Archiv der Kategorie: Essen

Craft Beer – nix für Anfänger (wie mich)?

Craft Beer ist derzeit schwer angesagt. Ich will jetzt nicht auch noch auf den Zug aufspringen oder gar so tun, als sei ich ein Kenner. Aber ich durfte netterweise letztens bei einem Biertasting in der 82Drei Kneipe in Köln Ehrenfeld dabei sein und war  überrascht, wie wahnsinnig unterschiedlich Bier schmecken kann. Die Leute rund um mich waren echte Kenner, die die Hopfensorte rausschmecken können, die teilweise sogar selbst Bier brauen – echte Hochachtung dafür.
Wie gesagt, ich hab keine Ahnung. Aber vielleicht gibt es noch einige mehr, die bisher nur den Begriff Craft Beer gehört haben – für die ist der Artikel gedacht. Deswegen erstmal ganz banal – was ist Craft Beer? Die Webseite Bierclub hat eine gute Definition gebracht: “Brauer experimentieren mit den innerhalb des Reinheitsgebots erlaubten Zutaten und komponieren Biergeschmäcker, die anders, außergewöhnlich und ungewohnt sind. Dabei legen die Brauer keinen Wert darauf, dass diese Biere massentauglich sind.”
Bier legt also den Weg hin, den zuerst Wein, dann Kaffee, Wasser und Schokolade schon genommen haben – vom Massenprodukt zur absoluten Verfeinerung. Außerdem haben die Biere oft noch ein paar Umdrehungen mehr als herkömmliches Bier.
Es gibt in den USA eine große Brauerszene, auch hier in Berlin und anderen deutschen Großstädten wie Köln oder München ist das Edelbier im Kommen. Mekka für Bierfans sind Belgien oder Franken, Landstriche, in denen schon seit langer Zeit außergewöhnliche, individuelle Biersorten gebraut wurden. Wunderbare dinge wie Rauchbier aus Bamberg oder die Trappistenbiere der Klöster in Belgien haben in der Bierszene eine Ruf wie Donnerhall. Ich hab auch mal eine mehrtägige Bierwanderung durch Franken gemacht, bei der man von Hausbrauerei zu Hausbrauerei wandert und das wirklich leckere Bier überall geniesst – die Wanderung wird immer beschwingter zum Abend hin…

Ich muss sagen: ich finde es interessant, teilweise auch sehr lecker, wenn es nicht zu herb ist. Für mich darf gerne außerhalb des Reinheitsgebots mit Obstbieren wie Kriek (Kirsche) oder Bananenbier experimentiert werden.

Was wir probiert haben waren unter anderem Eigenkreationen von Holger, der in seiner Firma Denkwerk das Denkbräu selbst braut – das war wirklich klasse. Es gab auch Bier “Kampot Red” mit Chilli-Pfeffer versetzt, eine alkoholfreie Bierlimonade mit Hopfen namens “Hoppster” – bevor die Biere mit bis zu 15 Prozent Alkohol kamen, bin ich dann ausgestiegen – einen Kopf hattte ich am nächsten Tag sowieso.

Wer es mal testen will: die Seite Bier.de hat Probierpakete im Angebot, aber Tipps von Kennern sind herzlich willkommen.

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“Grüne Liebe” – meine Kantine in Ehrenfeld

Es gibt so Zeiten, da fühlt man sich besser, wenn man leicht isst. Also eine pürierte Gemüsesuppe, einen leckeren Smoothie oder eine Saftschorle. Mir geht es derzeit so. Ich habe festgestellt, es geht mir besser, wenn ich mittags nicht allzuviel Gerümpel in mich reinschaufel. Und wenn, dann sagt es mir mein Bauch schon, wenn es unbedingt wieder Pizza sein muss.

Aber es ist auch total einfach, sich mit Suppen und Smoothies zu ernähren. Denn ich habe direkt ums Eck die “Grüne Liebe“. In einer Seitenstrasse in Köln Ehrenfeld, sonnig und eingerahmt von einer Bar, einem marokkanischen Geschäft – und dem Kaufland. Das kleine Lokal ist genauso neu wie ich im Veedel, etwa 8 Wochen. Und hat sich schon als feste Größe etabliert.
Innen bietet ein großer Tisch Platz für 6-8 Gäste. Da sitze ich fast jeden Mittag, denn das kleine, liebevoll eingerichtete Lokal hat eine Bank in der Sonne, das ist wunderbar. Und der Chef Simon Stäblein hat einen lustigen Musikgeschmack, Oldies von Jerry Lee Lewis bis Abba, der Besuch macht also in vielerlei Hinsicht gute Laune. (Der gute Mann ist übrigens auch Urban Gardener und Comedian)

Die Grüne Liebe ist Hobbyweltverbessern in Reinkultur – denn es wird das regionale Obst und Gemüse benutzt, das nicht den optischen Anforderungen entspricht, aber sonst tiptop ist. Und das sonst weggeworfen werden müsste – aber in einem Smoothie oder einer Suppe ist die Optik egal. Und schmecken tut es. Sehr sogar. Man kann sich die Suppen (Kosten alle 4,90 Euro) nach eigenem Geschmack verfeinern, aber ich bin eigentlich immer sehr zufrieden. Alles, was ich mir wünschen würde, wäre eine etwas größere Portion, damit die Suppe als vollwertiges Mittagessen durchgeht. Dazu gibt es zwei immer frisch-warme Miniröggelchen und selbstgemachte (!) Kräuterbutter.  Die Smoothies sind durchweg lecker, ich entscheide mich aber irgendwie immer für den Haussmoothie “Grüne Liebe” mit Grünkohl, Birne, Banane und Mandelmilch…(3,60 Euro)…hmm. Und gesund. Vieles ist vegan, aber auch nicht alles – jeder findet was.
Mich macht die “Grüne Liebe” jeden Mittag ein kleines bisschen glücklicher – und das ist doch das Beste, was man von einem Lokal erwarten kann.

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Warum ich keine Lust mehr auf McDonald’s habe

20140330-140433.jpgMcDonald’s kämpft derzeit mit einem Kundenschwund. Es gehen immer weniger Menschen dort essen, immer weniger wollen die Burger haben. Mir geht es genauso. Natürlich ist es vermessen, die eigenen Erfahrungen als Pars pro toto zu setzen und als Maß aller Dinge zu sehen. Aber ich hab festgestellt, ein recht guter Trendindikator zu sein, wenn ich was mache, machen das viele. Vorneweg: ich glaube nicht, dass man mit Erweiterung vom Salatsortiment oder mit Grünkohl noch wen hinter dem Ofen vorholt. Man geht einfach nicht zu McDonald’s, um Salat zu essen. “Komm wir gehen zu Mc Donald’s, lecker Salat essen” Kein Mensch, niemals. Zu Mac geht man, wenn man schnell was Warmes braucht, wenn man Bock hat relativ günstig was zu essen, was den Hunger stillt. Es ist bei mir meist auf Reisen so. Aber mittlerweile gibt es in jedem größeren Bahnhof so viel bessere Angebote – da muss ich nicht (mehr) zu McDonald’s.

Ich denke, dass das Angebot an gutem, tollen Fast Food, an Burritos, Wraps, chinesischen Gerichten, an Falafel mit Hoummus, frisch gegrillten Chiabattas, Dim Sum oder Curries etc, so gut geworden ist, dass es immer McDonald’s um Längen schlägt. Sogar auf dessen Homeground…

Denn: Fastfood? Das geht doch viel besser!

Wenn ich Lust auf einen Burger habe, muss ich nicht mehr zu McDonalds. das können andere besser. Wenn schon sündigen, dann ein richtig geiler, hausgemachter Burger, der richtig gut schmeckt, so wie bei Whats Beef oder bei den Beef Brothers. (die Fette Kuh in Köln, die gigantisch sein muss, will ich noch testen) Frisches Fleisch, hausgemachte Saucen, frische, angeröstete Burgersemmeln, originelle Kombos mit Pesto, Ruccola, Mozzarella oder echter Cheddar und viel in Bioqualität etc. – alles aber nicht so übertrieben fettig – außer man will es so. Man hat eben die Wahl. Das hab ich alles bei McDonalds nicht. Auch Versuche Richtung Gourmet sind echte Fettbemmen. Burger mit zwar Simmentaler Rind, aber mit Speck und Mayo und einem fettigen Rösti – 759 Kalorien und es würgt mich beim Drandenken. Der andere Aktionsburger hat zwar bunten Salat drauf, aber doppelt Käse und Käsesauce und Senfsauce – mit 725 Kalorien kaum weniger mächtig. Wer soll das denn essen?

Sonderwünsche? Wie denn?

Ich kann mir den Burger nicht selber zusammenstellen. Und selbst wenn ich könnte, womit denn? Vollkornbrötchen? Fehlanzeige. Alternativen zu den Mayosaucen? Fehlanzeige. Alternative Salate wie Ruccola? Fehlanzeige. Weitere Beläge auf den Fleischpatties wie karamelisierte Zwiebelringe, gegrilltes Gemüse? Fehlanzeige. Truthahnburger? Fehlanzeige. Beilagen? Pommes oder gekringelte Pommes. Oder Salat. Süßkartoffel-Fritten? Bratkartoffeln? Zwiebelringe? Gemüse? Gibt es natürlich auch alles nicht. In Amerika verliert McDonald’s Kunden an die noch billigere Konkurrenz, hierzulande macht es einfach die bessere Konkurrenz.

Und: McDonald’s nervt: ob ich Standdardware bestelle oder einen Sonderwunsch – egal, ich muss warten. Aufreizend langsam schlendern die Thekenkräfte gemächlich zu den Pommes…oh, leer, na dann hängen wir doch ne Schale rein…als ob das nicht der machen könnte, der gerade die letzte Schippe genommen hat. Wer zu Mc Donald’s geht, will schnell bedient werden. Eigentlich sofort. Und dann nicht auf Essen oder Milkshake oder Burger warten. Wobei, wenn ich meine Wünsche mit den Sonderwünschen hätte, ginge es womöglich noch langsamer. Aber ich stelle mir das so vor wie bei Chipotle Grill oder Subway. Basis ist Burger und ich sage, was ich drauf oder drunter kriege. Wäre sehr cool. Und schnell. Oder wie bei Vapiano. Wo ich sehe, was mir gerade zubereitet wird.

Mir fällt echt kein Grund ein, warum ich noch zu Mc Donalds wollen sollte.

 

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Ein Wochenende im Foodie-Himmel

fish+artEin Sandwich mit Sou-Vide in Cidre geschmortem Steak und stundenlang karamelisierten Zwiebeln, handgemachte Gourmet-Marshmallows, Pulled Pork Sandwiches, peruanische Kroketten, libanesische Meze, sizilianische Reisbällchen, senegalesische Küche, Surf’n’nTurf-Burger. Der Kölner Sternekoch Saloum Raphael Doucouré  wird unter “Ralphs BBQ” eigens von ihm für das Festival kreierte Sandwiches anbieten. “Eines davon ist ein veganes Smoked Green Earth Sandwich. Das Highlight von Raph’s BBQ ist das 24h in Dark Beer marinierte und 6h Sous Vide gegarte U.S. Flanksteak auf Landbrot mit Wasabi Creme Fraiche, Gurken-Senf Relish und Whisky Schmorzwiebeln.” Ich denke, dieses Wochenende werde ich 4 Kilo schwerer – denn es ist Street Food Festival in Düsseldorf.

cidre+steakIn letzter Zeit ist die Auswahl an “Fast Food” nachgerade explodiert, noch nie gab es so viele, so exotische Gerichte, die überall in unseren Großstädten angeboten werden. Und die Qualität ist der Hammer, slow food, das ganz fix über die Theke geht, wie genial!! Ich finde es herrlich. Viele der Teilnehmer sind mit ihren Essenständen aus Berlin angereist, ich bin total gespannt auf die Köstlichkeiten von etwa Fräulein Kimchi oder Pan Kowalski. Die Ban Mihs aus Düsseldorf kenn ich schon und auch mit schwedischen Zimtschnecken wird man mich nicht locken können. Wenn, dann maximal exotisch, was ich eben sonst nicht jeden Tag esse…Garantiert werde ich bei Big Hug Barbeque die Spare Rips probieren: Sechs Stunden in Eschen- und Eichenrauch gegarte fleischig zarte Spareribs und selbstgemachte Saucen ausschließlich aus natürlichen Rohprodukten hergestellt. Wer kann dazu schon nein sagen? Ich sicher nicht.

Street Food Festival

Nächstes Event am Samstag, 7. März, 12-22 Uhr & Sonntag, 8. März, 12-20 Uhr

3€ Eintritt
Stahlwerk
Ronsdorfer Str. 134
40233 Düsseldorf

Wen von euch treffe ich da?

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Meine Art der Diät – bisher klappt es

crespelle

Wenn schon nur einmal am Tag, dann was Gutes: Crespelle mit Spinat-Ricotta-Füllung

Ja, es wird viele geben, die jetzt gleich losmöppern “das kann doch nicht gesund sein”, “das funktioniert doch nie” – ich kann nur für mich sprechen und sagen: doch. Tut es. Entstanden ist das Ganze aus der Not heraus. Ich war viel unterwegs auf Messen, bei Parteitagen, etc – und hatte meist nur Zeit, einmal am Tag was zu essen. Meist so am frühen Nachmittag. Komischerweise hat mir das immer vollkommen gereicht. Ich hab dann angefangen, das auch hinterher auszuprobieren. Zum Frühstück gibt es eine große Schale Matcha mit Sojamilch und bis 15 Uhr nichts mehr. Dann eine Mahlzeit, bei der ich schon schaue, dass sie gesund ist, aber wenn ich Lust auf Pizza habe, dann ist diese Mahlzeit eben eine Pizza. Und danach ist Schluss. Sense. Finito. Gibt nix mehr außer Früchte-Tee am Abend. Und ich habe tatsächlich keinen Hunger mehr, es fehlt mir nix. Ich esse also echt was ich will und nehm ab dabei. An Tagen, wo ich zum Essen eingeladen bin, warte ich bis Abends, aber das fällt mir so richtig schwer, das geht kaum. Da hab ich dann richtig Hunger.

Für mich ist diese zeitliche Begrenzung trotzdem viel einfacher zu handhaben als Kalorien zu zählen oder Nahrungsmittel einzuschränken. Und wenn ich anfangen würde, nur einen Apfel und ein Magerjoghurt als Mahlzeit zu bezeichnen, würde ich mir Sorgen machen. Aber ich ess ja normal und nehm so etwa ein – zwei Kilo in der Woche dabei ab. Was absolut okay ist. Ich weiß nicht, ob die Methode für jeden was ist, mir hilft sie gewaltig. Vor allem, weil die Beschäftigung mit Essen einfach weg fällt. Weil die sehr schlaue Erzählmirnix einfach recht hat: Zuviel Essen hat mich dick gemacht. Und da nutzt es nix, hier mal ein Häppchen, da ein Häppchen, weil zumindest ich die Kalorienzahl all dieser Häppchen sehr unterschätze. Und ich esse gerne und hab manchmal Appetit auf bestimmte Dinge. Wenn man mir verbietet, auf was ich wirklich Lust habe, kommt Frust auf. Aber auch diese Klippe wird mit meiner Methode umschifft. Eine Brigitte-Diät mit einem Scheibchen hiervon und einem Löffelchen davon ist nix für mich, das dauernde vorbereiten nervt mich, bei Saftdiäten geh ich nach drei Tagen die Wände hoch. Also – nur einmal am Tag. Bis jetzt halte ich das drei Wochen durch und es fällt mir leicht.

Welche Erfahrungen habt ihr so mit Diäten gemacht?

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Klein Japan in Düsseldorf – Ramen im Takumi

Es ist ein regnerischer Mittag und ich habe Lust auf was Warmes im Bauch.  Eine Suppe wäre jetzt recht. Und da führt mich mein Weg in die Düsseldorfer Immermannstrasse 28, zu Takumi, keine 5 Gehminuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof. Ich spare mir damit etwa zehn Flugstunden, denn mit dem Eintritt in das Lokal verlässt man Deutschland und betritt japanischen Boden. An den Wänden Werbung auf Japanisch, die Keller lächeln und sagen “Arigato” statt Danke – die meisten können wirklich kein Deutsch, bestenfalls Englisch. Die Einrichtung ist schlicht und schmucklos – und absolut authentisch. Aus den Boxen krawallert japanische Popmusik mit diesen kiksigen Stimmchen, an den Tischen sitzen Japaner und schlürfen die Suppen in sich rein. Man kann in die Küche sehen, dort werkeln die Köche an riesigen Suppentöpfen, kochen Nudeln, braten Gyozas oder frittieren Hühnerstücke, die es als Beilage zur Suppe gibt. Auf den Tischen stehen mittags Karaffen voller Eistee, den es gratis gibt.

IMG_1294Es ist wunderbar. Es behaupten ja alle, das Naniwa wäre der Nudelsuppenhit in Düsseldorf, deswegen stellen sich dort alle brav an. Ich muss gestehen, mir persönlich ist das Takumi lieber. Die Nudeln kommen direkt aus Sapporo, 145 Gramm pro Suppe “der Takumi Standard” lobt die Speisekarte – die Karte ist eines der wenigen Dinge, die es auch auf Deutsch gibt. Ich nehme sowieso immer das Gleiche: Ramen mit Shoyu-Brühe und dazu Gyozas. Es gibt, das hab ich jetzt in Düsseldorf gelernt, grundsätzlich drei verschiedene Grundbrühen: Shoyu auf Sojasaucenbasis, Salzbrühe mit relativ wenig Eigengeschmack, für die verschiedene Salzsorten gemischt werden und Misobrühe, die laut Takumikarte bei den Gästen am beliebtesten ist. Mir persönlich schmeckt die Shoyu am Besten, ich mag den brühigeren Geschmack zu Nudeln lieber als das leicht hefige Aroma des Misos. Ich bin da irgendwie altmodisch. In Japan selbst ist Shoyu-Brühe auch die beliebteste Sorte. Salzbrühe ist was für Kenner, die bringt den Nudelgeschmack sehr klar zu Geltung.

Beim ersten Besuch hab ich unauffällig geschaut, wie die Asiaten eigentlich die Nudeln essen – es gibt zwei Varianten, entweder den Kopf nah an den Pott und reinsaugen oder – dafür hab ich mich entschieden, die Nudeln in kleinen Portionen auf den riesigen Löffel häufen, Brühe dazu und so essen. Weniger Sauerei. Ramen-Suppen von Takumi sind mitterweile mein Leibgericht, ich esse nichts lieber als das. Allein dafür bin ich meiner neuen Heimat Düsseldorf sehr dankbar.

Wer will, kann das Essen auch tiefgefroren mitnehmen und zu Hause nachkochen, aber ich finde, der Spaß der “Reise nach Tokio” ist die halbe Miete beim Nudesuppenessen. Zumal die Preis im Lokal echt okay sind, die Ramen mit Gyoza und Freitee kosten 12,50 Euro und machen pappsatt.

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Das französische Kekswunderland

Neulich ist mir kleiner, wunderschöner Laden aufgefallen, der vor kurzem in den Düsseldorfer Schadowarkaden seine Tore geöffnet hat. Wie könnte er einem nicht auffallen? Schon beim Näherkommen weht mir ein süßer Geruch nach Schokolade, frisch gebackenen Keksen und Bonbons entgegen. (das duftet himmlich, nicht nur, weil ich es wieder riechen kann) Und in dessen hellen Regalen stapelt sich alles, was einem Zuckerfan wie mir das Herz höher schlagen lässt. Mürbe Kekse, einer schmelzend sandigen Konsistenz, die im Mund zergeht, teilweise gefüllt mit Apfel und Zimt, mit Schokoladenkern oder mit Aprikosen und Himbeeren. Es gibt Nougat und Tourron in allen Sorten, mal hell und mit Mandeln und Orangeat gespickt, dann wieder dunkel schokoladig-nussig. Mandeln im Schokomantel, Marzipan und Calissons, eine andere, archaischere Form des Marzipans, die jeder kennt, der schon einmal in Südfrankreich war.

IMG_1279Es gibt Theken voller runder, bunt gestreifter Lutscher in allen Geschmacksrichtungen, Belandises, mit Fruchtmark gefüllte Bonbons, harte und weiche Karamelbonbons und – vielleicht gar nicht so schlecht nach all dem Süßen – pikantes Gebäck mit Curry, Oliven, Paprika, Herbes de Provence, geformt wie winzige Baguettes. Alle Produkte sind niedlich verpackt, in Cellophan oder in altmodischen Blechdosen. Rund und Eckig, klein und groß stapeln sie sich und warten, gefüllt zu werden. Kurz, es ist eine Filiale von Charlies wunderbarer Schokoladenfabrik.

Altmodische Rezepte wiederbelebt

Der Laden nennt sich “La Cure Gourmande” – es gibt ihn bislang nur in Frankreich und Belgien, Ländern, die etwas von gutem Essen verstehen. In Düsseldorf hat nun die erste deutsche Filiale geöffnet (Korrektur: in Berlin gibt es sie auch schon). Ich muss gestehen, ich war begeistert. Die Sachen schmecken so richtig altmodisch, wie ich Bonbons als Kind in Erinnerung habe, als ich in Rosenheim in einem kleinen, wundervollen Bonbonladen mein Taschengeld für Himbeerbonbons ausgab. Und genauso ist es gedacht. “La Cure Gourmande” wurde 1989 gegründet, um sich wieder auf aus der Mode gekommene Süßigkeiten zu besinnen, sie wieder in alter Qualität herzustellen. Das hat sich bewährt, in Frankreich sind die Läden Kult, nicht zuletzt wegen der liebevollen, typisch französischen Präsentation. Und weil es gut schmeckt. Ich bin totaler Fan der mit Apfel-Zimt gefüllten Kekse, die ich gern zu einer Tasse Tee esse. Nicht zu viel, die sind ziemlich gehaltvoll, da bin ich sicher.

Übrigens weiß ich nun auch, wonach die kleine Katze von Karl Lagerfeld benannt ist: ein Choupette ist ein Lolli. Wie süß!

 

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