Archiv der Kategorie: Konsum

Meine liebste Tasche stammt von Naschbag

Kate-taupe Wer mich kennt, kennt diese Tasche. Ich hab sie mir letztes Mal auf der Gallery gekauft und seitdem nur noch zum Schlafen weggelegt. Ich liebe sie. Frauen können ein sehr inniges Verhältnis zu ihren Handtaschen haben und ich hab meine Lieblingstasche gefunden. Sie heißt “Kate”, stammt vom deutschen Label Naschbag. Ein Grund, warum ich die Tasche so mag, ist ihre Qualität – das Leder stammt zum Teil aus der gleichen Gerberei, die auch das Leder für Hermes liefert. Hochwertiger geht es nicht. Die Taschen sind rundum „Made in Europe”. Was wo genau hergestellt wird, steht auf dem Herkunftsnachweis-Etikett, das an jeder Tasche hängt. So stammt das Leder aus Frankreich, Deutschland oder Italien. Die Metallteile kommen überwiegend aus Deutschland, ein kleiner Teil auch aus Italien. Die Reißverschlüsse werden in der Schweiz hergestellt und die Stoffe für das Innenfutter stammen aus Spanien.

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Kate und ich: ein gutes Team

Naschbag-Taschen werden in Paris von einer kleinen Manufaktur von Hand gefertigt. Das garantiert eine maximale Kontrolle aller Verarbeitungsschritte, vom Lederzuschnitt bis zur Vollendung der letzten Naht. Alles in Handarbeit. Damit wird jede Tasche zu einem Unikat. (Genauso wie bei der Birkin Bag, nur kosten Naschbag-Taschen mit rund 700 Euro nur ein Zehntel, was ich aber eigentlich cooler finde) . Und ein Label haben sie auch nicht, das aufdringlich “Ich bin eine teure Tasche” plärrt. Hat ein Naschbag nicht nötig. Und ich übrigens auch nicht. Ich bin nämlich auch ein Unikat.

Cristina Malagó und Anne-Nathalie Meekel-Praun, die Designerinnen der tollen Taschen, haben ihr Proddukt gut durchdacht, es passt alles in die Kate und viele Innentaschen machen es schön übersichtlich. Laptop, IPhone, Kindle, Ipad oder meine Einkäufe schleppe ich mit dieser Tasche sehr stylisch durch die Gegend.  Zu kaufen gibt es die Taschen in einigen Boutiquen, ich kann den Einkäufern aber nur raten, sich die Taschen in der Botschaft an der Cäcilienallee mal anzusehen, ich werde extrem häufig auf mein gutes Stück angesprochen.

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Es ist Modezeit in Düsseldorf!

 

Wow, ich liebe Modemessen. Und da bin ich in meiner neuen Heimat Düsseldorf komplett richtig. Jetzt ist wieder The Gallery in Düsseldorf und ich hatte gleich am ersten Messetag ein paar spannende Begegnungen. Zum Beispiel mit den Jungs von St. Pauli Blonnd. Die werde ich euch in den kommenden Woche genauer vorstellen, denn Michael und Jens sind nicht nur die, die das Finale von Germanys Next Top Model stylen, in Paris und New York gebucht werden, nein, sie haben auch einen obercoolen Laden in Oberbilk. Und weil Jens und ich festgestellt haben, dass wir aus Münchner Zeiten den halben Freundeskreis teilen, will ich die öfter besuchen. Ich bin sehr glücklich über diese Begegnung, ein Stück alte Heimat in der neuen. Auch Henry Duval kommt an den Stand. Der schöne Blogger und Stylist stylt deutsche Promis wie Frauke Ludowig oder Lilly Becker.

Es gibt viel zu entdecken auf der Messe, die sich zwischen der Gallery in der Botschaft der Cäcilienallee und den Hammerhallen im Hafen aufteilt. Viele Labels, die in Europa produzieren lassen oder sogar einige Marken, die Upcycling betreiben.Unter anderem die italiensche Firma Springa, die einen kleinen Pavillion an den Hammerhallen aufgebaut hat, wo man zuschauen kann, wie die Schuhe die Sohle dranbekommen. Die Marke fertigt aus alten Kleidungstücken,wie Armeehosen oder Hawaiihemden, neue Schuhe. Für 100 Euro kann man auf der Messe ein Paar kaufen und 20 Euro gehen an eine Kinderhilfsstiftung. Upcycling, wie es mir gefällt.

Daneben gibt es noch die Platform Fashion mit Schauen von Sportalm, Guido Maria Kretschmer oder Thomas Rath. Da bin ich morgen – ich freu mich drauf.

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Voll o.k. – Schönes aus aller Welt macht die Wohnung bunter

Billiges Plastik oder Blech, recycelter Gummi, schlechte Papierqualität. Quietschbunt. Mit vielen bunten Mustern oder Tierchen drauf.  Ja, in anderen Ländern sehen Alltagsgegenstände anders aus. Ich mag es, sie in die kühle Funktionalität unserer Welt deutscher Wertarbeit zu integrieren. Manchmal bringt man sich sowas aus dem Urlaub mit – aber nicht immer reicht der Platz im Koffer, oder die Zeit oder die Nerven, Geschäfte nach ägyptischen Klorollenhaltern abzusuchen. Ich bin deswegen seit Jahren Fans der o.k.-Versands, wo man die schrägsten Produkte aus alles Welt bekommt. Ich finde, diese Dinge haben Seele und hauchen die auch der Wohnung ein. Zuviel darf es nicht sein, aber so ein paar Hingucker – toll.

“Wer es liebt, in fremden Ländern durch Kaufhäuser zu stöbern und sich das lokale Warenangebot anzusehen, wird sofort die Idee des o.k.-Versands verstehen: Hier werden Alltagsgegenstände angeboten, die zwar qualitativ mit den Produkten deutscher Wertarbeit nicht immer mithalten können, dafür aber außergewöhnlich skurril gestaltet sind. Die meisten Dinge sind industriell gefertigte anonyme Massenartikel aus einfachen Materialien wie Plastik, Leichtmetall oder Holz. Sie erfüllen tadellos ihren Zweck, werden aber im hiesigen Fachhandel einfach nicht angeboten.”, heißt es auf der Webseite.

IMG_1930Dem kann ich nur zustimmen, ich hab etwa den kleinen, hässlichen grünen Elefanten, eine Gießkanne aus China, die meine Terrasse verschönert, richtig lieb gewonnen. Oder den rosa indischen Plastikteppich in der Küche. Oder die mexikanische Wandverzierung.  All das macht aus meiner Wohnung ein Heim. Mein Heim. Es gibt fiesen Kitsch, aber manchmal auch richtige Kunst, wie etwa die russischen Werbeplakate oder – die hab ich nicht vom o.k. Versand, sondern aus Ghana mitgebracht - Afrikanische Frisörschilder, die der Kundschaft zeigen, welche Frisuren im Angebot sind. Die sind richtig Popart.

Wer nahe Köln oder in Berlin wohnt, hat Glück, es gibt auch zwei Läden, in denen die o.K.-Dinge verkauft werden. Da bekomme ich gleich noch eine Portion Inspiration dazu. Der Kölner Laden befindet sich in der Gladbacher Straße 36, zwischen Belgischem Viertel und Mediapark, U-Bahn Station Christophstraße. Für mich aus Düsseldorf eine kleine Weltreise, aber dafür kmme ich auch mit Tüten voller dinge rund um die Welt zurück.

 

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Nostalgiewitze – Monty Python live

40339_1Ich hab gelacht. Klar. Gestern im Kino, bei “Monty Python live”. Fing gut an, mit einem Sketch der Rolling Stones (!) – Mick Jagger sitzt auf dem Sofa und regt sich darüber auf, dass so alte Säcke noch auf die Bühne wollen, mit uralten Klassikern aus den Siebzigern. Dann geht er mit seinem Manager die Liedliste für die bestehende Tour durch…

Ich hab gelacht. Über Witze, die ziemlich genau so alt sind wie ich selbst. Über 5 alte Herren, die sich noch immer für wenig zu blöd sind. Aber es sind alte Witze und ich kenne – wie jeder andere im Publikum, jeden davon auswendig. In Deutsch und in Englisch. Ich brauch garantiert keinen Text, um den Philosoffen-Song (ein Wortspiel, das im Deutschen geht) mitzugröhlen. Und den Holzfällersong. Und “I like Chinese” und “Always look on the bright side of life” und “Every sperm is sacred” und “Sit on my face”. Und der Tote Papagei-Scetch und die spanische Inquisition. Alles super, alles immer noch lustig irgendwie. Aber ich empfand das schon mal als Wohltat, als Eric Idle den “I like Chinese” etwas anpasste. Etwas moderner und er lies die heutzutage politisch inkorrekte Zeile “They only come up to your knees” raus.

Es klappte nicht so ganz mit der Satelliten-Übertragung, zweimal blieb das Bild hängen und man brauchte einige Zeit, das zu reparieren. Dafür gab es beim Rausgehen Kinogutscheine, was ich sehr lieb fand, die konnten ja nix dafür. Was mich ein kleines bisschen gestört hat – ich hätte mir mehr neue Sachen gewünscht. Nochmal alte Sketche per Video einspielen (die Olympiade von 1972 (!) – Marathon der Blasenschwachen oder 100 Meter der Orientierungslosen – saukomisch, klar, aber eben auch 1000 Mal gesehen) Ich denke, die TV-Show “Blackmail” war neu – und die Idee ist genial, weil sie die niedrigsten Instinkte befriedigt – bei Menschen anrufen, live im TV, und sie auffordern, Geld zu zahlen, weil sonst ihre schmutzigen Geheimnisse dem Millionenpublikum verraten würden. Besser und fieser kann man die derzeitigen TV-Formate nicht zusammendampfen.  Ich bin sicher, RTL sitzt schon und überlegt, wie man das TV-gerecht hinkriegt. Entweder waren sie Propheten oder sie haben es immer noch drauf (wovon ich eigentlich ausgehe, die waren ja seit den 80ern nicht gerade untätig). Das wäre was gewesen – jede Menge neue Klassiker zusätzlich zu den alten Klassikern dazu.

Wer sich’s nochmal ansehen will:  auf Arte Concert gibt es die Aufzeichnung

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Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single auf Parship…

…und ich denke mir, warum nur einer? Braucht es da nicht zwei dazu? Ich mein. ich verlieb mich ja auch gerne im Internet, in Joe Manganiello oder in George Clooney. Blöd nur, dass sie davon ungefähr genauso viel wissen wie vermutlich der andere Single auf Parship. Willkommen im Menschen-Supermarkt. hin und weg schnell verliebt, heute Düsseldorfer im Sonderangebot, nicht verpassen! Ich finde diese Singlebörsen im Internet eigentlich eine gute Idee, da es immer schwieriger wird, mit zunehmendem Alter, den richtigen Partner zu finden. Immer mehr von uns lassen sich scheiden, im Job wird Flexibilität erwartet und der Umzug in andere Städte. Und dann ist der Aufbau eines neuen Bekannten und Freundeskreis einfach nicht mehr so leicht. Einen Partner finden ganz zu schweigen.

Deswegen, eigentlich gute Sache. Leider hat die Sache wie jede gute Sache, einen Hacken. Denn mit der Auswahl steigen die Ansprüche. Warum denn bei einem Partner bleiben, wenn um die Ecke vielleicht noch jemand Besseres warten könnte? Noch ein bisschen toller, noch ein bisschen schöner, noch ein bisschen intelligenter, noch ein bisschen reicher. Außerdem, man hatte das ganze Jahr bezahlt, warum das ganze schöne Geld verfallen lassen, nur weil Nummer zwei passt? Könnt ihr Nummer 3, 4 oder fünf da noch viel, viel, viel, viel besser sein. Ich finde auch die Werbung fatal, in der fabulös schöne Menschen sagen, sie suchen jemand ganz normalen, wie sie selbst. Weckt einfach falsche Erwartungen. Es sind einfach die meisten ganz normal. Und das ist gut so. Vielleicht sollte man die Erwartungen modifizieren oder erkennen dass der wirklich zu einem passenden Partner nicht unbedingt ein Topmodel sein muss, vor allem, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass man selbst keins ist. :)

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Mit Schulranzen unterwegs – La Cartella

Werden richtig als Schulranzen getragen: Satchels in allen Farben von La Cartella

Werden richtig als Schulranzen getragen: Satchels in allen Farben von La Cartella

Ich hatte so einen noch. Damals, in der Grundschule – damals gab es noch nicht diese klobigen Scouts, nix mit Ergonomie und so. Mein Schulranzen war dunkelrot un irgendwie bin ich jetzt gerade sehr traurig, ihn nicht mehr zu haben. Auf der Premium hab ich nämlich den Stand von La Cartella entdeckt, einer italienischen Firma, die die Teile wieder auflegt und ich finde die gerade richtig hipp und hübsch. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie praktisch das ist, aber ich werde es herausfinden. Ich werde mir diesen Winter so eine Tasche wieder zulegen. Ich weiß nicht, ob ich sie wieder auf dem Rücken tragen werde, vermutlich eher als Umhängetasche, in die der Laptop etc super reinpasst. Aber bei der Farbe werde ich mir treu bleiben, ich will den kleinen Ranzen wieder in Dunkelrot, um der alten Zeiten willen…

 

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Godzilla am Wasserfall

Bild von Oliver Wetter

Bild von Oliver Wetter

Ich hab die Bilder auf Nerdcore gesehen und fand sie sofort total schön. Klassische Landschaftsgemälde bekommen eine neue, moderne Dimension. Aus ruhigen Gemälden bricht plötzlich ein Godzilla hervor, am friedvollen Wasserfall hält kurz ein Monster an, bevor es sich aufmacht, New York in Schutt und Asche zu legen. Es hat was Hironymus Bosch-artiges, verstörendes. Eine ganz überraschende Dimension. Es gibt von H.P.Lovecraft eine Geschichte namens “Pickmans Modell”, wo der Künster Monster an ganz banalen Orten malt, in der U-Bahn oder am moderenen Friedhof. Superrealistisch. Bis man draufkommt, dass er nach Fotografien malt… an diese Geschiche musste ich denken. Kitsch trifft Kunst – wie es derzeit in der Kunst so odt der Fall ist, wird die Grenze zum Camp bewußt überschritten, der Künster, Oliver Wetter, ein Illustrator aus Bochum, gibt alten Bildern eine zeitgemäße Relevanz.

“Ich war inspiriert vom Trend, alte Bilde aus Trödelläden zu übermalen, um sie umzudeuten oder aufzuwerten. Aber zum einen widerstrebt es mir, alte Gemälde zu vandalisieren, zum anderen möchte ich von den Malern frührerer Zeiten lernen, ihre Art, Licht zu setzen, ihre Pinselführung.”, erklärt Wetter sein Projekt. Auf seiner Webseite gibt er auch Tutorials und zeigt, wie die Bilder entstehen.

Ich finde, das ist ihm toll gelungen. Es ist moderne, total zeitgemäße PopArt, die für meine Generation echt was aussagt – eine Brücke zwichen alten Traditionen und moderner Nerdkultur, ein MashUp, wie es auch die Fantasyautoren mit den alten Mythen machen. Ich hätte das Ganze gern als Öl auf Leinwand – mal schauen, wo ich das herbekomme…

Bild von Oliver Wetter

Bild von Oliver Wetter

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UpMade – das Beste aus Resten

Foto: Herkki Erich Merila and Riina Varol

Foto: Herkki Erich Merila and Riina Varol

Eigentlich hört es sich erstmal komisch an: Mode aus den Resten der größten Textilfabrik in Bangladesh. Aber was Ausdesign® aus diesen Resten zaubert, überzeugt von der Ökobilanz als auch von der Optik. Die Designerin Reet Aus aus Tallinn in Estland zeigte ihre Mode unter dem Label UpMade auf dem Green Showroom im Adlon. Ich mag ja blau-weiß-gestreifte T-Shirts, vor allem, wenn ein Anker drauf ist (Nautische Methapher). Und dieses Stück lockte mich an den Stand. Die übrigen Designs waren wesentlich schicker und ich mochte alles. Leider kann man dort nicht direkt kaufen, wie noch vor einem Jahr, ich hätte gern ein T-Shirt erworben.

So schön die Mode ist, gestartet ist das Ganze  eigentlich als Forschungsprojekt zum Thema Upcycling, also aus dem Müll anderer Menschen etwas Sinnvolles und -in diesem Fall – Wunderschönes zu schaffen. Extrem nachhaltiges Konzept. Reet Aus und ihr Team arbeiten mit Beximco zusammen, dem größten Textil- und Bekleidungshersteller in Bangladesh. Beide Firmen zielen darauf ab, die Umwelt zu schonen und Ressourcen einzusparen. Keine kleine Sache, wenn man bedenkt, dass es theoretisch möglich wäre, 65% des Abfalls zu vermeiden, den die Textilfirma im Jahr produziert – und das bei einer gigantischen Menge von  56 Millionen Kleidungsstücken, die Beximco pro Jahr verlassen.

Die Designs von UpMade by Reet Aus  sparen zusätzlich 70% Wasser und  schaffen 88% weniger CO2 Ausstoß im Vergleich zu herkömmlicher Ware. Der Trick dabei ist, die übrig gebliebenen Stücke aus anderen Kollektionen so zusammenzusetzen, dass die kleinen Stoffteile wieder ein sinnvolles Shirt ergeben. So  wirken die Motive wie Anker oder Pfeil wie kostbare Intarsien im T-Shirt, wie besonders aufwändig gemacht und nicht, wie im Gegenteil, aus der Not geboren. Die Designs müssen immer wieder neu gepuzzelt werden, je nachdem, was andere Firmen so für Zuschnitte bestellen.

Wenn man über eine Riesenfirma in Bangladesh hört, wird man natürlich auch stutzig und fragt sich, ob man da nicht die Arbeiter ausbeutet. Ja, von der Ökobilanz ist UpMade Green, aber auch von den Arbeitsbedingungen? Die Webseite gibt darüber ausführlich Auskunft. Ich hoffe, das hat alles so seine Richtigkeit. Ich kann nur sagen, mich hat das Konzept und die Schönheit der Designs überzeugt.

Zu kaufen gibt es die Mode in diversen Boutiquen, leider in keinem Online-Shop. Aber ich hoffe, irgendwo eine der Ankerblusen zu erwischen.

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Grün geht auf viele Arten – Green Showroom in Berlin zeigt alle

Es gibt viele Varianten, wie grüne Kleidung entstehen kann. Sei es, dass Naturmaterialien benutzt werden, dass Materialien recycelt werden, wie etwa PET-Flachen, sei es dass upcycelt wird, dass heißt, aus anderer Leute Abfall entsteht etwas Neues oder dass die Bekleidung aus fair hergestellten Materialen entsteht. Der Green Showroom im Adlon ist deswegen immer eine sehr spannende Sache und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Es gibt vier Labels, die mir ganz besonders gefallen haben: Johanna Riplinger hatte eine wunderschöne Seidenkollektion dabei, vor allem ein beiger Jumpsuit, für den ganze vier Meter Seide verarbeitet werden, hatte es mir angetan. Die Blusen mit dem unregelmäßigen Muster in rose und lila wirken auf den ersten Blick ungewöhnlich, und die Stoffärbung hat denn auch eine faszinierende Geschichte: Auf die Seide werden einfach Rosenblätter gelegt, die zuerst in indischen Tempeln den Göttern geweiht waren. Die verblühten Rosen, die von den Priestern entfernt werden, bekommen die Seidenfärber. Upcycling vom Allerfeinsten.

Edelziege ist der witzige Name eines neuen Kaschmirlabels – und ich habe selten so feine Pullöverchen gesehen. Hauchzarte Wolle, hauchzarte Farben, vor allem das helle Mintgrün hat es mir angetan. Saruul Fischer, die Inhaberin des Modelabels edelziege, ist in der Mongolei aufgewachsen. Die Mongolei ist einer der größten Cashmere-Produzenten der Welt. Da lag es für sie nahe, mit einem der kostbarsten Naturprodukte ihrer Heimat die Brücke zu schlagen in ihre Wahlheimat Deutschland. 2007, als sie wieder die Familie in Ulaanbaatar besuchte, sah sich die angehende Unternehmerin nach einem geeigneten Partner vor Ort, einer für beste Qualität bekannten Cashmere-Strickerei, um und wurde fündig. Doch nicht nur der Handel mit Produkten aus reinem Cashmere reizte sie, als besonders modebewusste junge Frau nutzte sie ihre Kreativität und entwickelte schließlich eigene Kollektionen. Seit 2008 designt, produziert und vertreibt Saruul Fischer luxuriöse Cashmere-Produkte unter dem Label edelziege.

Foto: Edelziege

Foto: Edelziege

Die Mode von Gotsutsumu sieht erst einmal unspektakulär aus – normal. Doch sie ist alles andere als das, es ist nämlich biozertifizierte Businessmode. Die gesamte gotsutsumu Kollektion ist nach Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert und mit der Labelstufe „organic“ ausgezeichnet. Das bedeutet zu allererst einen sehr hohen Prozentanteil an Naturfasern aus kontrolliert ökologischer Erzeugung. Die italienischen Wolltuche bestehen aus 98% Bio-Schurwolle, die Baumwollwebware für Blusen und Hemden läßt die Firma aus 100 % Bio-Baumwolle herstellen und den Jersey für die T-Shirts und Kleider aus 95% Bio-Biobaumwolle.

“Während des gesamten Herstellungsprozesses kommen keine umweltbelastenden oder gesundheitsschädlichen Chemikalien zum Einsatz und es wird auf eine Ressource schonende Produktion geachtet. Um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, findet die Verarbeitung in Europa und der Türkei statt. Eine sozial verantwortliche Produktion mit sicheren Arbeitsplätzen, geregelten Arbeitszeiten, gerechter Behandlung und Existenz sichernden Löhnen ist in der gesamten Produktionskette sicher gestellt, also in jeden einzelnen Betrieb, der an der Herstellung der gotsutsumu Kollektion beteiligt ist.”, erklärt das Label. Wenn das nichts für den umweltbewussten Manager oder Grünen-Abgeordneten ist, weiß ich auch nicht.

Mehr experimenteller Natur ist “Blond and Bieber“, die experimentieren mit Mutter Natur herum und stellen aus Algen sehr interessante Farbstoffe her, die sich im Laufe der Zeit mit der Luft verändern. Das Label arbeitet mit dem Fraunhofer Institut zusammen und da darf man bestimmt noch viel Spannendes erwarten. Mir haben die Stoffe mit ihren unregelmäßigen Mustern gut gefallen, Algaemy nennen sie ihr Projekt – als Inspiration diente unter andrem Chinesen, die sich während der Algenpest die Algen munter auf die Haut legten. Ein Unkraut als Feuchtigkeitsspender…so kam die Idee auf, mit dieser Pflanze zu experimentieren.

Ich werde euch noch einige Labels spezieller vorstellen, schließlich ist erst wieder in einem halben Jahr Fashion Week.

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Kleine Helfer für die Küche

Gewürzset von Spizecompany

Gewürzset von Spizecompany

Wer kennt das nicht – ein exotisches Rezept, das man mal ausprobieren möchte. Problem – es sind viele Gewürze drin, von denen man nicht weiß, ob sie noch einmal benötigt werden. Im Asialaden gibt es das Gewürz zwar, aber nur im 100 Gramm Beutel. Was tun?

In meiner letzten Degustabox (hab ich schon mal erwähnt, dass ich solche Überraschungsboxen liebe?) war eine ziemlich clevere Lösung für das Problem dabei, die ich euch nicht vorenthalten möchte: die Spizecompany. Dort gibt es Gewürze in kleinen Mengen zu kaufen, entweder fertige Sets oder man kann aus 27 verschiedenen Gewürzen was Eigenes zusammenstellen. Ich finde das keine preiswerte, aber eine ziemlich schlaue Lösung, wenn man nicht möchte, dass unbenutze Gewürzbeutel in der Küche vergammeln. Und weil die Gewürzbriefchen auch sehr hübsch anzusehen sind, eignen sie sich gut als Geschenk.

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Ein Rundgang auf der Premium

Klar, der nächste Sommer wird bunt, aber nicht schrill. Sanft. Auf der Premium wird das gezeigt, was wir im kommenden Sommer wirklich tragen, weit abseits der Shows im Zelt. Mehr Kleidung als Mode. Ich persönlich mag die Messe gerade deswegen sehr gern, weil sie ein weitaus realistischeres Bild gibt. Und klar, es sind die Labels, die ich selbst gern trage – oder tragen würde. Und würde auch am liebsten immer gleich alles von den Stangen mitnehmen – geht natürlich nicht. Parallel zu den Laufsteg-Schauen der Fashion Week lockt die „PREMIUM“-Messe inzwischen über neunhundert Marken und knapp sechzigtausend Besuchen in die Station-Berlin am Gleisdreieck. Mit einem Termin noch vor den Modenschauen in Paris oder New York hat sich Berlin innerhalb weniger Jahre als internationaler Trendvorschau etabliert. Hier kann man die neuen Kollektionen sehen, noch bevor sie anderswo gezeigt werden. Und deswegen bin ich auch jedes Jahr da.

Irgendwie bewegt sich die Mode in diesem Jahrtausend aber in Trippelschrittchen vorwärts, es gibt nix, dass jetzt bahnbrechend neu wäre. Nichts von dem würde jetzt auf der Straße als Mode des kommenden Jahres auffallen. Keine extrem neue Silhuette. Aber das, was gezeigt wird ist schön und sehr weiblich. Die Materialien sind toll und werden immer besser – da merkt man zumindest den Fortschritt, Baumwolle wird immer weicher und zarter, Neopren hat Einzug in den Massenmarkt gehalten, es gibt immer raffiniertere, kunstvolle Prints. Die Kleider, oft lang und duftig, wirken extrem weiblich, die engen Jeans, in sehr hellen Waschungen und wie gebatikt, sind aus ganz leichtem, stretchigem Denim. Die passenden Oberteile sind meist eng und wirken wie total verwaschen, müde Farben dominieren.

Mir besonders gut gefallen immer die Boheme Lables, sei es Antik Batik, Odd Molly, BrasiBrasi, Star Mela oder Ancient Greek Sandals – eine Art Mode außerhalb der Mode, die irgendwie immer geht. Ist aber vielleicht auch nur der Hippie in mir, der diese Sachen so liebt. Ich hätte jedenfalls den gesamten Antik Batik Stand mitnehmen können. Ethno kommt eh wieder, Neonfarben auch, aber immer dezent eingesetzt. Bei Star Melanie werden Ethnoblusen und Taschen mit Neonfarben bestickt, ein toller Effekt.

Ich werde jetzt in den kommenden Wochen immer mal wieder besondere Labels vorstellen, die mich besonders beeindruckt haben – würde mich freuen, wenn ihr dranbleibt.

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Kung Fury versus Kung Führer

Ich möchte euch heute ein Fundstück aus dem Netz vorstellen, das bei den Nerds schon längst Kult ist. ein Karatekid aus den Achtzigern jagt Hitler, der auch Kung Fu kann, mit Hilfe von Wikingern auf Dinosaurieren und Walküren mit Metallbhs aus dem Fetisch-Dessous-Läden. Und einer Triüon-Zeitmaschine. Und Skateboards. Äh, ja. Diesen Film mit dem schönen Titel Kung Fury will ein schwedischer Regisseur David Sandberg realisieren, eine halbe Stunde soll der Trash dauern und weil sich für sowas leider kein Filmstudio findet, bezahlen es die Fans. Die haben seit Januar mittlerweile 630.000 Dollar via Kickstarter gesammelt, eine runde Million soll es werden.

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Der Regisseur spielt der Einfachheit halber auch die Hauptrolle. Mit rotem Rambostirnband und fieser 80tziget Lederjacke. Alles gruselig. Alles lustig und ich will’s unbedingt sehen. Nur eins: müssen eigentlich immer die Nazis mitspielen?

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2. Juli 2014 · 10:14 vormittags

Firmen im Vergleich: wie gut verdienen die Näherinnen?

Eine Studie der Clean Clothes Campaign zeigt es: Primark schneidet beim “Näherinnen zahlen” besser ab als Versace, nur mal so. Der Preis sagt leider gar nichts aus.

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1. Juli 2014 · 9:03 vormittags

Guna: Lässige Streetwear mit ausgesuchten Marken

Naketano hat Mode für Veganer

Naketano hat Mode für Veganer

Was Mode anbelangt, bin ich so zwiegespalten. Auf der einen Seite mag ich es gern feminin, Röcke, Blusen mit Spitze, Mäntel mit Pelzkragen. Es gibt so Tage, da kann ich nicht anders.
Aber auf der anderen Seite – und die überwiegt an den meisten Tagen – mag ich es gern unkompliziert. Jeans, Longsleeve, Lederjacke und gut isses. Liegt vielleicht daran, dass ich überall mit dem Fahrrad unterwegs bin und da ist es nun mal praktischer. Praktisch, das ist so ein hässliches Wort. So hässlich wie die meisten Funktionsjacken und überweite Fleecepullover. Deswegen: nennen wir den Look lässig. Ja, das klingt viel besser. Denn auch bei diesem Look will ich nicht auf das gewisse Etwas verzichten. Coole Schnitte, melierte, weiche Stoffe, schöne Farben und witzige Aufdrucke. Immer gut zum mitnehmen in den unbeständigen deutschen Sommern.
Da hab ich neulich einen Onlineshop namens Guna entdeckt, der sich auf Jeans und Streetwear spezialisiert hat und viele der Marken führt, die ich besonders gern hab. Ich mag es, wenn ich ein etwas spitzeres Angebot vorfinde, in den Riesenshops hab ich das Gefühl, von der schieren Menge an Kleidern und Kleidungsstilen fast erschlagen zu werden. Bei Guna fühle ich mich da gut aufgehoben. Der Shop, der zur Kette Olymp und Hades gehört, führt unter anderem Naketano, Wellensteyn, G-Star, Khujo oder Superdry – alles Marken, die ich sehr schätze und bei denen ich weiß, welche Größe mir passt. Das ist vor allem beim Onlinejeanskauf eine Hürde. Mit Größe 42 bin ich nicht die Allerschlankste und so ist es gut, zu wissen, wie G-Star schneidet. Weil, mit dem Hin-und Herschicken hab ich`s nicht so. Wobei Guna satte 100 Tage Rückgaberecht anbietet.
Naketano hab ich vor einigen Jahren noch im Undercover Magazin als totalen Insider vorgestellt, mittlerweile hat sich das Label etabliert. Zu Recht. Ich mag deren langgeschnittene Hoodies oder Sweatshirts mit dem großen Kragen, so richtig zum Einkuscheln. Femine Lieblingsstücke für daheim. Witzigerweise ist die Marke auch der Hit der Veganer, weil sie auf Wolle, Leder, Seide oder Daunen verzichtet. Vegane Mode – da muss man erst mal drauf kommen.

Bei Superdry überzeugen weniger raffinierte Schnitte (die sind extrem klassisch), sondern deren leicht verwaschene Drucke im Vintagelook. Wer nicht genau hinkuckt, denkt, ein Originalsweatshirt aus den 80ern vor sich zu haben. Wellensteyn Jacken oder G-Star sind Klassiker, die konstruierten und extrem raffiniert geschnittenen Jeans der Marke faszinieren mich. Ich liebe vor allem deren unendlich coolen Waschungen.
Die Grössen bei Guna bewegen sich im normalen Spektrum, extra groß wird leider nicht angeboten.  Aber wenn ich dort was finde, stehen die Chancen für euch nicht schlecht.

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Traurige Trikots von Adidas zur WM

Es ist ein nationales Symbol, etwas, das ein ganzes Land mit Stolz tragen soll – das Trikot der Fußballnationalmannschaft. Hergestellt von Traditionshersteller Adidas. Es kostet stolze 79 Euro. Bei dem Preis wird doch alles in Ordnung sein mit der Herstellung, da ist bestimmt ein guter Lohn für die Näherinnen drin? Hast du dir gedacht – laut der Anstalt im ZDF sind es 80 Cent pro Trikot. Die müssen im Akkord genäht werden. Die Näherinnen können trotz 10 Stunden an der Maschine ihre Familien nicht ernähren. Sie werden krank, weil sie durch Akkordarbeit nicht mal auf die Toilette dürfen. Und ja, die anderen Sportfirmen, Nike und Puma, sind bestimmt nicht besser. Aber Adidas näht für Deutschland bei der WM.

Wie gesagt, es ist nicht irgendein T-Shirt. Es ist das Shirt, das für Deutschland steht. Auf das wir alle stolz sein sollen – oder es sogar tragen als Fans unserer Natonalmannschaft. Und dieses Symbol sollte eine anständige Herkunft haben, seine Näherinnen auch stolz machen, weil es sie gut ernährt. Jetzt ist es eine Schande.

Und Adidas ist das offenbar völlig egal. Vielleicht weil die fränkische Firma weiß, dass kein Kleiderskandal je etwas am Kaufverhalten ändern wird. Weil billig zählt. Aber das Shirt ist nicht billig, sondern richtig teuer. Bei Nachfrage sowohl bei der Pressestelle als auch bei der PR Firma wird einfach abgewunken. Statement? Gibt es nicht. Braucht es ja nicht. Es geht ja nur um ein nationales Symbol.

Was ist eure Meinung, sollte ein wichtiges Trikot fair hergestellt sein? Oder ist das bei dieser WM eh schon egal?

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Mehr Einzigartigkeit wagen

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Normal. Der Norm entsprechend. Durchschnitt. Schön unauffällig, unauffällig schön. Das Thema beschäftigt mich, weil es so viel umfasst. Wir waren doch schon mal weiter, in den 70ern und 80ern träumte man den Traum einer bunteren Gesellschaft. Es war Platz für Exzentriker, Platz für ungewöhnliche Biographien. Damals galt als Schlüssel für eine gute Party in einem Club wie dem P1: ein Drittel langweilige, reiche Zahler, ein Drittel Beautiful People und ein Drittel exzentrisches Feiervolk. Das letzte Drittel würde man heutzutage unmöglich voll bekommen. Wohin ist das verschwunden? Jetzt ist immer der der Gewinner, der sich am besten angepasst hat. Gesellschaftsmimikri. Und wer ausschert, wird schleunigst auf den Pfad der Tugend zurückgebracht. “Hotter than my daughter” heißt ein Fernsehformat, das Abweichlerinnen wieder normiert. Weil sich die kreuzbiederen Töchter für ihre Mütter schämen, die in den wilderen 70ern groß geworden sind. Guido Maria Kretschmer verpasst ihnen einen edlen Look, den sie allein nie wieder hinbekommen werden. Weg mit Lack und Leder, rein in Kaschmir und Seide. Sicher, Massengeschmackstauglicher als vorher, aber eben auch beliebiger. Und wozu? Dass wieder eine untergeht in der Masse und sich ihr hässlicher Mann freut, dass er jetzt eine schöne Frau hat. Wir lassen uns viel zu häufig von der Kosmetikindustrie, den Medien und den Modelabels in eine Norm zwängen. Wir passen uns an, nicht umgekehrt. Ich muss dabei auch an “schöne neue Welt” von Huxley denken, wo auch immer wieder nachnormiert werden muss. Wo das Denken und die Optik gleichgeschaltet sind und alle sich den größten Schwachsinn im “Fühlkino” anschauen, nur damit keiner auf eigene, verrückte Ideen kommt.

Ich finde, wir sind viel besser als das. Wir sind alle auf unsere Weise schön und wundervoll. So wie wir sind. Wir sollten uns so lassen. Mehr Nachsicht haben mit sich selbst, dann haben wir auch mehr Nachsicht mit anderen. Haben wir alle so Angst, individuell zu sein? Das geht ja noch weiter, wenn Angst vor Andersartigkeit und vor Veränderung Angst vor allem Fremdem und Unbekanntem schafft. Die neue Normalität bereitet den Boden für Fremdenhass, Rassismus und Exklusion. Einige Leute reagieren regelrecht wütend auf alle anderen, die es wagen, anders zu sein als sie selbst. Weil die womöglich das eigene Weltbild in Frage stellen. Das ist eine fürchterliche Entwicklung.

Überall in Europa nimmt die Fremdenfeindlichkeit zu. Das sollten wir nicht zulassen. Und den Anfängen wehren. Fremdenfeindlichkeit beginnt nicht erst bei Pöbeleien gegen anders Denkende, anders Aussehende, anders Glaubende, sondern damit, dass man glaubt, selbst der Maßstab zu sein für alles. Dass man die Norm ist, an der sich alles zu orientieren hat. Weg vom egozentrischen Weltbild zu einer offenen Sicht. Es könnte sich lohnen für uns alle.

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Jeden Sommer wieder: die Beautyterroristen!

“Boah eh, das die sich das traut” “Also ich würde nicht so rumlaufen und ich bin zwei Nummern kleiner” “wie übel. Leute wie die sollten im Sommer echt daheim bleiben.” “Cellulitisalarm” – wer kennt die Sprüche nicht? Wir lesen sie in den sozialen Netzwerken, hören sie im Freibad, in der Bahn, überall. Manchmal ist man gemeint. Die Zischer und Gröhler sind überall. Ich nenne sie Beauty Terroristen. Die gehören leider zum Sommer wie die Wespe auf dem Zwetschgendatschi und sind genauso lästig und überflüssig.

Was wird nicht alles bemängelt: Dicke sollen keine Röcke tragen, Dicke sollen keine kurzen Hosen tragen, Dicke sollen keine Querstreifen tragen, Frauen sollten möglichst keine Zellulitis haben, Frauen über 40 sollen kein Bikini tragen, keine Minis, keine leichten Tops. Männer dürfen nicht in Sandalen rumlaufen und auch nicht in Kurzarmhemden. Alte, Dicke, Unperfekte sollen das Freibad meiden, sollen sich bitte verhüllen. Unperfekte Füße sollen bitte weiterschwitzen in geschlossenen Mauken. Was soll das? Wollen sie damit kompensieren, dass es selber nicht so perfekt sind oder wollen im Gegenteil ihre persönliche Perfektion herausstellen gegen ein Heer von Moppeln, die das Auge der Ästheten beleidigen? Mit iiiihhhh, Haut, die nicht völlig glatt ist, mit Speckröllchen und einem Tropfen Schweiß auf der Stirn. Ja dürfen die das? Da kann man doch was machen dagegen? Muss die sich so gehen lassen? Jetzt isst die auch noch ein Eis. Das ist ja….menschlich. Zu wenig Plastik. Zu wenig Ambition.

Wer hat diese Mode-Kay One bestellt? An die Ästheten, die am liebsten aus der ganzen Welt eine Tommy Hilfiger Anzeige machen wollen: wie langweilig ist euer Weltbild, wie engstirnig seid ihr eigentlich? Ein Straßenbild in dem jeder und jede perfekt ist, ist so öde wie lauwarmes Mineralwasser. Entspannt euch. Das würde euch schöner machen…oder wandert nach Miami aus.

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Meine Looks in Mykonos

ich hab mich vom Bohemian Look des San Giorgio inspirieren lasen. Meine Lieblingsteile auf der Reise waren ein langes Kleid von Mango, so blau-weiß wie Griechenland, die Concious Collection Weste von H&M und das bestickte Kleid aus der Kate-Moss-Collection von Topshop. Also ganz viel total aufwändig Besticktes.
Ich hab immer die olivfarbene kurze Hose dabei, die ich mir vor über 20 Jhren in einem Polo Ralf Lauren Store in Nassau gekauft habe. Damals saß sie weiter. Egal. Die Hose begleitet mich auf allen Reisen. Leider kam der Wollpullover öfter zum Einsatz, als mir lieb war, aber es ist halt doch saufrisch am Abend, wenn der Wind weht.
Ich hab mir auf Mykonos so einen kolumbianischen Häckelsack türkis mit lila und orange erstanden und den coolen Piratenring. Und ein LoveGreece Shirt von Ekaterini. Ich bin nicht die allerschlankste Person der Welt, aber ich finde, wir haben auch als Moppel das Recht, uns anzuziehen, wie wir wollen. Dass Bauchfrei für uns suboptimal ist, wissen wir selbst.
Meine Reisegarderobe ist immer blau, weiß, grau. Da kann nix schiefgehen und alles ist mit allem kombinierbar. Ich kann nur empfehlen, sich auf Reisen so ein Farbschema zuzulegen, das macht alles einfacher.
Ich hab in Mykonos festgestellt, dass ich hoffnungslos unterlabelt war. Die durchschnittliche Inselbesucherin hat an jedem Teil ein gut erkennbares Logo. Tasche: VL, Gürtel: Hermes oder Gucci, Jacke Phillip Plein (endlich weiss ich, wer das kauft), dazu Chanel, Dior und CM in veränderlichen Gewichtsanteilen.

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Einkaufen in Mykonos

So schön das Hotel auch ist, immer nur im uns am Pool liegen -nö. Ich hatte schon vorab gelesen, dass es sich lohnt, Mykonos Stadt einen Besuch abzustatten. Denn Mykonos ist mehr als eine Touristenfalle. Es ist das griechische Ibiza und die Feierwilligen wollen auch die entsprechenden Outfits haben, um in den schicken Clubs und Bars der Insel eine gute Figur zu machen. So sind die Boutiquen in Mykonos Stadt perfekt aufs anspruchsvolle Publikum eingestellt, dass zunehmend auch aus Fernost kommt und mit gigantischen kreuzfahrtburgrn vor der Insel halt macht. Louis Vuitton, Chopard haben eigene Shops, es gibt alles von Chanel bis Louboutin. Gemischt mit cooleren Läden, in denen ein sehr relaxter Schick angeboten wird, auch viele griechische Designer (dazu mehr in einem extra Artikel)
Derzeit sind die bunten gehäkelten Beutel Mochitas aus Kolumbien in, es gibt sie in vielen Boutiquen der Insel, auch die flachen Sanalen gibt es überall, sie werden in Griechenland hergestellt. Sie sind sehr bequem, rund 60 Euro kostet ein Paar. In ein, zwei Geschäften kann man sich T-Shirts bedrucken lassen. “Eat, Love, Party” und dergleichen mehr….äh, ja. Nein.

Die Läden zu finden ist nicht schwer, es gibt eine Hauptstraße Matogianni,, von der gehen kleine Seitenstraßen ab, alles auf einem relativ kleinen Gebiet. Ich kaufe mir erst bei einer Ben&Jerry Filiale das Kultgetränk der Einheimischen, Cappuchino Feddo, kalter, mit Zucker aufgemixter Kaffee auf Eiswürfeln mit eine dicken Schicht Milchschaum, und los gehts ins Einkaufsparadies.

Coole Bikinis, Tahiti Oil, nette Beachtaschen und alles, was am Strand noch schöner macht, gibt es bei beachhouse in der Matogianni 33

Emmy Monaco, Tria Piquadia, ist High End. Louboutin, Edeltaschen, wunderschöne Kaftane. Ich schau’s mir an, das ist definitiv eine Inspiration, aber kaufen kann ich mir hier nix.

Chora, Fl.Zouganeli Str. 43, ist ein wunderschöner Läden, sehr geschmackvolle Möbel und Wohnaccessoires im mediterranen Stil. Ein bisschen Mykonos, ein bisschen Shabby Schick. Ein Traum. Wer auf Mykonos ist und ein bisschen Budenzauber für daheim mitnehmen will, der ist hier richtig.

Direkt gegenüber ist VP Jewellery. Ich hab mir dort einen riesigen Rubelitring gekauft, der aussieht wie 200.000 Euro, aber 200 gekostet hat. Besser so als andersrum. In dem laden könnte ich mich doof kaufen. Da ist aber nicht doof bin, belasse ich es bei dem Ring.

Aber es gibt es viele tolle Läden: Free Shop, Ekaterini, Sostris, ex-tasy (ein Hippie-Laden), Nomad, Thala Jewellery.

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San Giorgio – der griechische Hotelhimmel

Mykonos ist Das Griechenland, dass man sich in Urlaubsträumen vorstellt. Blauer Himmel, türkises Meer, die Häuser Weiß und blau, jetzt im Frühling voller pinker bougainvilla und rotem Mohn. Grüne Hügel, immer von ein wenig Wind umweht. Perfekt. Ein Hauch der alten Hippie-Relaxtheit, die die Insel seit den Siebzigern berühmt gemacht hat, ist immer noch da, trotz turmhoher Kreuzfahrtschiffe im neuen Hafen. Mykonos ist wunderschön.
Hinkommen ist einfach, ich mit Germanwings direkt von Köln/Bonn geflogen, im Sommer gibt es auch direkte Flüge mit Airberlin aus Düsseldorf.
Ziel meiner Reise war ein Hotel, das San Georgio, das ich im Rahmen einer Einladung besuchen durfte. Das war klasse, denn so Schön wie Mykonos ist auch das Hotel am Strand, zwischen Paragas und Paradise Beach. Auf Paradise Beach liegt die Clubmeile, der führende Club ist der Paradise Club, einer der Top 20 dieser Erde, der den gleichen Besitzern gehört wie das San Giorgio. Und eigentlich war das Hotel nur ein Nebeneffekt, eine Wohnmöglichkeit für DJs und Gäste.
Aber was für eine. Das Hotel wurde als Save Haven für all die schöne Partycrowd konzipiert, fernab von gewöhnlichen Standards.Das Personal ist durchgehend schön, total freundlich und hilfsbereit. Hängematten und liegebetten am Pool, Lockere Sitzgelegenheiten überall statt steifer Lobby. Emanuelle Pfauenstuhl, Acapulcochairs, Designertische und weiße Macs mischen sich mit Fundstücken aus Griechenland, geflochtenen Matten und Teppichen aus maisstroh, schönen Kissen von “rock the Kashbah” aus Paris. Wenn es einen Platz gibt, einen glitzernden Kaftan zu tragen, dann hier. Das Hotel hat hohe Umweltstandards, das gefällt mir. Auf einer Insel, auf der Wasser ein wertvolles Gut ist, sollte man das nicht aus den Augen verlieren. Die griechische Regierung gängelt Hotels mit irren Auflagen, verlangt, dass Bettwäsche und Handtücher täglich gewechselt werden.

Der Pool ist ungeheizt und mit frischem Meerwasser gefüllt. Ich traue mich als einzige rein und finde es herrlich. Jetzt in der Vorsaison war es sehr ruhig und gemütlich, ich kann mir aber vorstellen, das es sich im Sommer ein wenig ändert, wenn ab Nachmittag der Strand zum Schwimmen, bräunen und zur Party ruft und das San Georgios voll besetzt ist. Da werden sicher die Beats der DJs auch das Hotel erreichen – aber das ist ja nicht das Schlechteste, schließlich legen im Paradise Club die besten DJs der Welt auf. An der familiären Athmosphäre wird sich dennoch nicht viel ändern, beim Essen an langen Tafeln kommt man sich näher und die Menschen, die ein Hotel wie das San Giorgio buchen, sind vermutlich ein ähnlicher Menschenschlag. Wer hier mit seinem Handtuch eine Liege besetzt, ist ganz sicher falsch. Entspannt bitte. Keine Nervereien im Urlaub. Und auf der Nachbarliege liegt vermutlich Avicii oder David Guetta. Cool.

Fernseher im Zimmer sind auch Fehlanzeige, aber ehrlich, ich hab das Tv nicht vermisst. Wann denn? Tagsüber wird am Strand relaxt oder in Mykonos Town geshoppt oder eine der nahen Inseln wie Delos oder Santorini besucht, abends geht es zum Essen und dann in die wunderbaren Clubs der Insel. Braucht das Paradies Tv? Wer’s gar nicht lassen kann, der kann via Wifi im Internet streamen, das geht, wir haben mal kurz beim Grand Prix und Germanys Next Top Model finale reingezappt. So sans, die Blogger.

Aber das ist eigentlich echt eine Sünde. Das Hotel ist dazu da, zu genießen. Zeit zu haben.
Zum Frühstück gibt es ein kleines Buffet, der Rest wird frisch ala Carte zubereitet. Griechischer Joghurt mit Honig, Nüssen und Früchten, Omelette mit Feta, Basilikum und Zwiebeln, Gegrillter Haloumi, pochierte Eier auf Avocados und Tomaten. Toll. Geht nicht besser. Auch mittags und abends bietet das Küchenteam griechische Küche auf hohem Standard an. Was mir ein wenig fehlt, ist ein SPA, aber da wird drüber nachgedacht. Gut.
Ich werde sicher im Sommer ein verlängertes Wochenende wiederkommen, um mich voll ins feiern zu stürzen. Als Hotelgast ist man Vip im Club, das wird ausgenutzt.

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