Archiv der Kategorie: Konsum

Ich möchte keine Gefühlsverstärker, bitte!

So muss Romantik - und im Hintergrund juchzen Chöre und Geigen  Bild: SAT!

So muss Romantik – und im Hintergrund juchzen Chöre und Geigen Bild: SAT!

Geschmacksverstärker gelten in Foodkritischen Kreisen als nicht gut. Die haben in Lebensmitteln nix verloren. Denn damit schmeckt alles süßer, schärfer, tiefer, intensiver. Und es braucht immer mehr mehr davon, die Dosis muss erhöht werden, bis der normale Geschmack gar nicht mehr an kann dagegen, wenn jede noch so geile frischgekochte Brühe unbedingt Maggi reinbraucht, damit das Geschmackserlebnis stimmt. Irgendwann ist jeder auf Geschmacksverstärker süchtig und glaubt, nur wenn ganz viel davon drin ist, ist die Sache perfekt. Vor allem für die große Masse, denen es schon zu mühsam ist, Spaghetti Bolognese auszusprechen und die nur noch “Bolo” sagen.

Musik ist der Gefühlsverstärker in den Medien. Bei den Privaten gibt es kein Programmfitzel mehr, das nicht mit mehr oder weniger passender Musik unterlegt ist. Bei Liebesschnulzen schrummern die Geigen, heulen die Frauenchöre und sanfte Stimmen hauchen “Stay with me”, während zwei Hände, in Goldglanz getaucht, sich gegenseitig in Slowmotion Ringe anstecken. Oder zwei relativ ungeschickte Bauern, die zu “Love is all around” oder zu “The Power of Love” ihre Leberwurst-Picknickkörbe verzehren. Da wird einem doch ganz warm ums Herz. Soll es auch. Hemmungslos wird mit unseren Gefühlen gespielt, wir werden manipuliert, sehen Romantik da, wo sonst nur Brache liegt. Nur wenn die Musik romantisch ist, wissen wir, dass auch echte Liebe im Spiel ist, oder?

Vorreiter sind da – wie sonst auch im Showgeschäft – die Amis. Ich brauche nur die Coca Cola Weihnachtswerbung “Make someone Happy” ansehen, um zu wissen, wie der Hase läuft. Der absolute Gefühlsoverkill mit Chören, Schneeglitzer, Glitzerglitzer, glücklichen Kindern, schönen Eltern, nur, um ein paar Flaschen Brause zu verkaufen. Und Tchibo und Konsorten drehen kaum weniger auf. Die nächste Eskalationsstufe kann zünden. Ich warte jetzt, dass demnächst die 20 Uhr Nachrichten mit Musik unterlegt werden. Drohende Musik beim ISIS-Angriff, heitere Musik bei guten Nachrichten. Damit auch alles wirklich so richtig ans Herz geht.

Geht euch das auch so auf die Nerven?

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Massenvertreibung in Tansania für elitäres Jagdvergnügen?

Massais in der Savanne - bald wird hier die Königsfamilie von Dubai Elefanten abschiessen Foto:Avaaz

Massais in der Savanne – bald wird hier die Königsfamilie von Dubai Elefanten abschiessen Foto:Avaaz

Tansania ist wunderschön. Die Serengeti-Wüste voller wilder Tiere lädt zu Safaris ein, der Kilimandscharo steht mit seinem Schneegipfel in der Sonne, Massais in farbenprächtigen Kleidern durchwandern die Savanne, die Gewürzinsel Sansibar lockt mit ihren Wundern. Das zeigen auch die Bilder der Tourismuswebseite - doch während die Touristen mit ihren Kameras auf die Tiere draufhalten, hat das Königshaus von Dubai ganz andere Pläne. Sie wollen ein 1.500 Quadratkilometer großes Areal (direkt neben dem Serengeti Nationalpark) kaufen als privates Jagdrevier zum Abschiessen der Elefanten, Giraffen, Löwen und anderer Tiere, die eigentlich gefährdet sind – und für dieses lustige Hobby sollen zudem die 40.000 Massai, die in dem Gebiet wohnen, verschwinden. Nicht, dass einer da versehentlich in die Schussbahn läuft. Bis zum Ende des Jahres sollen die Massai ihre Heimat verlassen. Abgefunden werden sie nicht mit Geld, sondern dem Versprechen, Geld in soziale Projekte für sie zu investieren. Was man a) nicht müßte, wenn man ihnen nicht ihr Land wegnähme und b) in Afrika heißt, dass die Massai absolut nichts bekommen.

Die Regierung von Tansania leugnet, dass das Projekt wieder aufgenommen wurde. Denn als die Pläne bekannt wurden, hat avaaz.org 2,3 Millionen Unterschriften gegen das privat Jagdrevier gesammelt und öffentlich gab es einen Rückzieher – während hintenrum die Verhandlungen mit der Königsfamilie von Dubai emsig weitergingen. Jetzt ist die öffentliche Empörung vorbei und der Verkauf geht still und leise über die Bühne. Wir dürfen einen derartigen Ausverkauf von Kultur und Natur nicht zulassen – da muss wirklich international Druck aufgebaut werden!

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Lagerfeld, Cucinelli und Versace kommen nach Düsseldorf

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf

Ich hab mal eine Pressemitteilung übernommen, weil die viel Info für uns Modesüchtige in Düsseldorf bietet: Sie ist eines der wichtigsten Schaufenster in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen unangefochten die Nummer eins: Die Königsallee ist Superlative so gewöhnt wie den steten Wandel. Einer der schönsten Einkaufs-Boulevards in Europa ist zugleich eine der exklusivsten und in Spitzenzeiten mit stündlich 6000 Passanten die mit Abstand meistbesuchte deutsche Straße.

Die Kö ist selbst eine Marke, kaum eine andere Shoppingmeile kann sich als „erste Adresse” bezeichnen. Prestige, Flair und Einzigartigkeit der Lage stimmen. Kein Wunder: Die Allee ist das  Mode- und Lifestyle-Mekka. Hier wird Mode gezeigt, erlebt und gelebt, hier trägt man sie zur Schau. Die Zahl der internationalen Luxus-Marken, die auf diese einmalige Mode-Bühne drängen, war nie so groß. So steht allein ein halbes Dutzend Modeunternehmer in den Startlöchern und wird in den nächsten Wochen in den komplett neugestalten Ladenlokalen im Gebäude der HSBC Trinkaus Bank auf der Kö-Westseite Premieren-Partys feiern. Um mit dem vor einem Jahr ausgelösten Kö-Bogen-Fieber mitzuhalten, nehmen die Banker mehrere Millionen Euro in die Hand und hübschen ihr Haus auf. Noch nie war in dem Karree von der Giradet-Brücke Richtung Altstadt derart viel Bewegung.

köAls Erste ist Barbara Frères mit ihrem gleichnamigen Geschäft für Designer-Kindermode von Armani bis Young Versace eingezogen. „Ich freue mich riesig von der Kö-Galerie auf die Schokoladenseite des Boulevards zu wechseln und auf das Tageslicht, das dann durch die hohen Schaufensterfronten vom Boden bis zu Decke scheint.“

Direkt benachbart baut die Luxusmode-Marke Versace – bislang mit eigenen Boutiquen nur in Frankfurt und München vertreten – seine Store-Präsenz in Deutschland aus. Die Italiener haben sich in dem neugestalteten Ensemble den wohl attraktivsten Standort gesichert –  das mehr als 300 Quadratmeter große Eck-Geschäft, das noch im Dezember eröffnen soll.

Neben dem deutschen Modeanbieter Marc Cain tritt im neugestalteten Ensemble Kö-West erstmals in eigener Regie das französische Label Zadig & Voltaire. Die Marke steht für eine neue Form von lässigem Luxus, für schlichte Kleidung mit rockigem Touch.

Die Westseite der Kö etabliert sich als neues Nobel-Viertel mit starken Anker-Mietern, darunter das Zugpferd Hermès. Nach zwei Jahrzehnten ist das alte Domizil an der Kö 10 zu eng geworden. „Unsere Boutique zieht in das Giradet-Haus mit seinen großzügigen Arkaden ein. Wir sind von der Lage absolut überzeugt“, so Unternehmenssprecherin Katja Kleebach. Anfang 2015 wird hinter denkmalgeschützter Fassade der mit 350 Quadratmetern doppelt so große Laden seine Türe öffnen.

In direkter Nachbarschaft erfüllt sich die in Düsseldorf geborene Modemacherin Dorothee Schumacher einen langgehegten Wunsch. Für die Designerin selbst ist die Eröffnung des Stores ein Nachhausekommen: vor 25 Jahren präsentierte sie in Düsseldorf ihre erste Kollektion. „Ich bin sehr stolz und glücklich, mit mei-nem eigenen Flagship-Store nach Düsseldorf zurückzukehren“, so die Designerin. „Den ersten großen Erfolg von damals trage ich immer noch in meinem Herzen. Diese Stadt liebt und versteht Mode.“ Im Düsseldorfer Flagship wird die gesamte Ready-To-Wear sowie die Accessoire-Kollektion erhältlich sein. Er ist der sechste Monobrand-Store Europas nach Eröffnungen in Berlin, München, London und Antwerpen.

Auch Karl Lagerfeld zieht es auf die Kö. Der unumstrittene Modezar baut seine nach ihm benannte Eigenmarke aus und eröffnet 2015 in der Kö-Galerie seinen ersten Concept Store. Der mehr als 200 Quadratmeter große Laden wird über zwei Etagen einen Querschnitt der Damen- und Männermode sowie der Brillen, Düfte und Uhren bieten, die der 81-Jährige seit zwei Jahren unter seinem eigenen Namen entwirft. „Wir freuen uns darauf, uns mit einem eigenen Flagship-Store in Düsseldorf präsentieren zu können, in einer der lebendigsten Einkaufs-Destinationen Deutschlands“, sagt Geschäftsführer Pier Paolo Righi. Zurzeit gibt es hierzulande Karl Lagerfeld-Concept Stores in Berlin und München. (Wenn er zur Eröffnung kommt, pass ich solange auf seine Katze auf, die ist niedlicher:)

Der prominente neue Anker-Mieter wird die Attraktivität der traditionell belebteren Ostseite der Kö weiter steigern. Die Luxusmarken brechen zu neuen Ufern auf: Italiens Kaschmirkönig Brunello Cucinelli plant seinen ersten Shop in der Landeshauptstadt. Bei Juwelier Pomellato ist bereits alles neu. Der Flagshipstore von Herrenausstatter Ermengildo Zegna wurde nicht nur umgebaut, sondern auf 300 Quadratmeter deutlich vergrößert. Eine Sortimentsspitze bildet die Ermenegildo Zegna Catwalk-Kollektion von Stefano Pilati, die sich ebenfalls in neuem Ambiente präsentiert. CEO Gildo Zegna, betont, dass „dieser Standort einer unserer wichtigsten in Deutschland ist, denn Düsseldorf hat im Luxushandel einen besonderen Stellenwert“. So sei der hohe Anteil internationaler Kunden, vor allem auch aus China, unvergleichlich.

 

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Das französische Kekswunderland

Neulich ist mir kleiner, wunderschöner Laden aufgefallen, der vor kurzem in den Düsseldorfer Schadowarkaden seine Tore geöffnet hat. Wie könnte er einem nicht auffallen? Schon beim Näherkommen weht mir ein süßer Geruch nach Schokolade, frisch gebackenen Keksen und Bonbons entgegen. (das duftet himmlich, nicht nur, weil ich es wieder riechen kann) Und in dessen hellen Regalen stapelt sich alles, was einem Zuckerfan wie mir das Herz höher schlagen lässt. Mürbe Kekse, einer schmelzend sandigen Konsistenz, die im Mund zergeht, teilweise gefüllt mit Apfel und Zimt, mit Schokoladenkern oder mit Aprikosen und Himbeeren. Es gibt Nougat und Tourron in allen Sorten, mal hell und mit Mandeln und Orangeat gespickt, dann wieder dunkel schokoladig-nussig. Mandeln im Schokomantel, Marzipan und Calissons, eine andere, archaischere Form des Marzipans, die jeder kennt, der schon einmal in Südfrankreich war.

IMG_1279Es gibt Theken voller runder, bunt gestreifter Lutscher in allen Geschmacksrichtungen, Belandises, mit Fruchtmark gefüllte Bonbons, harte und weiche Karamelbonbons und – vielleicht gar nicht so schlecht nach all dem Süßen – pikantes Gebäck mit Curry, Oliven, Paprika, Herbes de Provence, geformt wie winzige Baguettes. Alle Produkte sind niedlich verpackt, in Cellophan oder in altmodischen Blechdosen. Rund und Eckig, klein und groß stapeln sie sich und warten, gefüllt zu werden. Kurz, es ist eine Filiale von Charlies wunderbarer Schokoladenfabrik.

Altmodische Rezepte wiederbelebt

Der Laden nennt sich “La Cure Gourmande” – es gibt ihn bislang nur in Frankreich und Belgien, Ländern, die etwas von gutem Essen verstehen. In Düsseldorf hat nun die erste deutsche Filiale geöffnet (Korrektur: in Berlin gibt es sie auch schon). Ich muss gestehen, ich war begeistert. Die Sachen schmecken so richtig altmodisch, wie ich Bonbons als Kind in Erinnerung habe, als ich in Rosenheim in einem kleinen, wundervollen Bonbonladen mein Taschengeld für Himbeerbonbons ausgab. Und genauso ist es gedacht. “La Cure Gourmande” wurde 1989 gegründet, um sich wieder auf aus der Mode gekommene Süßigkeiten zu besinnen, sie wieder in alter Qualität herzustellen. Das hat sich bewährt, in Frankreich sind die Läden Kult, nicht zuletzt wegen der liebevollen, typisch französischen Präsentation. Und weil es gut schmeckt. Ich bin totaler Fan der mit Apfel-Zimt gefüllten Kekse, die ich gern zu einer Tasse Tee esse. Nicht zu viel, die sind ziemlich gehaltvoll, da bin ich sicher.

Übrigens weiß ich nun auch, wonach die kleine Katze von Karl Lagerfeld benannt ist: ein Choupette ist ein Lolli. Wie süß!

 

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Wellness zum Anziehen – die schöne Mode der schönen Barbara Becker

 

Jetzt, wo die Tage wieder kühler werden, habe ich das Bedürfnis, mich in meine Kleidung einzukuscheln. In Pullover, die vor der Kälte schützen, aber auch vor der kalten Welt da draußen. Manchmal braucht man die Lieblingsstrickjacke wie einen Trostspender. Weiche Farben, weiche Materialien, weite Schnitte. Die Mode von Barbara Becker passt dazu perfekt und liefert viele wunderschöne “Trostspender”, in denen man sich auch beim Herbstblues noch stylisch fühlt. Wenn schon Weltschmerz, dann schick. Es ist eine feine, gemütliche, geschmackvolle Mode, die sich für einen Abend daheim genauso gut eignet wie für Brunch am Sonntag, einen Herbstspaziergang oder ein Treffen mit den besten Freundinnen. Die Modelle sind von Yoga und Wellness inspiriert, so zieren Buddhas oder Mandalas manche Pullover oder T-Shirts. Die Passform ist leger und die Teile sollen ein gutes Körpergefühl vermitteln, oversized oder im Spiel mit Längen. Durch die weite Passform sind die Pullover, Hosen etc (die es bis Größe 46 gibt), auch für etwas molligere Menschen ideal.

Was mir vor allem gefällt, ist die Qualität und die Zeitlosigkeit der Teile. Cashmere, Leder, feine, organische Baumwolle, dezent eingesetzte Strass-Akzente. Die Farbpalette ist pastellig, viel Grau, Blau, Beige und Weiß. Preislich liegt Barbara Becker im oberen Mittelfeld – in Anbetracht der Qualität und der langen Tragbarkeit aber okay. Mir hat eine lederne Leggings am besten gefallen, die es allerdings erst in der Sommerkollektion 2015 geben wird.  „Die Styles sind natürlich inspiriert von modischen Strömungen – besonders im Hinblick auf Farbe und Silhouette – aber im Grunde sind sie zeitlos und können mehrere Saisons getragen werden – eben richtige Lieblingsteile,“ so Barbara Becker. Sie ist selbst natürlich das beste Aushängeschild für ihre Kollektion und modelt auch im Lookbook.

Die Prominente entwirft die Teile für “Barbara Becker Fashion” nicht selbst, das gibt sie unumwunden zu, sondern die Designerin Silke Sanwald. Barbara Becker ist aber eng im Entstehungsprozess mit eingebunden und macht wesentlich mehr, als die Kollektion nur am Ende abzunicken, ihr Geschmack ist immer spürbar. Wer also denkt “schon wieder so eine Promimodelinie” liegt falsch.

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“Auf die Haut würde ich kein Parfum mehr sprühen”

parfumIch hab ja über den (zumindest temporären) Verlust meines Geruchssinns geschrieben. Und ich will euch heute erzählen, wie wichtig dieser Sinn wirklich ist. Er ist eng verknüpft mit dem Geschmackssinn – Aromen von Kräutern, Gewürzen, Gemüsen etc – all das wird über die Nase wahrgenommen, ist die weg, bleibt nur ein sehr rudimentärer Mix aus süß, salzig, bitter, sauer, scharf – alles andere ist weg. Wie viel Spaß Essen da noch macht, kann sich jeder ausmalen. Ich war immer ein extremer Nasenmensch, der Film “das Parfum” hat mir aus der Seele gesprochen.

Deswegen war ich auch beim Vortrag von Professor Dr. Hanns Hatt von der Uni Bochum zum Thema “Wie Düfte unser Leben verändern”. Ich hatte mir Tipps für meine Krankheit erhofft (und auch bekommen)  – Aber der Vortrag war so oder so maximal spannend. Ein paar Fakten will ich an euch weitergeben.

Düfte manipulieren uns: Riecht ein Mann rosa Pampelmuse an einer Frau, schätzt er sie 6 Jahre jünger, mit Blumenparfum sogar 6 Kilo leichter. Weil er unterbewusst diese Düfte mit “jung und attraktiv” gleichsetzt. Firmen nutzen Gerüche, Mercedes und BMW verwenden spezielle Duftdesigns für Neuwagen, Geschäfte beduften sich, um unsere Kauflaune zu beflügeln. Dass die Automaten, die frisches Brot backen unseren Appetit im Supermarkt wecken, damit wir mehr einkaufen, ist mittlerweile bekannt. Aber auch Bekleidungshäuser nutzen solche Effekte, bei Abercrombie &Fitch riecht alles nach deren Parfum “Fierce”, auch noch tagelang nach dem Einkauf duftet die Ware daheim, ein kleiner Reminder für den nächsten Besuch…

Unsere Nase und der Geruchssinn sind in vielerlei Hinsicht noch ein Mysterium. Wir können einen Billion Düfte wahrnehmen. Die Riechzellen haben Rezeptoren, die bestimmte Duftmoleküle erkennen können. Die Duftmoleküle werden dabei wie Schlüssel in einem Schloss von den Riechzellen umschlossen und identifiziert. 350 verschiedene Riechzellen”Schlösser” haben wir, bei 50 davon ist bereits entschlüsselt, welche Düfte sie wahrnehmen, die anderen 300 haben ihr Geheimnis noch nicht preisgegeben. Wir wissen, wo “Banane” andockt, “Citronelle”, “Veilchen” – und diese Einzeldüfte setzen sich dann im Hirn zu einem großen Duftganzen zusammen.

Auch andere Körperzellen haben Duftrezeptoren: So “riecht” die Haut, eine Wunde heilt um ein Drittel schneller, wenn man Sandelholzparfum aufträgt. “Ich würde mir Parfum nicht mehr direkt auf die Haut sprühen, ich weiß nicht, was wir eigentlich damit anrichten”, meint Dr. Hatt. Maximal auf Kleidung und Haare. Auch Spermien haben Duftrezeptoren, mit denen sie dem Duft von Maiglöckchen folgen, den die Eizelle verströmt. Sie werden bei diesem Geruch doppelt so schnell um ihr Ziel zu erreichen…

Duft ist überhaupt ein entscheidender Faktor bei der Partnerwahl – meist unbewusst. Sind wir Frauen fruchtbar, ist der männliche Duft generell angenehmer. Würde man Probantinnen 10 T-Shirts geben, die Männer vorher getragen haben, würden sie sich anhand des Geruchs den als Sexualpartner heraussuchen, dessen Genetik am meisten von der ihren abweicht. Dessen Geruch finden Frauen am attraktivsten. Kann natürlich sein, dass einem dieser Mann optisch gar nicht gefällt – aber für den Nachwuchs wäre der am besten. Deswegen gibt es auch nicht den einen, einzigen Duft, der für alle attraktiv macht, den geheimen Liebesduft – da irrt das Buch “das Parfum”. Mäuse machen das mit dem Geruch  nicht anders – aber denen ist die Optik oder der gute Beruf des Partners wirklich egal. Vielleicht sind Mäuse glücklicher in der Liebe.

Wer mehr wissen will: Der Professor hat ein Buch geschrieben.

 

 

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Einfach supergute Kopfhörer – Bose FreeStyle Earbuds

BoseIch bin ja  der größte Spotify-Fan der Welt, ich liebe nichts mehr, als in den Archiven herumzusuchen und Musiklisten zusammenzustellen und dauernd neue Sachen zu hören. Ich liebe Musik. Größartigst. Und ich bin oft unterwegs, deswegen sind gute Kopfhörer das A und O. Um Kopfhörer zu testen, bin ich mit ihnen Rad gefahren, war auf dem Laufband, im ruhigen oder in einem infernalisch lauten Zugabteil, im Flieger.  Ich stelle folgende Anforderungen an Kopfhörer:

  • Lupenreinen Klang bei Rock, Pop und auch Klassik
  • Bequemes Tragegefühl ohne Drücken
  • Müssen gut halten im Ohr
  • Nicht das ganze Bahnabteil soll mitsingen können, wenn ich die Lautstärke hochdrehe
  • Leichter Wechsel zwischen Musik und Telefon
  • Stylishes Aussehen – am besten inear
  • Blenden Geräusche von draußen aus

Gefunden habe ich diese Sorte Kopfhörer mit den FreeStyle Earbuds von Bose. Ich habe die zum Testen geliehen bekommen und werde sie nun schweren Herzens wieder zurückschicken. Weil sie wirklich klasse waren. Herkömmliche feste Plastikstöpsel hatten bei mir nach 5 Minuten unerträgliche Schmerzen verursacht, die kleinen, weichen Gummiknöpfe waren zwar bequem, dafür fielen die beim Sport oder beim Radfahren immer wieder aus dem Ohr. Das hat genervt. Die Bose-Kopfhörer haben an den Ohrstücken kleine Flügelchen aus weichem Silikon, die den Hörer in der Ohrmuschel “verankern” – das ist sehr bequem und hält auch einem längerem Joggingtrab stand.

Aber wirklich bemerkenswert ist der Klang. Selbst ein Ignorant wie ich bekommt den eklatanten Unterschied zwischen günstigen Kopfhörern und den Bose-Teilen mit. Der Preis von 130 Euro ist hoch, aber gerechtfertigt. Jedenfalls für Menschen, denen es nicht völlig egal ist, wie ihre Lieblingsmusik klingt. Die Kopfhörer holen das Beste aus der Musik raus, bringen neue Nuancen hoch, lassen alles glasklar klingen. Und nein, ich höre nicht nicht nur Balkan Brass Bands, Steel Panther oder Abba, sondern schon mal eine Oper oder Barockmusik von Händel, wo Klang ins Gewicht fällt.

Es gibt die Kopfhörer in zwei farbenfrohen Varianten  Foto------. -Bose

Es gibt die Kopfhörer in zwei farbenfrohen Varianten Foto——. -Bose

Bose hat ja Kultcharakter – da muss man immer vorsichtig sein, manchmal zahlt man mehr für den Namen als für echte Qualität. Aber die Technikfirma scheint da eine angenehme Ausnahme zu bilden. Und es gibt da durchaus noch preislich Luft nach oben, zum Beispiel mit den Noise Cancelling Headphones für 300 Euro. Das ist das einzige Manko der FreeStyle Earbuds – man bekommt leider noch ziemlich viel vom Lärm drumrum mit. Dem Stresstest “Zugabteil voller singender Helene-Fischer-Hooligans” haben sie nicht standgehalten. Aber in normalen Situationen war alles okay. Ich muss nicht nochmal 170 Euro drauflegen. Es schreit ja ja Gott sei dank nicht dauernd jemand “Atemlos durch die Nacht” oder “Dicke Titten Kartoffelsalat” in der Gegend rum. Wenn ich das dauernd ausblenden müsste, wäre es mir die 300 Euro wert. Und beim Fahrradfahren ist es sogar gar nicht doof, ein wenig von der Umwelt mitzukriegen. :)

Von der Optik sind die Bose-Kopfhörer lustig, ich hatte sie in einer blau-grün gestreiften Variante. Hat den Vorteil, dass man sie leicht in der Tasche wiederfindet. Es wird auch eine kleine Tasche mitgeliefert, aber die benutze ich nicht, denn ich hab die Kopfhörer einfach dauernd im Ohr. Ohne Helene Fischer.

 

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