Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Outlet Bad Münstereifel – Rettung oder Ausverkauf?

badmuenstereifelEs ist ein Experiment, das in Zukunft genau beäugt und verfolgt werden sollte. Nachdem die Kurgäste ausblieben hat die Stadt Bad Münstereifel versucht, die ausbleibenden Touristen und Kurgäste mit einem neuen Konzept wieder zu gewinnen. Die leerstehenden Geschäfte der Innenstadt wurden an einen Investor vermietet und der baute sie zum kompletten Outlet aus. Das City Outlet Bad Münstereifel ist zur Eröffnung praktisch voll vermietet. Die ortsansässige Gastronomie sowie viele historische Sehenswürdigkeiten wurden integriert. Das Besondere ist die Kombination von Outlet Shopping mit dem Charme und Ambiente einer mittelalterlichen Stadt. In rund 30 Geschäften präsentieren sich Fashion-,  Sportmarken, Schuhe & Leder sowie Kinderbekleidung, Wohnen und Accessoires.

Einheimische wie Heino wehrten sich erst, doch fügen sich nun:”Es ist gut für die Stadt, gut für die Leute”, sein Cafe in der Innenstadt musste weichen, er bewirtschaftet nun das Kurhaus.

Es ist eine Lösung für Bad Münstereifel, aber ist das jetzt die Lösung für all die entvölkerten Innenstädte?

Unter anderem sind klassische und moderne Marken wie Bugatti, Street One, Cecil bis hin zu Tom Tailor und Garcia Jeans vertreten. Ebenfalls bieten die Multimarken-Stores Robert Ley und Deerberg Mode sowie Schuhe und Accessoires von namhaften, internationalen Marken an. Im Sport & Outdoor Bereich können sich Besucher auf Wellensteyn und Puma  freuen. Ergänzend wird Kindermode von den Marken Sterntaler, Sanetta und Lego wear sowie Lifestyle-Uhren der Marke Ice Watch angeboten. Schokoladen-Liebhaber können Köstlichkeiten der Schweizer Premium Schokoladen-Marke Lindt genießen. Für hochwertige Heimtextilien und Wohnaccessoires sorgen Lambert und Bassetti. Die alpine Fashion- und Lifestyle-Marke Luis Trenker sowie die italienische Schuhmarke Bagatt eröffnen im City Outlet Bad Münstereifel ihren ersten deutschen Outlet Shop.

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Promi-Entsorgung im Altstar-Container

Ab Freitag startet auf SAT1 die neue Staffel Promi-Big-Brother, es gab genau drei Promis, die ich zweifelsfrei einem Gesicht zuordnen kann, Claudia Effenberg, Bachelor Paul Janke und der Wendler. Der Titel “Promi Big Brother” ist also bestenfalls euphemistisch, eher völlig übertrieben. Wer setzt sich schon freiwillig in so einen Container? Die, die dringend wieder ins Rampenlicht (zumindest in die dritte Reihe vom Rampenlicht) wollen ud die, die hoffen, mit sowas ins Rampenlicht zu rücken. Ich weiß nicht, ob vom Markenaufbau her sowas zu empfehlen ist. Aber wie will man es sonst schaffen, wenn man eigentlich gar nichts kann? Da bleibt nicht viel.

Es ist immerhin erstaunlich, dass sowas überhaupt noch funktioniert, denn richtigen Stars derzeit entstehen auf YouTube, völlig unbeobachtet von den Massenmedien, die bald keine Masse mehr haben, wenn sie so weitermachen. Eigentlich haben diese Formate keine Berechtigung mehr. Dschungelcamp ist eine Ausnahme, die haben auch Zietlow, der Promi Big Brother Cindy aus Marzahn, die genau einen Witz auf Lager hat. Und der Dschungel ist deshalb so gut, weil die Caster dort einen richtig tollen Job machen und Charaktere platzieren, mit den der Zuschauer aus ganzem Herzen mitleidet oder die er aus ganzem Herzen hasst. Larissa Marolt, Georgina Fleur, Joey Heindle. Wer gar nichts gebracht hat, war der Wendler, der jetzt eins der großen Zugpferde von Big Brother ist. Was eigentlich schon alles über das Format aussagt.

Obwohl, einige Kandidaten versprechen doch ein wenig Fun: Claudia Effenberg kann sich ja mit dem ehemaligen Teppichluder Janina unterhalten und  wird bestimmt lustige Anekdoten zum Besten geben, wie das ist, wenn der Mann einen mit einer stadtbekannten Münchner Thaitranse betrügt. Da wird es noch irgendwie halbwegs lustig, vor allem, wenn genügen Prosecco da ist. Vielleicht kommt die großbusige Ela auch endlich bei einem Bachelor zum Zuge, in ihrer Staffel ist sie ja böse abgeblitzt. Und Paul Janke sieht eh besser aus als der Glatzkopf vom letzten Mal. Wird es ihr helfen, auf alle roten Teppiche der Republik zu kommen? Wahrscheinlich ist der Container aber eher die Endstation.

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Prügelei vor und auf den Bildschirmen – Gamescom 2014 öffnet die Tore

ubicom_header2Für Jungs ist es wohl die wichtigste Messe des Jahres, die Nerdapotheose, der Traum: die Gamescom. ab 13. August öffnet die Kölner Messe wieder ihre Tore für die Gamer. Dann darf man wieder allerneueste Spiele testen und sich die Trailer dazu ansehen. Wenn man denn an die Konsolen kommt, denn die sind heiß umkämpft. Mittlerweile werden die Tickets knapp:

Nur noch wenige Restkarten für Donnerstag und Sonntag im Online Ticketshop verfügbar: Ausverkauf naht Restkontingent an Tagestickets für alle Publikumstage noch bei Saturn erhältlich, solange der Vorrat reicht. Einlass mit Nachmittagsticket voraussichtlich ab 14:00 Uhr, abhängig von Austritten – Wartezeit einplanen

Das ist natürlich bitter für Spontan Entschlossene, aber die wahren Fans haben sich schon längst ihre Tickets gesichert, um zu erleben, dass Assassins Creed jetzt in der französischen Revolution gelandet ist, vermutlich mit tragbarer Mini-Guillotine im Gepäck.Mich interessiert Watch Dogs mehr, ein Spiel über das Frankfurter Bahnhofsviertel. Oder sieht das nur so aus? The Evil Within von Bethseda kommt ungeschnitten, was alle freut, wobei derzeit kein Zombieshooter schlimmer sein kann als die Realität, die uns via Twitter udn TV nahezu ungefiltert den Nahostkrieg auf die Schirme spült. (auch wenn ich denke, dass jeder spielen darf was er will, wundere ich mich doch, warum derzeit jemand Krieg spielen möchte. Naja)

Wer da lieber die totale Realitätsflucht antreten möchte, auch das geht: es gibt einen Riesenauftritt von Blizzard und dessen World of Warcraft mit neuen Abenteuern im neuen Land Draenor. Ich spiel das ja nicht und frag mich gerade, was zuerst da war, der Landname in World of Warcraft oder der Character bei der Comedyshow von Michael Kessler, “Ich bin Ork von Draenor”. Wenn es die Comedy war, beweist die Gamesbranche extrem Humor.

Für Frauen ist die Messe nur bedingt geeignet: Es wird stundenlang angestanden und gerempelt, um die Spiele mal anspielen zu können, es gibt immer noch sexistisch gekleidetete Messebabes zu bestaunen, die Figuren in den Spielen sind immer noch für pubertierende Jungs gebastelt und Spiele, bei denen man sich selbst bewegen muss wie die mit der Kincect von Microsoft, die ich sehr geliebt habe, werden langsam aber sicher wiedereingestellt. Ein neues Spiel mit den rabiaten Rabbids von Ubisoft gibt es auch nicht. Ich werde trotzdem vorbeischauen und einige Pressekonferenzen mitnehmn, einfach, weil ich wissen will, wo der Trend so herweht.

 

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Düsseldorfer Hipkombi: Burger trifft Joghurteis

yomaroIch bin ja noch relativ neu in Düsseldorf, aber mir sind so ein paar Sachen aufgefallen: Alle Düsseldorfer lieben Burger und Joghurteis. Für nichts wird so angestanden wie für diese zwei Grundpfeiler der Hipsterernährung. Und beides gibt es hier in Superqualität. Jetzt gibt es in einem meiner Lieblingsläden, dem Toykio, in dem ich immer kleinen Blödsinn von Tokidoki kaufe, eine Kombination aus allem: Yomaro Frozen Yogurt trifft Toykio Gallery & Coffee. Das Toykio ist ein genialer Laden mitten im japanischen Viertel. Man kann dort Popartkunst erwerben, kleine japanische Spielzeugfiguren und bekommt eine der besten hausgemachten Limonaden der Stadt.

Und ab jetzt eben auch noch Frozen Yogurt. Dann wächst zusammen, was zusammengehört und es gibt endlich das Frozen Yogurt auch mit Macaronbröseln.

Yomaro Gründer Matthias Rombey und Kunstsammler Selim Varol freuen sich sehr über die Kooperation. Der schicke und puristische Stil von Yomaro passt perfekt ins designorientierten Szene-Konzept aus Galerie, Café und Shop. „Es war schon immer mein Traum YOMARO auf die Immermannstraße zu bringen. Wir sind super glücklich und sehr stolz, dies nun gemeinsam mit der ,Toykio What’s Beef Family‘ umzusetzen”, so Matthias Rombey.

Am Samstag lädt die neue Szene-Collaboration  zur großen Free-Frozen-Yogurt-Party ein.

Wo? Toykio, Immermannstraße 18, 40210 Düsseldorf.

Aus gegeben Anlass gibt es am selben Tag in der Schwester Lokation des Toykio, im What’s Beef 2 Häuser weiter ein ganz besonderes Spar Menü. Die besten Burger und dann Kostenlos Frozen-Yogurt. I like und werde sicher mal vorbeiradeln.

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Alles Fake im deutschen Fernsehen?

Rosen für die große Liebe? Doch im deutschen TV findet man meist nur Gefaktes Foto:RTK

Rosen für die große Liebe? Doch im deutschen TV findet man meist nur Gefaktes

In Amerika haben sie bei Live-Shows eine 5sekündige Verzögerung bei der Übertragung, damit, falls mal wieder wem ein Busen aus der Bluse hüpft, schnell reagieren zu können und den Menschen vor dem Bildschirm dieses traumatische Erlebnis zu ersparen. In Deutschland dagegen wird die Zensurschere gleich viel früher angesetzt. Es wird getrickst und gescriptet, es wird sich totgecastet, damit eines am Ende garantiert nicht herauskommt: etwas Echtes.

Bei der “Bachelorette” wird aufgeschrien “alles Fake” und so ist es ja auch. Dieses Format ist von vorne bis hinten durchinszeniert, jeder spielt die Rolle, die ihm zugedacht ist. Auch wenn man das irgendwann nur noch besoffen durchhält. Auch die Bauern und ihre Liebsten bei “Bauer sucht Frau” sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Da wird schon mal ein Hof angemietet oder eine Dame, da hat wer einen anderen Beruf oder sogar schon Weib und Kind im echten Leben. Das Liebeswerben, die “Ideen” der Bauern, mit Picknick auf dem zum Herz umgeformten Misthaufen sind auf dem Mist der TV-Treibenden gewachsen. Damit wird das Ergebnis zwar unglaublich öde, aber es ist wenigstens handlebar für die TV-Redakteure und ihre Vorgesetzten, die sich vor Überraschungen fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser. Es könnte ja zu Entgleisungen kommen, da könnten die Zuschauer wegbleiben, oder – noch viel schlimmer – die Werbetreibenden, die sich eine möglichst berechenbare Umgebung für ihre Produktplatzierung wünschen. Deswegen muss alles so schick und glänzend und zuckergussübergossen wie möglich sein. Das Problem ist aber, dass, wenn negative Überraschungen ausbleiben, auch positive ausbleiben. Dass irgendwann ein Kandidat ganz unvorhergesehene Starqualitäten aufweist und die Zuschauer wirklich fesselt. Dass ein Format, eine Talkshow echte Emotionen zutage fördert. Dass ein Bachelor und eine Bachelorette mit all ihren gelackten Prinzen und Prinzessinnen tatsächlich die wahre Liebe findet (ja, sie auch nur sucht) glaubt mittlerweile kein Mensch mehr.

Und die Öffentlich-Rechtlichen? Ja, da wird auch auf Teufel komm raus beschissen, um sich bei seinen Gönnern in Politik und Wirtschaft einzuschleimen. Da kommt ein Beckenbauer von Platz 36 bei den beliebtesten Deutschen schnell auf Rang 9. Äh, ja gut, sicher. Auch hier wird alles dem Proporz angepasst und dem bescheuerten Glauben, dass Zuschauer lieber kuratiertes wahres Leben haben wollen. Nein. wollen sie nicht. Authentisch ist wesentlich besser, weil spannender als gescriptete Kackscheisse. Wie heisst es? “Das Leben schreibt die spannenendsten Geschichten”. Eben. Aber damit tut sich Deutschland schwer. Auch im Printbereich werden, wie eine Freundin von mir in ihrer Doktorarbeit herausfand, signifikant öfter mit hübschen Symbolbildern verziert und nicht mit den realen Protagonisten. In England ist ein Bericht zu “Love in Gambia” tatsächlich mit Muttis aus Birmingham bebildert, die sich schwarze Lover anglen, in Deutschland mit einem weißen Model in romantischer Umarmung mit einem schwarzen Model. Ich weiß, wie ichs lieber hätte. Echte Menschen, echte -emotionen, echtes Leben. Das ist so viel spannender als poliertes Drehbuch.

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Von Harry bekomme ich nie genug

Jetzt werde ich mal intim – viele nutzen ja ihre Blogs, um Privatestes zu enthüllen, das sollte ich eigentlich bleiben lassen. Aber ich kann nicht anders. Ich bin einfach total begeistert. Denn heute will ich euch von dem Typen erzählen, mit dem ich derzeit abends ins Bett steige und wieder aufwache, den ich mitnehme in die Badewanne, ins Cafe oder auf das Sofa an einem verregneten Wochenende. Es ist ein bisschen verlottert, trinkt zuviel (na gut, er hat ein ernsthaftes Alkoholproblem), hat aber dafür einen ganz guten Humor und ist vor allem ziemlich intelligent. So alt wie ich – und groß, so um die 1,95. Und blonder Skandinavier, sieht recht gut aus, auch wenn man ihm das Saufen ansieht. Er ist einfach toll.

Er heißt Harry, Harry Hole. Und ist Kommissar. Er ist die Erfindung von Jo Nesbo, Mein Freund Matze Nerdecker hat ihn mir vorgestellt. Und es war Liebe auf den ersten Blick. Harry Hole ist nicht so moralisch persilsauber wie Commissario Brunetti, der mit ständigem Heiligenschein durch Venedig ermittelt. Er ist auch nicht so derartig gruselig wie andere skandinavische Ermittler, deren Täter sich sadistisch durch die Fjorde morden. Mit ihm gemeinsam zu ermitteln macht Spaß, mit ihm einen saufen zu gehen oder ihm zuzugucken, wie er sich durch seinen Alltag schlägt. Seine ewige Nemesis ist Tom Waaler, ein Streber im Polizeipräsidium, der aussieht wie David Hasselhoff und auch sonst eine ziemlich zwielichtige Person ist. Mit den Frauen hat Harry Hole eher Pech. Die haben eine fatale Neigung zum Frühableben. Oder sie halten es mit Harrys Saufeskapaden nicht mehr aus. Kann ich nachvollziehen. Ich bin mittlerweile bei Band 5. Anders als bei anderen Literaturkommissaren bauen die Bücher aufeinander auf, Hole löst zwar einen Fall, aber die Rahmenhandlung im Präsidium von Oslo oder in Harrys Privatleben läuft weiter. Ich bin begeistert zu sehen, dass Hole noch viele Bücher weiter durch Oslo geistert. Was mir gefällt, ist, dass die Bücher nicht in sadistisch ekliger Breite grauenvolle Morddetails breittreten, dass die Fälle zwar kompliziert und verschachtelt sind, aber nie völlig unlogisch und Spaß machen, mitzuverfolgen. Es spricht für Nesbo, dass ich nicht immer gleich weiß, wer der Täter ist. Es werden auch gezielt falsche Fährten gelegt. Man darf nicht immer dem ersten Augenschein trauen…

Es gab schon mal einen Harry, dessen Abenteuer ich begeistert verfolgt habe. Wie Milliarden anderer auch. Harry Potter. Da war ich Späteinsteiger, also die Welt hat schon gelesen und ich bin erst später dazu gekommen. Anders als bei Game of Thrones – da gehöre ich zu den verzweifelten Fans, die sechs Jahre auf ein Buch warten, nur um dann wieder nichts genaues von irgendwelchen Figuren zu hören. Aber mei, so sind Fans eben. Bis im Oktober der 10. Band von Harry Hole, “Koma” erscheint, bin ich mit den anderen durch. Und dann heißt es warten auf Band 11…

 

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Voll o.k. – Schönes aus aller Welt macht die Wohnung bunter

Billiges Plastik oder Blech, recycelter Gummi, schlechte Papierqualität. Quietschbunt. Mit vielen bunten Mustern oder Tierchen drauf.  Ja, in anderen Ländern sehen Alltagsgegenstände anders aus. Ich mag es, sie in die kühle Funktionalität unserer Welt deutscher Wertarbeit zu integrieren. Manchmal bringt man sich sowas aus dem Urlaub mit – aber nicht immer reicht der Platz im Koffer, oder die Zeit oder die Nerven, Geschäfte nach ägyptischen Klorollenhaltern abzusuchen. Ich bin deswegen seit Jahren Fans der o.k.-Versands, wo man die schrägsten Produkte aus alles Welt bekommt. Ich finde, diese Dinge haben Seele und hauchen die auch der Wohnung ein. Zuviel darf es nicht sein, aber so ein paar Hingucker – toll.

“Wer es liebt, in fremden Ländern durch Kaufhäuser zu stöbern und sich das lokale Warenangebot anzusehen, wird sofort die Idee des o.k.-Versands verstehen: Hier werden Alltagsgegenstände angeboten, die zwar qualitativ mit den Produkten deutscher Wertarbeit nicht immer mithalten können, dafür aber außergewöhnlich skurril gestaltet sind. Die meisten Dinge sind industriell gefertigte anonyme Massenartikel aus einfachen Materialien wie Plastik, Leichtmetall oder Holz. Sie erfüllen tadellos ihren Zweck, werden aber im hiesigen Fachhandel einfach nicht angeboten.”, heißt es auf der Webseite.

IMG_1930Dem kann ich nur zustimmen, ich hab etwa den kleinen, hässlichen grünen Elefanten, eine Gießkanne aus China, die meine Terrasse verschönert, richtig lieb gewonnen. Oder den rosa indischen Plastikteppich in der Küche. Oder die mexikanische Wandverzierung.  All das macht aus meiner Wohnung ein Heim. Mein Heim. Es gibt fiesen Kitsch, aber manchmal auch richtige Kunst, wie etwa die russischen Werbeplakate oder – die hab ich nicht vom o.k. Versand, sondern aus Ghana mitgebracht – Afrikanische Frisörschilder, die der Kundschaft zeigen, welche Frisuren im Angebot sind. Die sind richtig Popart.

Wer nahe Köln oder in Berlin wohnt, hat Glück, es gibt auch zwei Läden, in denen die o.K.-Dinge verkauft werden. Da bekomme ich gleich noch eine Portion Inspiration dazu. Der Kölner Laden befindet sich in der Gladbacher Straße 36, zwischen Belgischem Viertel und Mediapark, U-Bahn Station Christophstraße. Für mich aus Düsseldorf eine kleine Weltreise, aber dafür kmme ich auch mit Tüten voller dinge rund um die Welt zurück.

 

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Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single auf Parship…

…und ich denke mir, warum nur einer? Braucht es da nicht zwei dazu? Ich mein. ich verlieb mich ja auch gerne im Internet, in Joe Manganiello oder in George Clooney. Blöd nur, dass sie davon ungefähr genauso viel wissen wie vermutlich der andere Single auf Parship. Willkommen im Menschen-Supermarkt. hin und weg schnell verliebt, heute Düsseldorfer im Sonderangebot, nicht verpassen! Ich finde diese Singlebörsen im Internet eigentlich eine gute Idee, da es immer schwieriger wird, mit zunehmendem Alter, den richtigen Partner zu finden. Immer mehr von uns lassen sich scheiden, im Job wird Flexibilität erwartet und der Umzug in andere Städte. Und dann ist der Aufbau eines neuen Bekannten und Freundeskreis einfach nicht mehr so leicht. Einen Partner finden ganz zu schweigen.

Deswegen, eigentlich gute Sache. Leider hat die Sache wie jede gute Sache, einen Hacken. Denn mit der Auswahl steigen die Ansprüche. Warum denn bei einem Partner bleiben, wenn um die Ecke vielleicht noch jemand Besseres warten könnte? Noch ein bisschen toller, noch ein bisschen schöner, noch ein bisschen intelligenter, noch ein bisschen reicher. Außerdem, man hatte das ganze Jahr bezahlt, warum das ganze schöne Geld verfallen lassen, nur weil Nummer zwei passt? Könnt ihr Nummer 3, 4 oder fünf da noch viel, viel, viel, viel besser sein. Ich finde auch die Werbung fatal, in der fabulös schöne Menschen sagen, sie suchen jemand ganz normalen, wie sie selbst. Weckt einfach falsche Erwartungen. Es sind einfach die meisten ganz normal. Und das ist gut so. Vielleicht sollte man die Erwartungen modifizieren oder erkennen dass der wirklich zu einem passenden Partner nicht unbedingt ein Topmodel sein muss, vor allem, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass man selbst keins ist. :)

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UpMade – das Beste aus Resten

Foto: Herkki Erich Merila and Riina Varol

Foto: Herkki Erich Merila and Riina Varol

Eigentlich hört es sich erstmal komisch an: Mode aus den Resten der größten Textilfabrik in Bangladesh. Aber was Ausdesign® aus diesen Resten zaubert, überzeugt von der Ökobilanz als auch von der Optik. Die Designerin Reet Aus aus Tallinn in Estland zeigte ihre Mode unter dem Label UpMade auf dem Green Showroom im Adlon. Ich mag ja blau-weiß-gestreifte T-Shirts, vor allem, wenn ein Anker drauf ist (Nautische Methapher). Und dieses Stück lockte mich an den Stand. Die übrigen Designs waren wesentlich schicker und ich mochte alles. Leider kann man dort nicht direkt kaufen, wie noch vor einem Jahr, ich hätte gern ein T-Shirt erworben.

So schön die Mode ist, gestartet ist das Ganze  eigentlich als Forschungsprojekt zum Thema Upcycling, also aus dem Müll anderer Menschen etwas Sinnvolles und -in diesem Fall – Wunderschönes zu schaffen. Extrem nachhaltiges Konzept. Reet Aus und ihr Team arbeiten mit Beximco zusammen, dem größten Textil- und Bekleidungshersteller in Bangladesh. Beide Firmen zielen darauf ab, die Umwelt zu schonen und Ressourcen einzusparen. Keine kleine Sache, wenn man bedenkt, dass es theoretisch möglich wäre, 65% des Abfalls zu vermeiden, den die Textilfirma im Jahr produziert – und das bei einer gigantischen Menge von  56 Millionen Kleidungsstücken, die Beximco pro Jahr verlassen.

Die Designs von UpMade by Reet Aus  sparen zusätzlich 70% Wasser und  schaffen 88% weniger CO2 Ausstoß im Vergleich zu herkömmlicher Ware. Der Trick dabei ist, die übrig gebliebenen Stücke aus anderen Kollektionen so zusammenzusetzen, dass die kleinen Stoffteile wieder ein sinnvolles Shirt ergeben. So  wirken die Motive wie Anker oder Pfeil wie kostbare Intarsien im T-Shirt, wie besonders aufwändig gemacht und nicht, wie im Gegenteil, aus der Not geboren. Die Designs müssen immer wieder neu gepuzzelt werden, je nachdem, was andere Firmen so für Zuschnitte bestellen.

Wenn man über eine Riesenfirma in Bangladesh hört, wird man natürlich auch stutzig und fragt sich, ob man da nicht die Arbeiter ausbeutet. Ja, von der Ökobilanz ist UpMade Green, aber auch von den Arbeitsbedingungen? Die Webseite gibt darüber ausführlich Auskunft. Ich hoffe, das hat alles so seine Richtigkeit. Ich kann nur sagen, mich hat das Konzept und die Schönheit der Designs überzeugt.

Zu kaufen gibt es die Mode in diversen Boutiquen, leider in keinem Online-Shop. Aber ich hoffe, irgendwo eine der Ankerblusen zu erwischen.

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Will ich ein Kunstwerk sein? Bekleidung versus Mode

Print von Artiststylist

Print von Artiststylist

Wie relevant ist Mode denn noch? Man sollte denken, extrem relevant. Jeden Tag stehen wir vor dem Schrank und denken darüber nach, was wir tragen wollen, wer wir sein wollen in unseren Kleidern. Kleider machen Leute. Stimmt ja auch. Die meisten von uns entscheiden sich praktisch. Gucken nach dem Wetter und was in ihrer Arbeitsstelle so okay ist. Wie man die Figur kaschiert – oder zeigt – je nachdem. Mit extrem modischen Gesichtspunkten hat es in den wenigsten Fällen zu tun. Eine Anna dello Russo, die postuliert, sie liesse sich vom Wetter ihre modische Entscheidung nicht abnehmen, ist selten.

Es gibt in Deutschland derzeit vier große Kategorien.

  • Jung und proll trägt meist engste Jeans mit engem Top und Lederjacke, die Haare kunstvoll geglättet. Dazu eine Louis Vuitton Speedie und High Heels
  • Jung und hip trägt das Gleiche, nur mit weitem T-Shirt, die Haare zum Dutt und Sneaker oder Birkenstock. Brille und Jutebeutel
  • Älter trägt Jeans und Funktionsjacke mit praktischer Frisur. Oder Kostüm, falls wer in der Bank arbeitet.
  • Wer noch älter ist, trägt alles in verwaschenen Beigetönen mit Stützstrümpfen.

Das wars. Fertig ist die Laube. Alles andere sind maximal Randerscheinungen, nicht mehr statistisch erfassbar.So richtig rausstechen will eigentlich niemand. Selbst in Modemetropolen kann man lange nach extrem gut und eigenwilig gewandeten Menschen suchen. Warum das so ist? Schwer zu sagen. Vielleicht hat diese Zeit des globalen Dorfes auch eine Art globale Spießigkeit mit sich gebracht. Auch die Männer sabotieren Abweichungen, denn die mögen es nicht modisch oder auffällig, lieber Sachen, die Titten und Hintern gut raus bringen. Sexy ist immer gut, wenn es nach denen geht.

Niemand fragt – wie modisch ist das? Will ich heute ein Kunstwerk sein? Und wenn ja, was für eins? Will ich heute ein Statement setzen mit mir selbst? Bin ich heute Protagonist in dem Stück “Mein Leben” und sorge dafür, dass andere zusehen dabei? Lady Gaga denkt so und die ist als extrem exzentrisch verschrieen. Mode ist Kunst und Kunst trägt niemand – außer Künstler, die dürfen das. Eine ganze Palette der Kommunikation wird gekappt. Auch wenn man nicht nicht kommunizieren kann, die derzeitige Bekleidung sagt nur: Ich bin Teil des Chors, kein Solist. Jedes Jahr bringen die Frauenmagazine Modebeilagen über die Schauen und jedes Jahr kaufen die Frauen das Gleiche mit minimalen Abwandlungen.

Durch das Desinteresse wir auch die Mode als Solches uninteressant. Was nicht getragen wird, ist nicht geeignet, den Zeitgeist zu beeinflussen. Eine Spirale der Irrelevanz. Modehäuser könnten eigentlich gar keine Mode mehr machen und ihr Geld mit Basics, Handtaschen und Kosmetika verdienen. Tun sie ja eh schon. Wenn Dior und Co keine neue Mode mehr designen würden, würde das irgendwem auffallen? Deswegen interessieren mich Schauen nur noch, wie ich eine Oper anschaue, bestimmt nicht, um dort Dinge zu erwerben, sondern als Kunstspetakel. Eigentlich schade.

Mein Beitrag zur Blogparade anlässlich der Ausstellung „Erwin Wurm. One Minute Sculptures“ im Frankfurter Städelmuseum

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Firmen im Vergleich: wie gut verdienen die Näherinnen?

Eine Studie der Clean Clothes Campaign zeigt es: Primark schneidet beim “Näherinnen zahlen” besser ab als Versace, nur mal so. Der Preis sagt leider gar nichts aus.

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1. Juli 2014 · 9:03 vormittags

Immer dreimal weniger wie du – wer trägt Triple Zero?

Es tut sich was im Bereich der Kleidergrößen – leider in die falsche Richtung. Ab jetzt gibt es Triple Zero, Größe 28. Das entspricht Taillenweiten um 56 Zentimeter, realistisch für eine Achtjährige. Gut, wenn die Mode für Achtjährige gemacht wird, ist alles Tutti. Aber danach sieht es nicht aus. Nein. Die Klamotten sind für Teenies und erwachsene Frauen gedacht.
Ich finde es ein schlechtes Signal. Denn, im Gegensatz zur Aussage der ehemaligen Herzogin von Windsor, man kann durchaus zu dünn sein. Ungesund dünn. Dünn bis zum Wahn. In den sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook gibt es schon längst einen unseligen Wettbewerb im Knochenzeigen. Wer hat die tiefere Bikinibridge (also wenn das Höschen beim liegen über die Hüftknochen spannt) , wer hat den breiteren Tighgap (die Oberschenkel dürfen sich nicht berühren) – ein Wettbewerb im weniger sein, dünner sein, immer dreimal weniger wie du. “Size Zero ist die neue 44″ spötteln die Fashionvictims. Hollywood und Topbloggerinnen machen es vor, die Masse springt übers Stöckchen.

Ehrlich: wer dünn sein will, fein. Das soll kein Rant gegen Dünne werden. Aber bitte, macht keinen Wettbewerb draus. Und behaltet das Maß im Auge. Triple Zero ist ab 14 einfach ungesund. Und die Hersteller sollten sich fragen, welches Bild sie mit Kleidung in Winzgrössen befeuern.

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Eine Institution gibt es nicht mehr

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Es gab so ein paar Geschäfte, die bestimmten, was Trend und Stil ist war in Deutschland: Theresa in München, quartier201 in Berlin und Eickhoff in Düsseldorf. Ich erinnere mich gut daran, als ich früher bei einer Illustrierten arbeitete, da würde zum Saisonanfang immer bei diesen Geschäften angerufen und gefragt, was denn so geordert worden wäre für die Saison. Es war interessant, die regionalen Unterschiede festzustellen und das unterschiedliche Modeverständnis.

Regional ist mittlerweile Fehlanzeige, denn die Rolle des Trendsetters hat jetzt das Internet mit Läden wie net-a-porter übernommen. Im Netz gibt es Tag und Nacht weltweit alles zu kaufen. Und die Institution Eickhoff hat seine Pforten auf der Düsseldorfer Kö geschlossen. So wie Maendler, ein Münchner Traditionsgeschäft, schon länger davor. Es gibt nur noch wenige Inhabergeführte Boutiquen. Pool in München etwa oder das wunderbare Hayashi in Frankfurt. Das ist in vielerlei Hinsicht ein Verlust: denn was auch bald fehlen wird, sind der Einzelhandel in der Innenstadt. Bald sind nur noch die weltweiten Ketten gewillt, die horrenden Mieten zu zahlen. Blöd für die Kundschaft, die überall nur Einheitsbrei bekommt, blöd für ältere Menschen, die der Beratung bedürfen, blöd auch für neue Designer. Denn Eickhoff und Co haben Talente gefördert, auch mal neue Labels ausprobiert und so bekannt gemacht. Denn das Renommee der Läden war groß, der Geschmack sicher. Traut sich heute kaum wer..

Ich finde das alles sehr traurig. Und auch die Qualität der Beratung sinkt. Denn was solche Geschäfte vor allem auszeichnete, war ihr tolles Personal. Leute, die den Kunden auch sagten, was ihnen nicht steht, aber vor allem auch zeigten, was passen könnte. Die auf tolle Stylingideen kamen. Die geradezu mütterlich Abendkleider oder Outfits für bestimmte Anlässe heraussuchten. Das fehlt im Netz. Und nicht nur da. Oft beschränkt sich die ” Beratung” auf: “den Blazer können sie auch zur Jeans tragen”. Ach ne.

Ich hab eine Bitte, wenn ihr eine Boutique gefunden habt, die euren Geschmack trifft, kauft dort ein. Und gebt die Adresse weiter, nur so stellt ihr sicher, dass es die weiterhin geben wird.

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Traurige Trikots von Adidas zur WM

Es ist ein nationales Symbol, etwas, das ein ganzes Land mit Stolz tragen soll – das Trikot der Fußballnationalmannschaft. Hergestellt von Traditionshersteller Adidas. Es kostet stolze 79 Euro. Bei dem Preis wird doch alles in Ordnung sein mit der Herstellung, da ist bestimmt ein guter Lohn für die Näherinnen drin? Hast du dir gedacht – laut der Anstalt im ZDF sind es 80 Cent pro Trikot. Die müssen im Akkord genäht werden. Die Näherinnen können trotz 10 Stunden an der Maschine ihre Familien nicht ernähren. Sie werden krank, weil sie durch Akkordarbeit nicht mal auf die Toilette dürfen. Und ja, die anderen Sportfirmen, Nike und Puma, sind bestimmt nicht besser. Aber Adidas näht für Deutschland bei der WM.

Wie gesagt, es ist nicht irgendein T-Shirt. Es ist das Shirt, das für Deutschland steht. Auf das wir alle stolz sein sollen – oder es sogar tragen als Fans unserer Natonalmannschaft. Und dieses Symbol sollte eine anständige Herkunft haben, seine Näherinnen auch stolz machen, weil es sie gut ernährt. Jetzt ist es eine Schande.

Und Adidas ist das offenbar völlig egal. Vielleicht weil die fränkische Firma weiß, dass kein Kleiderskandal je etwas am Kaufverhalten ändern wird. Weil billig zählt. Aber das Shirt ist nicht billig, sondern richtig teuer. Bei Nachfrage sowohl bei der Pressestelle als auch bei der PR Firma wird einfach abgewunken. Statement? Gibt es nicht. Braucht es ja nicht. Es geht ja nur um ein nationales Symbol.

Was ist eure Meinung, sollte ein wichtiges Trikot fair hergestellt sein? Oder ist das bei dieser WM eh schon egal?

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Mehr Einzigartigkeit wagen

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Normal. Der Norm entsprechend. Durchschnitt. Schön unauffällig, unauffällig schön. Das Thema beschäftigt mich, weil es so viel umfasst. Wir waren doch schon mal weiter, in den 70ern und 80ern träumte man den Traum einer bunteren Gesellschaft. Es war Platz für Exzentriker, Platz für ungewöhnliche Biographien. Damals galt als Schlüssel für eine gute Party in einem Club wie dem P1: ein Drittel langweilige, reiche Zahler, ein Drittel Beautiful People und ein Drittel exzentrisches Feiervolk. Das letzte Drittel würde man heutzutage unmöglich voll bekommen. Wohin ist das verschwunden? Jetzt ist immer der der Gewinner, der sich am besten angepasst hat. Gesellschaftsmimikri. Und wer ausschert, wird schleunigst auf den Pfad der Tugend zurückgebracht. “Hotter than my daughter” heißt ein Fernsehformat, das Abweichlerinnen wieder normiert. Weil sich die kreuzbiederen Töchter für ihre Mütter schämen, die in den wilderen 70ern groß geworden sind. Guido Maria Kretschmer verpasst ihnen einen edlen Look, den sie allein nie wieder hinbekommen werden. Weg mit Lack und Leder, rein in Kaschmir und Seide. Sicher, Massengeschmackstauglicher als vorher, aber eben auch beliebiger. Und wozu? Dass wieder eine untergeht in der Masse und sich ihr hässlicher Mann freut, dass er jetzt eine schöne Frau hat. Wir lassen uns viel zu häufig von der Kosmetikindustrie, den Medien und den Modelabels in eine Norm zwängen. Wir passen uns an, nicht umgekehrt. Ich muss dabei auch an “schöne neue Welt” von Huxley denken, wo auch immer wieder nachnormiert werden muss. Wo das Denken und die Optik gleichgeschaltet sind und alle sich den größten Schwachsinn im “Fühlkino” anschauen, nur damit keiner auf eigene, verrückte Ideen kommt.

Ich finde, wir sind viel besser als das. Wir sind alle auf unsere Weise schön und wundervoll. So wie wir sind. Wir sollten uns so lassen. Mehr Nachsicht haben mit sich selbst, dann haben wir auch mehr Nachsicht mit anderen. Haben wir alle so Angst, individuell zu sein? Das geht ja noch weiter, wenn Angst vor Andersartigkeit und vor Veränderung Angst vor allem Fremdem und Unbekanntem schafft. Die neue Normalität bereitet den Boden für Fremdenhass, Rassismus und Exklusion. Einige Leute reagieren regelrecht wütend auf alle anderen, die es wagen, anders zu sein als sie selbst. Weil die womöglich das eigene Weltbild in Frage stellen. Das ist eine fürchterliche Entwicklung.

Überall in Europa nimmt die Fremdenfeindlichkeit zu. Das sollten wir nicht zulassen. Und den Anfängen wehren. Fremdenfeindlichkeit beginnt nicht erst bei Pöbeleien gegen anders Denkende, anders Aussehende, anders Glaubende, sondern damit, dass man glaubt, selbst der Maßstab zu sein für alles. Dass man die Norm ist, an der sich alles zu orientieren hat. Weg vom egozentrischen Weltbild zu einer offenen Sicht. Es könnte sich lohnen für uns alle.

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Jeden Sommer wieder: die Beautyterroristen!

“Boah eh, das die sich das traut” “Also ich würde nicht so rumlaufen und ich bin zwei Nummern kleiner” “wie übel. Leute wie die sollten im Sommer echt daheim bleiben.” “Cellulitisalarm” – wer kennt die Sprüche nicht? Wir lesen sie in den sozialen Netzwerken, hören sie im Freibad, in der Bahn, überall. Manchmal ist man gemeint. Die Zischer und Gröhler sind überall. Ich nenne sie Beauty Terroristen. Die gehören leider zum Sommer wie die Wespe auf dem Zwetschgendatschi und sind genauso lästig und überflüssig.

Was wird nicht alles bemängelt: Dicke sollen keine Röcke tragen, Dicke sollen keine kurzen Hosen tragen, Dicke sollen keine Querstreifen tragen, Frauen sollten möglichst keine Zellulitis haben, Frauen über 40 sollen kein Bikini tragen, keine Minis, keine leichten Tops. Männer dürfen nicht in Sandalen rumlaufen und auch nicht in Kurzarmhemden. Alte, Dicke, Unperfekte sollen das Freibad meiden, sollen sich bitte verhüllen. Unperfekte Füße sollen bitte weiterschwitzen in geschlossenen Mauken. Was soll das? Wollen sie damit kompensieren, dass es selber nicht so perfekt sind oder wollen im Gegenteil ihre persönliche Perfektion herausstellen gegen ein Heer von Moppeln, die das Auge der Ästheten beleidigen? Mit iiiihhhh, Haut, die nicht völlig glatt ist, mit Speckröllchen und einem Tropfen Schweiß auf der Stirn. Ja dürfen die das? Da kann man doch was machen dagegen? Muss die sich so gehen lassen? Jetzt isst die auch noch ein Eis. Das ist ja….menschlich. Zu wenig Plastik. Zu wenig Ambition.

Wer hat diese Mode-Kay One bestellt? An die Ästheten, die am liebsten aus der ganzen Welt eine Tommy Hilfiger Anzeige machen wollen: wie langweilig ist euer Weltbild, wie engstirnig seid ihr eigentlich? Ein Straßenbild in dem jeder und jede perfekt ist, ist so öde wie lauwarmes Mineralwasser. Entspannt euch. Das würde euch schöner machen…oder wandert nach Miami aus.

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Schwul ist normal!

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Solange solche Talkshows noch möglich sind, läuft echt was schief.
Und deswegen veröffentliche ich hier den Pressetext meiner Partei, der Piraten.

Die Piraten fordern zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie zu
mehr Akzeptanz von vielfältigen Lebensformen auf. Immer noch werden Menschen wegen ihrer Sexualität diskriminiert und in über 70 Ländern steht Homosexualität unter Strafe.

Leider steigt auch die Zahl der Länder, in denen die Todesstrafe droht, wie in Jemen, Iran, Irak, Mauretanien, Nigeria, Katar, Saudi Arabien, Somalia, Sudan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Brunei.

Die Antidiskriminierungsbeauftragte Lüders warnt auch vor einer neuen Homophobie in Deutschland und fordert Beschwerdestellen für Schüler/innen auf Landesebene sowie die Rehabilitation und Entschädigung für Opfer des Paragraphen § 175 SGB.[1]

Hierzu ermahnt Ali Utlu, Bundesbeauftragter für Queerpolitik der Piratenpartei Deutschland: “Es gibt jeden Tag tausende Übergriffe gegen Homosexuelle, verbaler und physischer Art. Soziale Netzwerke sind da insbesonders zu nennen, da es dort sehr einfach ist, Menschen wegen ihrer Sexualität zu diskriminieren. Wir dürfen als Gesellschaft nicht zulassen, das Homophobie geduldet wird, sondern müssen sie da ächten, wo sie geschieht, und eingreifen.”

Wir Piraten stehen für eine bunte Gesellschaft, in der sich jeder frei entfalten kann, unabhäng von seiner sexuellen Präferenz, und rufen dazu auf, ein Zeichen für die Akzeptanz der Vielfalt zu setzen und an den CSDs in ganz Deutschland teilzunehmen.

Quellen:

[1] http://www.ad-hoc-news.de/antidiskriminierungsstelle-lueders-warnt-vor-neuer–/de/News/36982204

http://www.dw.de/homophobie-ist-in-uganda-gesetz/a-17450256

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Bridget Jones, du nervst!

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Doch, ich habe sie sehr gemocht. Ich könnte mich sehr gut identifizieren mit Bridget Jones und ihrem chaotischen Leben. Den Hang, einen garantiert Falschen viel spannender zu finden als einen bestimmt viel Netteren, ihre Kämpfe mit Job und Diäten. Kannte ich und fand es komisch, darüber zu lesen. Inclusive der kleinen Selbstbetrügereien. Das war vor 15 Jahren. Jetzt ist Bridget wieder da mit dem neuen Buch von Helen Fielding “Verrückt nach ihm” (Goldmann Verlag) da und jetzt nervt sie nur noch.
Denn was Anfang Dreißig noch ulkig wirkt, ist bei einer Frau Anfang Fünfzig unerträglich. Bridget ist 51, Mutter von zwei Kindern, Witwe – und damit wieder auf dem Singlemarkt. Trotz Ehe, Kinder und Schicksalsschlag hat bei ihr offenbar keine Veränderung stattgefunden. Immer noch chaotisch, verpeilt, verplant, unsicher, mit Minderwertigkeitskomplexen gegenüber anderen Müttern und allen anderen. Was früher okay war, wirkt nur noch peinlich. Mit der Bridget Jones aus dem ersten Buch wäre ich gern mal auf einen Kaffee gegangen, jetzt wäre ich genervt von ihr. Dabei müsste ich sie mögen.. Sie twittert wie eine Wilde, ihr Lover ist 20 Jahre jünger und sie sucht im Netz nach der großen Liebe. Kenn ich – aus eigener Erfahrung oder aus dem Bekanntenkreis. Es ist nicht so, dass Frauen Anfang 50 nicht einen romantischen Liebesroman verdient hätten. Im Gegenteil. Aber was diese Frauen attraktiv macht, ist Ihre Souveränität, ihre Gelassenheit, und ihr Wissen darum, wer sie sind und was sie wollen. Ein durchgeknallter Teenie im Körper einer 50-jährigen ist einfach nur noch furchtbar. Er wird dann aus liebenswert verpeilt nur noch hysterisch. Fremdschämen pur und damit absolut keine leseempfehlung, leider. Ich hab mich auf eine neue Begegnung mit Bridget gefreut, aber das war eine Enttäuschung.

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Mein Lieblingsteil diesen Sommer

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Dass ich die Weste bekommen habe, war pures Glück, denn es standen vor dem h&m an der Kö schon seit dem frühen Morgen die Fashionbrigaden, die genau das Teil auch wollten. Es gab nur noch eine Weste in 38. egal. die würde ich schon “gehackt” bekommen.. Es ging sehr einfach:. Nachdem ich das edle Stück an den Seiten aufgetrennt und dann passend zusammengenäht habe, ist die Weste aus der H&M exklusive Collection mein Lieblingsteil.

Wenn ihr noch eine bekommt, kauft sie, egal welche Größe. Die lässt sich ganz einfach weiten – weil die Seiten sich nur überlappen. :)

Ich zieh sie eigentlich dauernd an. über Maxikleider, über Jumpsuits und alles, was keine Ärmel hat. Der bauchfreie Look ist natürlich nix für mich…

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22. April 2014 · 8:39 nachmittags

Holen wir uns unser Land zurück! Macht mit mit der Politik

Hat irgendwer von euch schon mal wirklich darüber nachgedacht, was Politik machen eigentlich bedeutet? (Na gut, ihr seid hier Leser und deswegen schlau und deswegen bestimmt eine ganze Menge.) Es bedeutet, daran zu arbeiten, dass diese Welt schöner wird, besser, lebenswerter. Dass wir alle hier auch noch in 50 Jahren gerne leben wollen. Und unsere Kinder und Kindeskinder. So viel Freiheit für alle wie möglich. So viel Regeln für alle wie nötig. Wie viel Geld der Staat durch Steuern einnehmen soll und wieviel er wofür ausgeben soll. Klingt eigentlich ganz einfach – und ist es auch.
Kompliziert wird es dann, wenn bestimmte Gruppen möchten, dass es ihnen besonders gut geht und sie privilegiert werden. Dann möchten diese Gruppen die Politiker zwingen, ganz spezielle Ausnahmen zu schaffen. Nennt sich lobbyarbeit.

Soweit alles klar? Klar. Was wollen wir? Das ist auch klar: wir wollen, dass wir bis in alle Zeiten sicher und beschützt leben können, dass wir frei sagen dürfen, was wir wollen und dass wir die Freiheit haben, unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten. Dass es Arbeit gibt und die gerecht bezahlt wird und dass die, die nicht mehr arbeiten können, Rentner, Menschen in Notlagen und Krankheit, weiter in Würde leben können. Wir wollen, dass unsere Umwelt erhalten bleibt, unsere Kinder Bildung bekommen und wir in Frieden leben auf dieser Erde. Will jemand was anderes? Leider – Ja. Es gibt Leute, die wollen so viel Geld verdienen wie möglich, ohne Rücksicht auf Verluste. Die wollen uns übers Ohr hauen als billige Arbeitskräfte, willige Konsumenten jeden Drecks, den sie mit Sklaven am anderen Ende der Welt produzieren. Aber das sind nicht viele, Nur nehmen die ihren Einfluss war.

Aber das können wir alle auch. Wir sind viele. eigentlich fast alle. Deswegen ist es für mich schwer verständlich, wie wir dieses elementare Feld, das uns so betrifft wie kein anderes, in den Händen der Politiker lassen. Uninteressiert und ungeprüft. Dabei würde es genügen, hinzugucken und sich zu beschweren, wenn es in die falsche Richtung läuft. Das ist unsere Macht. Und niemand kann mehr merkeln, pardon werkeln, wird er oder sie will.

Nur so können gierige lobbygruppen Gesetze durchbringen, die nur wenigen nutzen. Sinnlose Bauprojekte wie Stuttgart 21 oder Elbphilgarmonie. Gesetze, die Steuern oder Abgaben für einzelne erlassen. Jetzt kommt ein Handelsabkommen namens TTIP, dass uns zu den nützlichen Idioten weltweiter Konzerne macht. Das kann keiner wollen. Dabei genügt es, ab und an der Polktik und den Firmen auf die Finger zu schauen – wir sind die Wähler, die Konsumenten, wir haben die Macht. Nehmen wir sie uns. Gemeinsam. Zu sagen, das ist nix für mich, das darf für niemand in Frage kommen. Es geht um unser Leben, unsere Liebe, unsere Zukunft, unsere Gesundheit und Freiheit. Gibt es etwas Wichtigeres?

Wir Piraten wollten und wollen, dass alle wieder mitmachen bei der Politik und der Einstieg erleichtert wird. Denn, das macht die Politik sehr schlau, sie macht alles sehr kompliziert, baut Hürden auf, schmeißt verbale nebelkerzen, damit die Menschen das Interesse verlieren und glauben, das sei nur komplizierter Tinnef für Profis. Nix ist falscher.
Bitte wacht auf und nehmt eure Interessen wieder in die Hand.

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