Monatsarchiv: Juli 2012

Impressionen aus Quarzazate

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Die Kashbah von Quarzazate

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So sieht eine Drogerie in der Kashbah aus

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Katzen machen eine symmetrische Siesta

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Die Tür mit Abwehr gegen böse Zauber

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Meine Begegnung mit Osama Bin Laden

20120717-164711.jpg Tja, dass Elvis lebt, wird ja immer mal wieder behauptet – aber dass auch Osama Bin Laden lebt, war mir neu. Umso überraschter war ich, als mir unser Reiseführer einen Herrn als Osama bin Laden vorstellte. “Unser berühmtester Mitbewohner”, meinte er stolz. Jetzt war ich wirklich ratlos. Na gut, der Mann trug Tarnhosen und hatte einen grauen Bart, aber, da war doch was…Aber der Reiseführer bestand darauf, den Laden von Osama zu besuchen, er betreibt in der Kashba von Quarzazate einen Kiosk für Getränke, Haushaltswaren und Tee.

Da lüfetete sich das Geheimnis: der freundliche Getränkehändler ist nämlich der berühmteste Statist der Stadt. Er spielte in vielen Bibelproduktionen mit (als Jünger Thomas bei Zefirelli) und wegen seinem langen grauen Bart läßt er sich auch easy als Terrorfürst stylen – und so mimte er den Osama bei diversen BBC und amerikanischen TV-Produktionen. Tja – und mit Turban und Kalashnikow wird dann aus dem Getränkehändler schnell mal der einst gesuchteste Mann der Welt. Die Bilder von sich, die er gerahmt in seinem Shop hängen hat, bringen mich schon ins Grübeln – irgendwer hat ja immer die Echtheit der Drohvideos angezweifelt…

Jetzt ist “Osama” übrigens gerade als Urvater Abraham engagiert – eine weitere Bibelproduktion…

(Because of the sensitive topic I will translate this blogpost) It’s always stated that Elvis is still alive, but to learn that Osama Bin Laden still lives was news to me. I was very surprised as our Guide in Quarzazate introduced a man to us as Osama Bin Laden. “Our most famous citizen”, he stated proudly. I was at a loss. Well this guy wore combat trousers and had a grey beard, but…Our guide insisted to visit the shop Osama was owning, he sold beverages and tea leaves in the Kaszbah.

But there was an explanation: the friendly vendor was the most famous extra and part time actor in town. Booked for many biblical movies and TV-productions (he was the disciples Thomas in the Zefirelli movie) and, because of his long grey beard, he was also discovered to play the most feared and sought after man in the world for many BBC- or American TV-documentaries. With turban and Kalashnikov he could be easily styled that way, the photos of his productions, proudly framed and displayed in his shop, prove it. 20120717-170543.jpg Right now, “Osama” is working as Abraham in another Bible-documentary.

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Marokkos Hollywood: Ouarzazate

Es muss nicht immer Marrakesch sein: Quarzazate im Landesinneren Marokkos ist mehr als eine Reise wert. Zum einen ist schon die Fahrt von Marrakesch über das Atlasgebirge dorthin eine Schau: Malerische Landschaften, coole Hippiecafes in den unmöglichsten Kurven, wo man auf der Dachterrasse sitzen, Minztee trinken und den Autofahrern beim Schwitzen zugucken kann. Weil es heiß ist, vor allem, weil die Strecke nur geübten Fahrern zu empfehlen ist, die auch auf Gebirgspässen der Alpen noch locker die Nerven behalten. Belohnt wird man mit ungeheuer vielfältigen Aussichten und Farbspielen des Sandes, Der Felsen und Vegetation. Fantastisch.

Das älteste Lokal am Platze, Chez Dimitri, gibt es seit 1928. Die Tagines, die ich dort probiert habe, waren toll. Eine Mischung aus süss und salzig, Gewürzen wie Safran, Kreuzkümmel und Chilli. Aber die sind nicht die Attraktion des Lokals. Die hängt an den Wänden – denn Chez Dimitri ist das Restaurant des Stars, das Spago von Quarzazate. Und Quarzazate ist das Hollywood Marokkos. Alles, was irgendwie mit Sand zu tun hat, wird hier gedreht: Ridley Scotts Gladiator und Königreich der Himmel, Quatermain, Das Juwel vom Nil mit Michael Douglas, Asterix und Kleopatra, Prince of Persia, Alexander mit Angelina Jolie, Zefirellis Jesus von Narareth (Teile davon, der Großteil in Tunesien, da wurde dann auch Life of Brian drin gedreht), Teile von Starwars 1, und noch ganz viele Bibelfilme und Archäologie-Dokus. Und noch so einige politische Dokus, aber davon im nächsten Artikel mehr. Und alle Stars waren bei Chez Dimitri, ihre Autogramme an den Wänden bezeugen es. Ziemlich cool.

Es gibt dort Filmstudios zu besichtigen, in denen noch viele der berühmten Kulissen stehen. Praktischerweise so hintereindergeschachtelt, dass sie sich immer wieder für immer neue Sandalen, Sand- und Bibelfilme eignen. Erfreulicherweise haben die Marokkaner das mit dem Merchandising noch nicht so raus und so präsentieren sich die Filmstudios sehr charmant und ohne zuviel Brimborium drumrum. Kurios ist der tibetische Tempel, der aus Kundun stammt und weniger zum Sand als zu den Schneefeldern des Himalaya passen würde.

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Foodimpressionen aus Marokko

20120717-161731.jpg Gegessen hab ich überall sehr gut – meist Tajine, das sind in einem speziellen Tontopf gekochte Eintopfgerichte. In Marokko wird dieser Topf im offenen Feuer gekocht, das noch spezielle Raucharomen hinzufügt. Dazu gab es simples Fladenbrot und Salat. Besonders gut geschmeckt hat mit Hühnchen mit Safran (Bild unten) und Salzzitronen oder Rind mit Trockenpflaumen. Hier habe ich leider nur ein Rezept bei Jamie Oliver gefunden. Eine besonders raffinierte Tajine, die auch die Lieblingstajine vieler Marokkaner ist, enthält Fleischbällchen, die in einer Tomatensafransauce gegart werden und dann mit Eiern überbacken. Hört sich ausgefallen an, aber muss man probieren.  Gewürzt wird mit wilden Mischungen, leicht scharf, mit Kreuzkümmel, Koriander, Ingwer. Aber das variiert,  jeder Koch stellt die selbst zusammen, die Bekannteste davon ist Ras el Hanut (das bedeutet auch “das Beste” ) .

In unserer Reisegruppe waren Leute, die die arabischen Mezze zur Vorspeise vermisst haben, aber die mußten sich von den Marokkanern aufklären lassen, dass es die nicht gibt in Marokko.  20120717-161716.jpgDie Nachspeisen waren mir zu süß, und eine Bekannte hatte auf dem Markt ein lustiges Erlebnis, als sie einen Furchtshake bestellte: der bestand aus Orangensaft, gemixt mit Nusspüree von Mandeln und Pistazien, pürierte Datteln und Joghurt. Kein leichtes Getränk, sondern eine volle Mahlzeit. Und das ausgerechnet bei der Kalorienbewußteren der Gruppe.

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Reise nach Marokko

Ich bin neulich in Marokko gewesen – und nach all den ernsten Artikeln möchte ich ich euch wieder was Netteres präsentieren – Meine Reise führte mich nach Tatooine, zu Asterix und Kleoparta, ich wurde in die Wüste geschickt und hatte eine strange Begegnung mit dem ehemals gesuchtesten Mann der Welt. Ich hab ein Mitglied der Skimannnschaft Marokkos kennengelernt, sehr gut gegessen und tolle Mode eingekauft, das Tal der Rosen gesehen und vor allem erschnuppert und zu guter Letzt auch Catcontent gesichert. Ziemlich gut für ein paar Tage Urlaub…

Mehr dazu in den kommenden Tagen. :)

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Redet doch endlich mit uns!

Am vergangenen Mittwoch war mal wieder MedienMittwoch in Frankfurt. Und diesesmal war das Thema besonders spannend – vom Wert menschlicher Arbeit. Es ging um Motivation und Kreativität, um den demographischen Wandel und das, was uns alle wirklich antreibt. Von Lohn und Belohnung. Doch der Saal war vor allem da wie elektrisiert, als es darum ging, ob unser System überhaupt noch tragfähig ist.  Denn anstelle von Wischiwaschi gab es Klartext aus berufenem Munde: Besonders beeindruckt hat mich bei der Veranstaltung Professor Peter Wesner, der ein ungeschöntes und damit unschönes Bild der nahen Zukunft skizzierte: er war der Meinung, dass die Krise uns spätestens nach der kommenden Bundestagswahl im Griff hat. Und uns eine Inflation um die Ohren fliegt, die wir noch gar nicht abschätzen können. “Es war unser Fehler, den Banken zu erlauben, selbst Geld schöpfen zu können. Und es haben Leute, die gerade kein Geld haben, Geschäfte mit Leuten gemacht, die gerade keine Waren hatten. Diese Leergeschäfte waren Wetten auf die Zukunft – und die kommen uns alle teuer zu stehen.”, so Wesner.

Ich hoffe, er irrt sich. Was allerdings auffällt, dass auch immer mehr hochrangige Wirtschaftsspezialisten (wie auch Wesner einer ist) dieses düsteres Bild malen. Und das, während die Regierung beschwichtigt und alle auf den Euro und den ESM einschwört. Es gibt so viele Ungereimtheiten in der Krise: Erst mahnt z.B. Frau Lagarde, es ginge nur noch ganz wenige Monate, sonst wäre alles den Bach runter,  jetzt – dank dem Verfassungsgericht – hat es die Krise plötzlich gar nimmer so eilig. Was soll das – kann man die Krise aufhalten, indem man ihr einfach sagt, halt kurz still? Natürlich nicht. Das davor war Druck und Panikmache. Wieso? Wieso etwas so Elementares schneller durchpeitschen als ein Meldegesetz? (Fast)

Ich möchte von unserer Regierung etwas Großes: die Wahrheit. Ich will keine Schönfärberei, sondern hören: wie kann es im schlimmsten Fall ausgehen, wie im besten? Mir wäre sogar mit einem “ich hab auch keine Ahnung, was passieren wird, aber wir haben uns für die Bankenrettung entschieden, weil…”. Das wär doch mal was. Einfach sagen, was euch antreibt. So doof sind wir nicht, wir können das ab – ich mein, mit den Folgen müssen wir ja auch leben. Ich hab zwar keine Ahnung, wie der Weg aus der Krise führt, aber ich hätte gerne die Gewissheit, dass ihr wißt, was ihr tut. Das Mißtrauen ist derzeit extrem tief – wie berechtigt, vermag ich nicht zu sagen. Es gibt doch nur ein paar Gründe, uns nichts oder zu wenig zu sagen:

a) Ihr wißt es auch nicht

b) Die Wahrheit würde euch Wählerstimmen kosten

c) Ihr haltet uns für zu doof, das zu kapieren.

Nichts davon ist besonders gut im Umgang mit dem Souverän Volk. Bekannte von mir haben schon vermutet, dass der Polizei-Overkill bei Blockupy eigentlich eine Generalprobe war, um zu testen, wie’s geht, wenn tatsächlich die Molotowcocktails gegen die Bankentürme fliegen. Es ist schlimm, dass viele Bürger der eigenen Regierung so etwas zutrauen und derartig mißtrauen. Deswegen wäre Reden klasse. Jetzt, bevor es zu spät ist. Wir halten die Wahrheit aus. Besser, als ewige Hinhalterei bis zur kommenden Bundestagswahl und anschliessendem Börsencrash. Weil dann wird es ungemütlich.

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Die Frau auf der Schaukel

Gestern, bei einer Wanderung entlang des Main-Bogens ist sie gesessen. Eine alte Dame mit kurzen, weißen Haaren.  Ganz allein auf einem Kinderspielplatz auf der Schaukel. Leise schaukelnd, ihr Rollator stand daneben. Als ich sie grüßte, lächelte sie freundlich zurück. Danach hatte ich Tränen in den Augen. Ich hatte keine Ahnung, warum mich der Anblick so berührt hat. Vielleicht weil ein Kinderspielplatz immer etwas ist, was man mit Fröhlichkeit in Verbindung bringt, etwas, wo viele miteinander spielen. Und so war das Bild für mich der Ausbund an Einsamkeit.  Aber vielleicht bin auch nur sentimental…

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