Tagesarchiv: 26. September 2011

Der deutsche Konsument – ein Jammer

Dieser Preis ist ein Armutszeugnis für den deutschen Verbraucher: Textildiscounter KIK wurde bei einer Befragung von 49.000 Konsumenten zum “Händler des Jahres 2011″ gewählt. Und zwar in der Kategorie “Herren-und Damenmode”.

“Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut Q&A Research & Consultancy, das rund 49.000 Verbraucher zu 24 Handelssegmenten und jeweils neun Einkaufsaspekten befragt hat. Der Textil-Discounter punktete vor allem in den Bereichen Preisniveau und Preis-/Leistungsverhältnis. Die Marktforscher von Q&A hatten neun Einkaufsaspekte abgefragt: Sortiment, Kundenfreundlichkeit/Personal, Preis-Leistungsverhältnis, Service, Angebote, Preisniveau, Atmosphäre, Innovation sowie Fachkundigkeit des Personals.” heißt es in der Pressemitteilung von KIK.

Das zeigt mal wieder, was der deutsche Verbraucher will. Qualität? Egal. Schlechte Arbeitsbedingungen? Egal. Modische Eleganz? Egal. Nachhaltigkeit? Egal. Beratung, Ambiente, Orginalität…egal, egal, egal…Hauptsache billig. Ich könnte schier durchdrehen – ich finde es entsetzlich, dass bei Kleidung sowie Lebensmitteln, zwei Themen, die uns jeden Tag direkt treffen, Qualität nicht zu zählen scheint. Wie kann es sein, dass viele Menschen hierzulande zwar ein Auto fahren, das weit über ihre Verhältnisse geht, dass sie Elektronik vom Allerfeinsten erwerben, aber da, wo es ums tägliche Wohlbefinden geht, da wird dann gespart. Ist es so schwer, darüber nachzudenken, was man mit diesem Kaufverhalten anrichtet? Wieso verkommen unsere Verbraucher zu teigigen GeizistGeil-Konsumenten, die ihre Fleischwurst-Wampen in die KIK-Leggings zwängen? Was läuft hier falsch?

Ja, ich weiß, ich rede mich leicht, ich kann es mir leisten, woanders zu kaufen. Ich bin kein Hartz IV-Empfänger. Aber ich bezweifle, dass all die 49.000 befragten Hartz IV-Empfänger waren.

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In der Küche bei Juan Amador

Ich bin manchmal so richtig dankbar, den Job zu haben, den ich habe – ansonsten käme ich kaum in den Himmel. Der Himmel ist in diesem Fall die Küche im 25 Stock des NEXT-Towers in Frankfurt und Gott ist nicht John Malkovitsch, sondern Juan Amador. Einem Koch-Kaliber wie diesem einmal beim Kochen über die Schulter blicken zu dürfen, ist kein kleiner Gefallen.

Und es ist eine Schau zu sehen, wie die fantastischen Kreationen aufgetürmt werden, die das Menue im Treehouse derzeit ausmachen. Interessanterweise werden die Köstlicheiten teilweise auf Campinkochern und simplen Kochplatten zubereitet, denn das Konzept des PopUp-Restaurants erlaubt natürlich keine gigantischen Kücheneinbauten. Natürlich gibt es zusätzlich exotische, aber unverzichtbare Geräte wie einen Sou-Vide-Kocher “Eigentlich nur ein sehr stylisher Tauchsieder” meine eine Köchin. In diesem Wasserbad werden eingeschweißt die Entenbrüste vom Hauptgang rosa und weich gegart, bevor sie mit einer Gewürzkruste überbacken serviert werden.Ich habe dazu nur Brot vermisst, die wunderbare Rotweinsauce aufzutunken (ein Faux-Pas, ich weiß, aber kann der Genuss von Essen ein Faux-Pas sein? Gut, den Teller ablecken mach ich nicht…)

Toll finde ich die Vorspeise, rohe Langostinos mit Apfelgelee und Speckkrusteln, Basilikum und tasmanischem Pfeffer. Das wird alles in eine kreisrunde Form gebracht, dazu quitschgrüne Apfeltupfen auf dem Tellerrand und überhäuft mit Apfelschaum. Da fehlt nur der Apfelwein… Hammer. Ebenso wie der Nachtisch, Safraneis mit Ananas und leicht warmem Creme Brulee-Schaum. Ich könnte mir das Menue super zu Weihnachten vorstellen, all die Gewürze, samtigen Texturen, all das zarte, wohlig-weiche Essen. Nur, dass ich das zu Hause niemals so hinbekäme.

Für 68 Euro ist das Ganze preiswert im besten Sinne – also sein Geld wert. Mehr Infos zur Reservierung etc hier

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