Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Komm, wir spielen Leute aussortieren!

modelplaymobil

Bild: Playmobil

Als Frank Krings dieses Bild auf Twitter gepostet hat, hab ich es noch für einen Scherz gehalten. Nach Cowboy, Feuerwehr, Bauernhof und Zirkuszelt können sich jetzt schon die Kleinsten vorbereiten auf die wunderbare Medienwelt – mit dem Playmobil Set “City Life – Model Casting”. Da weiß das “MEEEEDEL” (O-Ton Heidi Klum) schon ab 5, wie der richtige Walk geht, dass die Handtasche lebendig sein muss und dass “10 Meter gehen” mittlerweile ein erstrebenswerter Beruf ist.

Ich mein, ich hab meine Barbies geliebt und auch keine bleibenden Schäden davon getragen (glaube ich zumindest), es ist auch nicht das rosa Gedöns, dass mich nervt. Was mich nervt, ist, dass es bei dem Spiel eine Jury gibt, die den anderen Puppen rote oder grüne Karten präsentieren kann. Also bewerten, aussortieren, Menschen beurteilen spielen. Gefällt mir nicht.

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Wir sperren die Liebe weg!

"© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)"

“© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)”

Jeden Morgen sehe ich sie. Zu Tausenden hängen sie an der Hohenzollern-Brücke vor dem Kölner Hauptbahnhof. Verdunkeln die Aussicht. Liebesschlösser. Ich glaube, jedes zweite Paar von Köln hat sich da verewigt, so viele sind es Über 155.000  ... “Janine & David” “Marion & Peter” … und, denn Liebe und Liebessschlösser kennen keine Nationen “Mesut & Ebru” “Francois & Adelaide” “Jin & Cho” – die Schlüssel zu den Schlössern werden in den Rhein geschmissen. Weil, wird das Schloß entfernt, veschwindet auch die Liebe. Ich frag mich immer: Warum? Warum hängt man Schlösser an Brücken, um seine Liebe zu dokumentieren? Wo kommt dieser Brauch eigentlich her? Weil: Ich finde das Symbol nicht schön. Ein Schloß ist für mich ein Symbol der Gefangenschaft, ein Zeichen, dass man weggesperrt ist und nicht mehr rauskommt. Ist es Liebe, dann bleibe ich freiwillig. Ohne das ein Mann mich wegschliessen müßte. Ein Schloß ist Zwang und Nötigung.  Und eine Bahnhofsbrücke ist auch kein so romantischer Ort, dass ich mich dort verewigen müßte, auch wenn der Blick auf den Rhein und auf den Dom natürlich toll ist. Trotzdem. Es gibt sogar ein eigenes Blog dazu. Oder jede Menge Seiten, bei denen Paare ihr graviertes Schloß ordern können. Der Postillon hat den blöden Brauch persifliert.

Der Brauch stammt wohl ursprünglich aus Italien, dort hingen Studenten Schlösser zum Uniabschluss auf, um zu zeigen, dass ein Lebensabschnittt “abgeschlossen” war. Die Schlösser als Liebeserklärung haben sich aber erst seit 2006 rasend verbreitet, dem Internet sei Dank (?). Eine uralte, romantische Tradition, wie viele glauben und es die Händler der Schlösser weismachen wollen, ist es also nicht. Im Gegenteil. Es ist wie mit Oktoberfest, etc – alles wird zum Massenphänomen, jeder muss jeden Scheiss mitmachen – in dem Fall eben, ein Schloß an eine Brücke zu hängen. Origineller Liebesbeweis geht anders. Aber es soll Partner geben, die ernsthaft beleidigt sind, wenn der andere nicht so ein Schloss besorgt.

Die Pariser, ähnlich gestraft wie die Kölner, wollen ihre Schlösser loswerden, denn die Brücken brechen fast unter dem zusätzlichen Gewicht von bis zu 700.000 Schlössern. In der Stadt der Liebe ist natürlich der Brauch ganz besonders beliebt und dort sind es vor allem die Touristen aus den USA und Fernost, die glauben, einem einheimischen Brauch zu fröhnen. Aber sorry, ihr liegt falsch und es ist peinlich. lasst euch doch bitte was Neues einfallen.

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Warum bei Wearables die Techies nicht mitspielen werden

Ein smartes Armband von Swarovski

Ein smartes Armband von Swarovski

In der Tech-Szene hört man es häufiger “also ich kann mir nicht vorstellen, dass das Geschäft mit Wearables funktioniert. Ich kenne total wenige Leute, die sowas haben wollen. Eigentlich niemand.” Stimmt. In der Tech-Bubble ist auch die Apple Watch nur mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen worden. “Zu wenig Akku” “Datenklau” “Zu viel Funktionen” “Zu wenig Funktionen” “Viel zu teuer”. Und ich denke mir. Ja und? Bei Wearables wird eine andere Zielgruppe kaufen, bei denen solche Dinge bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielen, wenn überhaupt eine. Die Wearables wie Smartwatches, Funktionsschmuck, Sportarmbänder, intelligente Bekleidung zielt auf die Modebegeisterten. Auf die Selbstoptimierer. Auf die, die Statussymbole wollen. Apple macht mal wieder alles richtig und platziert ganzseitige Anzeigen nicht bei Chip, sondern bei der Vogue. Dort wirbt der Konzern für die 11.000 Euro Gold Edition – und das ist in diesem Kosmos kein so hoher Preis. Schliesslich sind da auch Menschen gewillt, 7.000 Euro für eine Hermes Handtasche auszugeben oder 78.000 Euro für eine aus Krokoleder. Da kosten Bulgari Colliers schon mal eine halbe Million. Apple ist ins Bling Bling Lager gewechselt und die Tech-Unternehmen, die schlau sind, sausen mit ihren Wearables hinterher.

Bildschirmfoto 2015-03-12 um 13.40.43Die Sachen müssen nicht auf der Mobile World vorgestellt werden, sondern auf der Fashion Week. Es müssen die Leserinnen von Instyle gewonnen werden, nicht die Chip-Leser. Dementsprechend sollten auch die Apps sein. Nicht an den praktisch orientierten Techkäufer denken, sondern an Modeleute. Die wollen Dinge wie den Herzschlag des Freunds spüren. Kleine, selbstgemalte Bilder verschicken. Da rümpft der Android-Nerd die Nase, für jemand mit einer Apple Watch ist sowas essentiell. Bis jetzt haben mich Smartwatches kalt gelassen – bei Apple Watch hab ich zum ersten Mal darüber nachgedacht. Nicht weil ich Apple Fangirl bin (bin ich nicht), sondern weil da irgendwelche unnützen Bedürfnisse angesprochen worden sind.

Die blinkenden Armbänder von Swarovski, die schlauen Ringe von Ring.ly – die zielen auf die richtige Zielgruppe. Da geht der Weg hin, und wenn das Pebble oder Samsung kapieren, steht ihnen dieser Massenmarkt offen. Mir machen Wearables total Spaß – Datenklau hin, Akku her.

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Warum machen wir Frauen uns selbst so klein?

Vorneweg: ich mag die Objektifizierung gar nicht, die Frauen in den Medien erfahren. Reduziert auf Titten und Po, reine Anstarrobjekte. Ich hab dagegen geschrieben und geschrieben und geschrieben. Symbolisiert im Bild-Girl,  der täglichen Rubbelvorlage. Ich habe auch ein T-Shirt mit “no more Page Three” aus England.

Insofern finde ich eine Aktion gut, die sich dafür einsetzt, dass Frauen in den Medien als mehr präsentiert  werden als nur als Objekt. (Dass manche Frauen sich selbst so reduzieren und gerne, steht auf einem anderen Blatt). Jetzt gibt es auf Twitter eine Aktion #mehralsmeinkoerper – Frauen schreiben auf ein Plakat, dass sie mehr können. Und hier fängt mein massives Problem mit der Aktion an. Oder nicht mit der Aktion, sondern mit den Frauen, die mitmachen. Denn was steht auf vielen dieser Plakate? “Ich bin Erdnussbutterspezialistin” “ich setzte mich für Frauenrechte ein und kann toll Pasta kochen” “ich arbeite Vollzeit und schmeiße den Haushalt” “ich kann  singen und nähen” “ich studiere” “ich bin Mama und liebe Schoko” diese Schilder – selbstgeschrieben oder ab und an in Comic Sans – offenbaren das gesamte Dilemma des Feminismus. Auf eine coole Aussage “ich spreche 5 Sprachen” kommen vier Schildchen, auf denen sich Frauen zwar nicht auf ihren Körper, sondern auf viel KleinKlein reduzieren lassen.

Was würde da bei Männern stehen? “Ich bin Manager und leite die Kommunikationsabteilung” “ich berate erfolgreich internationale Firmen bei ihren Social Media Aktivitäten” “ich habe ein Unternehmen mit 5 Angestellten gegründet” “ich bin Stadtrat” “mein Blog hat 10000 Leser am Tag” ich bin geneigt, der These zuzustimmen, dass die Frauen nicht reduziert werden, sondern das schön selbst übernehmen. Bloß nicht zu dick auftragen, immer lieb und bescheiden das Licht unter den Scheffel stellen.

So wird das aber nix mit dem Ernstnehmen. Wir reduzieren uns selbst :( ich weiß nicht, wie das zu ändern wäre. Die Medien tun nix dazu, unser Selbstbewusstsein zu stärken. Die zeigen nur, dass wir die perfekte Hülle sein müssen, schlank und schön und sexy, und erst wenn das erfüllt ist, dürfen wir uns Wissenschaft, Politik und Karriere widmen. Wenns denn sein muss. Besser, wir machen frauliche Sachen, wie nähen und kochen und Mama sein und ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen führen. Und hier sind wir wieder am Anfang.

Nachtrag: ich hätte mir wirklich mal eine Diskussion darüber gewünscht – aber die Initiatorinnen der Aktion reagieren nur beleidigt “Ihre Abwertung ist inakzeptabel und es scheint, als sei Ihre ‘Recherche’ der Bilder lückenhaft.” Tja – dann halt nicht. Und wieder eine Chance vergeben…

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Die fruchtlose Feminismusdebatte im TV

Gestern war wieder Genderpopender in der ARD bei “Hart aber fair”. Es war eine Diskussionsrunde aus der Hölle: die dauerbeleidigte Anne Wizorek, die postfeministische Sophia Thomalla,  die “Frauen sind doof”-Frau Birgit Kelle, der wandelnde Herrenwitz Kubicki und Frauenversteher Anton Hofreiter von den Grünen. Traumhaft. Nicht. Weil wieder alles durcheinandergeschmissen und geschrieen und gekeift wurde, dass danach garantiert nix bei rumkommt. Außer, dass wir uns solche Diskussionen echt schenken können.

Dabei wären sie notwendig. Denn natürlich ist es eine Sauerei, wenn Ärztinnen in einem Krankenhaus 15 Prozent weniger verdienen als Männer, klar gibt es eine Ungleichheit in vielen Bereichen. Und klar ist auch, dass wir Frauen dringend lernen müssen, unsere Rechte stärker einzufordern. Aber warum mixt man diese klaren Forderungen mit so wachsweichen wie “sexueller Belästigung”? Denn gerade eine so total subjektive Sache kann man nicht objektiv beurteilen. Wann und vor allem von wem sich eine Frau sexuell belästigt fühlt hängt nun mal extrem damit zusammen, ob ihr der “Belästiger” gefällt oder nicht. Der kleine, dicke Antänzer in der Disco ist eine Belästigung, der sexy Antänzer kann der Beginn einer rosa Wolke sein. Auch wenn beide das Gleiche machen, sagen und tun bedeutet das nicht, dass die Taten gleich beurteilt werden. Sagt Frau einmal, dass sie das stört, hat ein Mann das zu lassen. Danach ist es klar Belästigung. Aber einen “Angrabversuch” hat jeder Mann zu haben, weil er nicht wissen kann, ob er bei der Frau hop oder top ist.

Und dass wir Frauen Optik einsetzen, um uns Vorteile zu verschaffen, ist auch etwas, was in solchen Sendungen gern geleugnet wird. Aber es ist trotzdem richtig. Wenn eine Politikerin gut aussieht, sichert ihr das Vorteile gegenüber männlichen Mitbewerbern. Das ist einfach so. Wenn eine FPDlerin ihre Beine nicht zeigen wollte, würde sie keinen Rock anziehen oder sich als sexy Karate-Braut präsentieren. Nur: das macht sie nicht dümmer als Männer. Und es bedeutet nicht, dass sie nur an ihrem Aussehen gemessen werden will. Ich sage – die Frau, die das nutzt, ist schlau. Und wer wäre so blöd, freiwillig eine Waffe aus der Hand zu geben? Übrigens haben es auch gutaussehende Männer wesentlich leichter in Job etc.

Erst wenn Feministinnen wie Anne Wizorek zugeben, dass es auch sehr, sehr vorteilhaft sein kann, eine Frau zu sein, aber auch, wenn alte Reaktionäre wie Kubicki sehen, dass es immer noch große Ungleichbehandlung gibt, die es zu beseitigen gilt, dann kommen wir vielleicht an einen Punkt, an dem es sich lohnt, mit der Diskussion anzufangen.

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Presslufthammer gegen die Zivilisation

babylonAls ich ein Kind war, war mein Lieblingsbuch “Götter, Gräber und Gelehrte – der Roman der Archäologie” . Ich verfolgte mit, wie Schliemann Troja fand und Howard Carter Tut Ench Amun und wie mutige Ausgräber die alten Städten der Bibel wiederfanden, Städte wie Babylon, Ninive, Assur. Ich las von der vergangenen Pracht der Paläste, ihrer blauen, gelben, grünen Kacheln, einer andersartigen, kalten Farbwelt. Es war faszinierend. Und ich schwor mir, wenn ich groß bin, wollte ich mir das alles, alles live ansehen.

Ich habe Archäologie im Nebenfach studiert, sogar bei Ausgrabungen in Israel mitgemacht und war immer wieder in Museen von Kairo bis New York, die Wunder der alten Welt zu bestaunen. Nur ein Wunsch ist mir verwehrt – die Ausgrabungen zwischen Euphrat und Tigris zu besuchen. Kein Babylon, kein Ur, kein Uruk oder Assur für mich. Und die Chancen stehen schlecht, dass ich das jemals zu sehen bekomme – vor allem stellt sich nun immer mehr die Frage, ob es bald überhaupt noch etwas zu sehen geben wird dort. Denn Länder wie Irak und Iran versinken in einer neuen Barbarei. Die alten Kunstwerke, die im Boden die Jahrtausende überdauert haben, werden aufs neue zerstört durch die Hand der Isis-Barbaren, die darin eine Beleidigung ihres Propheten sehen. Ich sehe das als Beleidigung des Propheten, weil der bestimmt nicht so blöd war wie seine Anhänger es jetzt sind.

Pergamon_Museum_Berlin_2007112Wer noch einmal die “Beutekunst” in Frage stellt, dem werde ich jetzt nur noch den Vogel zeigen, denn jedes Stück in einem westlichen Museum garantiert den Erhalt der Stücke, jedes Kunstwerk, das im Land verbleibt, stellt ein unkalkulierbares Risiko für die Kunst da. Ohne das Pergamon-Museum in Berlin wäre das Ishtartor vermutlich nur noch ein Haufen Scherben. Was tun, wenn Mullahs plötzlich in Ägypten auf die Idee kommen, das Museum in Kairo anzuzünden und die altägyptischen Artefakte einzuschmelzen? Die Idee ist nicht völlig abwegig.

Die Vollidioten wollen die Welt in einen neues, finsteres Mittelalter holen, von den abscheulichen Greueltaten Menschen gegenüber braucht man nicht zu sprechen, die sind so bodenlos, aber mich macht der Verlust unsers gemeinsamen Erbes fast ebenso sprachlos. Wir waren doch schon so viel weiter, so viel besser. Noch ruhen unzählige Schätze dort in der Erde, die gesamte Stadt von Uruk ist nicht ausgegraben. Hoffen wir, dass das auch so schnell nicht passiert und die Schätze ruhen dürfen, bis wieder hellere Zeiten anbrechen im Zweistromland. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, weil ich glaube, dass die Menschen, die einmal das Licht der Aufklärung gesehen haben, sich nicht ewig im Dunkel halten werden.

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Ich fahre mal wieder auf die CeBIT

Früher war die CeBIT eine Pflichtveranstaltung, die echt jeder aus der Branche mitmachen musste. Und wollte. Es gab gigantische Stände, irre Messeparties, da war die ganz große Kohle am Start. Heerscharen von Menschen strömten durch die Hallen, nur um Goodies abzugreifen.Ich erinnere mich noch an die Messeparty eines chinesischen Herstellers mit Buffet. Die Mitarbeiter aus dem Reich der Mitte waren weder mit dem hiesigen Essen noch mit dem Konzept Buffet vertraut und luden sich wahllos Dinge auf ihre Teller, zum Schluss landete dann immer die Vanillesauce vom Dessert über dem Schweinebraten oder die rote Grütze verfeinerte den Leberkäse. Ich habe viel gelacht an dem Abend. Dieses Jahr ist China Partnerland, ich hoffe, mittterweile haben sies drauf mit dem Essen. (Aber sie haben es definitiv drauf mit den Goodies, die haben immer tollen Kitsch am Start)

Wenn man früher am Abend durch die Hallen ging, kam man von einer Party zur nächsten, teilweise mit prominenten Unterhltungskünstlern am Start, wichtigen Branchengesichtern unter den Besuchern und vielen Politiern am Buffet. Und was gab es nicht für Innovationen zu bestaunen: das erste Schnurlostelefon für daheim für schlappe 1700 Mark, den ersten Laptop mit nur 9 Kilo oder Disks, auf denen gigantische 50 MB Arbeitsspeicher drauf waren. Irre!

Das ist mittlerweile anders, die Messe ist immer noch wichtig, aber kein Pflichtprogramm mehr. Und gigantomanisch ist sie mittlerweile auch nicht mehr. Das sind Events wie die CES in Las Vegas oder die Veranstaltungen von Herstellern Apple selbst, die ihre Produktinovationen wie eine Messe auf dem Petersplatz inszenieren, ein quasireligiöses Erlebnis vor Jüngern und Gläubigern. Auf der CeBIT herrscht halt Realität: Lösungen für den Mittelstand, Digitaler Wandel, Cloudservices. Das ist wichtig, aber eben nicht so sexy wie einst die Produktnews von Apple oder Samsung live und zum ersten Mal zu sehen. Und wenn man genau hinguckt, findet sich durchaus noch einiges an spannenden Innovationen: In der Halle 9 ist alles “Research und Innovation” gewidmet. Mit “Turnmatten mit IQ” und ähnlichem. Ich werde dieses Jahr trotzdem mal wieder für einen Tag hinfahren, denn ich arbeite für Kunden wie die Telekom, da sollte ich schon schauen, was die so treiben auf der Messe. Die Telekom ruft das “Wirtschaftswunder 4.0″ aus, zeigt alles, was die schöne neue digitale Welt bringen soll, von vernetzten Fabriken bis zum Supermarkt der Zukunft (der drüben, jenseits der holländischen Grenze, schon Realität ist, dort scannt der Kunde selbst). Die Zukunft war früher auch besser, im Jahr 1972 hatte das ZDF kühne Vorstellungen von unserer technisierten Zukunft, im Beitrag Richtung 2000 zeigte man eine hoch technisierte Zukunft mit nur noch 25 Arbeitsstunden, happy Pills und einem erstaunlich richtigen Kommunikationsverhalten

 

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