitsch am Start)

Wenn man früher am Abend durch die Hallen ging, kam man von einer Party zur nächsten, teilweise mit prominenten Unterhltungskünstlern am Start, wichtigen Branchengesichtern unter den Besuchern und vielen Politiern am Buffet. Und was gab es nicht für Innovationen zu bestaunen: das erste Schnurlostelefon für daheim für schlappe 1700 Mark, den ersten Laptop mit nur 9 Kilo oder Disks, auf denen gigantische 50 MB Arbeitsspeicher drauf waren. Irre!

Das ist mittlerweile anders, die Messe ist immer noch wichtig, aber kein Pflichtprogramm mehr. Und gigantomanisch ist sie mittlerweile auch nicht mehr. Das sind Events wie die CES in Las Vegas oder die Veranstaltungen von Herstellern Apple selbst, die ihre Produktinovationen wie eine Messe auf dem Petersplatz inszenieren, ein quasireligiöses Erlebnis vor Jüngern und Gläubigern. Auf der CeBIT herrscht halt Realität: Lösungen für den Mittelstand, Digitaler Wandel, Cloudservices. Das ist wichtig, aber eben nicht so sexy wie einst die Produktnews von Apple oder Samsung live und zum ersten Mal zu sehen. Und wenn man genau hinguckt, findet sich durchaus noch einiges an spannenden Innovationen: In der Halle 9 ist alles “Research und Innovation” gewidmet. Mit “Turnmatten mit IQ” und ähnlichem. Ich werde dieses Jahr trotzdem mal wieder für einen Tag hinfahren, denn ich arbeite für Kunden wie die Telekom, da sollte ich schon schauen, was die so treiben auf der Messe. Die Telekom ruft das “Wirtschaftswunder 4.0″ aus, zeigt alles, was die schöne neue digitale Welt bringen soll, von vernetzten Fabriken bis zum Supermarkt der Zukunft (der drüben, jenseits der holländischen Grenze, schon Realität ist, dort scannt der Kunde selbst). Die Zukunft war früher auch besser, im Jahr 1972 hatte das ZDF kühne Vorstellungen von unserer technisierten Zukunft, im Beitrag Richtung 2000 zeigte man eine hoch technisierte Zukunft mit nur noch 25 Arbeitsstunden, happy Pills und einem erstaunlich richtigen Kommunikationsverhalten

 

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