Weil wir bei Musik-Comedy sind: Hier was von Fraktus und Spinal Tap

Es gibt ein Genre, das ich überdimensional toll finde: Mocktumetarys. Also Dokumentarfilme über Dinge, die es nie gegeben hat. Der Witz lebt davon, dass die Sachen zwar fiktiv sind, aber eben nur grade so haarscharf an der Realität vorbeischrammen. Man merkt den Filmen an, dass sie sind von Leuten geschrieben worden sind, die die wirkliche Szene enorm gut kennen und die nun alle erlebten Absurditäten in einem Film verarbeiten. In der Musik ist das bekannteste Mocktumentary “This is Spinal Tap” rund um die fiktiven Heavy Metal Band Spinal Tap. Die Band wird dabei auf einer immer glückloser verlaufenden Tour durch Amerika gefilmt.

This-Is-Spinal-Tap-006Sie streiten sich mit ihrer Plattenfirma über das sexistische Cover der neuen LP “Smell the glove”, mäkeln am Catering herum, müssen Begegnungen mit viel erfolgreicheren Kollegen meistern und natürlich – wir sehen die Bühnenauftritte, die auch nicht immer nach Plan verlaufen. Eigens für den Film wurden wunderbare Songs geschrieben, wie die “Rockoper” “Stonehenge”, das Liebeslied “Hellhole” und vieles mehr. Ich kann euch den Film nur ans Herz legen. This one goes up to eleven!

Nun hat mich mein Kumpel Andreas auf einen ähnlichen Film aufmerksam gemacht, “Fraktus”, ein Dokumentarfilm, der die Reunion der fiktiven Neue Deutsche Welle Band “Fraktus” zeigen soll. Die Band hatte sich aufgelöst, nachdem durch einen Kurzschluss im Theremin (!) die Halle Feuer fing. Der Film von 2012 ist großartig, nicht nur die Musik von “damals aus den 80ern” – die Songs sind perfekt imitiert und hätten, wären sie damals rausgekommen, gute Chancen gehabt, vorne in den Charts zu landen. Auch die doof-elitäre Haltung und die Outfits sind göttlich. “All die armen Menschen”ist ganz oben im Artikel verlinkt. Und wer die “Videos” von Fraktus sieht, fühlt sich den 80ern ganz, ganz nah. Aber auch das Genörgel und Gezänk, die verletzten Eitelkeiten und die peinlichen Interviews und der gefloppte Auftritt beim Festival, die ehemaligen “Stars”, die jetzt Optiker, gefrusteter Dance-DJ oder Hilfskraft im Internet-Cafe sind, geben präzise beobachtet wieder, was Musikredakteure manchmal so hinter den Kulissen erleben. Ich war ja damals bei dem völlig zerstrittenen Unheilsinterview von TicTacToe dabei und kann euch nur versichern, wir sassen komplett perplex im Saal und waren anfangs ziemlich sicher, dass gleich ein Typ von “Verstehen sie Spaß” aus den Kulissen springt. Erst als ein Bandmitglied heulend hinter die Mülltonnen flüchtete, und das geschockte Management hinterher, war uns klar, dass das gerade kein Witz war. So ähnlich geht es bei Fraktus zu. Extrem cool auch, dass die gesamte deutsche Musikszene mitmacht und den Einfluss der Band auf ihr musikalisches Schaffen schildert.

Wer Spaß an Musik hat, sollte sich beide Filme geben, diese DVD oder wo immer ihr sie herkriegt, sind Pflicht.

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30. August 2014 · 5:08 vormittags

Schöne Kleider für große Frauen: Triangle by S.Oliver

Große Frauen in meinem Bekanntenkreis jammern fast genauso wie die Plussizler: Arme zu kurz, Hosen immer Hochwasser, Taille irgendwo kurz unter der Achsel. Mit seinem Label Triangle will S.Oliver nun alle glücklich machen, die ein bisschen größer geraten sind. Und dabei geht es um breit wie hoch. Größe 42 bis 52 wird bedient. Es sind zum großen Teil Basics, gut geschnittene T-Shirts, Hosen, Blusen und diverse Acceessoires. Aber es gibt auch viel Modisches: Auf  dem Catwalk bei “Curvy is Sexy” habe ich viel von der Kollektion sehen dürfen und ich hätte alles mitnehmen wollen: Lässige Lederleggings oder sogar Haremshosen, transparente Röcke zu Lederjacken. Das hat wirklich nichts mehr mit Plussize Säcken zu tun, wie man sie sich vorstellt. Das kann jede von uns toll tragen, egal welchen Alters oder welcher Figur! Ich fühle mich mit Labels wie diesen nicht länger modisch benachteiligt. Wohlgemerkt: Ich selbst bin eine Größe 42, aber bei mir passen oft Busen und Po nicht gut in herkömmliche Label, keine Ahnung, wie das Kim Kardashian mit ihren Designerfummeln macht.

Die Preise liegen im mittleren Segment, Kleider um die 80-100 Euro, Shirts ab 40 Euro, aber es gibt eine gute Auswahl im Sale.

Aber der Hammer bei Triangle sind für mich die Kleider. Die sind wirklich Spitze. Ich habe mich schon auf der Messe in einige davon verliebt, unter anderem das schwarze Kleid mit dem weißen Blitz über die gesamte Vorderseite oder ein cremeweißes Jerseykleid mit Dreiviertelärmeln. Jetzt im Herbst/Winter sehe ich unglaublich schöne Satinkleider mit Musterprints, die ideal für festliche Anlässe passen – und die sehr figurbetont und sexy sind. Triangle ist ein Label, das ich euch ans Herz legen möchte – ich möchte schließlich, dass alle gut ausehen.

Nur einen Kritikpunkt habe ich: die Models im Katalog – die dürften echt ein paar Pfunde mehr haben, ich seh gerne (und andere Frauen auch), wie Sachen fallen, und die Models haben maximal Größe 40. Aber das ist tolerierbar, und schließlich wendet sich Triangle auch an größere Frauen – und die sind nicht zwangsläufig mollig.

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Eingeordnet unter Mode, Plussize

Quo Vadis Feminismus?

Würde mich wer fragen, würde ich sagen – ja klar bin ich Feministin. Ich kann nämlich deutlich erkennen, dass Frauen es in vielerlei Hinsicht schwerer haben in unserer Gesellschaft. Wenn es Leute gibt, die das anders sehen, das sei ihnen unbenommen – darüber will ich nicht diskutieren. Denn meine eigenen Erfahrungen (und die vieler Freundinnen)  sind die von gläsernen Decken, von Ungerechtigkeiten beim Lohn, von ganzen Branchen, in denen die Meinung einer Frau nicht so hoch gewertet wird wie die eines Mannes. Wenn wer sagt, das liegt an mir persönlich – gut, deine Meinung, aber Diskussion beendet. Da kommen wir nicht zusammen. Und ja, es gibt auch Ungerechtigkeiten für Männer, etwa beim Sorgerecht. Auch nicht gut. Dennoch macht ein Unrecht das andere nicht wieder wett. Wer so argumentiert, ist ebenso ignorant wie die andere Spezies, um die es in diesem Artikel geht.

Ich finde, es gibt viel zu tun in dieser Richtung und das sollten wir Frauen und Männer gemeinsam angehen. Insofern ist die jetzt besonders laute Form de Feminismus extrem kontraproduktiv, denn sie treibt Keile zwischen Männer und Frauen und zwischen Frauen und Frauen. Frauen, die sich dieser aggressiven Art Feminismus nicht anschliessen wollen. Wie ich. Frauen, die jede Ansprache als sexistisch und jede Diskussion als Angriff sehen – so kommen wir halt nicht weiter. Kritiker sind grundsätzlich nur Hater, die allein mit dem Label diskreditiert werden sollen. Absurderweise nicht nur bei Feminismusthemen. Jeder, der dieser Hardcorespecies auf irgendeinem Gebiet widerspricht, wird leicht zum “Hater” gestempelt. “Ich mag Vanilleeis.” “Ich nicht” “du Hater” – um es mal ganz überspitzt zu machen. Ich habe recht, weil ich eine Frau bin? – Äh, nein. Genauso wenig wie Männer Recht haben, weil sie Männer sind.

Dabei treten die Feministinnen (oder deren Gegenteil, die Maskulinisten) meist im Rudel auf, fallen im Rudel – schnell organisiert durch die sozialen Netzwerke – über ihre Kritiker her und verlangen dann sogar mal schnell ein Redeverbot, für alle, die nicht deren Meinung sind. Schwimmen ihnen die Felle davon, wird blitzschnell vom Angriff in eine weinerliche Opferhaltung geswitcht – und die ist dann wirklich nur noch abstoßend. Dann wird passiv-aggressiv der Account gelöscht (also für ein paar Tage stillgelegt) um den Beteiligten ein echt schlechtes Gewissen zu machen. Eine Haltung, die sonst nur in extrem antiquierten Rolllenklischees bedient wird “Zu Hülf! Zu Hülf! Ich werde bedroht!” Was natürlich Käse ist, weil eine Diskussion keine Bedrohung ist.

Ganz klar: ich trete dagegen an, dass Frauen benachteiligt werden – und Benachteiligungen gibt es genug. Dagegen müssen wir angehen – gemeinsam. Aber eine Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen zu einem Thema ist keine Diskriminierung. Bitte, macht mit so etwas Feminismus nicht kaputt.

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Der unbekannte Superstar: Musikcomedian Weird Al Jancovic

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Weird Al besingt Alufolie “Foil” – eine Parodie auf Lordes “Royals”

“Wer von Al Jancovic genug hat, hat vom Leben genug”, mein Homer Simpson mal in einer Folge. Und natürlich ist Al Jancovic auch als Gaststar in Springfield aufgetreten. Was in Amerika ein gutes Zeichen ist, dass wer ganz oben angekommen ist. Weird Al ist in den USA ein Superstar, hierzulange wenig bekannt. Das ist echt schade und ich hoffe, der Artikel hier trägt dazu bei, dass ihn ein, zwei mehr kennen. Aber es liegt sicher an dem Medium. Er ist Musikcomedian – und da sollte man die Texte verstehen, wenn man das lustig finden will. Und da tun sich viele hart, vor allem, weil sie aus Gewohnheit bei Texten nicht so richtig hinhören. Auf seiner neuesten Platte “Mandatory Fun” hat er sich aktuelle Songs rausgegriffen, wie Happy, oder Royals von Lorde. Aus Happy macht er “Tacky”  besingt den schlechten Geschmack und veräppelt das 24-Stunden-Video von Pharrel. Royals wird “Foil“, ein Loblied auf Alufolie, die Sandwiches schützt und auch gegen die Angriffe von Aliens. Besonders geil ist aber “Word Crimes“, eine Parodie des Robin Thicke Hits “Blurred Lines”, in dem er sich über grauenvolle Grammatik im Internet lustig macht.

Weird al Jancovic als Lady Gaga in "Perform this way"

Weird al Jancovic als Lady Gaga in “Perform this way”

In den USA ist das Album auf Nummer eins der Billboard Charts gewesen, zum ersten Mal für Weird Al Jancovic, aber auch zum ersten Mal in der Geschichte des Musikgeschäfts, dass ein Comedy-Album an der Spitze der Charts steht. Verdient hat er es längst. Weird Al ist großartig. Wir haben hierzulande niemand vergleichbaren. Seine Parodien sind nie platt, sondern wirklich intelligent, voller Anspielungen auf die Nerdkultur des Netzes. Einer seiner größten Hits ist denn auch der Rap “White and Nerdy”, in dem er über die Freuden rappt, ein Nerd zu sein. Aus “Gansters Paradise” macht er “Amish Paradise“. Unbedingt ansehen! Lady Gaga, Madonna, Michael Jackson, Queen, die Red Hot Chilli Peppers, Backstreet Boys oder Nirvana wurden von Weird Al veralbert. Eins seiner Themen ist  neben dem Nerdtum das Essen, so sind seine Jackson-Parodien auch “I’M Fat” oder “Eat it”. Damit wurde er in den 90ern bekannt – auch bei uns. Ich hab ihn dann mal Mitte der 2000er wiederentdeckt, als ich seine unglaublich guten Polka-Parodien auf Youtube gefunden habe. Das ist nämlich seine andere Art zu parodieren: nicht den Text, sondern die Musik. Und aus Nu Metal oder Alternativehits Polkas auf dem Akkordeon zu zaubern, das hat was. Zumindest für mich. Ich sammle ja schräge Coverversionen und da nehmen die von Weird Al Jankovic einen Ehrenplatz ein.

Wenn ihr gute Tipps für Musik für mich habt, ich freu mich immer

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28. August 2014 · 4:00 nachmittags

Widerliche Debatte – Verhüllen für Menschen ab 45?

Der Spiegel wird immer platter, leider. Vor allem online ist er kein Ruhmesblatt. Was aber Jan Fleischhauer diese Woche in seiner Kolumne abliefert, ist schändlich. Er fordert, wir sollten uns am Islam ein Beispiel nehmen und alles ab 45 aufwärts verhängen mit Burkas. Zum einen ist es Altersdiskriminierung und Fatshaming, zum anderen vergisst er anscheinend, dass Burka ein Frauenkleidungsstück ist, also meint er vermutlich doch nur die Frauen, die seinem hohen ästhetischen Anspruch nicht genügen. Zu sagen, dass auch Jan Fleischhauer meinem Anspruch nicht genügen würde, ist zwar wahr, aber billig.

Aber was denken sich die Leute in Zeitungen eigentlich? Ich hatte ja schon über diese Ästhetiknazis geschrieben, die meinen, anderen Leuten vorschreiben zu müssen, wer wann wieviel tragen darf. Es liegt nicht daran, wie er meint, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Sondern daran, dass wir uns für uns und unsere Bequemlichkeit ausziehen und nicht die sexuellen Fantasien eines Herrn Fleischhauers bedienen wollen. Glaubt er wirklich, die Leute wollen, dass er guckt? Wenn ich im Freibad liege, will ich meine Ruhe und Braun werden oder Schwimmen – nicht von fremden Männern angegafft werden. Nebenbei bedient er noch koloniale Fantasien von aufreizenden Haremsdamen, die ihre exotischen Reize zu seiner Lust verhüllen, um sie im gegebenen Zeitpunkt ihm darzubieten. soviele Fettnäpfchen auf einmal zu bedienen, das ist schon fast eine Kunst.

Verhüllen würde eine erotische Faszination ausüben, meint der Schreiber. Ich würde mir wünschen, der Spiegel würde diesen Artikel verhängen, um seinen Reiz zu steigern.
Wie seht ihr das? Hab ich unrecht? Mich würde eure Meinung interessieren

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Coole Mode ab Größe 42 – Junarose

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Ich hab ja versprochen, euch besonders schöne Plussize Label vorzustellen, es kam jetzt einiges dazwischen, aber nun geht es los. Und zwar mit Junarose. Das Label ist mir auf der “Curvy is Sexy” Modewoche sehr angenehm aufgefallen. Es bietet nämlich alles, was ein Plussize Label bieten soll. Modische, keineswegs altbackene Schnitte, sehr coole, durchaus auch sexy Kleidung und das von Größe 42 bis 54. Da dürften die meisten Plussizler glücklich werden damit. Und – sie zeigen die Mode nicht an dünnen Models, sondern mit ihren hübschen, aber kurvigen Mädchen sieht Frau, wie das alles fällt und aussieht, wenn man Busen, Po, Bauch und Hüfte drin verpacken soll. Die Sachen sind sehr schmeicheld geschnitten, nicht zu eng, aber auch nicht zu weit. Fabelhaft. Preislich liegen sie im unteren Mittelfeld, Cardigans gibt es ab 30 Euro, Kleider um die 40 Euro, Jeans und andere Hosen ab 50 Euro aufwärts. Faire Preise also, ohne Plus für Plusgrößen.

260114_JUNAROSE_CAMPAIGN_SHOT_05_0775Im kommenden Herbst/Winter wird das gesamte Angebot von Grautönen dominiert, mit einigen Farbtupfern in Rot, was mir persönlich entgegenkommt. Ich bin kein Bunt-Fan, meine Garderobe beschränkt sich auf Grau-Weiß-Blau und Schwarz. Jedenfalls im Winter, im Sommer werd ich dann doch etwas bunter. Es gibt zwei, drei Teile, die mir ganz besonders gut gefallen: Ein langer, getigerter Strickcardigan , Das rot-schwarze Karohemd, das jede Frau diesen Winter einfach braucht und das den Grungetrend wunderbar in Plussize umsetzt und eine puschelige Felljacke, bei der die meisten Leute glauben würden, sie wäre nichts für Plussizler, weil man damit aussieht wie eine dicke Hummel. Doch das Gegenteil ist wahr. Mit so einem Hingucker zeigt man Selbstbewußtsein (wichtig) und die Jacke schmeichelt (noch wichtiger).
Ich kann so ein Teil nur jeder Frau empfehlen, egal welche Größe. Ich finde, wir alle kleiden uns viel zu unauffällig. Das haben wir gar nicht nötig. Junarose adressiert zwar eine Zielgruppe bis 35, ich würde aber sagen, dass die schönen und tragbaren Modelle auch für Frauen bis jenseits der 50 gut zu tragen sind – jeder darf, was er will.

Anmerkung: wie jeder Beitrag dieses Blogs ist auch dieser Artikel entstanden, ohne das Geld geflossen ist. Es ist meine persönliche Meinung

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Auf Harry Holes Spuren durch Oslo?

Opernhaus in Oslo - Foto: Wikopedia Rufus46

Opernhaus in Oslo – Foto: Wikipedia Rufus46

Ich hab ja schon recht ausführlich über meine Liebe zu den Romanen von Jo Nesbo geschrieben, und die haben in mir den Wunsch geweckt, doch einmal Oslo zu besuchen und in Spaziergängen die Tatorte zu erkunden. Es muss ja relativ einfach sein, die Stadt zu Fuß zu durchqueren. Harry Hole macht das dauernd udn es trägt bestimmt zum Verständnis bei, wenn ich das als Tourist auf seinen Spuren übernehme.

Mit Lastminute.de kommt man schon für 180 Euro in den hohen Norden, einchecken muss man natürlich im Best Western Karl Johan am Bahnhof – vielleicht hat aber auch die Heilsarmee ein Bett (Insider). Der September soll ja laut Nesbo der schönste Monat in Oslo sein, da nehme ich ihn beim Wort! Wobei, auch der Winter hätte etwas, Weihnachten mit Schnee und Polarlichtern in Norwegen…

Natürlich gibt es schon fertige Touren, der Tourismus der Stadt müsste verrückt sein, sich diese gute Gelegenheit entgehen zu lassen: Für 200 NOK besucht man in einer geführten Tour auf Englisch (oder Norwegisch) viele Orte, die die Bücher beschreiben, wie Holes Wohnort Sophies Gate, das Restaurant Schroeder, das vermutlich nicht so versifft ist, wie in den Büchern beschrieben (da bin ich wirklich gespannt drauf), das Gerichtsgebäude, das Underwater Pub, den Friedhof und die Haupteinkaufsstrasse (praktischerweise auch ein Tatort). Das ist schon mal super, man könnte noch weiter ergänzen – einmal die neue norwegische Oper besuchen und auf dem schrägen Dach herumlaufen, das Polizeipräsidium, das Rathaus, die Sprungschanze, auf der das dramatische Finale des “Schneemanns” stattfindet, die Festung Akershus, wo eine Leiche gruselig drapiert gefunden wird – und vieles mehr. Vielleicht bleibt auch Zeit für die Wälder rund um die Stadt, wobei man da nach der Lektüre aller Romane eher Angst bekommen könnte…

Ein paar Aspekte bleiben in den Büchern unbearbeitet, zum Beispiel die norwegischen Spezialitäten. Bis auf das Schroeders wird wenig zum Thema Essen gesagt, da legt der Protagonist Harry Hole wenig Wert drauf, Hauptsache Zigaretten und Jim Beam in Griffweite, das ist eher frugal. Das muss man sich selbst erarbeiten und  da muss ich mich eben selbst auf den Weg machen und erkunden. Die Küche soll ja recht spannend sein, Rentiersteak und so.
Oslo, ich komme! Gibt es auch Bücher, die euch Lust machen, ihre beschriebenen Orte zu besuchen?

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